📖 Rezension zu: „99x Island wie Sie es noch nicht kennen“ von Berit Glanz und Olaf Krüger

Perfekt für die eigene Reise!

Wieso gibt es in Island das ganze Jahr über frische Tomaten? Wäre Salz mit den Aromen von Rhabarber, Blaubeere oder Lakritz nicht mal einen Versuch wert? Welche Vulkanfelsen muss man in Island gesehen haben?
Diese und andere Fragen werden in „99x Island wie Sie es noch nicht kennen“ beantwortet. Dabei werden gelegnetlich auch charmante Anekdoten erzählt, die einem ein besseres Verständnis von Land und Leuten geben sollen – beispielsweise wird erzählt, wie wütende Bauern zu Terroristen wurden. Trotz des kleinen Formates werden kulinarische Hinweise ebenso gewürdigt wie Ausflugstipps, sodass man ein rundum stimmiges Gesamtbild erhält.

Des Weiteren ist die Gestaltung sehr ansprechend: Vorne im Umschlag findet man eine Karte von Island, bei einzelnen Tipps finden sich immer wieder kleine Vorschläge, was sich in der Nähe unternehmen lassen oder anbieten würde und sehr ansprechende Fotos wecken die Reiselust. Das praktische Handtaschenformat, die übersichtliche und hochwertige Gestaltung sowie die vielen vernetzten Vorschläge erleichtern das Planen einer eigenen Enteckungstour ungemein. So lassen sich Routen spielerisch leicht ausarbeiten.

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „99 x Provence und Côte d’Azur wie Sie sie noch nicht kennen“ von Franz Marc Frei

Vom Maison de la Boule, der Safrangewinnung, mit Lavendel angereicherten Schuhen bis hin zu sportlichen Aktivitäten wird hier ein jeder fündig. Ob man sich lieber geschichtsträchtige Orte anschaut, sich verwöhnen lässt, gerne schlemmt, sich sportlich betätigen möchte oder am Alltag teilhaben möchte – dieses kleine Werk bietet 99 Vorschläge, um die Reise in die Provence und an die Côte d’Azur unvergesslich zu machen.

Dabei wecken über 100 schöne Farbfotografien die Reiselust und Vorfreude beim Planen. Zudem werden wertvolle Tipps gegeben, um verschiedene Ausflugsziele zu kombinieren, sodass die Vorbereitung spielend leicht fällt.

Zu Beginn des Buches findet sich eine Landkarte, sodass man die Route, nach der die einzelnen Tipps entlang vorgestellt werden, bestens nachvollziehen kann. So geht es über Bouches-du-Rhôe, Gard, Vaucluse, Alpes-de-Haute-Provenve zur Côte d’Azur und Var.

Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch, welches auch problemlos in jede Handtasche passt.

5 Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Der kleine Thailand-Verführer“ von Kay Maeritz

Der kleine Thailand-Verführer

Dieses Buch stimmt auf Thailand, Laos und Kambodscha ein – dabei geht es um geschichtliche Informationen, Verhaltensweisen, Sehenswürdigkeiten oder kulinarische Hinweise.

Dabei folgt man der Strecke „Bangkok und Umgebung – die Mega-Metropole“, „Thailands Norden – jenseits der Strände“, Der Golf von Thailand – der Strand der Strände“, „Die Andamanenküste – die schönsten Strände der Welt“, „Kambodscha – im Land der Khmer“ und „Laos – am Mekong steht die Zeit still“ – mit vielen Zwischenstopps in unterschiedlichen Städten. Dabei wechseln sich Geheimtipps mit bekannteren Empfehlungen ab.

Mir gefällt sehr gut, dass auch auf geschichtliche Entwicklungen eingebracht werden. So kann man sich ein besseres Bild von Land und Leuten machen. Allerdings ist dies nicht unbedingt etwas, das jeder in einem „Verführer“ erwarten würde, denke ich. In meinen Augen handelt es sich bei diesem Werk um ein Kleinod, das besonders wertgeschätzt werden kann, wenn man bereits in Thailand war und sich ein wenig mit seiner Geschcihte und Kultur auskennt

Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

4_5_sterne

📖 Rezension zu: „Der Verrat“ von Ellen Sandberg

Flaches vor und zurück

Die Erzählung beginnt 1998 in einem Dorf an der Saar als Renate Soffa beobachtet, wie ein Auto von der stark gewundenen Straße abkommt und in die Tiefen stürtzt – der Fahrer ist tot.
Im Sommer 2018 ist von der längst vergangenen Tragödie zunächst nichts zu spüren: Pia von Manthey ist seit 20 Jahren mit ihrem 24 Jahre älteren Mann Thomas verheiratet und zufrieden mit dem, was sie im Leben erreicht hat. Sie ist erfolgreiche Restauratorin, wohnt in einem wunderschönen Anwesen auf einem weltweit renommierten Weingut. Sie hat eine zuverlässige wie auch kluge Tochter und einen wunderbaren Mann, der ihr Geborgenheit schenkt. Im Gegensatz zu ihren Schwestern hat scheint sie alles richtig gemacht zu haben. Birgit und Nane haben – wie ihre Mutter es bei ihren unzähligen Erzählungen über den Fluch, der auf den weiblichen Familienmitgliedern lastet, prophezeit hat – aufgrund von Liebe und Leidenschaft alles verloren. Besonders Nane, die nach 20 Jahren im Gefängnis vorzeitig entlassen nun mit 46 ihre erste eigene Wohnung bezieht, fühlt sich, als wäre ihr Leben vorbei. Sie hat gemordet und einen Vater, Sohn und Mann das Leben genommen und weiß mit ihrer Schuld nicht umzugehen. Eines ist sicher: Ihre Schwester Pia wird ihr genauso wenig vergeben wie deren Mann Thomas – dafür sitzen die Wunden zu tief.
Dennoch kann sie sich von dem Geschehenen noch nicht lösen – immerhin brennt ihr eine wichtige Frage, die sie Thomas stellen muss, auf der Seele. Und so macht sie sich, obwohl ihr von ihrem Bewährungshelfer davon abgeraten wurde, auf den Weg zu den Hinterbliebenden; zum Weingut an der Saar. Kurze Zeit später muss Pia erfahren, dass ihr 73jähriger Mann einen Herzinfarkt erlitten hat und sieht ihre Schwester noch das Weite suchen. Für sie ist damit klar, dass Nane, von deren vorzeitiger Entlassung weder sie noch ihr Anwalt bis dahin wussten, ihrem Thomas beinahe das Leben genommen hat.
Und so kommen die Ereignisse von vor 20 Jahren langsam wieder an die Oberfläche und werfen ihren Schatten auf das Leben jedes einzelnen. Nane schwankt zwischen dem Wunsch, sich zu rächen und ihre Schuld zu tilgen. Birgit steht wie eh und je als Vermittlerin zwischen Nane und der ältesten Schwester Pia. Ihre Mutter erzählt bei jeder sich bietenden und nicht bietenden Gelegenheit vom Fluch. Ihr Vater ist so desinteressiert wie immer. Nane verstößt gegen Auflagen und Pia entfacht einen Kleinkrieg. Thomas Schwester Margot wittert die Chance, ihrem Sohn eine leitende Position im Weingut zu verschaffen. Pia und Margot feuern ihren seit zwei Jahrzehnten bestehenden Kleinkrieg weiter an. Thomas kämpft im Krankenhaus um sein Leben. Lizzy, Pias Tochter, versucht das Weingut zu führen bis ihr Vater wieder gesund ist. Überall entstehen Feindseligkeiten oder sie werden einfach verstärkt.

Dabei werden immer wieder drastische Maßnahmen ergriffen, man beginnt, sich über eine neue Entwicklung zu freuen und schon rudert die Autorin zurück, weswegen das Werk einem schwermütigen und aus dem Takt geratenen Tanz gleicht. So geht die Handlung immer wieder vor und zurück, dreht sich auch mal ein wenig im Kreis, doch kommt nur mühsam vowärts.
Außerdem wirken viele Episoden sehr konstruiert und viele Verhaltensweisen einfach überzogen. Andererseits ist die Auflösung keine Überraschung, sondern aufgrund der immer wieder beschriebenen düsteren Charaktereigentschaften und dem Rumreiten auf einigen Schlagworten schon recht schnell zum Greifen nah. Manchmal wirkt das Buch wie eine düstere Familiensaga, dann gleichen Elemente einem Rosamunde Pilcher-Werk, ein anderes Mal erwischt man einen Part Krimi.
Da „Der Verrat“ sehr viel von Wiederholungen lebt, wartete ich beim Lesen immer wieder auf meine Stichwörter, die jedes Mal herangezogen werden wenn die Geschichte doch droht etwas an Fahrt aufzunehmen – ob nun die kleinen weißen Helfer, der Fluch oder eines der anderen: Beim Lesen fallen sie sehr schnell auf und sind auch Schlüssel zur Lösung.
Die Perspektive der Erzählung wechselt zwischen 1998 und 2018, was ich für eine gelungene Wahl halte, da so Verknüpfungen hergestellt werden können und man stückchenweise was man ohnehin schon vermutet hat.
Des Weiteren lässt Ellen Sandberg immer wieder Begriffe aus den Bereichen der Winzerei und den Antiquitäten sowie deren Restauration einfließen. Nachdem ich mich ein wenig eingelesen hatte, hat mir dies sehr gefallen und ich habe mich gefreut, etwas in Pias Arbeit einzutauchen. Doch irgendwann war der Punkt in meinen Augen erreicht, an dem das Thema seinen Reiz verlor. Andauernd wurden Möbel mit „Lloyd Loom“ und ähnlichen Begriffen beschrieben und dann war ich es persönlich leid, derartige Bezeichnungen zu recherchieren, obwohl ich mir gerne ein Bild der Umgebung machen wollte.
Interessant fand ich, dass die Autorin zwischendurch auf Zitate von Buddha oder Martin Walser beispielsweise in Form von Graffiti zurückgriff, um einzelnen Charakteren einen kleinen Perspektivwechsel zu ermöglichen und dem Leser ein bisschen Raum für Fragen um Schuld und Vergebung zu geben.

Insgesamt hatte ich mir von „Der Verrat“ mehr erhofft. Die 480 Seiten habe ich recht zügig gelesen, allerdings störten mich die vielen Wiederholungen und ich ärgerte mich über kleine Logikfehler/Ungereimtheiten und die Haltungen oder Entscheidungen der Figuren. Für mein Empfinden hätten einige Repetitionen weggelassen werden sollen, um den Lesefluss zu erleichtern und die Spannung weniger zu dämpfen. Die Grundidee des Buches ist nicht ungut, an der Umsetzung hapert es in meinen Augen allerdings. Schade fand ich zudem, dass selbst die Klischee-Lösungen für kleine Probleme, welche ich für mich eher zum Spaß erdacht hatte, dann auch eintraten.

Ich vergebe 2 Sterne

2-Sterne

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📖 Rezension zu: „Das Schlaf Gut Buch“ von Dr. med. Ulrich Strunz

Das Schlaf-gut-Buch

Häufig wird die Bedeutung von Schlaf unterschätzt – als passive Zeit abgestempelt sehen viele nicht die Notwendigkeit der gesunden – und durchaus aktiven – Nachtruhe. Dr. med. Strunz versucht in diesem Werk Hilfestellungen zu geben um optimal zu schlafen. Zu einem gesunden Schlaf gehören unter Anderem eine gute Ernährung und Bewegung, weswegen der Autor sich diesen beiden Themen mit besonderer Aufmerksamkeit widmet.

Gerade wenn es darum geht, wie wichtig es sei, sein Blut analysieren zu lassen um (vom Autor vertriebene) Nahrungsergänzungsmittel bestmöglich auszuwählen, war ich nicht sonderlich begeistert. Ich denke, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung keinen Mangel entstehen lassen sollte… Dass die von Dr. med. Strunz verfochtende No-Carb-Ernährung der Weg zu gesundem Schlaf ist, kann wohl sein, wäre für mich persönlich allerdings keine Option. Mir würden dadurch zu viele Genüsse wegfallen und die Male, welche ich eine solche Ernährungsweise ausprobiert habe, hielten offengestanden nicht sonderlich lange an. Ebenfalls schade finde ich, dass wohl häufig versucht wird, dass Werk der „breiten Masse“ zugänlich zu machen, weswegen gerne vereinfacht wird und die Erklärungen simpel gehalten werden. Zudem scheint der Autor bemüht, unterhaltsam zu schreiben – mich konnten Überschriften wie „Was wir mit Spinat gemeinsam haben“ allerdings nicht fesseln und begeistern. Der Balanceakt zwischen unterhaltsam und informativ ist meines Erachtens nicht bestmöglich geglückt. Des Weiteren zählt in meinen Augen vieles aus dem Werk zum Allgemeinwissen: Übergewicht, Fernsehen und Alkoholkonsum sind hinderlich, während Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und Entspannung (beziwhungsweise Meditation) schlaffördernd.

Was mir allerdings sehr gut gefällt, sind die Übungen anz zum Ende des Buches – mitsamt eines sechswöchigen Plans. Auch konnte ich bei der Lektüre ein paar Denkanstöße erhalten und habe das ein oder andere lernen können.  Durch kurze Abschnitte und Fallbeispiele bleibt das Buch gut lesbar.

 

Dies war mein erstes Stutz-Buch. Gänzlich begeistern konnte es mich zwar nicht, doch habe ich ein paar Hilfestellungen erhalten können.

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📖 Rezension zu: „Bulli-Abenteuer – Island“ von Peter Gebhard

Bulli-Abenteuer – Island

Erneut war der Fotograf und Autor Peter Gebhard mit seinem T1-Bulli »Erwin«auf Reisen: Sechs Monate reiste er auf Island und entdeckte dort nicht nur Gletscher, Geysire, Wüsten und Vulkane.

In meinen Augen lebt dieses Buch nicht nur, aber zu großen Teilen, von den besonderen Begegnungen: Bereits ziemlich zum Beginn der Reise trifft Gebhard beispielsweise auf zwei deutsche Wandergesellen, die auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Für mich war es sehr spannend von dem Tippelbruder und der Tippelschwester den Bannkreis um den Heimatsort während der Wanderjahre gezeigt zu bekommen und zu erfahren, wie ihre Reise verläuft. Da auf Henning der erste Handwerksjob auf dem Bauernhof Vallanes wartet, ist dies der nächste Halt. Vor Ort wartet schon die nächste spannende Bekanntschaft und es wird – doppelt sicher – im Gewächshaus gezeltet.

So erfährt man während der Reise nicht nur von einem außergewöhnlichen Land, sondern auch von außergewöhnlichen und sehr hilfsbereiten Menschen.

Äußerst ansprechend ist zudem die Gestaltung des Werkes, da eine hervorragende Balance zwischen Erzählung und dem Zeigen durch Fotografien gewählt wurde. Dabei begleiten einen Zitate bei der Reise, was mir sehr gefallen hat. Dabei wechseln sich Zitate wie „Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt. Sieh sie dir an.“ von Tucholsky mit denen der isländischen Bevölkerung ab. So erfährt man, dass „Erst machen wir es, dann mögen wir es.“ ein isländischer Leitspruch sei oder erfährt von Hildibrandur aus Bjarnarhöfn, dass der „strenge Fischgeschmack mit der Ammoniaknote“ von islands Spezialität hákarl (Gammelhai) „recht gut“ zur isländischen Landschaft passe. (S.109)

 

Insgesamt hat das Werk einen sehr persönlichen Charme und zeigt abwechslungsreich die Insel aus Eis und Feuer. Mit 44 PS und offen für neue Erfahrungen und Begegnungen weckte Gebhard bei mir die Reiselust.  Eine beeindruckende Reise, die ich so auch gerne gemacht hätte.

Ich vergebe 5 Sterne!

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📖 Rezension zu: „Korea – Meine kulinarische Reise ins Land der vielen Wunder“ von Sarah Henke

Nachdem ich vergangenes Semester über meinen koreanischen Austauschstudenten auf die koreanische Küche aufmerksam gemacht worden bin, war ich sehr neugerig auf dieses Kochbuch. Versprochen werden 60 authentische Rezepte – ich war mir sicher, zahlreiche ansprechende Rezepte zu finden.

Zu erst fällt die sehr hochwertige Gestaltung des Buches auf, was ich bereits von anderen Kochbüchern aus dem Christian-Verlag kenne. Viele Fotografien schmücken das Werk, doch liegt hier in meinen Augen ein großer Unterschied zu den anderen Büchern, die ich von dem Verlag kenne. Sonst findet man tolle Aufnahmen von Gerichten und auch welche von Land und Leuten. Hier liegt der Schwerpunkt allerdings an anderer Stelle: Sehr viele Abbildungen zeigen die Sterneköchin Sarah Henke bei ihrer Reise – wie sie meditiert, isst, sich die Gegend anschaut und so weiter. Alles in allem sind dies mehr oder weniger typische Urlaubsfotos.

Sehr gerne würde ich das Buch – besonders in hinblick auf die Rezepte – in zwei Teile gliedern: Zum Einen in den Part, der tatsächlich in Korea stattfindet, zum Anderen in einen deutschen Part, in dem die Köchin ihre Erkenntnisse über die koreanische Küche in Sternekochmanier für ihr Restaurant abzuwandeln versucht. Für mich sehr wichtig anzumerken ist, dass sich im zweiten Teil definitiv keine authentischen Rezepte finden, da dies Eigenkreationen Henkes sind. Somit umfasst das Werk leider nicht wie auf dem Cover angepriesen 60, sondern 33 koreanische Rezepte. Für mein Empfinden ist das äußerst wenig.

Die Rezepte sind gut und verständlich beschrieben und im ersten Teil sind sie auch sehr ansprechend. Besonders die Gerichte der Straßenstände haben es mir angetan. In der zweiten Hälfte würde ich kein einziges Rezept nachmachen wollen, da mir Rezepte wie „Lachs & Miso-Senf l Sashimi l Keta-Kaviar“ (S.226) zu wenig bodenständig und Kreationen wie „Cashew Ying Yang“ (S.228) zu touri-mäßig sind. In diesem Abschnitt finden sich darüber hinaus Fotografien des „Yoso“, dessen Küchenchefin Sarah Henke ist. Auf mich wirkt das Buch daher eher wie eine Promotionaktion des eigenen Restaurants… Ich hatte mir stattdessen erhofft, von der gebürtigen Koreanerin in die Geheimnisse der authentischen koreanischen Küche eingeweiht zu werden und dabei ein Stück weit Land und Leute kennenzulernen.

Viele der Rezepte haben auch eine Tipp-Box, in der sich zum Teil hilfreiche Informationen finden oder einfach Wissenswertes, wie dass koreanische Chiliflocken in unterschiedlichen Ausmahl- und Schärfegraden „Gochugaru“ oder „Gochutgaru“ heißen. (S.156)

Alles in allem ist „Korea“ wohl mehr ein Urlaubsbericht mit anschließender Restaurant-Werbung, in den es auch 33 authentische Rezepte geschafft haben. Die Gestaltung ist hochwertig und ansprechend.

Ich vergebe 3 Sterne

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📖 Rezension zu: „Libanesisch essen“ von Kamal Mouzawak

Libanesisch essen

Rundum gelungen!

Mouzawak bezeichnet sich selbst als „Food – Aktivisten“. Unter dem Slogan “ Make food, not war“ gründete er beispielsweise einen Bauernmarkt, verschiedene Restaurants und B&Bs. Auf diese Weise hilft er libanesischen Frauen und syrischen Flüchtlingen, so gut es geht finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. In seinem neuen Buch lädt er zu einer kulinarischen Reise durch den Libanon ein. Dabei zeigt er authentische und bodenständige Rezepte, stellt Frauen aus seiner Initiative vor und stellt die einzelnen Regionen vor. Dadurch, dass die einzelnen portaitierten Damen die Familienrezepte vorstellen, erhält man einen sehr schönen Einbick in die Traditionen in den unterschiedlichen Regionen. Was mir zudem sehr gefallen hat war, wie das Gemeinschaftliche betont wurde.
Die Rezepte sind ausgesprochen abwechslungsreich und laden zum Nachmachen ein. Man findet eine Vielzahl herrlicher Köstlichkeiten, deren Abbildungen einem bereits das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Zudem findet man genaue und verständliche (Schritt-für-Schritt-) Anleitungen wie beispielsweise zum perfekten Weinblattrollen machen.
Außerdem wunderbar ansprechend ist die Gestaltung des Werkes: Die Farben sind schön aufeinander abgestimmt, die Fotografien sehr gelungen, die Landkarten vermögen zu gefallen und auch die einzelnen weiß auf schwarzen Seiten mit Zeichnungen und Ähnlichem zum besseren Verständnis können überzeugen.

Alles in allem ein sehr ansprechendes Werk, welches ich sehr weiterempfehlen kann!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Die große Illusion“ von Eckart Conze

Die große Illusion

Macht 1919 greifbar

In diesem Werk widmet sich Conze umfassend dem Versailler Vertrag und seinen Auswirkungen.

Die Gestaltung des Buches ist sehr hochwertig und ansprechend, was man schon an der Karte auf der ersten Doppelseite erkennt. Außerdem merkt man, dass sich der Autor ausgesprochen gut informiert hat – so sind beispielsweise die Seiten mit Anmerkungen und Literaturverweisen (S. 508-551) wirklich eindrucksvoll. Zudem sehr gelungen ist das Personenreigster am Ende, was mir in anderen Büchern häufig fehlt. Äußerst nützlich!

Insgesamt ist das Buch verständlich geschrieben, dennoch handelt es sich um eine anspruchsvolle Lektüre. Gut gelungen ist meinen Augen auch, dass nicht nur die Vergangenheit betrachtet wird, sondern dass der Autor auch Verknüpfungen zur heutigen Zeit herstellt.
Mit diesem Werk macht Conze 1919 verständlich und greifbar.

Ich vergebe 5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Roadtrip – Eine Liebesgeschichte“ von Jennifer und Peter Glas

Hilft auch bei der eigenen Planung.

34 Länder in 30 Monaten – 55000 Kilometer. Sie kennen sich gerade einmal viereinhalb Monate als sich Jennifer und Peter Glas einen fast 30 Jahre alten Unimog-Van holen, um zu reisen. Ihr Weg führt sie durch Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Mazedonien, Iran, Oman, Indien, Nepal, Thailand, Kambodscha, Laos, Malaysia, Indonesien, Südkorea, Russland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Mogolei und Griechenland – eine beeindruckende Reise mit vielen erstaunlichen Erlebnissen.

Sehr ansprechend ist, dass der Einleitung eine Karte folgt, welche die gesamte Route zeigt. Hier werden auch wichtige Informationen für Reiselustige gegeben: Was dort das Highlight war, wo es den schönsten Stellplatz für sein Gefährt gibt, wie viel ein Liter Diesel im Schnitt kostet, welche Besonderheiten es gibt oder wie gut – auf einer Skala von 1 bis 10 – die Straßenqualität im jeweiligen Land ist. So kann man das Buch zur eigenen Reiseplanung verwenden und seine Route mithilfe der vorgestellten Tipps optimieren.
Im Anschluss daran wird sich dem Roadtrip gewidmet: Während der Reise erlebt das Paar einiges – ganz zu Beginn heiraten sie beispielsweise in Venedig und werden dort von ihren engsten Freunden überrascht. Auch gelangen die beiden bei ihrer Reise an für Touristen untypische Orte und kommen mit Einheimischen in Kontakt, sodass man etwas über die verschiedenen Kulturen erfahren kann. Mich haben ihre Erzählungen sehr neugierig gemacht und meine Reiselust verstärkt.
Am Ende des Werkes finden sich seperate Hinweise für all jene, die selbst von einer solchen Reise träumen. Über die Ausgaben, das Gepäck, das Fahrzeug oder die Lieblingsorte.
Das Buch ist extrem hochwertig und aufwendig gestaltet. Die sehr großen und ansprechenden Fotografien werden gekonnt mit den abwechslungsreichen Texten in Einklang gebracht, sodass ein ausgewogenes Gesamtbild entsteht. Die zahlreichen Bilder, die sich oft auch über eine Doppelseite erstrecken, lassen einen in andere Welten eintauchen. Zudem hat mir die Kombination aus Reisebericht und Hilfestellungen für die eigene Planung sehr zugesagt. Dabei ist das Werk sehr emotional und manchmal auch kritisch, weswegen es authentisch und gut reflektiert wirkt. Auch findet man auf Spotify eine Roadtrip-Playlist des Paares, die perfekt auf die Reise abgestimmt sein soll.

Für dieses rundum gelungene Buch, das in einem die Reiselust weckt, vergebe ich 5 von 5 Sternen!

 

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Best Body Plan“ von Anna Lewandowska

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Lewandowska_ABest_Body_Plan_172527.jpg

Zugegebenermaßen war mir nicht von Anfang an bewusst, dass es sich bei der Autorin um eine Spielerfrau handelt. Auf dem Klappentext wurde sie als Profi-Sportlerin bezeichnet und das reichte mir. Rückblickend fügt es sich allerdings in ein für mich recht stimmiges Gesamtbild.

Das Buch beginnt ganz vorne – bei der Motivation. Warum sollte man sich einen gesunden Körper wünschen, welche Auswirkungen haben Sport und eine gesunde Ernährung und so weiter. Für mein Empfinden ist dieser Teil des Buches etwas lang geraten und ich gehe im Grunde davon aus, dass die meisten, die ein solches Buch zur Hand nehmen, bereits für sich entschieden haben, dass sie sich in diese Richtung verändern möchten – und warum. Danach folgen Tipps zum Abnehmen; beispielsweise, dass gemeinsames Trainieren motivieren kann. Im Anschluss daran wird sich dem Thema Ernährung gewidmet und verschiedene Inhaltsstoffe werden beleuchtet. Auch geht es um die sinnvolle Kombination verschiedener Lebensmittel anhand ihrer Nährwerte. Daraufhin folgt der Rezeptteil des Buches. Die meisten der vorgestellten Rezepte konnten mich nicht für sich gewinnen, ihre Zubereitung ist allerdings ansprechend beschrieben. Als nächstes findet man den Sportteil, der allerdings auch nicht sonderlich viele Überraschungen bereithält. Übungen wie Liegestütze, Ausfallschritte oder Planks gehören in meinen Augen zum allgemein bekannten Grundgerüst. Somit sind die Übungen durchaus effektiv und bewährt.

Die Aufmachung des Buches ist hochwertig. Mich störte allerdings die ständige Präsenz der Autorin – auf zahlreichen Fotos zwinkert sie, hält wahlweise ein Melonenstück oder einen Granatapfel in der Hand oder trinkt einen grünen Smoothie…

Insgesamt vermochte mich das Werk nicht zu überzeugen, weswegen ich 2,5 von 5 Sternen vergebe

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📖 Rezension zu: „Leben am Wattenmeer – Portraits und Geschichten von der wilden Nordsee“ von Elke Weiler, Ralf Niemzig

Schöne und abwechslungsreiche Gestaltung!

Dieses Buch zeigt im Verlauf der Jahreszeiten wie Menschen am Wattenmeer leben. Dabei kommen Sport, Feierlichkeiten, Berufsbilder, Flora und Fauna und Ähnliches genauso zum Tragen wie Traditionen. Man begleitet beim Durchstöbern des Werkes beispielsweise einen Reetdachdecker, Knut Knutsen bei seinen Wattwanderungen oder stattet unterschiedlichen Halligen einen Besuch ab. Man erhält einen kleinen Einblick in das Leben am Leuchtturm und erfährt etwas über die Pfahlbauten in St. Peter-Ording. Seehundstation, Boßeln oder anderes Nordseetypisches finden ebenfalls Platz.

Zunächst gefällt mir die Unterteilung in die verschiedenen Jahreszeiten und dass verschiedene Bereiche beleuchtet werden. Einige Fotografien schmücken das Werk und die Texte sind eingänglich. Dennoch ist bei mir der Funke nicht komplett übergesprungen – womöglich lag es daran, dass ich vieles bereits (aus eigener Erfahrung oder Fernsehreportagen) kannte.

Alles in allem nichtsdestotrotz ein sehr schönes und abwechslungsreiches Buch!

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Wunderbarer Winter“ von Emma Mitchell

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Mitchell_EWunderbarer_Winter_188610.jpg

Hyggelige Handarbeit gegen Winterblues!

Die Bloggerin und Handarbeitslehrerin Emma Mitchel möchte mit diesem Werk ein „Überlebensbuch für die kalte Jahreszeit“ bieten, da sie selber erlebt hat, dass kreative Tätigkeiten gegen schlechte Laune helfen. Deswegen zeigt sie verschiedene Projektideen oder Rezepte, mit denen man sich den tristen Winter schön farbenfroh und kuschelig machen soll.

Einige dieser Anregungen waren in meinen Augen nichts besonderes – wie Meisenknödel herzustellen, Kranzbinden, Tassenkuchen, mit Wasserfarben zu malen oder Blumenzwiebeln aus dem Gartencenter einzutopfen. Dennoch finden sich auch schöne Ideen wie Stulpen zu häkeln. Alles wird in diesem Buch sehr ausführlich beschrieben und erklärt oder findet sich auf dem vielfach genannten Blog der Autorin.
Als sehr ansprechend habe ich die Gestaltung des Buches empfunden: Auf den stimmungsvollen Fotografien tritt die – in den Texten stets sehr präsente – Autorin in den Hintergrund. Auch sind die Anleitungen schön übersichtlich gestaltet und es macht Spaß, durch das Buch zu blättern. Für mich war es allerdings schade, wie viele Verweise auf ihren Blog zu finden waren. So liest sich das Buch manchmal wie eine Werbebroschüre. Die Anleitungen sind schön, aber nicht unbedingt aufregend. Am ansprechendsten fand ich die Rezepte, die allerdings auch recht simpel gehalten sind. Wie ich es wahrgenommen habe, lässt sich Mitchells Überlebensstrategie für den Winter wie folgt zusammenfassen: Male, häkle, backe – sei kreativ und gebe auch Gekauftem eine persönliche Note!

Alles in allem ist das Buch schön, um es einmal durchzublättern, jedoch kann man die meisten Texte lieber überfliegen. Die Fotografien und überhaupt die gesamte Gestaltung sind äußerst ansprechend und hochwertig. Bei den Anleitungen findet man möglicherweise noch die ein oder andere Anregung – neu erfunden wird das Rad hier jedoch nicht.

Ich vergebe 2 von 5 Sternen

2-Sterne

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📖 Rezension zu: „Unsere einzigartige Vogelwelt – Die Vielfalt der Arten und warum sie in Gefahr ist“ von Peter Berthold, Konrad Wothe

Wichtiges Thema

Bei diesem Buch liegt meines Erachtens der Schwerpunkt auf dem wichtigen Untertitel: „Die Vielfalt der Arten und warum sie in Gefahr ist“. Gegliedert ist das Werk in die Kapitel „Die Schwindsucht der Arten und Bestände – Ein Überblick“, „‚Aus’geflogen – In Deutschland bereits ausgestorbene Arten“, „Sturzflug – Vom unmittelbaren Aussterben bedroht“, „Trudelflug – Im Fortbestand erheblich gefährdete Arten mit starkem Rückgang“, „Gleitflug – Derzeit kaum bedrohte Arten mit recht stabilen Beständen“, „Im Aufwind – Gegenwärtig auf dem Vormarsch“ und „Hart am Abgrund – Düsterer Ausblick mit letztem Hoffnungsschimmer“.

So bietet dieser kritische Bildband viele Informationen zu den unterschiedlichsten Vogelarten in Deutschland. Dabei haben es die Texte ganz schön in sich – alamierend, aber auch mutmachend.  Zahlreiche Fakten werden anschaulich vermittelt und die Fotografien vermögen ebenfalls zu beeindrucken, sodass ein wunderbar stimmiges Gesamtbild entsteht. Besonders ansprechend war für mich die Vielfalt an sehr schönen und professionellen Fotografien und die aufwendige Gestaltung mitsamt ihrer Details.

Ein Werk, das definitiv reichlich Beachtung finden sollte!

5-Sterne

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🏆 🎈 4. Bloggeburtstag-Auslosung

Etwas verspätet – aber dafür ganz kurz und bündig – folgt nun die Auslosung! Viele waren ja nicht im Lostopf, gezogen habe ich Kathi. Ich habe dir schon eine Mail geschrieben, bitte schicke mir deine Adresse, damit ich das Buch so schnell wie möglich auf den Weg bringen kann.

Herzlichen Glückwunsch! 🙂

📖 Rezension zu: „Asia Overland“ von Gabriele Gerner

Selbstgefällig und abwertend!

Ein umgebauter Polizei-LKW, 50.000 Kilometer und 18 Monate Zeit – auf mich wirkte die Beschreibung dieses Werkes sehr ansprechend und ich war gespannt auf Anregungen, Erzählungen von besonderen Erlebnissen und interessante Informationen.
Im Deckel des Buches befindet sich eine Karte; hinten dann Fotos von, auf der Reise getroffenen, Menschen. Die Gestaltung würde ich als aufwendig beschreiben; viele große Farbfotografien sind abgebildet.
Doch leider blieb es bei mir nicht bei diesem ersten positiven Eindruck…

Immer wieder spürte ich einen Unterton, der in mir den Eindruck erweckte, die Autorin habe sich auf ihrer Reise häufig sehr befremdet gefühlt. Das äußert sich in vielen Abschnitten wie der Kapitelbeschreibung „Willkommen in Absurdistan: (Ex-) Ostblock trifft Asien – Nehmen diese Stan-Staaten denn gar kein Ende? Ein irrer Staatspräsident in Turkmenistan, kein Diesel in Usbekistan, mieseste Straßen in Tadschikistan, irrsinnige Vorschriften in Kirgistan und ein größenwahnsinniger Diktator in Kasachstan“ (S.32). Oder: „Man kann nur hoffen, dass der neue Name etwas origineller ausfällt als der der neuen Hauptstadt Astana, was so viel wie ‚Hauptstadt‘ heißt“ (S.35).
Auch Vergleiche wie: „Dem durchschnittlichen Deutschen steigen die Tränen in die Augen, wenn er sieht, wie die Tadschiken mit ihren Autos umgehen“ (S.46) halte ich für nicht gelungen. Dennoch finden sich vereinzelt auch mal positive Worte, wie, dass die Einheimischen in abgelegenen Ecken sehr gastfreundlich sind.
Nichtsdestotrotz bleibt bei mir ein schales Gefühl, wenn Kapitel mit dickgedrucktem „Wir sind ganz angetan von der ‚russischen Seele‘: Sind die Russen doch ganz nett?“ (S.54) beginnen. Da frage ich mich als Leser, welche Erwartungshaltung die Autorin vor der Reise hatte… „Das Schild ‚Es ist verboten, den Grenzbeamten Geld oder Geschenke zu geben‘ hätte ich an der russischen Grenze nicht erwartet“ (S.55).
„Auch ich werfe einen Stein und wünsche mir, dass diese Reise niemals endet“ (S.70) steht im Kontrast zu „Im Reich der Mitte fehlt eines komplett: Das Gefühl für Abstand und Privatsphäre.“ (S.72)
Manchmal wirken die Beschreibungen geradezu aufbrausend und die Einheimischen regelrecht bedrohlich. So erfindet die Autorin in China, wenn sie nach ihrer Familie gefragt wird, bereits zwei Kinder, weil sie in allen Ländern seit der Türkei gelernt hat, dass ein Leben ohne Kinder „als vollkommen sinnlos angesehen wird!“ (S.83). Ich kenne solche und ähnliche Fragen aus dem asiatischen Raum selbst auch und habe sie im Gespräch mit Einheimischen nie als aufdringlich empfunden, sondern vielmehr als interessiert aufgefasst. Gerade wenn man gefragt wird, wie es einem im Land gefällt oder warum es einen dorthin zieht, waren das für mich immer sehr schöne Gespräche und nicht – wie für die Autorin – Eingriffe in meine Privatsphäre.
Auch Bildunterschriften wie dass Schlangenschnaps Tierquälerei sei, halte ich für etwas undifferenziert. Besonders in Vietnam, aber generell im südostasiatischen Raum, gehört dieser zur Tradition und wird in der Medizin eingesetzt. Selbstverständlich können auch Traditionen Tierquälerei beinhalten, doch sind die Giftschlangen vor der Verwendung bereits tot…
Über viel zu viele Kommentare konnte ich mich einfach nur aufregen. Beispielsweise: „Der liegende Buddha ist wie ein Sinnbild für die laotische Lebenseinstellung: Erstmal drüber schlafen!“ (S.85) Bei meiner Reise durch Laos habe ich das so keineswegs wahrgenommen.
Und auch Hinweise wie, dass man niemals ohne der Botschaft Bescheid zu geben nach Kambodscha reisen sollte, da man sonst für drei Jahre ins Gefängnis wandern oder Strafgelder zahlen müsse, ließen mir die Haare zu Berge stehen. Selbstverständlich gibt es in Kambodscha korrupte Polizisten – wie in vielen anderen Ländern auch – aber bei meinem Kambodscha-Aufenthalt bin ich nie in eine solche Situation gekommen und denke, dass man mit ein bisschen Menschverstand merkt, wann eine verhängte Strafe rechtens ist und wann nicht… Auch beim Beispiel der Autorin… Auf mich wirkt es eher so, als wolle Gabriele Gerner ihre „Tapferkeit“ und ihren „unvergleichlichen Mut“ präsentieren…
Wo wir schon in Kambodscha sind: Sie berichtet auch von Angkor Wat… Sowohl beim Sonnenauf- als auch -untergang sehe man hier viele Touristen. „Und wieder einmal war der ‚Geheimtipp‘ im Reiseführer gar nicht so geheim!“ (S.118) Ich muss gestehen, dass ich mich wundere, dass man überhaupt auf die Idee kommen kann, Angkor sei ein Geheimtipp… Schade, dass die Autorin da derart enttäuscht wurde. Ich hatte an den vielen Verzierungen große Freude und konnte über mehrere Tage hinweg gar nicht genug von den Tempelanlagen bekommen und habe mir vorgenommen, noch einmal dorthin zu reisen, um mehr Zeit zum Erkunden und Entdecken zu haben.
Auch, dass ein so schönes und facettenreiches Land wie Thailand darauf reduziert wird, dass man hier so schön am Strand „chillen“ könne, tat mir in der Seele weh. Da hat es doch so viel mehr zu bieten!
Dann möchte ich noch kurz auf die Bildbeschreibungen eingehen. Hier sieht man beispielsweise ein mal ein Pferd mit Reiter inmitten der Wüste. Eine handschriftlich gestaltete Notiz auf dem Foto erklärt dann, dass die mongolischen Pferde besonders widerstandsfähig sind. Ein Pfeil zeigt auf das Pferd, als ob irgendwer Gefahr gelaufen wäre, den Jungen für ein solches zu halten… Im Gesamtkontext des Buches fühlt sich so etwas einfach falsch an – sowohl in Richtung des Lesers als auch der anderen Kulturen.

Generell kann ich enttäuscht feststellen, dass dieses Buch genauso wenig Geheimtipps bereithält, wie die Autorin an ihrem Reiseführer kritisierte. Mir ist Gabriele Gerner im Verlauf der Lektüre unfassbar unsympathisch geworden und es erweckte bei mir an so vielen Stellen den Eindruck, sie blicke auf andere Kulturen herab und habe sich vorab nie informiert und sei stattdessen mit den haarsträubendsten Vorurteilen nach Asien gereist; meine Zitate waren nur einzelne Beispiele. Die mittlerweile in München und auf Mallorca lebende Autorin vermittelt in ihrem Werk das Bild eines bedrohlichen Asiens. Besonders erschüttert bin ich, da das Buch bei National Geographic erschienen ist; ein Verlag, der bei mir bisher den Ruf hatte, anspruchsvolle Werke, die in einem die Reiselust wecken, zu veröffentlichen, welche sich an eine weltoffene und eher gebildete Leserschaft richten.
So frage ich mich, wie es dieses Werk es durch ein Lektorat geschafft hat und weiß mit so viel Selbstgefälligkeit der Autorin gar nicht umzugehen. Persönlich hoffe ich, dass die Autorin nicht noch mehr Länder mit ihrem Besuch „beehrt“, denn dass hier ein solches Bild vermittelt wird, hat keines verdient.

Ich vergebe einen Stern für die Fotos.

📖 Rezension zu: „Mordfälle und Sahnetörtchen – Alles über Wells & Wong“ von Robin Stevens

Mordfälle und Sahnetörtchen

In diesem charmanten Fanband finden sich wunderbare Rätsel, kleine Fälle, Informationen rund ums Ermitteln und vieles mehr.

Am Anfang erklären Daisy und Hazel, was beim Gründen einer eigenen Detektei bedacht werden muss – wie man Mitglieder auswählt, einen Eid leistet und so weiter. Außerdem erhält man Daisys goldene Regeln für angehende Detektive und ein Füllhorn weiterer Hilfestellungen. Auch erfährt man von der Autorin der Reihe, Robin Stevens, Wissenswertes über das Goldene Zeitalter der Detektivgeschichte oder die Bücher, welche sie zu den einzelnen Bänden inspirierten. Was mir ebenfalls ausgesprochen gut gefallen hat, waren die Kurzfälle, die sich in dem Buch finden. So schreibt Daisy beispielsweise zu einem Fall ihr eigenes Fallbuch, Küken und Kitty lösen ein Rätsel während Hazel und Daisy in Cambridge auf Verbrecherjagd gehen und man erfährt endlich was beim Fall von Lavinias verschwundener Krawatte – dem immer wieder kurz erwähnten ersten Fall der Detektei Wells und Wong – geschah. Und auch die Junior Pinkertons kommen zu Wort, berichten von einem Fall, geben Einblick in das Thema der Spionage oder beschreiben mysteriöse ungelöste Fälle, welche in die Geschichte eingingen. Doch gibt es noch so viel mehr zu entdecken: Lieblingsautoren und -krimis von Daisy und Hazel, Geheimschriften wie Schweinelatein, kleine Quizfragen oder aber auch eine extra Rezeptesammlung mit in den Romanen erwähnten Köstlichkeiten. Vom Walnusskuchen aus dem ersten Fall über Daisys heißgeliebte Zermatschte Fliegen bis hin zu weihnachtlichen Mince Pies wie in „Mord unterm Mistelzweig“ finden (angehende) Detektive und ihre Bewunderer tolle Rezepte zum Nachmachen.

Mir hat dieser Fanband ausgezeichnet gefallen, da er sehr abwechslungsreich und wunderbar gestaltet ist. Zudem gefällt mir die Idee, andere Charaktere zu Wort kommen zu lassen, sehr, da man auf diese Weise einen ganz anderen Zugang zu Küks, Clementine und all den anderen erhält. Dass die Verschlüsselungstechniken erklärt werden, gefällt mir auch sehr, da sie in den Briefen zwischen Alexander und Hazel bereits ein paar mal vorgekommen sind.

Nun werde ich mich mal ans fleißige Nachbacken machen und verbleibe gespannt auf das Erscheinen des nächsten Falls („Tödliches Spiel in Hongkong“) wartend!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Thailand in 1000 Fakten – Über das Land, in dem jeder Wochentag eine andere Farbe trägt“

Kleinod für Thailandinteressierte!

Wer wissen möchte, worum es sich bei den „Königlichen Regenmachern“ handelt oder was hinter dem Begriff der Farang-Zeit (Ausländerzeit) steckt, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Es beinhaltet 1.000 Fakten über Thailand und ist bestens sowohl für Thailand-Erfahrene als auch -Unerfahrene bestens geeignet.

Man lernt ein paar wichtige Thai-Vokabeln wie Ma pen rai (- Das macht nichts) oder die Tageszeiten (Tschao: zwischen 6 und elf Uhr, Yen: Die kühlste Zeit abends, meist nach 18 Uhr, Kyn: Die Zeit nach 22 Uhr). Aber auch grundlegende Verhaltensweisen wie das thailändische Wai oder dass man die Essstäbchen nicht senkrecht in den Reis stecken sollte, da dies an Räucherstäbchen erinnert, die für Verstorbene verbrannt werden, werden erklärt.
Auch die Zahlen kommen nicht zu kurz. Hier musste ich kurz stutzen, da sich herausstellte, dass ich die 1 bei den Thais immer überhört habe. 😀 Einzelne Vokabeln werden genannt und einiges zu Geographie, Geschichte und dem Alltag. Ich war ob der Fülle spannender Fakten sehr überrascht und habe mich zugegebenermaßen immer etwas stolzerfüllt gefreut, wenn ich etwas bereits wusste – wobei das zum Glück nicht allzu oft vorkam. 😉

Für mich ist dieses Werk ein absolutes Kleinod! Von mir gibt es dafür eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Thailandinteressierte!

5/5 Sternen

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Hundert Tage Tibet – Das Versprechen“ von York Hovest

Einseitige Betrachtung…

Als der Fotograf York Hovest den Dalai Lama während seines Deutschlandbesuchs 2011 begleitete, gab er ihm das Versprechen, nach Tibet zu reisen und das Land zu porträtieren und der Welt zu zeigen. Die Vorbereitungen für seine hunderttägige Expedition dauerten ein ganzes Jahr, dann konnte er sich zu Fuß, mit dem Motorrad oder dem Auto in die verschiedensten Gebiete Tibets begeben. Dabei wanderte er auch abseits der üblichen Pfade und lernte Tibeter kennen, die ihn tatkräftig unterstützten.
Das 220 Seiten umfassende Buch ist in die Abschnitte Nepal, Zentraltibet, Südtibet, Westtibet und Nordtibet gegliedert und beinhaltet rund 205 Abbildungen und Texte zu York Hovest Erfahrungen. Die einzelnen Kapitel werden mit kleinen Landkarten eingeleitet, sodass man sich vorab einen kleinen Überblick über den nächsten Reiseabschnitt machen kann. Zudem finden sich immer wieder Zitate des Dalai Lama.
Versprochen wurde also ein Werk, dass Tibet genauso abbildet, wie es tatsächlich ist. Ein großes Vorhaben, auf das ich sehr gespannt war. Das Werk beinhaltet definitiv schöne Fotografien. Da ich selber noch nie in Tibet gewesen bin, freute ich mich auf verschiedene Blickwinkel auf das Land und auf Geschichten aus dem Alltag der Tibeter.

Allerdings muss man sagen, dass das Buch sehr einseitig gehalten ist. Die schöne Landschaft wurde fleißig abgelichtet, doch sucht man kritische Bilder vergebens. Von der verschwindenden Kultur, der chinesischen Besatzung, der Polizei- und Militärpräsenz, Massentourismus und Ähnlichem wird hier nichts auch nur angeschnitten. Seltsam leer wirken zudem die Bilder, auf denen allenfalls einzelne Häuser in der Landschaft zu erkennen sind. Doch gehören Städte wie Lhasa, Xigazê, und besonders Garzê mit ihren dicht an dicht gebauten Häusern ebenso dazu, wenn man Tibet und seine Menschen abbilden möchte. Zwar wird an einer Stelle auch beschrieben, dass es in Lhasa keinen öffentlichen Platz mehr gäbe, an dem man nicht von Kameras observiert würde oder dass sich in den letzten 5 Jahren über 130 Tibeter verbrannt haben, um die Welt auf Tibets Situation aufmerksam zu machen (S.52), doch findet sich dazu nicht ansatzweise auch nur ein Hinweis in den zu dem Abschnitt gehörenden Fotos: Stattdessen ein Kloster von innen, das wie leer gefegt wirkt und von einer Butterlampe in mystisches Licht getaucht wird.
Durchaus wird auch von Erlebnissen berichtet, in denen die unterschiedlichen Lebensbedingungen unserer westlichen Welt mit der Tibets in Verbindung gebracht werden – beispielsweise als Hovest eine Mikrowelle beschreibt und die Tibeter über ein solches Gerät lachen -, doch fehlt mir mehr solchen Austausches. In die tatsächliche Lebenswelt scheint man mit dem Buch keinen Einblick erhalten zu können.

Somit ist dieses Buch sicherlich schön, um einen Eindruck zu gewinnen, doch ist das gezeichnete Protrait sehr einseitig gehalten und befasst sich nicht mit den Problemen, mit denen Tibet konfrontiert wird. Gerade da dieses Buch kein normaler Bildband, sondern ein realitätsgetreues Portait darstellen soll, bin ich nun etwas enttäuscht. Die Fotografien sind schön, die Gestaltung ansprechend, doch fehlt mir das Einlösen des Versprechens, das Hovest dem Dalai Lama gab.

Ich vergebe daher 3 Sterne!

3-Sterne

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📖 Rezension zu: „Portraits -Die Schönheit der Insekten“ von Levon Biss

Unglaubliche Aufnahmen – perfekt zum stundenlangen Staunen!

In diesem beeindruckenden Bildband finden sich Aufnahmen von Insekten, die einen staunen lassen. Die einzelnen Insektenportaits wurden jeweils aus 8.000 Einzelfotos zusammengesetzt und überzeugen so mit umfassbarerer Detailliertheit und bestechender Schärfe. Die Ausschnitte sind zudem außergewöhnlich gewählt, sodass man manchmal für ein paar Sekunden stutzt, bis man erkennt, was genau vor einem liegt. Die mit Mikroskoplinsen aufgenommenen Bilder lassen die kleinen Insekten wie exotische Skulpturen wirken und betonen ihre Schönheit gekonnt. Auf 144 Seiten finden sich ca. 120 Abbildungen. Beim Durchblättern des Werkes kam ich aus dem faszinierten Staunen gar nicht mehr raus und war von den Formen, Mustern, Strukturen und der Farbenpracht ganz begeistert. Man erkennt Haare, Schuppen, Linien oder Dellen. Jedes einzelne Bild ist sehr beeindruckend – ich konnte stundenlang die einzelnen Abbildungen betrachten.

Die Insekten stammen aus aller Welt und sind zum Teil so filigran und zerbrechlich, dass sie sich für eine öffentliche Ausstellung nicht eignen und daher hinter verschlossenen Türen aufbewahrt werden müssten. Dieser Bildband jedoch, zeigt diese große Vielfalt – und das mit viel mehr Details als man es mit dem bloßen Auge jemals erahnen könnte. Manche der ausgewählten Exemplare sind bereits vor 150 Jahren gesammelt worden – eines sogar von Charles Darwin selbst – und andere wiederum erst kürzlich gefunden.
Die Insektenportraits werden durch kleine Textboxen eingeleitet, in denen sich der deutsche wie auch der lateinische Name, eine sehr faszinierende Beschreibung sowie der Fundort erfahren lassen. Auf der Seite daneben findet sich eine Fotografie des Insekts. Danach folgen die überaus beeindruckenden Nahaufnahmen, die so unfassbar viele Details erkennen lassen. Mir ist es nahezu unmöglich, einen persönlichen Favoriten auszuwählen, da jede Abbildung so einzigartig ist. Aber dennoch: Der nigerianische Bockkäfer mit seinen feinen, ein aufregendes Muster bildenden Schuppen; die Fangschrecke aus Malaysia mit ihren metallischen Farben und auffälligen Mustern; die brasilianische Orchideen- oder auch Prachtbiene mit ihren unglaublichen, geradezu flüssig wirkenden Farben und vielfältigen Strukturen; der stachelige Schildkäfer aus China; der Blatthornkäfer aus Madagaskar, der wohl zu den schönsten Mistkäfern der Welt zählt; oder der Sandlaufkäfer aus Borneo, dessen Oberflächenstruktur ebenso beeindruckend sind wie seine schillernden Farben – sie konnten mich wohl am meisten für sich gewinnen.
Was ich zudem als äußerst ansprechend empfunden habe, war das Vorwort, in welchem festgehalten wird, welche Bedeutung Insekten für uns Menschen und unser Ökosystem haben. Bis zur Erfindung der optischen Linsen und Mikroskope war es gar nicht möglich, sie zu verstehen. Beim Lesen wird man von der Begeisterung des Kurators der Abteilung Entomologie im Naturkundemuseum der Universität Oxford, Dr. James Hogan, regelrecht angesteckt und begibt sich umso neugieriger auf die Entdeckungsreise der schönen Insekten.
Am Ende des Buches findet sich eine Seite, auf der jedes im Buch portraitierte Insekt abgebildet ist sowie eine Seite, auf der Levon Biss das fotografische Verfahren erklärt. Nachdem ich diese Beschreibung gelesen hatte, war ich dann vollkommen überwältigt; so viel Herzblut steckt in den Aufnahmen. Aber eines ist gewiss: Die umfangreiche Arbeit hat sich mehr als gelohnt!

Alles in allem handelt es sich um ein ganz außergewöhnliches Werk, das man kaum für möglich hält. Deswegen kann ich es jedem, der gerne einen ganz neuen Blickwinkel auf Insekten gewinnen möchte, wärmstens empfehlen!

5/5 Sternen

5-Sterne

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