📖 Rezension zu: „JAPAN EASY VEGAN“ von Tim Anderson

Locker geschriebenes Kochbuch.

Dieses Werk ist in eine Einleitung, welche sich mit dem Reiskochen in Japan oder veganem Umami und ähnlichen Themen befasst, ein Kapitel zu Gewürzen, Saucen sowie Dressings, einen Part zu Snacks, kleinen Gerichten und Beilagen, ein Kapitel zu Hauptgerichten sowie zu großen Reis- und Nudelgerichten unterteilt. Darüber hinaus findet sich ein Kapitel zu Nachspreisen und Desserts.

Als Einstieg in Rezepte oder Kapitel finden sich mal mehr mal weniger lane Texte, die anscheinend humorvoll das Kochbuch aufbrechen sollen. Oftmals haben sie mich eher zum Augenrollen als zum Schmunzeln gebracht, wenn es beispielsweise heißt: „Sicher haben Sie schon diese populärwissenschaftlichen Artikel gelesen, die einem erklären, woran man Psychopathen erkennt, z.B. daran, dass sie angeblich nie gähnen, wenn andere Leute gähnen, oder dass sie sich Rosamunde-Pilcher-Filme ansehen. Hier ein weiteres untrügliches Zeichen: Nur Psychopathen mögen kein Gyoza. Das stimmt hundertprozentig. Ich bin ein erfahrender Gyozaloge, und wenn ich in all den Jahren meines Studiums irgendetwas gelernt habe, dann dass alle anständigen menschlichen Wesen Gyoza lieben“ (S.102). Sehr gefallen haben mir hingegen die ausführlichen und anschaulichen Erklärungen wie zum Falten der Gyoza (S.104f.) oder zu verschiedenen Sushi-Arten. Insgesamt sind die Rezepte abwechslungsreich und erfreuen sicherlich nicht nur Veganer. Die Gestaltung des Buches ist sicherlich anders, als man es von anderen Kochbüchern kennt; der Stil des Covers zieht sich durch das gesamte Werk. Der farbige Buchschnitt, die intensiven Farben, schönen Fotografien und Zeichnungen sind stimmig. Außerdem ist es wichtig, zu erwähnen, dass das Buch definitiv anfängergeeignet ist, da der Autor Grundlegendes ausführlich erklärt.

Insgesamt vergebe ich 3,5 Sterne, da der Schreibstil nicht mein Fall war. Hier sind Geschmäcker jedoch selbstverständlich verschieden, weswegen ich mir sicher bin, dass die lockere Art des Autors auch viele Freunde findet.

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Rezension zu: „Das HOW NOT TO DIET Kochbuch“ von Dr. Michael Greger

Cover-Bild Das HOW NOT TO DIET Kochbuch

Konnte mich leider nicht überzeugen…

In diesem Kochbuch stellt Dr. Michael Greger zu seinem Werk „How Not to Diet“-Buch passende Rezepte vor. Dabei sollen die über 100 Gerichte gesund und lecker sein sowie glücklich machen. Bei den pflanzenbasierten Gerichten soll man keine Kalorien zählen und auch nicht Hunger leiden müssen, dafür aber gesund abnehemen oder eben sein gesundes Gewicht halten. Da ich viel Gutes von den bisher erschienen Werken des Autors gehört habe, war ich auf dieses Kochbuch sehr neugierig.
Die Gestaltung des Buches ist sehr hochwertig: Zu fast jedem Rezept gibt es Fotografien, das Buch ist übersichtlich gestaltet und Tabellen unterstützen schnelles Erkennen richtiger Garzeiten, usw.
Zu Beginn des Buches findet sich ein sehr kurzer Abriss der Grundannahmen des Autors; für ein tiefgreifendes Verständnis ist natürlich das zuvor erschienene Buch unabdingbar. Nichtsdestotrotz erhält man einen guten Einblick in die Überlegungen, die hinter der vorgestellten Ernährungsweise stehen. Im Anschluss folgt der Rezeptteil, welcher in „Suppen“, „Salate“, „Pasta“, „Gemüse-Hauptgerichte“, „Bohnen“, „Getreide“, „Frühstück“, „Obst“, sowie „Grundrezepte“ gegliedert ist.
Generell sind die Rezepte abwechslungsreich gestaltet. Beim ersten Überfliegen der Rezepte fielen mir bereits Zutaten auf, die sich normalerweise nicht in meiner Küche befinden. Nährhefe beispielsweise findet in den vorgestellten Rezepten sehr oft Verwendung und das gemahlene Mehl aus blauem Mais für die Süßkartoffelspalten (S.143) habe ich noch immer nirgendwo entdecken können. Was ebenso auffällt sind die Portionsgrößen. Dass Kalorienzählen überflüssig wird, wenn die Hauptmahlzeit für eine Person aus etwa einer viertel bis halben Süßkartoffel oder einer Hand voll Beeren besteht, liegt auf der Hand. Sättigen konnten mich etwa zwei bis drei Portionen, allerdings nicht langanhaltend. Glücklich – wie auf dem Klappentext versprochen wird – hat mich das Essen hingegen nicht gemacht. Zudem sollte die Zubereitungszeit nicht unterschätzt werden. Häufig stand sie für mich in keinem Verhältnis zu den am Ende entstandenen Gerichten. Der Verzicht auf Salz und Öl war für mich ungewohnt und auch nicht gänzlich schlüssig. Beide Zutaten zu reduzieren, leuchtet mir ein; ich bin jedoch davon überzeugt, dass es in einer ausgewogenen Ernährung auch Fette braucht.

Insgesamt ist das Buch also sehr schön gestaltet. Manche Rezepte waren ungewöhnlcih, aber angenehm gewürzt, weswegen ich beispielsweise in Zukunft Miso-Paste als Gewürz für unterschiedliche Gerichte beibehalten werde. Der Großteil der Rezepte konnte mich allerdings wenig bis gar nicht überzeugen.

Ich vergebe 1,5 Sterne

📖 Rezension zu: „Wattenmeermord – Ein Pellworm-Krimi“ von Katja Lund und Markus Stephan

Allmählich hat sich der neue Inselpolizist Jan Benden sehr an seinen ruhigen Berufsalltag auf der Insel gewöhnt. Schließlich machen Schwerverbrecher einen großen Bogen um Pellworm und das ist auch gut so. Einzig und allein Tamme Hansen wittert überall ein Verbrechen und kann es gar nicht abwarten, dass es endlich mal ein waschechtes Verbrechen auf der Insel gibt, bei dessen Lösung er tatkräftige Unterstützung anbieten könnte. Dementsprechend oft sucht er Jan Benden wegen womöglicher Verbrechen auf – doch stellen sich die jugendlichen Drogendealer letztenendes doch nur als harmlose Jugendliche heraus, die gerne Bonbons naschen. So verhält es sich mit zahlreichen anderen Fällen ebenso; sehr zu Tammes leidwesen. Kein Wunder also, dass es der Inselpolizist kaum glauben kann, als Tamme ihm am Telefon versichert, eine Leiche auf dem Deich gefunden zu haben. Als bald feststeht, dass der malende Teilzeitinsulaner Hofmann keines natürlichen Todes gestorben ist, muss Verstärkung vom Festland geordert werden. Jan Benden, der jahrelang Kriminalkommissar in Essen gewesen ist, fällt es sehr schwer, den Kollegen den Vortritt zu lassen und stellt eigene Ermittlungen an. Kurz darauf ist deutlich geworden, dass es sich um einen verzwickten Fall handelt, bei dem sowohl Tamme als auch Bendens Frau Laura helfen müssen. Laura Benden hat den Polizeidienst quittiert, nachdem sie bei einem Einsatz schwer verletzt wurde. Und auch wenn sie mit der Bewirtschaftung der Ferienwohnungen vollauf beschäftigt und zudem sehr glücklich ist, merkt sie Stück für Stück, wie sehr sie das Ermitteln vermisst. So stoßen die Ermittelnden auf immer mehr Spuren, Motive und Gelegenheiten.

Das Buch hatte meine Neugierde geweckt, da ich vor Jahren einmal auf Pellworm war und mir erhofft hatte, mich an den ein oder anderen Ort zu erinnern. Tatsächlich war dem auch so – die Insel wird gut beschrieben, weswegen man sich schnell dorthin versetzt fühlt. Zudem hat mir sehr die Einstreuung von Plattdeutsch gefallen, obwohl das kleine Wörterbuch am Ende meines Erachtens nicht nötig gewesen wäre. Moin und Co. kennen doch selbst welche vom Festland. Was ich etwas schade fand, waren kleine Logikfehler beziehungsweise Unstimmigkeiten in der Erzählung, die zwar für die Lösung des Falles nicht von Bedeutung waren, mich aber trotzdem störten. Beispielsweise muss Jan Brenden über Nacht den Tatort – vornehmlich vor Schafen – schützen und verbringt die Nacht daher im Auto direkt vorm Deich. Seine Frau kommt abends einmal mit Abendessen vorbei, das gemeinsam im Auto verschlungen wird. Daraufhin fährt sie wieder nach Hause, während er die Stellung hält. Am Morgen bittet der Inselpolizist Tamme, der ganz nah am Tatort wohnt, ein Auge auf den abgesperrten Bereich zu halten, falls jemand seine Spuren verwischen möchte. Auf diese Weise kann der Polizist kurz nach Hause fahren, duschen und frühstücken. Bei eben diesem Frühstück erfährt der Leser von Lauras Sorgen um ihren Mann: „Ihr war nicht verborgen geblieben, wie er sich in der Nacht grübelnd hin- und hergewälzt hatte“ (S.91). Weder hat er die Nacht zuhause verbracht, noch sollte er geschlafen haben. Solche Unstimmigkeiten lassen jedenfalls ein sonst stimmiges Bild etwas bröckeln.

Der Fall an sich ist nicht unbedingt rasant, aber durchaus spannend. Das Buch liest sich angenehm und entspannt. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mit einzelnen Charakteren nicht warm geworden bin – allen voran mit Laura und ihrer besten Freundin auf der Insel. Tamme hingegen ist ein sehr angenehmer Charakter, der hoffentlich etwas mehr Anerkennung in den nächsten Fällen erhalten wird.

Insgesamt handelt es sich meines Erachtens um einen soliden Krimi, der vor allem durch die Wahl des Schauplatzes punktet. Ich vergebe daher 4 Sterne!

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „GOTT – ein Theaterstück“ von Ferdinand von Schirach

GOTT

Zum Nachdenken anregendes Theaterstück!

In diesem Theaterstück setzt man sich als Leser intensiv mit dem Thema Suizid und Sterbehilfe auseinander. Dabei werden unterschiedliche Positionen dargestellt; unter den Figuren befinden sich ein Arzt, ein Rechtsanwalt, sowie ein Rechts-, ein medizinischer und ein theologischer Sachverständiger. Des Weiteren gibt es die Vorsitzende des Ethikrats und Richard Gärtner, der im Alter von 78 Jahren ärztliche Unterstützung bei seinem Suizid erhalten möchte. Mehrere Gutachten bestätigen seine körperliche wie psychische Gesundheit. Nichtsdestotrotz möchte er nach dem Tod seiner Ehefrau vor wenigen Jahren nicht mehr alleine leben, sondern in Würde und slbstbestimmt sterben. Bis auf die Figur des Bischofs können alle Rollen von Frauen gespielt werden. Zudem gliedert sich das Stück in zwei Akte; ab Seite 123 finden sich im Anhang mehrere Essays, die sich vertiefend mit den Themen auseinandersetzen. Behandelt werden gängige Argumente, geschichtliche Einordnungen, die gesetzliche Lage, ein internationaler Vergleich und so weiter.

Das Theaterstück ist sehr packend geschrieben, weswegen man es auch gut in einem Rutsch durchlesen kann – trotz der starken Thematik. Sehr ansprechend finde ich, dass der Ausgang des Stückes offen bleibt, sodass ein jeder Leser sich auf Grundlage der Lektüre eine – neue? – fundierte Meinung bilden kann. Die Frage, wem das Leben und das Sterben gehört -, ist wesentlich schwieriger zu beantworten, als auf den ersten Blick anzunehmen wäre. Die oftmals als selbstverständlich eingenommene Haltung gerät während des Lesens jedoch immer weiter ins Wanken, da zahlreiche richtige und wichtige Argumente hervorgebracht werden. Sehr deutlich zeigt von Schirach auch in diesem Werk, wie wichtig und aktuell das Thema und wie schwierig und schwerwiegend eine Entscheidung ist. Außerdem gelingt es dem Autoren meisterhaft, das Thema in einen größeren Kontext zu setzen und Verbindungen zu unterschiedlichen Themen zu ziehen. Mich hat das Werk zum Nachdenken angeregt und ich kann es sehr weiterempfehlen. Außerdem habe ich mich sehr über die eingewobenen Statistiken gefreut, die mir zu einem guten Teil so nicht bekannt waren.

Ich vergebe 5 Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Achtsam morden am Rande der Welt“ von Karsten Dusse

Unterhaltsam und spannend!

Björn Diemel war nie ein großer Freund des Pilgerns und ist von dem Vorschlag seines Therapeuten Joschka Breitner, den Jakobsweg zu gehen, dementsprechend zunächst nicht gänzlich begeistert. Doch nachdem Björn auf die Gefahr, mit Vollgas in eine Midlifecrisis zu rennen, aufmerksam und ihm die Bedeutung einer Pilgerreise für sein inneres King bewusst gemacht worden sind, freundet er sich mit dem Gedanken an und beginnt seine Planung. Gerade nach einem kürzlichen Zwischenfall mit einem nun womöglich rachedurstigen Kunden, kommt eine Auszeit gerade richtig. Nach ein paar Sicherheitsmaßnahmen die genau die Balance zwischen Erreichbarkeit und digitaler Enthaltsamkeit schaffen, geht es für Björn Diemel dann endlich los; ganz minimalistisch. Bald schon macht er seine erste Pilgerbekannschaft, die leider nicht allzu lange an seiner Seite wandern können wird. So stellt sich schon recht schnell die Frage, ob es womöglich eigentlich jemand auf Björn abgesehen hat. Als sich die Todesfälle in seinem Umfeld dann häufen, verstärkt sich sein Gefühl, die Mitte seines Lebens könnte schon längst hinter ihm liegen.

„Meine Pilgerschaft hatte eine neue Dimension bekommen. Es ging nicht mehr darum, mich selbst zu finden. Es ging vor allem darum, nicht gefunden zu werden“ (S.325).

Besoders durch die, jedes Kapitel einleitenden, Zitate aus Joschka Breitners Ratgebern, entsteht eine sehr angenehme Komik. Björn Diemel hält sich vorbildlich an Prinzipien der Achtsamkeit, führt entsprechende Übungen durch und gelangt so auf absurd unschuldige und verständliche Art zu teilweise nicht allzu friedlichen Entscheidungen. Gerade, wenn er seinen Mitarbeitern mehr Raum zur Selbstentfaltung geben möchte. Der harmlose Schreibstil bei keineswegs harmlosen Erzählungen, hat mich manchmal an Jonas Jonasson erinnert. Zudem hat mir sehr gefallen, dass der Leser ebenfalls Informationen zum Pilgern und dessen Geschichte erhält. Generell war das Buch sehr kurzweilig und unterhaltsam. Auch für zart-besaitete eignet sich das Werk bestens, da es keine detaillierten Beschreibungen gewalttätiger Handlungen gibt. Spannend und fesselnd ist die Lektüre allemal. Außerdem ist die Erzählung in sich schlüssig, obwohl mir das Ende etwas zu abrupt war. Insgesamt kann ich „Achtsam morden am Rande der Welt“ sehr weiterempfehlen und vergebe 5 Sterne!

5-Sterne
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📖 Rezension zu: „Vietnam Streetfood“ von Jerry Mai

Vietnam Streetfood - Jerry Mai

So viel zu entdecken!

In diesem Kochbuch finden sich 70 authentische Streetfood-Rezepte aus Vietnam, die sich ohne große Mühe zubereiten lassen. Ganz zu Beginn stellt sich die australisch-vietnamesische Köchin kurz vor und beschreibt ein paar ihrer liebsten Gerichte. Danach folgen ein paar Seiten, die sich mit den Grundzutaten und unabdingbaren Küchenutensilien befassen. Im Anschluss daran finden sich die Rezepte. Unterteilt werden sie in die Kapitel „Snacks“, „Reispapier“, „Banh Mi“, „Gegrilltes“, „Bia Hoi“, „Salate“, „Nudelsuppen“, „Reis“, „Desserts“ sowie „Basics“.

Sehr ansprechend ist die ein Kapitel einleitende Doppelseite gestaltet, auf der es sowohl – das Fernweh weckende – Fotografien als auch ein paar Worte zur Bedeutung der jeweiligen Rezepte für die vietnamesische Küche gibt. Meines Erachtens stimmen diese kurzen Einleitungen sehr schön ein und machen auf die Gerichte neugierig. Beim Durchstöbern habe ich schnell einige Rezepte entdeckt, die ich von eigenen Reisen kenne, aber viele waren für mich auch neu. Sehr schön sind zudem die Rezepte an sich gestaltet: Zunächst finden sich ein paar Informationen zum Gericht, wie beispielsweise, dass Bánh Xèo ihren Namen von dem Geräusch haben, das der Teig macht, wenn er in die Pfanne gegossen wird (xeo bedeutet zischend) und ein paar Ideen wie man diese Pfannkuchen am besten würzt und als Vietnamese isst (dippen, nicht Sauce auf die Röllchen gießen) (S.26). Mir gefallen solche kurzen Passagen sehr, da man durch sie auch einen Einblick in die (Ess-)Kultur erhält. Auch die manchmal am Ende stehenden kleinen Anmerkungen zu Zutaten und ähnlichem sind gute Ergänzungen zu den Rezepten. Die Fotografien hingegen lassen einem sofort das Wasser im Munde zusammenlaufen. Meine liebsten Rezepte sind (bisher) das gegrillte Reispapier (S.57), das ich mittlerweile schon in verschiedenen Varianten ausprobiert habe, der Garnelen-Pomelo-Salat (S.114), Reispapierröllchen mit Lachs und Apfel (S.49) und der Feuertopf in allen erdenklichen Varianten (S.148).

Insgesamt findet man in diesem Kochbuch gängige wie auch außergewöhnliche Rezepte, sodass man je nach Anlass und Geschmack mit Sicherheit das passende Streetfood findet. Ebenso gibt es Rezepte, deren Zutaten man allesamt im Supermarkt erhält, während man bei anderen schnell im Asiamarkt fündig wird. Kombinationen wie die „Melonensuppe mit Garnelen“ (S.176) muten zwar etwas exotisch an, überzeugen aber auch mit einem ausgewogenen Geschmackserlebnis.

Allen Vietnam- und Streetfood-Begeisterten (und denjenigen, die es noch werden möchten) kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Die Gerichte entführen einen blitzschnell in die geschäftigen Straßen Vietnams.

5-Sterne
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📖 Rezension zu: „Küchenschätze aus dem Libanon“

Küchenschätze aus dem Libanon - John Gregory-Smith

Unglaublich abwechslungsreiche und ansprechende Rezepte!

In diesem Werk finden sich zahlreiche Rezepte, die in die Kapitel „Mezze“, „Gemüse“, „Gebratenes & Gegrilltes“, „Eintöpfe“, „Reis & Getreide“, „Brot & Gebäck“ sowie „Desserts & Süßes“ gegliedert sind. Bereits beim ersten Durchblättern fällt die hochwertige und sehr stilvolle Gestaltung des Kochbuches auf – die Fotos lassen einem das Wasser im Munde zusammen laufen, die Farben sind sehr harmonisch gewählt und die Seiten sehr geordnet gestaltet. Doch nicht nur die Fotos und Rezepte vermögen das Fernweh zu wecken; auch das einleitende Kapitel reißt verständlich die Geschichte des Landes und Charakteristika der libanesischen Küche an, damit man perfekt eingestimmt erste Rezepte aussuchen kann. Gelegntlich finden sich Landschaftsaufnahmen, die das Buch sehr schön auflockern und sich perfekt in die Rezepte fügen.

Ich habe bereits sehr viele Rezepte aus „Küchenschätze aus dem Libanon“ nachgekocht und bin noch genauso begeistert wie zu Beginn – vielleicht sogar etwas mehr. Meine Lieblingsrezepte sind „Fatteh mit gebratenen Auberginen“ (S.46), „Gefüllte Paprika mit Kritharaki und Feta“ (S.49) bei der man wegen der Nudeln das Gefühl von unendlich vielen Pinienkernen hat, „Jacquelines rauchige Auberginen“ (S.62), „Syrische Fettucine mit Granatapfel und Linsen“ (S.70), „Maguys Chili-Minze-Garnelen“ (S.98), „Gefüllte Weinblätter“ (S.39), „Sonnenuntergangs-Jakobsmuscheln“ (S.101) und der „Ultimative gebackene Blumenkohl“ (S.106), den es bei mir mittlerweile sehr oft gibt. Allerdings gibt es noch viele weitere wunderbare Rezepte in diesem Buch. Sehr ansprechend sind meines Erachtens zudem die kleinen Texte, die einem jeden Rezept vorangehen. Sie enthalten Beschreibungen zum Geschmack, Ursprung, der Zubereitung und so weiter, sodass man sich viel mehr unter dem jeweiligen Gericht vorstellen kann, als es sonst der Fall gewesen wäre. Die Zutaten sind leicht erhältlich und nicht besonders schwierig aufzutreiben, sodass man sich auch ohne große Suche ans Werk machen kann. Die einzelnen Komponenten sind dabei sehr schön ausgewogen, sodass bisher jedes von mir ausprobierte Gericht einen sehr abgerundeten und überzeugenden Geschmack hatte. Die meisten Rezepte gehen sehr leicht und schnell von der Hand (wie der Blumenkohl, der im Nu zubereitet ist) und eignen sich nichtsdestotrotz bestens um Besuch zu beeindrucken. Von diesem Werk bin ich daher ganz angetan und möchte es nicht mehr missen. Ich denke, dass bei den vielfältigen Rezepten nicht nur jene ihre Freude an diesem Buch haben werden, die die libanesische Küche noch nicht kennen.

Ich vergebe 5 Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu „Strafe“ von Ferdinand von Schirach

Strafe

Wichtiges Buch!

Auch in diesem Werk lernt der Leser, die Perspektive zu wechseln und abseits von Schubladen wie „gut“ und „böse“ über Verbrechen und Täter zu reflektieren. Von Schirach gelingt es meisterlich, ein Verständnis dafür zu schaffen, wie Menschen zu Taten motiviert oder gar gedrängt werden können und wie fragil eine heile Welt ist. Bei der Lektüre hinterfragt man sein Verständnis von der Wahrheit und merkt wie die Grenzen zwischen Täter und Opfer verschwimmen. Manche Erzählungen sind mehr, manche weniger schokierend. Dementsprechend muss man auch bei diesem Werk gelegentlich kurze Pausen einlegen, um dann wieder aufs Neue überrascht zu werden. Man lernt beim Lesen nicht nur etwas über die beschriebenen Fälle, sondern auch über die menschliche Natur und letztlich auch über sich selbst. Daher kann ich dieses Buch – wie auch Ferdinand von Schirachs weitere Werke – jedem ans Herz legen.

Ich vergebe 5 Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu „Verbrechen“ von Ferdinand von Schirach

Verbrechen

Wie gewohnt fesselnd

In diesem Werk von Schirachs werden elf Kurzgeschichten erzählt. Wie von seinen Erzählungen nicht anders gewohnt, werfen einige Fälle Fragen über das eigene Verständis von Recht und Gerechtigkeit auf und sind sehr fesselnd geschrieben. Das Buch hat man deswegen auch zügig durchelesen, da man – obwohl man gelegntlich Pausen zum Reflektieren des Gelesenen einlegen muss – das Buch kaum aus der Hand zu legen vermag.

Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Studentenfutter von A-Z“ von Dr. Oetker

Unterteilt ist das Buch in die Kapitel „Ratgeber“, „Frühstück“, „Lunch“, „Abendessen“, „Desserts und süße Pausen“ und „Snacks und Partyfood“ und deckt somit viele Bereiche ab. Zu Beginn finden sich allgemeine Hinweise zur Küchenhygiene, Nährwerten oder Protionen, gefolgt von Informationen zur Vorratshaltung und wichtigen Küchenutensilien. Sehr hilfreich ist zudem die „Pannenhilfe“, welche für unterschiedliche Küchenmissgeschicke eine Lösung parat hat. Gerade bei Kochanfängern dürfte diese Doppelseite gute Tipps bereithalten. Die Rezepte sind größtenteils sehr leicht zuzubereiten, lassen sich (wie angegeben) auch gut abwandeln, sind abwechslungsreich und gesund. Nichtsdestotrotz merkt man schnell, dass sich das Kochbuch für Studenten an in der Küche noch sehr Unerfahrene richtet; also eher solche, die kaum mal in der Küche überhaupt zugeschaut haben. Sehr ansprechend finde ich die Nährwertangaben, die Farbfotografien sowie die kleinen Tipps, die sich bei manchen Rezepten finden lassen. So gilt auch hier die Gelinggarantie von Dr. Oetker. Aufgrund der sehr abwechslungsreichen Rezepte ist für jeden etwas dabei; das Kochbuch bietet ein solides Grundwerk für diejenigen, die in der ersten eigenen Küche noch etwas aufgeschmissen sind. Mir haben besonders die Rezepte für California Rolls mit Salat und Gurke (S.173) und Falafel-Taler im Pita-Brot (S.69) gefallen. Weniger überzeugen konnten mich hingegen die Rührei-Variationen (S.44) und ähnliche Rezepte. Allerdings glaube ich, dass die Zielgruppe absoluter Mensa-Gänger auch hieran ihre Freude haben wird.

4,5 von 5 Sternen!

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📖 Rezension zu: „Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte“ von Jonas Jonasson

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Unterhaltsam, temporeich, humorvoll!

In seinem neuen Werk erzählt Jonas Jonasson die Geschichte des durchtriebenen Kunsthändlers Victor Alderheim, des Medizinmannes Ole Mbatian, Kevins, der eben jenem in der Savanne vor die Füße fällt, der um ihr Erbe betrogenen Jenny und anderen. Ihre Schicksale verknüpfen sich mit dem von Hugo, der die Rache ist süß GmbH gegründet hat und einen ganz besonderen Auftrag erhalten wird, der ihm sämtliche Kreativität abverlangen wird – genauso wie starke Nerven. Zu der Handlung an sich sei weiter nichts gesagt, da sie so meisterhaft gestrickt ist, dass man aus dem Nacherzählen nicht herauskäme.

Das Werk hat mich von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten; immer wieder musste ich den Kopf schütteln oder Lachen, sodass die Seiten nur so dahin flogen. Jonasson versteht es bestens, ganz harmlos klingend selbst große Gräueltaten zu erzählen. Auch dieses unschuldige Beschreiben sorgte oft für sehr humorvolle Passagen. Dabei werden auch ernste wie aktuelle Themen angesprochen, jedoch stets unbeschwert. Zudem hat mir sehr gefallen, wie das Thema der Kunst ständiger Begleiter ist und man neben den fiktiven Erzählungen auch Tatsächliches über Irma Stern erfährt. Auch die einzelnen Charaktere sind wunderbar gezeichnet und bereiten beim Lesen große Freude.

Insgesamt ist das Werk meisterhaft skurril und gleichermaßen spannend. Dies war das erste Werk, das ich von Jonas Jonasson gelesen habe – die anderen werden nun aber folgen.

Ich vergebe mehr als verdiente 5 von 5 möglichen Sternen!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Brunch ist tot – Lang lebe das Frühstück!“ von Erik Scheffler und Sonja Baumann

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Nicht gänzlich überzeugend.

In diesem Buch stellen die zwei Sterneköche Erik Scheffler und Sonja Baumann Rezepte vor, mit denen das Frühstückt zelebriert werden soll. Hierdurch soll man weg vom Brunch hin zum Frühstück verführt werden; auch wenn ich gestehen muss, dass sich einige der vorgestellten Rezepte auch bestens als reichhaltiges Mittag- oder Abendessen (oder beides kombiniert…) eignen würden. Sehr viele Varianten Egg Benedict finden sich ebenso wie Pancakes oder Bagels wie auch Brötchen finden sich in herzhaften wie auch süßen Varinten und sorgen für reichlich Abwechslung auf dem Teller. Die Fotos sind ansprechend gewählt, auch wenn sie sich von der Art angerichtet zu werden nicht stark unterscheiden (beispielsweise immer die gleiche Anzahl Pancakes in gleicher Art und Weise übereinander gestapelt und drappiert). Zwischen den einzelnen Kapiteln finden sich zudem Fotocollagen, die primär das Autorenpaar zeigen.

Insgesamt ist das Werk durchaus ansprechend, vermochte allerdings nicht, mich gänzlich zu überzeugen. Die meisten Rezepte wären mir für ein Frühstück zu schwer; nichtsdestotrotz kann man sich mit diesem Werk an der Seite die ein oder andere Anregung holen.

Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen

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📖 Rezension zu: „Najat: 80 bunte Rezepte & Geschichten aus dem magischen Marokko“ von Najat Kaanache

Najat

Sehr hochwertig gestaltet!

Dieses umfassende wie auch hochwertige marokkanische Kochbuch befasst sich mit Land und Leuten, gibt eine Einführung in Kräuter, Gewürze und die Verwendung von Zitronen in Marokko, zeigt, wie man einlegt und fermentiert, sowie die Zubereitung von Milchprodukten, Brot, Salaten, Suppen, Fisch, Fleisch, Pilzen und Gemüse aus den Bergen, Gemüse und Beilagen sowie Süßem und Desserts. Was sehr schnell auffällt, ist die sehr edle Gestaltung des Werkes. Schon das golden schimmernde Cover und die großen, detailreichen und ansprechenden Fotos beim ersten Durchblättern, vermochten es, mich zu überzeugen. Darüber hinaus hat mich die Vielfalt an Rezepten sehr überrascht; vieles wollte ich sehr gerne ausprobieren. Dabei finden sich nicht nur klassische, sondern auch von der Autorin interpretierte Rezepte wie der „Salzzitronen-Cheesecake“. Deshalb finden auch experimentierfreudige Hobbyköche sicherlich das Richtige – und auch sonst ist für jeden Geschmack etwas dabei. Persönlich hätte ich mir bei der Anleitung zur „Fisch-Tajine“ (S.144) ein paar Informationen mehr gewünscht, da ich meinen Tajine-Topf mit diesem Rezept endlich einweihen wollte. Hätte ich mich einfach an das Rezept gehalten und nicht noch einmal nachgeschaut, wie man das Ton-Gefäß idealerweise verwenden sollte, wäre sie mir womöglich gesprungen… Generell haben mir an diesem Werk besonders die bodenständigen Klassiker gefallen, da mich diese mehr angesprochen haben als die modern angerichteten Neukreationen. Wirklich umgehauen haben mich allerdings nur vergleichbar wenigste Rezepte.

Insgesamt handelt es sich um eine schöne Zusammenstellung mit hochwertiger Gestaltung. Von mir gibt es daher eine Empfehlung und 4 von 5 Sternen.

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Päckchen-Dinner

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Der Vorteil ist nicht ganz ersichtlich…

Saftigere Gerichte, weniger zu spülen und ein sauberer Backofen – das sollen die Vorteile von Päckchen-Dinnern, die momentan wohl stark im Trend sind, sein. In diesem 80 Seiten umfassenden Buch findet man deshalbunterschiedliche Rezepte, die für jeden das richtige bereit halten; ob Fisch, Fleisch, Gemüse oder Desserts. Besonders gespannt war ich auf die Bananenblattpäckchen gespannt. Diese waren zwar für mein Empfinden beiweiten nicht so leicht und zeitsparend zuzubereiten wie versprochen, aber definitiv ansprechend. Bei der Seezunge habe ich hingegen kaum einen Unterschied in Bezug auf die Saftigkeit oder den Geschmack zu der Zubereitung in der Pfanne feststellen können. Und weniger zu Spülen gab es auch nicht… Nur mehr Backpapier, das verbraucht wurde… Ansprechend ist, dass jedes Rezept durch ein Foto des Gerichts geschmückt wird. Generell ist die Gestaltung des Werkes schön.

Insgesamt handelt es sich um ein ansprechendes Werk. Mich konnte das Konzept zwar nicht vollends überzeugen, aber als Impuls sind die Rezepte gelungen.

 

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Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen

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📖 Rezension zu: „Inspiration Biene“ von Thomas Radetzki und Matthias Eckoldt

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Fasziniert passend zum Weltbienentag.

Dieses Werk ist Kernstück des Projektes „Biene und Bildung“. Um Schülerinnen und Schülern ein möglichst interdisziplinäres Verständnis für die Bedeutung der Bestäuber zu vermitteln, haben sich Dialoge zwischen Vertretern unterschiedlicher Disziplinen entwickelt. Orientierung gab hierbei die Frage, was man aus dem praktischen und wissenschaftlichen Arbeiten mit Bienen über unser Verhältnis zur Natur lernen kann. „Inspiration Biene“ vermittelt somit die Grundlage für weitere Unterrichtsmaterialien wie auch -entwürfe und erklärt nicht nur, wie die Varoa-Milbe von Forschern vom Bieneninstitut Oberursel aus Asien und über Importe aus der UdSSR von der DDR nach Deutschland kam oder wie das Insektenvernichtungsmittel Neonicotinoide über die Anheftung an die nikotinischen Acetylcholinrezeptoren zum Tod der Biene führt und nichtsdestotrotz in frei verkäuflicher Form sogar noch als bienen- wie auch hummelschonend beworben wird. Unterschiedliche Blickwinkel werden eingenommen, um umfassend der Bedeutung der Biene auf den Grund zu gehen. Doch wird jeweils auch die andere Seite beleuchtet, da beispielsweise der Einsatz von Pestiziden für die heute praktizierte industrielle Landwirtschaft systemrelevant sei. Dabei gliedert sich das Werk in die Kapitel „Inspiration“, „Wo Bienen küssen“, „Wie Bienen ticken“, „Wie Bienen reden“, „Wer die Bienen regiert“, „Was die Bienen krank macht“, „Wie Bienen gesunden“ sowie ein Glossar und Informationen zu den Autoren, dem Projekt und der Aurelia Stiftung.

Bei der ein oder anderen Statistik oder Datengabe, liegt für mein Empfinden jedoch eher die Aussage, wie wichtig es ist, sich Gedanken zu dem Thema zu machen und wie bedeutsam das Handeln eines jeden einzelnen sein kann. Denn Aussagen wie „40 Prozent aller Insektenarten werden in den nächsten Jahrzehnten von der Erde verschwinden, wenn Pestizide weiter so massiv verwendet werden“ (S.98) sind beispielsweise alleine der undefinierten Zeitspanne wegen sehr ungenau, verdeutlichen aber den Einfluss von Pestiziden. Zeitweise habe ich mich auch ein wenig gefragt, wer genau als Zielgruppe gedacht ist, da einerseits mit Bildern wie dem Küssen der Bienen (sowohl Blumen als auch andere Bienen) gearbeitet wird um die Aufnahme und Weitergabe von Nektar zu beschreiben; andererseits jedoch Begriffe wie „stratifikatorisch“ (S.85) Verwendung finden, die weniger kindgerecht sind. Betrachtet man das Buch jedoch als Anregung für Lehrkräfte, so können sie auf ihre Klassen (und deren Alter) eingehen und solche Vergleiche eben entweder übernehmen oder abwandeln. Ich musste hier allerdings ein wenig schmunzeln und den Kopf schütteln, da ich eine Kussbeschreibung der Bienen wie „Ein Kuss unter Schwestern. Gleich nachdem die Sammlbiene gelandet ist, verschlingt sich ihr Rüssel mit dem einer Stockbiene. Ein inniger Moment, in dem der Nektar […] aus dem Honigmagen der Sammlerin steigt […] und in den Rüssel ihrer Schwester [fließt]“ (S.13) meiner Klasse nicht vermitteln wollen würde. Zu falsch ist meines Erachtens der Begriff des Kusses für die Weitergabe von Mageninhalt.

Abgesehen davon handelt es sich meines Erachtens jedoch nichtsdestotrotz um ein sehr wichtiges und vielschichtiges Werk, das wunderbare Impulse zu einem sehr wichtigen Thema geben kann. Gerade zum Weltbienentag sollte man sich mit der Bedeutung der Bestäuber auseinander setzen. Ein Verständnis für die vielen unterschiedlichen Perspektiven, durch die man Bienen betrachten kann ist hierbei genauso wichtig sein wie die Faszination für die geflügelten Tiere zu entwickeln. Dazu ist dieses Werk sehr gut in der Lage und ich kann es sowohl für Lehrerinnen und Lehrer als auch für andere Interessierte empfehlen.

Ich vergebe daher 4,5 von 5 möglichen Sternen

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📖 Rezension zu: „Das Mädchen“ von Edna O’Brien

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Erschütternd.

Boko-Haram-Kämpfer entführen eines Tages Maryam und ihre Mitschülerinnen aus ihrer nigerianischen Schule. Angekommen in der Sekte beginnt für die Mädchen ein grausamer Albtraum, der kein Ende zu haben scheint. So erwarten beispielsweise regelmäßige Vergewaltigungen die Mädchen, welche Sklavinnen und potentielles Lösegeld zugleich darstellen. Überall lauern Spione und schon bald wird Maryam dadurch, dass sie mit Mahmoud verheiratet wird, von ihrer besten Freundin Buki getrennt. Zudem verkauft die Sekte die hübschesten Mädchen an reiche Männer aus Arabien (S.53). An der Seite Maryams erlebt man auch die Steinigung einer angeblich Ehebruch begangen habenden Frau des obersten Emirs. Irgendwann gelingt Maryam zusammen mit ihrer wiedergewonnenen Freundin die Flucht. Doch ist sie noch längst nicht sicher; ganz im Gegenteil.

In dem Buch werden viele Schicksale, Geschichten oder auch Fabeln eingestreut. Sie lassen sich durch die kursive Schrift erkennen. Hinter diesem Werk stehen drei Jahre intensive Forschung, was man angesichts der detailreichen und schonungslosen Beschreibungen merkt. Passagenweise fällt es sehr schwer, dem intensiven Leid zu folgen, da es derart gebündelt auftritt. In diesem Werk geht es weniger um Fakten in Form von Zahlen und Daten als um das Vertrautmachen mit den Schicksalen, wie sie hinter den Zahlen stehen. So flossen viele Schicksale, auf die die Autorin bei ihren Recherchen gestoßen ist, in die Figur der Maryam ein.

Ich vergebe 4,5 von 5 möglichen Sternen, da ich mir gerne noch ein paar übergeordnete Fakten gewünscht hätte, die einen Rahmen setzten und die Schicksale in einen größeren Kontext setzen.

4_5_sterne

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📖 Rezension zu: „Walden“ von Henry D. Thoreau

Walden

Wunderbare Ausgabe eines Klassikers.

Thoreaus zivilisationskritisches Werk Walden ist zweifelslos ein Klassiker und mit seinem Plädoyer für ein minimalistisches, freies und selbstbestimmtes Leben im Einklang mit der Natur nach wie vor höchst aktuell. Dass dieses Werk an sich lesenswert ist, verwundert nicht weiter, denn trotz einiger Längen taucht man wunderbar in die Erzählungen ein, erlebt an Thoreaus Seite die vielen Facetten des von der Zivilisation abgeschiedenen Lebens und erfährt so auch einiges über das Menschsein; darüber, was man wirklich benötigt und welche Kleinigkeiten bereits zufrieden stellen können.

Besonders lobend ist für mich zu erwähnen, dass der Manesse-Verlag mit dieser Ausgabe ein Waldschutzprojekt in Brasilien fördert und dass das handliche Büchlein klimaneutral gedruckt wurde. Das Projekt, der aktuelle Fortschritt und so weiter lassen sich übrigens hier einsehen klick. In meinen Augen ist dies gerade bei einem Werk dieser Art sehr ansprechend und gut gedacht. Auch das Nachwort Susanne Ostwalds rundet das Buch gekonnt ab.

4_5_sterne

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📖 Rezension zu: „Khazana – Familienrezepte aus der indo-persischen Küche“ von Saliha Mahmood Ahmed

Khazana

Bezaubernd und wunderschön!

Schon beim Betrachten des mit Goldfolie verzierten Covers kann man auf die unfassbar schöne Gestaltung des Werkes schließen. Bilder, Fotografien, Malereien, Farben und Schrift sind einfach perfekt aufeinander abgestimmt, laden zum Stöbern ein und entführen einen in eine andere Welt. Die wunderschönen Farbfotografien, welche die Rezepte zieren, läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Doch nicht nur die Präsentation, sondern auch die Rezepte an sich, sind einfach wunderbar. Besonders die für mein Empfinden außergewöhnlichen Kombinationen verschiedener Aromen vermochten mich zu überzeugen. So war ich anfangs noch skeptisch, ob beispielsweise die Pista-Samosas mit Hackfleisch und Pistazienkernen (S.60), die unter anderem mit Rosenblütenwasser verfeinert werden eine stimmige Kombination sein würden. Tatsächlich war ich beeindruckt wie harmonisch und abgerundet das Gericht geschmeckt hat. Und so ging es mir bei zahlreichen weiteren Rezepten ebenfalls. Die indo-persische Küche hat viele zunächst fremde Geschmackskombinationen zu bieten, die aber perfekt aufeinander abgestimmt sind. Viele der im Buch vorgestellten Rezepte habe ich nun bereits mehrmals nachgekocht, weil sie einfach so lecker sind. Besonders gut haben mich zudem das Lammcurry mit Aprikosen und Sesamfladen (S.72-75), die afghanischen Bolani – Kartoffel-Spinat-Fladen – (S.194.), der Räucherketchup (S.320) sowie der Masala-Chai (S.274) für den ich sonst aus dem Urlaub in Indien vom Markt mitgebrachte Mischungen verwendet habe begeistert. Alleine die Pilzpfanne Kaschmir (S.174) konnte mich geschmacklich leider nicht komplett überzeugen, da mir die mit Honig karamellisierten Champignons eine noch zu ungewohnte Kombination waren.
Glücklicherweise beinhaltet das Werk mit seinen 288 Seiten noch viele weitere Rezepte, die ich ausprobieren werde. Häufig sprechen in einem Kochbuch lediglich eine handvoll Rezepte besonders an; hier würde ich bis auf das Rezept für Stubenküken am liebsten jedes nachkochen. Somit werden ich noch sehr lange an diesem liebevoll gestalteten Werk meine Freude haben. Die Rezepte variieren nicht nur in ihren aromatischen Zusammenstellungen, sondern auch im Anspruch und Zeitaufwand der Zubereitung. So gibt es sowohl für Zwischendurch als auch für besondere Anlässe zahlreiche orientalische Köstlichkeiten zur Wahl.
Was mich bei Kochbüchern immer besonders anspricht ist, wenn man neben den Rezepten auch Einblicke in die jeweilige Kultur erhält. Umso glücklicher mit dem Werk war ich also, als ich nicht nur auf spannende Einleitungen zu einem jeden Rezept, sondern auch auf eine Einleitung mit dem Hintergrund der Autorin und MasterChef 2017 und Informationen zum Zeitalter der Monguln stieß. Zudem tragen die Kunstwerke, die sich zwischen den Rezepten immer wieder finden lassen, dazu bei, dass dieses Kochbuch seinem Namen Khazana gerecht wird – es ist wahrlich ein Schatz.
Sehr schön sind zudem die Hilfestellungen zu Beginn des Werkes, in denen kurz und bündig erklärt wird, wie man am meisten Geschmack aus einzelnen Gewürzen holt, wo man bestimmte Zutaten findet oder wie man bereits gut vorbereiten kann. Auch steht vor den Rezepten ein Menüvorschlag für verschiedene Anlässe, an dem man sich wunderbar orientieren kann.
Insgesamt handelt es sich bei diesem Buch um ein ganz bezauberndes Werk, das ich nicht missen möchte!
Ich vergebe daher volle 5 Sterne!

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5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Autobahn: Ein Jahr zwischen Mythos und Alptraum“ von Michael Kröchert

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Unterhaltsam.

Dem Mythos Autobahn auf die Spur zu kommen; das Phänomen zu begreifen und begreifbar zu machen, ist das Ziel Michael Kröcherts als er sich auf macht, die unterschiedlichsten Autobahnen zu erkunden und zu erforschen. Innerhalb eines Jahres führen ihn seine Fahrten auf die A57, A10, A4, A94, A29-A98 und die A7. Hierbei erlebt er Alltägliches wie Außergewöhnliches und fängt unterschiedliche Atmosphären ein. So lernt man als Leser mal eine laute Autobahn kennen, wenn Aktivisten die A4 verbarrikadieren. Ein anderes Mal zeigt eine Autobahn sich dann von ihrer stillen und besonnen Seite, wenn sich Kröchert den Kapellen und Kirchen an Autobahnen widmet. Hier erfährt er von Schicksalen, Unfällen und findet Zeit über die großen Fragen zu sinnieren.

Dieses Werk weckt die Neugierde für Autobahnen und verleiht diesen unscheinbaren wie auch alltäglichen Schnellstraßen ganz besondere Aufmerksamkeit und Würdigung. So reflektiert man beim Lesen, ob man den selbst regelmäßig genutzten zu wenig Beachtung schenkt und womöglich einiges verpasst. In dem Werk sehe ich daher vor allem einen Aufruf zur Achtsamkeit. Auch wenn der Schreibstil mich nicht gänzlich zu überzeugen oder packen vermochte, sollte noch lobend erwähnt werden, dass einige Schwarzweißfotografien die niedergeschriebenen Eindrücke gut abrunden.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Bangkok Streetfood“ von Sarin Rojanametin, Jean Thamthanakorn, Alana Dimou

Bangkok Streetfood

Einfach wunderbar!

In diesem Werk werden 70 authentische Streetfood-Rezepte vorgestellt, die man in den Straßen Bangkoks finden kann. Dabei lassen einen zahlreiche Fotografien in die Metropole eintauchen und bringen einen ins Schwelgen. Ein paar Mal schon habe ich die Stadt erkundet und war deswegen ganz gespannt darauf, welche Rezepte mich in dem Werk erwarten würden. Enttäuscht wurde ich trotz meiner hohen Erwartungen nicht. Da das Werk in Gerichte für den Morgen, Mittag und Abend sowie die Grundrezepte unterteilt ist, findet man blitzschnell eine wunderbare Anregung für jede Gelegenheit und jeden Geschmack. Denn abwechslungsreich sind die vorgestellten Köstlichkeiten allemal. An dem Nachkochen hatte und habe ich große Freude, da die Rezepte wirklich authentisch, sehr verständlich beschrieben und ganz liebevoll präsentiert werden. So erhält man beispielsweise zu jedem Rezept zunächste ein paar Informationen dazu, wo oder wie das Rezept zubereitet wird, woher es stammt, was sich gut kombinieren oder abwandeln lässt oder durch welche üblicheren Utensilien sich asiatisches Zubehör ersetzen lassen. Die Zutaten lassen sich in jedem Asiamarkt mit Sicherheit und ein Großteil im normalen Supermarkt finden. Dabei wird viel mit Gewürzen gearbeitet, was mir sehr zusagt. Besonders gut haben mir der gebratene Reis mit Ananas (S.57), die arme-Leute-Pfannkuchen (S.40), der Pomelo-Salat (S.93), die Cupcakes mit Kokoscreme (S.50) und den gelben Klebreis mit süßen Garnelen (Khao Niaew Na Goong) gefallen. Diese werde ich ab jetzt regelmäßig zubereiten!

Insgesamt kann ich dieses Kochbuch allen Thailand- und Streetfood-Begeisterten ans Herz legen und vergebe 5 Sterne!

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5-Sterne

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