🏆 🎈 4. Bloggeburtstag-Auslosung

Etwas verspätet – aber dafür ganz kurz und bündig – folgt nun die Auslosung! Viele waren ja nicht im Lostopf, gezogen habe ich Kathi. Ich habe dir schon eine Mail geschrieben, bitte schicke mir deine Adresse, damit ich das Buch so schnell wie möglich auf den Weg bringen kann.

Herzlichen Glückwunsch! 🙂

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📖 Rezension zu: „Asia Overland“ von Gabriele Gerner

Selbstgefällig und abwertend!

Ein umgebauter Polizei-LKW, 50.000 Kilometer und 18 Monate Zeit – auf mich wirkte die Beschreibung dieses Werkes sehr ansprechend und ich war gespannt auf Anregungen, Erzählungen von besonderen Erlebnissen und interessante Informationen.
Im Deckel des Buches befindet sich eine Karte; hinten dann Fotos von, auf der Reise getroffenen, Menschen. Die Gestaltung würde ich als aufwendig beschreiben; viele große Farbfotografien sind abgebildet.
Doch leider blieb es bei mir nicht bei diesem ersten positiven Eindruck…

Immer wieder spürte ich einen Unterton, der in mir den Eindruck erweckte, die Autorin habe sich auf ihrer Reise häufig sehr befremdet gefühlt. Das äußert sich in vielen Abschnitten wie der Kapitelbeschreibung „Willkommen in Absurdistan: (Ex-) Ostblock trifft Asien – Nehmen diese Stan-Staaten denn gar kein Ende? Ein irrer Staatspräsident in Turkmenistan, kein Diesel in Usbekistan, mieseste Straßen in Tadschikistan, irrsinnige Vorschriften in Kirgistan und ein größenwahnsinniger Diktator in Kasachstan“ (S.32). Oder: „Man kann nur hoffen, dass der neue Name etwas origineller ausfällt als der der neuen Hauptstadt Astana, was so viel wie ‚Hauptstadt‘ heißt“ (S.35).
Auch Vergleiche wie: „Dem durchschnittlichen Deutschen steigen die Tränen in die Augen, wenn er sieht, wie die Tadschiken mit ihren Autos umgehen“ (S.46) halte ich für nicht gelungen. Dennoch finden sich vereinzelt auch mal positive Worte, wie, dass die Einheimischen in abgelegenen Ecken sehr gastfreundlich sind.
Nichtsdestotrotz bleibt bei mir ein schales Gefühl, wenn Kapitel mit dickgedrucktem „Wir sind ganz angetan von der ‚russischen Seele‘: Sind die Russen doch ganz nett?“ (S.54) beginnen. Da frage ich mich als Leser, welche Erwartungshaltung die Autorin vor der Reise hatte… „Das Schild ‚Es ist verboten, den Grenzbeamten Geld oder Geschenke zu geben‘ hätte ich an der russischen Grenze nicht erwartet“ (S.55).
„Auch ich werfe einen Stein und wünsche mir, dass diese Reise niemals endet“ (S.70) steht im Kontrast zu „Im Reich der Mitte fehlt eines komplett: Das Gefühl für Abstand und Privatsphäre.“ (S.72)
Manchmal wirken die Beschreibungen geradezu aufbrausend und die Einheimischen regelrecht bedrohlich. So erfindet die Autorin in China, wenn sie nach ihrer Familie gefragt wird, bereits zwei Kinder, weil sie in allen Ländern seit der Türkei gelernt hat, dass ein Leben ohne Kinder „als vollkommen sinnlos angesehen wird!“ (S.83). Ich kenne solche und ähnliche Fragen aus dem asiatischen Raum selbst auch und habe sie im Gespräch mit Einheimischen nie als aufdringlich empfunden, sondern vielmehr als interessiert aufgefasst. Gerade wenn man gefragt wird, wie es einem im Land gefällt oder warum es einen dorthin zieht, waren das für mich immer sehr schöne Gespräche und nicht – wie für die Autorin – Eingriffe in meine Privatsphäre.
Auch Bildunterschriften wie dass Schlangenschnaps Tierquälerei sei, halte ich für etwas undifferenziert. Besonders in Vietnam, aber generell im südostasiatischen Raum, gehört dieser zur Tradition und wird in der Medizin eingesetzt. Selbstverständlich können auch Traditionen Tierquälerei beinhalten, doch sind die Giftschlangen vor der Verwendung bereits tot…
Über viel zu viele Kommentare konnte ich mich einfach nur aufregen. Beispielsweise: „Der liegende Buddha ist wie ein Sinnbild für die laotische Lebenseinstellung: Erstmal drüber schlafen!“ (S.85) Bei meiner Reise durch Laos habe ich das so keineswegs wahrgenommen.
Und auch Hinweise wie, dass man niemals ohne der Botschaft Bescheid zu geben nach Kambodscha reisen sollte, da man sonst für drei Jahre ins Gefängnis wandern oder Strafgelder zahlen müsse, ließen mir die Haare zu Berge stehen. Selbstverständlich gibt es in Kambodscha korrupte Polizisten – wie in vielen anderen Ländern auch – aber bei meinem Kambodscha-Aufenthalt bin ich nie in eine solche Situation gekommen und denke, dass man mit ein bisschen Menschverstand merkt, wann eine verhängte Strafe rechtens ist und wann nicht… Auch beim Beispiel der Autorin… Auf mich wirkt es eher so, als wolle Gabriele Gerner ihre „Tapferkeit“ und ihren „unvergleichlichen Mut“ präsentieren…
Wo wir schon in Kambodscha sind: Sie berichtet auch von Angkor Wat… Sowohl beim Sonnenauf- als auch -untergang sehe man hier viele Touristen. „Und wieder einmal war der ‚Geheimtipp‘ im Reiseführer gar nicht so geheim!“ (S.118) Ich muss gestehen, dass ich mich wundere, dass man überhaupt auf die Idee kommen kann, Angkor sei ein Geheimtipp… Schade, dass die Autorin da derart enttäuscht wurde. Ich hatte an den vielen Verzierungen große Freude und konnte über mehrere Tage hinweg gar nicht genug von den Tempelanlagen bekommen und habe mir vorgenommen, noch einmal dorthin zu reisen, um mehr Zeit zum Erkunden und Entdecken zu haben.
Auch, dass ein so schönes und facettenreiches Land wie Thailand darauf reduziert wird, dass man hier so schön am Strand „chillen“ könne, tat mir in der Seele weh. Da hat es doch so viel mehr zu bieten!
Dann möchte ich noch kurz auf die Bildbeschreibungen eingehen. Hier sieht man beispielsweise ein mal ein Pferd mit Reiter inmitten der Wüste. Eine handschriftlich gestaltete Notiz auf dem Foto erklärt dann, dass die mongolischen Pferde besonders widerstandsfähig sind. Ein Pfeil zeigt auf das Pferd, als ob irgendwer Gefahr gelaufen wäre, den Jungen für ein solches zu halten… Im Gesamtkontext des Buches fühlt sich so etwas einfach falsch an – sowohl in Richtung des Lesers als auch der anderen Kulturen.

Generell kann ich enttäuscht feststellen, dass dieses Buch genauso wenig Geheimtipps bereithält, wie die Autorin an ihrem Reiseführer kritisierte. Mir ist Gabriele Gerner im Verlauf der Lektüre unfassbar unsympathisch geworden und es erweckte bei mir an so vielen Stellen den Eindruck, sie blicke auf andere Kulturen herab und habe sich vorab nie informiert und sei stattdessen mit den haarsträubendsten Vorurteilen nach Asien gereist; meine Zitate waren nur einzelne Beispiele. Die mittlerweile in München und auf Mallorca lebende Autorin vermittelt in ihrem Werk das Bild eines bedrohlichen Asiens. Besonders erschüttert bin ich, da das Buch bei National Geographic erschienen ist; ein Verlag, der bei mir bisher den Ruf hatte, anspruchsvolle Werke, die in einem die Reiselust wecken, zu veröffentlichen, welche sich an eine weltoffene und eher gebildete Leserschaft richten.
So frage ich mich, wie es dieses Werk es durch ein Lektorat geschafft hat und weiß mit so viel Selbstgefälligkeit der Autorin gar nicht umzugehen. Persönlich hoffe ich, dass die Autorin nicht noch mehr Länder mit ihrem Besuch „beehrt“, denn dass hier ein solches Bild vermittelt wird, hat keines verdient.

Ich vergebe einen Stern für die Fotos.

📖 Rezension zu: „Mordfälle und Sahnetörtchen – Alles über Wells & Wong“ von Robin Stevens

Mordfälle und Sahnetörtchen

In diesem charmanten Fanband finden sich wunderbare Rätsel, kleine Fälle, Informationen rund ums Ermitteln und vieles mehr.

Am Anfang erklären Daisy und Hazel, was beim Gründen einer eigenen Detektei bedacht werden muss – wie man Mitglieder auswählt, einen Eid leistet und so weiter. Außerdem erhält man Daisys goldene Regeln für angehende Detektive und ein Füllhorn weiterer Hilfestellungen. Auch erfährt man von der Autorin der Reihe, Robin Stevens, Wissenswertes über das Goldene Zeitalter der Detektivgeschichte oder die Bücher, welche sie zu den einzelnen Bänden inspirierten. Was mir ebenfalls ausgesprochen gut gefallen hat, waren die Kurzfälle, die sich in dem Buch finden. So schreibt Daisy beispielsweise zu einem Fall ihr eigenes Fallbuch, Küken und Kitty lösen ein Rätsel während Hazel und Daisy in Cambridge auf Verbrecherjagd gehen und man erfährt endlich was beim Fall von Lavinias verschwundener Krawatte – dem immer wieder kurz erwähnten ersten Fall der Detektei Wells und Wong – geschah. Und auch die Junior Pinkertons kommen zu Wort, berichten von einem Fall, geben Einblick in das Thema der Spionage oder beschreiben mysteriöse ungelöste Fälle, welche in die Geschichte eingingen. Doch gibt es noch so viel mehr zu entdecken: Lieblingsautoren und -krimis von Daisy und Hazel, Geheimschriften wie Schweinelatein, kleine Quizfragen oder aber auch eine extra Rezeptesammlung mit in den Romanen erwähnten Köstlichkeiten. Vom Walnusskuchen aus dem ersten Fall über Daisys heißgeliebte Zermatschte Fliegen bis hin zu weihnachtlichen Mince Pies wie in „Mord unterm Mistelzweig“ finden (angehende) Detektive und ihre Bewunderer tolle Rezepte zum Nachmachen.

Mir hat dieser Fanband ausgezeichnet gefallen, da er sehr abwechslungsreich und wunderbar gestaltet ist. Zudem gefällt mir die Idee, andere Charaktere zu Wort kommen zu lassen, sehr, da man auf diese Weise einen ganz anderen Zugang zu Küks, Clementine und all den anderen erhält. Dass die Verschlüsselungstechniken erklärt werden, gefällt mir auch sehr, da sie in den Briefen zwischen Alexander und Hazel bereits ein paar mal vorgekommen sind.

Nun werde ich mich mal ans fleißige Nachbacken machen und verbleibe gespannt auf das Erscheinen des nächsten Falls („Tödliches Spiel in Hongkong“) wartend!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Thailand in 1000 Fakten – Über das Land, in dem jeder Wochentag eine andere Farbe trägt“

Kleinod für Thailandinteressierte!

Wer wissen möchte, worum es sich bei den „Königlichen Regenmachern“ handelt oder was hinter dem Begriff der Farang-Zeit (Ausländerzeit) steckt, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Es beinhaltet 1.000 Fakten über Thailand und ist bestens sowohl für Thailand-Erfahrene als auch -Unerfahrene bestens geeignet.

Man lernt ein paar wichtige Thai-Vokabeln wie Ma pen rai (- Das macht nichts) oder die Tageszeiten (Tschao: zwischen 6 und elf Uhr, Yen: Die kühlste Zeit abends, meist nach 18 Uhr, Kyn: Die Zeit nach 22 Uhr). Aber auch grundlegende Verhaltensweisen wie das thailändische Wai oder dass man die Essstäbchen nicht senkrecht in den Reis stecken sollte, da dies an Räucherstäbchen erinnert, die für Verstorbene verbrannt werden, werden erklärt.
Auch die Zahlen kommen nicht zu kurz. Hier musste ich kurz stutzen, da sich herausstellte, dass ich die 1 bei den Thais immer überhört habe. 😀 Einzelne Vokabeln werden genannt und einiges zu Geographie, Geschichte und dem Alltag. Ich war ob der Fülle spannender Fakten sehr überrascht und habe mich zugegebenermaßen immer etwas stolzerfüllt gefreut, wenn ich etwas bereits wusste – wobei das zum Glück nicht allzu oft vorkam. 😉

Für mich ist dieses Werk ein absolutes Kleinod! Von mir gibt es dafür eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Thailandinteressierte!

5/5 Sternen

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Hundert Tage Tibet – Das Versprechen“ von York Hovest

Einseitige Betrachtung…

Als der Fotograf York Hovest den Dalai Lama während seines Deutschlandbesuchs 2011 begleitete, gab er ihm das Versprechen, nach Tibet zu reisen und das Land zu porträtieren und der Welt zu zeigen. Die Vorbereitungen für seine hunderttägige Expedition dauerten ein ganzes Jahr, dann konnte er sich zu Fuß, mit dem Motorrad oder dem Auto in die verschiedensten Gebiete Tibets begeben. Dabei wanderte er auch abseits der üblichen Pfade und lernte Tibeter kennen, die ihn tatkräftig unterstützten.
Das 220 Seiten umfassende Buch ist in die Abschnitte Nepal, Zentraltibet, Südtibet, Westtibet und Nordtibet gegliedert und beinhaltet rund 205 Abbildungen und Texte zu York Hovest Erfahrungen. Die einzelnen Kapitel werden mit kleinen Landkarten eingeleitet, sodass man sich vorab einen kleinen Überblick über den nächsten Reiseabschnitt machen kann. Zudem finden sich immer wieder Zitate des Dalai Lama.
Versprochen wurde also ein Werk, dass Tibet genauso abbildet, wie es tatsächlich ist. Ein großes Vorhaben, auf das ich sehr gespannt war. Das Werk beinhaltet definitiv schöne Fotografien. Da ich selber noch nie in Tibet gewesen bin, freute ich mich auf verschiedene Blickwinkel auf das Land und auf Geschichten aus dem Alltag der Tibeter.

Allerdings muss man sagen, dass das Buch sehr einseitig gehalten ist. Die schöne Landschaft wurde fleißig abgelichtet, doch sucht man kritische Bilder vergebens. Von der verschwindenden Kultur, der chinesischen Besatzung, der Polizei- und Militärpräsenz, Massentourismus und Ähnlichem wird hier nichts auch nur angeschnitten. Seltsam leer wirken zudem die Bilder, auf denen allenfalls einzelne Häuser in der Landschaft zu erkennen sind. Doch gehören Städte wie Lhasa, Xigazê, und besonders Garzê mit ihren dicht an dicht gebauten Häusern ebenso dazu, wenn man Tibet und seine Menschen abbilden möchte. Zwar wird an einer Stelle auch beschrieben, dass es in Lhasa keinen öffentlichen Platz mehr gäbe, an dem man nicht von Kameras observiert würde oder dass sich in den letzten 5 Jahren über 130 Tibeter verbrannt haben, um die Welt auf Tibets Situation aufmerksam zu machen (S.52), doch findet sich dazu nicht ansatzweise auch nur ein Hinweis in den zu dem Abschnitt gehörenden Fotos: Stattdessen ein Kloster von innen, das wie leer gefegt wirkt und von einer Butterlampe in mystisches Licht getaucht wird.
Durchaus wird auch von Erlebnissen berichtet, in denen die unterschiedlichen Lebensbedingungen unserer westlichen Welt mit der Tibets in Verbindung gebracht werden – beispielsweise als Hovest eine Mikrowelle beschreibt und die Tibeter über ein solches Gerät lachen -, doch fehlt mir mehr solchen Austausches. In die tatsächliche Lebenswelt scheint man mit dem Buch keinen Einblick erhalten zu können.

Somit ist dieses Buch sicherlich schön, um einen Eindruck zu gewinnen, doch ist das gezeichnete Protrait sehr einseitig gehalten und befasst sich nicht mit den Problemen, mit denen Tibet konfrontiert wird. Gerade da dieses Buch kein normaler Bildband, sondern ein realitätsgetreues Portait darstellen soll, bin ich nun etwas enttäuscht. Die Fotografien sind schön, die Gestaltung ansprechend, doch fehlt mir das Einlösen des Versprechens, das Hovest dem Dalai Lama gab.

Ich vergebe daher 3 Sterne!

3-Sterne

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📖 Rezension zu: „Portraits -Die Schönheit der Insekten“ von Levon Biss

Unglaubliche Aufnahmen – perfekt zum stundenlangen Staunen!

In diesem beeindruckenden Bildband finden sich Aufnahmen von Insekten, die einen staunen lassen. Die einzelnen Insektenportaits wurden jeweils aus 8.000 Einzelfotos zusammengesetzt und überzeugen so mit umfassbarerer Detailliertheit und bestechender Schärfe. Die Ausschnitte sind zudem außergewöhnlich gewählt, sodass man manchmal für ein paar Sekunden stutzt, bis man erkennt, was genau vor einem liegt. Die mit Mikroskoplinsen aufgenommenen Bilder lassen die kleinen Insekten wie exotische Skulpturen wirken und betonen ihre Schönheit gekonnt. Auf 144 Seiten finden sich ca. 120 Abbildungen. Beim Durchblättern des Werkes kam ich aus dem faszinierten Staunen gar nicht mehr raus und war von den Formen, Mustern, Strukturen und der Farbenpracht ganz begeistert. Man erkennt Haare, Schuppen, Linien oder Dellen. Jedes einzelne Bild ist sehr beeindruckend – ich konnte stundenlang die einzelnen Abbildungen betrachten.

Die Insekten stammen aus aller Welt und sind zum Teil so filigran und zerbrechlich, dass sie sich für eine öffentliche Ausstellung nicht eignen und daher hinter verschlossenen Türen aufbewahrt werden müssten. Dieser Bildband jedoch, zeigt diese große Vielfalt – und das mit viel mehr Details als man es mit dem bloßen Auge jemals erahnen könnte. Manche der ausgewählten Exemplare sind bereits vor 150 Jahren gesammelt worden – eines sogar von Charles Darwin selbst – und andere wiederum erst kürzlich gefunden.
Die Insektenportraits werden durch kleine Textboxen eingeleitet, in denen sich der deutsche wie auch der lateinische Name, eine sehr faszinierende Beschreibung sowie der Fundort erfahren lassen. Auf der Seite daneben findet sich eine Fotografie des Insekts. Danach folgen die überaus beeindruckenden Nahaufnahmen, die so unfassbar viele Details erkennen lassen. Mir ist es nahezu unmöglich, einen persönlichen Favoriten auszuwählen, da jede Abbildung so einzigartig ist. Aber dennoch: Der nigerianische Bockkäfer mit seinen feinen, ein aufregendes Muster bildenden Schuppen; die Fangschrecke aus Malaysia mit ihren metallischen Farben und auffälligen Mustern; die brasilianische Orchideen- oder auch Prachtbiene mit ihren unglaublichen, geradezu flüssig wirkenden Farben und vielfältigen Strukturen; der stachelige Schildkäfer aus China; der Blatthornkäfer aus Madagaskar, der wohl zu den schönsten Mistkäfern der Welt zählt; oder der Sandlaufkäfer aus Borneo, dessen Oberflächenstruktur ebenso beeindruckend sind wie seine schillernden Farben – sie konnten mich wohl am meisten für sich gewinnen.
Was ich zudem als äußerst ansprechend empfunden habe, war das Vorwort, in welchem festgehalten wird, welche Bedeutung Insekten für uns Menschen und unser Ökosystem haben. Bis zur Erfindung der optischen Linsen und Mikroskope war es gar nicht möglich, sie zu verstehen. Beim Lesen wird man von der Begeisterung des Kurators der Abteilung Entomologie im Naturkundemuseum der Universität Oxford, Dr. James Hogan, regelrecht angesteckt und begibt sich umso neugieriger auf die Entdeckungsreise der schönen Insekten.
Am Ende des Buches findet sich eine Seite, auf der jedes im Buch portraitierte Insekt abgebildet ist sowie eine Seite, auf der Levon Biss das fotografische Verfahren erklärt. Nachdem ich diese Beschreibung gelesen hatte, war ich dann vollkommen überwältigt; so viel Herzblut steckt in den Aufnahmen. Aber eines ist gewiss: Die umfangreiche Arbeit hat sich mehr als gelohnt!

Alles in allem handelt es sich um ein ganz außergewöhnliches Werk, das man kaum für möglich hält. Deswegen kann ich es jedem, der gerne einen ganz neuen Blickwinkel auf Insekten gewinnen möchte, wärmstens empfehlen!

5/5 Sternen

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Mord unterm Mistelzweig“ von Robin Stevens

Mord unterm Mistelzweig

Fünfter Fall einer überaus charmanten Reihe!

Am Montag, dem 23. Dezember 1935, beginnt Hazel Wong mit ihrem Bericht über den „Fall der Weihnachtsverbrechen“ im Rahmen der Ermittlungen der Detektei Wells & Wong. Dabei wollten die beiden Deepdean-Schülerinnen bloß die Ferien in Cambridge verbringen – zusammen mit den beiden Mitgliedern der Detektei Junior Pinkertons. Bereits kurz nachdem sie eingetroffen sind, schrillen bei Daisy und Hazel die Alarmglocken; und auch Alexander und George entgeht nicht, dass ein Verbrechen verhindert werden muss:
An dem College, an welchem auch Bertie studiert, werden einem Studenten üble Streiche gespielt. Diese werden immer gefährlicher und als sein jüngerer Zwilling kurz vor ihrem Geburtstag verstirbt, denken die meisten noch an einen Unfall. Chummy soll in seine eigene, für Donald aufgestellte, Falle getappt und dabei ums Leben gekommen sein. Nur die erfahrenen Ermittler glauben nicht an einen tragischen Unfall und sehen sich in ihrem Verdacht bestätigt. Doch hatten sie ein anderes Opfer vermutet… Die Ermittlungen gestalten sich schwieriger als gedacht und die Mädchen sehen sich gezwungen, mit den Junior Pinkertons gemeinsam zu ermitteln. Es gibt zahlreiche Verdächtige, viele Motive und reichlich Komplikationen. Größte Aufmerksamkeit ist geboten, besonders da sich Bertie besonders verdächtig verhält… Und wie viele Kriminalromane haben wir bereits gelesen, bei denen der Mörder es bei nur einem Opfer belassen hätte…?

Dies ist bereits der fünfte Fall für Wells & Wong – dieses Mal allerdings fernab des Deepdean-Internates. Die Kulisse Cambridge passt wunderbar zu dem weihnachtlichen Fall und wird wunderbar detailverliebt beschrieben. Sehr gut hat mir zudem die Idee gefallen, den Mord in einem College geschehen zu lassen, zu dem Mädchen nicht einfach Zutritt haben, sodass sie auf die Unterstützung der „Konkurrenzdetektei“ angewiesen sind. Auch trifft man auf alte Charaktere, beispielsweise dürfen Hazel und Daisy im St. Lucy’s College in König Henrys Zimmer wohnen. Als Ermittlerteam funktioniert die Vierertruppe bestens und erzielt schnell erste Erfolge. Wie gewohnt ist das Buch liebevoll gestaltet – mit Skizzen der Colleges und Cambridge, dem Fallbuch oder auch der Liste möglicherweise unbekannter Wörter am Ende.
Mir sind die Charaktere bereits so sehr ans Herz gewachsen, dass ich kaum den nächsten Fall abwarten kann.

Auch für diesen überaus charmanten Krimi vergebe ich 5 – dieses mal weihnachtlich funkelnde – Sterne!

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🏆 🎈 4. Bloggeburtstag-Verlosung

Hey 😀

Kaum zu glauben, aber heute vor vier Jahren ging mein Blog online. Aus diesem Anlass gibt es heute eine Verlosung – vielen Dank an den Bruckmann Verlag, der mir hierfür ein Buch zur Verfügung gestellt hat.

Und um dieses Buch geht es:

„Sehnsucht Norwegen – Land der Mitternachtssonne“ von Thomas Härtrich, Martin Schmidt

Und darum geht’s: Norwegen steckt voller Erlebnisse, seine Natur ist reine Kraft. Dieser Bildband erzählt bildgewaltig von der Sehnsucht nach Norwegen: von den Samen und ihren Rentierherden, von Schneeabenteuern in Lillehammer und der Stille einsamer Gipfel und weiter Landschaften. Erleben Sie Glücksmomente auf der Vogelinsel Runde und freuen Sie sich auf Hurtigruten, die schönste Seereise der Welt. Ein Buch voller Reiseträume – nicht nur für Naturliebhaber.

Schaut doch gerne mal bei der Buchseite vorbei -> klick

 

Was müsst ihr tun?  

1) Schreibt einfach einen Kommentar! 😉 Dafür erhaltet ihr 1 Los!

2) Dieses Gewinnspiel ist für meine Leser, daher erhalten Follower zusätzlich ein zweites Los!

3) Ein weiteres Los gibt es, wenn ihr den Link der Verlosung auf einer Seite streut, bzw. die Verlosung teilt. Bitte gebt dann den Link zum Beitrag/Kommentar/… an!

Denkt bitte daran eure richtige E-Mailadresse beim Komentarverfassen anzugeben, damit ich euch im Gewinnfall benachichtigen kann!

Jetzt noch das Kleingedruckte:

Teilnahmebedingungen:

1) Ihr seid über 18 Jahre alt oder habt das Einverständnis eurer Eltern
2) Ihr habt einen Wohnsitz in Deutschland  (oder übernehmt die Portodifferenz)
3) Dieses Gewinnspiel endet am 14. 11. 16 um 24:00 Uhr
4) Ich hafte nicht, falls das Päckchen auf dem Postweg verloren geht
Ich versuche am nächsten Tag auszulosen und hoffe, dass ich bei schneller Rückmeldung schon am 15. 11. verschicken kann.
Viel Glück!!! ❤ ❤ ❤

📖 Rezension zu: „Feuerwerk mit Todesfolge“ von Robin Stevens

Feuerwerk mit Todesfolge

Großes Lesevergnügen!

Das neue Schuljahr an der Deepdean hat begonnen, doch ist nichts mehr so wie im letzten Jahr. Eine neue Schulleiterin bemüht sich, den von der Detektei Wells & Wong aufgeklärten Mord an einer der Lehrerinnen totzuschweigen und die neue Schulsprecherin Elizabeth und ihre fünf Aufsichtsschülerinnen tyrannisieren das Internat – natürlich ohne dass die Erwachsenen je etwas davon mitbekämen. Jede Schülerin muss höllisch aufpassen, keine Strafe von den Fünf aufgebrummt zu bekommen und besonders die Shrimps – die jungen Schülerinnen an der Deepdean – leben in Angst und Schrecken. Um der frostigen Atmosphäre etwas entgegenzusetzen, wird der Vorschlag einer neuen Lehrerin, gemeinsam die Bonfire Night zu feiern, prompt umgesetzt.
Während das Feuer prasselt und ein Feuerwerk für Staunen sorgt, geschieht allerdings etwas Schreckliches… Denn kurz nach den Feierlichkeiten wird Elizabeth am Lagerfeuer tot aufgefunden – neben ihr ein Rechen. Die Erwachsenen behaupten zwar, es sei ein furchtbarer Unfall und die Schulsprecherin sei einfach auf das Gartenwerkzeug getreten und habe sich so ihre Verletzung zugezogen, doch liegt für Daisy und Hazel der Fall klar: So kann ihre Wunde definitiv nicht entstanden sein. Unverzüglich beginnen sie mit ihren Ermittlungen und stoßen bald schon auf den Beweis, dass es sich keineswegs um einen Unfall handelt.
Dass sich insgeheim die meisten Mädchen gewünscht haben, dass sie endlich von Elizabeth und ihrer Tyrannei erlöst werden, macht die Sache nicht einfacher. Wurde es ihr zum Verhängnis, dass sie gerne Geheimnisse sammelte, um sie dann im für sie günstigen Moment als Druckmittel einzusetzen? Als dann noch mysteriöse Zettel auftauchen, nimmt der vierte Fall der Detektei Wells & Wong ganz neue Ausmaße an. Unüberschaubar erscheint das Wirrwarr, das nun, da die Fünf ihre Autorität verloren zu haben scheinen, ausgebrochen ist.
Nur eine der Schülerinnen kann den Mord begangen haben. Doch wer? Detektivische Hochleistungen sind von Nöten, doch ausgerechnet jetzt stellt ein Streit zwischen Hazel und Daisy ihre Freundschaft auf die Probe und bringt die Ermittlungen gehörig ins Wanken…

Wie bereits die vorigen Bände ist auch dieser wieder großartig! Schon bei der Karte des Internats ganz zu Beginn des Buches fühlt man sich wieder an die Deepdean versetzt. Die Charaktere sind wunderbar facettenreich gezeichnet und alle auf ihre ganz eigene Art und Weise beeindruckend. Was mir ausgesprochen gut gefallen hat, ist zudem, dass sich Hazel im Verlauf der letzten Bände sehr stark weiterentwickelt hat und das in diesem Werk sehr deutlich zeigt. Keineswegs möchte sie auf die Rolle des Watson reduziert werden – auch wenn Daisy sich noch so sehr wie der helle Kopf hinter den gesamten Ermittlungen gibt. Und auch Alexander, den die Mädchen im letzten Band kennengelernt haben, sorgt nun dafür, dass Hazel kritischer wird und anfängt, aktiver zu zu ermitteln. Daisy jedoch bleibt größtenteils die Alte – mit ihren wunderbar sarkastischen und vom Grad der Bescheidenheit an Poirot erinnernden Kommentaren. „Gehen wir und tun so, als wären wir normaler Durchschnitt.“ (S.277)
Für Abwechslung sorgt auch, dass sich die Geschichte immer wieder mit Briefen oder Einträgen aus dem Fallbuch abwechselt. Die Geschichte ist spannend und obwohl der Fall knifflig ist, wirkt er zu keiner Zeit konstruiert. Auch der Schreibstil ist ansprechend und immer wieder musste ich bei den cleveren Dialogen lachen. Mir sind die Mädchen – auch Küken, Kitty und Lavinia, die sich den Schlafsaal mit Hazel und Daisy teilen – bereits sehr ans Herz gewachsen. Nun bleibe ich gespannt, mit welchem Fall es die Detektei als nächstes zu tun bekommt und wie die Deepdean mit den neuesten Ereignissen umgeht.

Ich vergebe 5 wie Feuerwerk am Himmel funkelnde Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „1968. Drei Generationen – eine Geschichte“ von Claus Koch

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Koch_C1968_184962.jpg

Mir hätte es gefallen, wenn der Autor sich etwas zurückgenommen hätte…

In diesem Buch behandelt Claus Koch den Mythos 68 und dessen Folgen und versucht, das Erbe der 68er begreifbar zu machen. Auch stellt er Vergleiche zwischen dem politischen Projekt des Aufbegehrens damals und der Bereitschaft der aktuellen Jugend, aktiv zu werden, an.

Was mir an diesem Werk sehr gefallen hat, ist, dass Koch viel aus den Werken Maos, Marx‘ und anderen zitiert, da ich auf diese Weise viele Ausdrücke aus meinem normalen Wortschatz wiederentdecken und konkret einordnen konnte. Auch habe ich auf diese Weise Anregungen noch zu lesender Bücher erhalten. Viele Werke zum Thema 1968 bedienen sich zwar ganz selbstverständlich solcher Begrifflichkeiten, erklären diese jedoch nicht so genau wie es in diesem Buch geschehen ist.
Was mir allerdings sehr negativ aufgefallen ist, ist die Selbstdarstellung des Autors: Er war einer der ersten, hat aber verstanden, dass der Kommunismus nicht so zielführend ist, wie von der Bewegung angenommen, während andere für solche Erkenntnisse zu verblendet waren; und die Bewegung, wie er sie mitbegründet hat, wurde nachher von anderen kopiert – jedoch ohne die Ausmaßen des Originals jemals zu erreichen. Auf mich wirkte das sehr selbstgefällig und überflüssig. Darüber hinaus wurde ich den Eindruck, immer wieder Verbitterung zwischen den Zeilen erkennen zu können, jedoch ohne zu verstehen, auf was sie letztendlich bezogen ist – immerhin scheint sie bei unterschiedlichen (und konträren) Aspekten durch – nicht los. Andere Passagen hingegen wirkten geradezu verträumt-schwärmerisch…

Alles in allem hält dieses Werk viele Informationen bereit und zeigt die Anfänge und Beweggründe der 68-Bewegung gekonnt auf. Die Idee, diese Bewegung aus der Perspektive verschiedener Generationen zu betrachten, gefällt mir äußerst gut, allerdings lässt mich der Autor mit seinen Werturteilen zwiegespalten zurück. Ich vergebe daher 3 Sterne.

3-Sterne

📖 Rezension zu: „Wie Demokratien sterben – Und was wir dagegen tun können“ von Steven Levitsky und Daniel Ziblatt

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Levitsky_SDemokratien_183164.jpg

Vom sich ausbreitenden Autoritarismus

Langsam aber sicher verwandeln sich einige Demokratien in autoritäre Staaten – und das auf ganz schleichende und daher unauffällige Art und Weise. Die Autoren Levitsky und Ziblatt versuchen in ihrem Werk, zu erklären, wie es dazu kommen kann und was dagegen unternommen werden könnte. Dabei wird auf zahlreiche Beispiele eingegangen, um ein möglichst ganzheitliches Bild zu zeichnen.
Begonnen wird mit noch recht allgemeinen Beobachtungen, die das generelle Phänomen zu fassen versuchen. So setze sich Autoritarismus beispielsweise im Gegensatz zu früher nicht mehr über Putsche oder Ähnliches durch, sondern über Wahlen. Somit würden „Institutionen […] zu politischen Waffen“ (S.16).
Im Anschluss daran wird immer konkreter auf einzelne Staaten oder historische Ereignisse eingegangen, was zugegebenermaßen manchmal etwas sehr ausführlich wird und das Lesen dann erschwert. Manchmal wirkte es auf mich, als hätten die Autoren – aus lauter Begeisterung für ein Unterthema – den roten Faden verloren.
Sehr spannend ist der Abschnitt, in dem die vier Hauptindikatoren für autoritäres Verhalten aufgezeigt und auf politische Handlungsweisen bezogen werden (S.32,f.). Im weiteren Verlauf werden auch verschiedene Politiker auf diese Aspekte hin untersucht.
Auch auf den Umgang mit Politikern, welche Demokratien gefährden, wird eingegangen. Am wichtigsten sei es, autoritäre Politiker auf demokratische Weise nicht zu viel Einfluss gewinnen zu lassen. Den Ausführungen zufolge fungieren Parteien als „Demokratiewächter“, werden dieser Rolle allerdings immer seltener gerecht.
Trump beispielsweise gehört zu den „Birthern“, welche öffentlich anzweifelten, dass Obama in Amerika geboren sei und ihm so das Recht absprachen, Präsident zu sein. Eine Person, die bereits vor Jahren durch so geartete politische Äußerungen aufgefallen ist, hätte bereits von Anfang an von demokratischen Parteien von der Politik ferngehalten werden müssen, so die Autoren.
Zudem werden die Rahmenbedingungen, um einen Präsidenten seines Amtes zu entheben, genannt. Beeindruckend ist, dass diese wesentlich geringere Hürden darstellen, als man glauben würde. Die Autoren halten jedoch fest, dass eine solche Amtsenthebung – auch beim aktuellen Präsidenten – mehr als unwahrscheinlich sei, da es zu den amerikanischen Normen gehöre, den Präsidenten im Amt zu behalten und hinter ihm zu stehen.
Hier liegt auch ein weiterer, für die Autoren äußerst wichtiger, Punkt: Die stabilsten Demokratien stützen sich nicht nur auf schriftlich festgehaltene Gesetze, sondern ebenfalls auf ein Geflecht aus Normen.
Sehr spannend war für mich die Blickweise der Autoren, dass Amerikas Ordnung noch im 20. Jahrhundert feststecke, in dem Normen noch sehr viel zählen. Dies sei der Grund, weswegen man hinter Trump stünde, was auch immer für politische Ziele er verfolgen würde, was allerdings im Gegensatz zu den vielen Brüchen mit amerikanischen Normen seinerseits stünde. So sei die Bevölkerung nicht in der Lage, mit dem modernen Provokanten korrekt umzugehen.

In meinen Augen hält dieses Buch einige sehr interessante Denkanstöße bereit und gewährt Einblicke in die amerikanische Gesellschaft. Leider verliert sich das Buch bis kurz vorm Mittelteil in zu vielen zu detailreichen Ausführungen. Glücklicherweise wird das Buch in der zweiten Hälfte wieder spannender und der Lesefluss verbessert sich sehr. Gerne hätte ich noch ein paar Beispiele mehr zum aktuellen Europa gehabt und dafür auf ein paar zum amerikanischen Raum verzichtet.

Alles in allem handelt es sich um ein sehr empfehlenswertes Buch, das jedoch passagenweise etwas ermüdend wird. Daher vergebe ich vier von fünf Sternen.

4-Sterne

📖 Rezension zu: „Unser Projekt Bauernhof“ von Matthias Rompe

https://www.ulmer.de/Vorlagen/Webapp/Cache/CMS/10020/Unser-Projekt-Bauernhof_NTE4MTkxMA-1190x1200.JPG

Tipps für den Weg zum eigenen Bauernhof

In diesem Buch stellt Familie Rompe – bestehend aus Matthias, Anne, Johanna, Helene und Richard – 100 Anleitungen, Rezepte und Ideen für DIY und Selbstversorgung vor.
In „Wie alles begann“ werden die Rahmenbedingungen des Projektes Selbstversorgung vorgestellt und vom Traum vom Landleben erzählt. Daraufhin widmet sich das Kapitel „Unser Haus“ dem Ausbau der eigenen vier Wände. Hier werden das Selberbauen von Küche, Bad-, Schlachtraum oder Spa sowie dem Kinderzimmer, Fußboden, Türen und Oberlichtern als preiswerte Alternativen genauso wie Rezepte aus der Küche des Hauses vorgestellt. Im Anschluss daran wird der Hof in den Fokus gerückt: Mauern, Tore, Zäune, Hoftor, Sitzecken, Räucherrezepte, Garten – die Vielfalt ist groß. Als nächstes folgt das Kapitel „Unsere Tiere“: Hier findet der Leser alles über Hühner, Enten, Gänse, Wachteln, Kaninchen und Bienen. So werden einige Ideen zur Selbstversorgung und Tipps zur Haltung gegeben. Abgerundet wird das Ganze durch „Werkzeuge“, damit man für alle Gelegenheiten gerüstet ist.

Dieses Buch zeigt von Anfang an, wie die Familie das Projekt der Selbstversorgung angeht. So erfährt man von allen Schwierigkeiten und bekommt wichtige Denkanstöße für die eigene Planung an die Hand. Die vorgestellten Tipps helfen wirklich, zu verstehen, wie man ganz neu anfängt. Beeindruckend war für mich beispielsweise das Bauen einer Küche mit den einfachsten Mitteln. Doch zeigt dieses Buch nicht nur, wie man einzelne Unterprojekte startet, sondern auch, wie der Bauernhof zu einer Art Selbstläufer wird.
Für mich besonders ansprechend waren die vielen Rezepte für Wein, Brot, Weingelee und vieles mehr.

Alles in allem ist „Unser Projekt Bauernhof“ eine leicht verständliche Hilfestellung für jeden, der davon träumt, auf dem Land neu anzufangen und den Schritt in Richtung Selbstversorgung zu wagen. Mut macht dieses Werk sicherlich – denn auch mit kleinen Mitteln lässt sich viel erreichen.

4 Sterne

4-Sterne

📖 Rezension zu: „Die neuen Paten“ von Jürgen Roth

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Lässt mich zwiegespalten zurück…

Dieses Werk soll aufzeigen, wie Trump, Putin, Erdogan, Orbán & Co als die „neuen Paten“ regelrechte „Mafia-Staaten“ errichten. So bedienen sich die autoritären Machthaber mafiöser Strategien um den Staatsapparat nicht nur zu infiltrieren und zu schwächen, sondern letztlich ganz zu übernehmen. Dabei ist jeder, der die Herrschaft bedroht, als Feind zu betrachten und zu behandeln.

Das Buch ist in Kapitel zu den jeweiligen Politikern unterteilt. Im Anschluss daran findet sich auf den Seiten 271 bis 304 das Quellenverzeichnis. Auf mich machte es den Eindruck, als sollte jede Aussage gut belegt werden – auch wenn dies zum Teil mithilfe von anderen Werken des Autors, Bild-Artikeln sowie Facebook-oder YouTube-Links geschieht. In meinen Augen ist dies etwas schade, da ich mich mehr über weniger und dafür durchweg seriöse Quellen gefreut hätte.
Generell, empfand ich das Buch als anstrengend zu lesen, obwohl mich die Thematik sehr reizte. Oft beeinhaltete ein einzelner Abschnitt bereits derart viele, mir nicht geläufige Namen (über die ich mich vorm Weiterlesen dann erst etwas informieren wollte), dass von einem Lesefluss kaum zu sprechen war. Auch erdrückten mich die vielen Hochrechnungen (oder besser Schätzungen…?) passagenweise.
Gerade in dem Kapitel zu Donald Trump bestand ein großer Teil aus Informationen, die – zumindest in groben Zügen – mittlerweile geläufig sein sollten (Stichwort Beton). Oder – egal ob es nun letztendlich gänzlich stimmt -, dass Trump „nach Recherchen [der Washington Post] in diesen einhundert Tagen 492 Mal falsche oder irreführende Aussagen gemacht hat. […] Nur an zehn von hundert Tagen habe Trump keine falschen oder irreführenden Aussagen von sich gegeben. An sechs dieser zehn Tagen soll er übrigens Golf spielen gewesen sein“ (S. 39).
Dennoch gab es auch einige sehr interessante Informationen. Besonders bemerkenswert waren einige Zitate, beispielsweise eines von Seehofer, der über Trump lobend sagte:
„Er setzt mit Konsequenz und Geschwindigkeit seine Wahlversprechen Punkt für Pukt um. In Deutschland würden wir da erst mal einen Arbeitskreis einsetzen, dann eine Prüfgruppe und dann noch eine Umsetzungsgruppe“ (S.16). Bei manchen, nicht vom Autor getroffenen, Aussagen hätte ich am liebsten aufgeschrien. Auch, etwas genauer den schier überall praktizierten Nepotismus vor Augen geführt zu bekommen, war beeindruckend. Denn dieser findet sich keineswegs nur bei Trump, der öffentlich bekennt, Vetternwirtschaft zu mögen (S.42).

Mich lässt das Buch zwiegespalten zurück, da ich einerseits die Thematik als äußerst wichtig, die Umsetzung aber zum Teil als nicht gelungen erachte. Sehr dichte Passagen wechseln sich mit eher lockeren und weniger wissenschaftlichen Abschnitten ab.

Ich vergebe daher 3 Sterne

3-Sterne

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📖 Rezension zu: „Der Untertan“ von Heinrich Mann

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Manns Epochenroman um Diederich Heßling dürfte sich genug Bekanntheit erfreuen, als dass es nicht allzu notwendig ist, auf den Inhalt einzugehen. Zweifellos ist es ein bemerkenswertes Werk, das einem passagenweise einiges abverlangt.

Hier wurde „Der Untertan“ von Heinz Drache, Helga Zeckra, Guste Daimchen und weiteren Sprechern vertont.  Einerseits sorgt dies für reichlich Abwechslung, andererseits empfand ich es gerade anfangs als verwirrend. Während der 350 Minuten Laufzeit musste ich regelmäßig Pausen einlegen, da das Zuhören durchaus anstrengend wird. Dies liegt allerdings sicherlich zu großen Teilen an dem vertonten Werk selber, sodass ich dieses Hörbuch jedem, der die Erzählung abwechslungsreich vorgetragen bekommen möchte, empfehlen kann.

Ich vergebe 4 Sterne

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde

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Wichtiges Thema!

In diesem Werk werden zwei unterschiedliche Erzählungen miteinander verwoben. Die eine Handlung spielt sich in Norwegen im Jahr 2017 ab, als die beinahe 70jährige Signe versucht – Umweltaktivistin, die sie ist – versucht, das Klima zu retten. Kurz zuvor ist sie in ihre Heimat zurückgekehrt und musste erschrocken feststellen, dass ein nahe gelegener Gletscher abgebaut wird um das Eis für perfekte Cocktails feiner reicher Leute zu verkaufen.
Der zweite Handlungsstrang beschäftigt sich mit David und seiner Tochter Lou, die sich beide auf der Flucht befinden. Denn ihr Zuhause in Südfrankreich ist im Jahre 2041 nicht mehr bewohnbar – jahrelang fiel kein Regen mehr; es herrscht große Wassernot. Ihre restliche Familie haben sie während ihrer Flucht verloren und hoffen, sie bald wiederzufinden.

Die beiden Geschichten werden mit kurzer und prägnanter Sprache erzählt und wechseln sich ab. Manchmal waren diese Wechsel es für mich etwas schwierig, da ich mich gerade in den anderen Erzählstrang eingelesen hatte. Allerdings verleiht diese Verknüpfung an mancher Stelle auch Spannung. Leider konnte ich mit den Charakteren nur schwer warm werden, was meinen Lesefluss stark beeinflusst hat. Sehr gut haben mir auf der anderen Seite jedoch die Beschreibungen der Umweltkatastrophen gefallen: Welche verheerenden Auswirkungen kann unser Konsumverhalten haben? Gerade bei der in der Zukunft spielenden Geschichte, ist die Tragik der Familie stets spürbar und rüttelt einen wach. Außerdem wird sehr einleuchtend wie auch alarmierend beschrieben, wie der Wassermangel zu Kriegen und weiteren Katastrophen führt.

Alles in allem kann ich dieses Buch weiterempfehlen. Manchmal hat mir etwas Spannung gefehlt und die Charaktere konnten nicht alle meine Sympathie gewinnen, doch halte ich die Botschaft des Buches für außerordentlich wichtig und ich denke, dass sich ein jeder mit den Auswirkungen unseres Verhaltens auf die Umwelt auseinandersetzen sollte. Da es sich bei „Die Geschichte des Wassers“ um den zweiten Teil des „Klima-Quartetts“ handelt, bin ich gespannt auf die anderen Bücher, die ich sicherlich noch lesen werde.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Superfood – Heimische Wildpflanzen“ von Karin Greiner

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Superfood – direkt vor der eigenen Haustür!

Wer Pflazenpower für Detox, Anti-Aging, Immunboosting oder Wellness sucht, muss kein Geschäft aufsuchen, denn vieles wächst so auch vor der eigenen Haustür. Dieses Buch zeigt 28 Wildpflanzen zum Selbersammeln, Inhaltsstoffe und ihre Wirkweise auf den Körper, bietet herzhafte und süße Rezepte mit Wildkräutern und -früchten. Dabei stehen Regionalität und Saisonalität im Vordergrund.

Was mich an diesem Buch schwer beeindruckt hat, sind die unfassbar abwechslungsreichen Rezepte: Ob Brombeer-Flammkuchen, Fichtenspitz-Eis, Kartoffelplätzchen, Kleeblütensahne, vegetarischer Nussbraten, Rotkleesprossen ziehen, alkoholfreier Schlehenpunsch oder Vogelbeer-Chutney – die Möglichkeiten scheinen schier unbegrenzt. So wird man ans Experimentieren gebracht und lernt heimische Wildpflanzen von den unterschiedlichsten Seiten kennen.
Außerdem unterscheidet ein weiteres Detail dieses Buch von anderen Wildpflanzenbüchern, die ich bisher kenne. Normalerweise sind derartige Bücher in einen Teil zu den Pflanzenportraits und einen zu den Rezepten gegliedert – hier wechselt sich dies jedoch ab. Erst wird die jeweilige Pflanze vorgestellt und dann das entsprechende Rezept angefügt. Das ist sehr praktisch, da man nicht nachblättern muss, welches Rezept wozu gehört und welche Kräuter man wofür sammeln muss. Zudem sind die vorgestellten Pflanzen nach Jahreszeiten sortiert, was ich auch für sehr sinnvoll halte und die (Vorrats-)Planung erleichtert.
Insgesamt ist dieses Werk sehr ansprechend gestaltet und es sind viele vegane, laktose- oder glutenfreie Rezepte vorhanden, sodass jeder etwas für sich passendes finden dürfte. Man findet wunderbar übersichtliche Vorstellungen mit detaillierten Beschreibungen zu den einzelnen Wildpflanzen, sodass absolut nichts schief gehen kann.

Somit ist hier auf 127 kompakt das Wichtigste vorgestellt und Dank des Formates ist es perfekt für die Handtasche oder den Rucksack geeignet.
Von mir gibt es daher eine ganz klare Empfehlung und 5 Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Naturkosmetik einfach selbst gemacht“ von Cosima Bellersen Quirini

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Gute Erklärungen!

Cosima Bellersen Quirini konnte mich mit ihren vorherigen Büchern absolut überzeugen, sodass diese zu einem geliebten Bestandteil meines Bücherregals zählen. Als ich dann auf ihr Buch zu Naturkosmetik stieß, war ich sehr gespannt. Zu wissen, was in der verwendeten Kosmetik enthalten ist, wünschen sich wie ich mittlerweile viele Verbraucher. Dass das Selbermachen gar nicht so aufwendig, kompliziert oder teuer ist, ist den meisten jedoch nicht bewusst. Und dann gibt es ja noch einen weiteren sehr wichtigen Faktor: Es macht richtig Spaß.

Das Beste aus der Natur gibt es in diesem Buch in verschiedenen Bereichen: Gesicht und Augen, Lippenpflege, Körperpflege und -reinigung, Baby- und Kinderpflege, Haarpflege, Hände und Füße, Zahnpflege, Sonnenschutz, Wund- und Heilsalben sowie Seifen. 170 Rezepturen, welche individuell auf die eigenen Bedürfnisse abwandelbar sind, werden gezeigt. Bei den einzelnen Rezepten finden sich Tabellen mit verschiedenen Hauttypen oder Ähnlichem, damit sich die Produkte leicht anpassen lassen. Dagegen hat Kosmetik von der Stange keine Chance. 😉 Außerdem werden die wichtigsten Bestandteile vorgestellt, was animiert, selber frei zu experimentieren. Durch die ausführlichen Beschreibungen der Rohstoffe zum Schluss, lernt man zudem, welche Wirkung welcher Inhaltsstoff hat und kann selber Kombinationen zusammenstellen.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich bei einzelnen Zutaten das Gefühl hatte, dass sie eher hip und trendy als wirklich im Sinne der einfachen Naturkosmetik wirklich von Nöten sind – z. B.: Mangobutter, Wollwachsalkohole, Ceralan, Tegomuls, Fluidlecithin Super – hiervon werden nur minimalste Anteile benötigt, doch die Spannbreite der exotischen Inhaltsstoffe ist vielfältig. Manchmal wurde ich von solchen Inhaltsstoffen vom Nachmachen abgeschreckt.

Alles in allem ist dies ein sehr ansprechendes Buch, in dem von Grundauf erklärt wird, was man bei der Herstellung eigener Kosmetik beachten sollte. Dass man verstehen lernt, welche Inhaltsstoffe welchen Effekt erzielen, halte ich für eine der Stärken dieses Werkes. Auch die Möglichkeit, die Produkte genau an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, gefällt mir sehr. Schade finde ich hingegen die teilweise exotischen Zutaten, bei denen ich mir nicht wirklich sicher bin, ob sie in dieser Art tatsächlich von Nöten sind. Von mir gibt es daher 4 von 5 möglichen Sternen!

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Gesunde Füße step by step“ von Katy Brownman

Gesunde Füße - step by step

Kleine Übungen, die viel bewirken!

Dass Rücken-, Hüft- und Knieschmerzen ein Resultat von Fußproblemen sein können, ist durchaus bekannt. In diesem Buch zeigt Katy Brownman nun aber, dass es nie zu spät ist, um wieder zu gesunden Füßen zu kommen. Dafür gibt sie einem 12 Übungen an die Hand, die vielen Leiden Linderung schenken.

Zu Beginn findet man eine Art „Bestandsaufnahme“ der eigenen Füße. Ehrlich gesagt war diese für mich etwas niederschmetternd. Eine Laolawelle mit den Zehen sollte beispielsweise problemlos machbar sein – bei mir… Reden wir nicht drüber 😀 Aufbauend auf den verschiedenen Erkenntnissen dieses Kapitels, folgen dann die Hilfestellungen. Der Autorin geht es nicht nur um Übungen, sondern auch um das richtige Schuhwerk, da dieses zentral ist. So gibt es eine Darstellung der Anatomie gesunder Füße und einen Extrateil zum Finden des richtien Schuhwerks für Schwangere, Senioren oder Kinder.
Die Übungen sind nicht kompliziert oder weit ausholend, aber dennoch wirksam. Sie lassen sich bequem Zuhause oder teilweise auch unterwegs gut umsetzen.
So erhält man auf 120 Seiten einen tiefen Einblick und eine Vielzahl an Denkanstößen und Hilfestellungen.

Ein – wie ich finde – viel zu unbeachtetes Thema, dass hier wunderbar behandelt wird. Fünf Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Terror“

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Nicht zu unterschätzen!

Grob dürfte mittlerweile ein jeder die Handlung kennen, da das Theaterstück viel diskutiert worden ist: Als ein Terrorist ein Flugzeug der Lufthansa kapert und die Piloten zwingt, auf die menschengefüllte Allianz-Arena in München zuzusteuern, stellt sich die Frage, ob und wenn ja, wie man eingreifen darf oder sogar muss. Gegen den Befehl seiner Vorgesetzten schießt ein Kampfpilot der Luftwaffe – Lars Koch – das Flugzeug ab. Alle 164 Passagiere sterben, jedoch bleiben die 70.000 Besucher des Stadions am Leben. Dass von seinen Vorgesetzten kein Kommando erteilt wurde, hatte allerdings seine Gründe… Und so muss sich der Pilot vor Gericht verantworten – sowohl für seine Schuld als auch für seine Freisprechung gibt es zahlreiche Argumente und Regelungen. Ob er letztendlich verurteilt wird, liegt am Publikum, welches die Rolle der Schöffen einnimmt, oder am Leser.

Ich war sehr gespannt auf das Buch, da ich von dem Theaterstück nur gehört hatte und mir nun gerne ein eigenes Bild machen wollte. Tatsächlich lohnt es sich ausgesprochen, das Buch zu lesen – auch wenn man meint, die Dilemma-Situation ja bereits zu kennen. Die vielen Details, gesetzlichen Vorgaben und Alternativmöglichkeiten kann man unmöglich anders erfahren. Im Buch finden sich beide Enden – die Verurteilung und die Freisprechung -, während im Theaterstück das von der Mehrheit gewählte Ende aufgeführt wird. Sehr interessant finde ich hier, dass eine Internetseite betrieben wird, auf der man die weltweit gewählten Enden auf einer Karte sehen kann. So wird in Europa fast ausschließlich die Freisprechung und in asiatischen Ländern die Verurteilung gewählt.
Das Buch endet mit einer Rede von Schirachs zu Charlie Hepdo, die mich ebenfalls fesseln konnte. Generell hat der Autor mich mit diesem Werk wieder vollkommen in seinen Bann ziehen können. Das Buch hatte ich in kürzester Zeit beendet ohne eine Pause eingelegt zu haben. Dabei ist es wahrlich keine leichte Kost: Kann man ein Leben gegen ein anderes aufwiegen? Sollte man nicht zunächst alle Möglichkeiten ausprobieren, bei denen niemand zu Tode kommt? Wie bindend ist das Gesetz und macht man die Menschen, über die man in solchen Situationen entscheidet nicht zum Objekt? Was ist mit ihrer, im Grundgesetz festgehaltenen, unantastbaren Würde?

In meinen Augen ist dies kein überschätztes Werk. Ganz im Gegenteil halte ich es für äußerst wichtig, es gelesen und sich mit dem Thema ausführlich befasst zu haben. Es vermittelt nicht nur eine Sensibilität für (politisches) Handeln in schwierigen (Terror-)Situationen, sondern zeigt auch auf, welche Grundsätze unseren Staat zusammenhalten. Auch macht es bewusst, wie fatal vorschnelle Beurteilungen offenscheinig simpler Situationen sind. Ich kann „Terror“ nur weiterempfehlen!

5 von 5 Sternen!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Alles über Hühner“ von Hervé Husson

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Wird dem Titel definitiv gerecht!

Vorne weg: Mich hat schwer beeindruckt, wie viel Wissen mit diesem Buch vermittelt, wie viele Themen behandelt und wie anschaulich diese erklärt werden. Wer damit liebäugelt, Hühner zu halten, dürfte mit diesem Buch bestens beraten sein.

Nun aber zum Inhalt: Wie bereits erwähnt, umfasst dieser eine Vielzahl an Themenbereichen. So findet man im Kapitel „Gut vorbereitet für die Hühner“ Fragen, die einen in der Planungsphase beschäftigen – wie beispielsweise, ob man Hühner halten darf oder wie viele. Hier sind die 12 häufigsten Fragen erläutert und es gibt tolle Anleitungen dazu, wie man einen Hühnerstall bauen und einrichten kann.
In „Hühnerrassen erkennen“ findet man eine Vorstellung verschiedener Hühnerrassen von „A wie Araucana bis H wie Hybridhühner“ – die Beschreibungen umfassen dabei jedoch nicht nur Informationen zu Körperbau, Legeleistung und Alterserwartung, sondern beispielsweise auch zu Charaktereigenschaften.
„Der Alltag mit Hühnern“ wird im Anschluss daran beschrieben. Ob die Visite im Hühnerstall, die Fütterung, der Auslauf, die Verträglichkeit mit anderen Tieren oder was sonst im Alltag an Schwierigkeiten oder Fragen auftauchen kann, wird hier erläutert.
Das nächste Kapitel, „Richtiger Umgang und Pflege der Hühner“, ist auch sehr hilfreich und verständlich. Themen wie Hygiene, Pflege, Krankheiten, Hühner-Hausapotheke oder Verhaltensauffälligkeiten sollten schließlich nicht vernachlässigt werden.
Außerdem dabei sind die Kapitel „Einen nachhaltigen Hühnerbestand aufbauen“ – also die Brut und den Geflügelbestand zu erneuern -, „So schützen Sie ihr Geflügel“ – hier geht es um Raubtiere und wirksame Schutzvorrichtungen – und „Vom Hühner- zum Geflügelhof“, in welchem erklärt wird, wie man den Geflügelbestand erweitert, welche verschiedenen Tiere sich noch anbieten und was es zu beachten gibt. Im Anschluss folgen das Glossar und Register.

Auffällig ist die beeindruckende Qualität des Buches: In dem Buch finden sich 325 Fotogafien und 45 Zeichnungen. Aber auch inhaltlich lässt es keine Wünsche offen. Die Steckbriefe zu den einzelnen Hühnern sind äußerst hilfreich und umfassen unter Anderem Eierfarbe, -größe, -gewicht, Legeleistung, Statur, Herkunftsgebiet, Fleischqualität, Brutverhalten, Charakter und Haltung. Ganz begeistert bin ich zudem von der Anleitung zum Aufbau eines Hühnerstalls und dessen Einrichtung. Auch, dass erklärt wird, wie man noch um weitere Tiere erweitern kann – wenn man also geflügelsüchtig wird – finde ich ganz famos.

Insgesamt widmet sich das Buch dem Thema Hühner ganzheitlich und auf hohem Niveau, sodass keinerlei Fragen offen bleiben. Von mir gibt es daher 5 Sterne und eine ganz klare Empfehlung an jeden, der überlegt, Hühner zu halten, aber auch an jene, die bereits ihr eigenes Geflügel halten.

5-Sterne

 

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