📖 Rezension zu: „Und du bist nicht zurückgekommen“ von Marceline Loridan-Ivens

Und du bist nicht zurückgekommen

Ein sehr berührendes Werk!

Mit 15 Jahren wird Marceline Loridan-Ivens mit ihrem Vater deportiert. Sie werden gewaltsam auseinandergerissen: Sie wird nach Birkenau und er nach Auschwitz deportiert. Zu diesem Zeitpunkt sagt ihr Vater ihr, dass sie wahrscheinlich aufgrund ihres Alters freikommen, er aber niemals zurückkommen wird.
Marceline Loridan-Ivens konnte sich nie von ihrem Vater verabschieden, weswegen sie nun, 70 Jahre später, einen Brief an ihn schreibt. Dieser ist die Antwort auf einen Brief ihres Vater, den sie im Konzentrationslager im Sommer 1944 durch ein großes Glück erhalten hat. Wegen ihrer schlechten körperlichen und seelischen Verfassung vergaß sie sofort, was in ihm stand, kennt nur noch die einleitenden Worte. Sie weiß nicht mehr genau wann, aber kurz darauf hat sie den Brief verloren. Dieser Verlust beschäftigt sie noch heute.
In dem Buch beschreibt sie, wie sie die Zeit überlebt hat und, wie sie sich ausdrückt, das Lager nie verlassen hat, da es für immer in ihrem Gedächtnis festsitzt. Denn als sie zurückkehrte war in ihrer Familie nichts mehr wie es war. Es war, als wäre ihr Vater für sie gestorben, alle dachten das- und so begann der Verfall der Familie. Das Lager hat Marceline Loridan-Ivens dazu gebracht, anderen zu helfen. Sie reiste zusammen mit ihrem Mann Joris Ivens in Krisen- und Kriegsgebiete, um zu helfen und mit Dokumetarfilmen auf die Probleme aufmerksam zu machen.

Doch handelt dieses Buch nicht nur davon. Gerüche, Geräusche, Gefühle, Erlebnisse und Ängste werden so beschrieben, dass es beim Lesen ganz tief unter die Haut geht. Ganz berührend ist auch die Liebe des Mädchens und später der Frau zu ihrem Vater, die einen das ganze Buch begleitet. Man fühlt sich nach Birkenau gezogen, da alle Sinneseindrücke so eindringlich beschrieben werden. Der Geruch nach verbrannten Leichen zum Beispiel. Besonders Marceline Loridan-Ivens‘ Gefühle werden so genau wiedergegeben, nicht nur während ihrer Zeit im Konzentationslager, wenn sie die Kleidung der Toten durchwühlen muss, oder wenn die Menschen um sie herum ermordet werden, sondern auch nach ihrer „Befreiung“: Die für sie noch immer offen stehende Frage, ob sie, die Überlebenden, gut daran taten, aus den Lagern zurückzukehren, zum Beispiel. Eine Frage, von der sie hofft, dass sie sie vor ihrem Ableben mit einem „Ja“ beantworten können wird. Und das wünsche ich ihr sehr.

Mit leisen Worten ist es der Autorin gelungen, mir immer und immer wieder Schauer über den Rücken laufen und Tränen in die Augensteigen zu lassen. Wenn einem Bilder von Kindern in den Kopf steigen, die Gräber ausheben oder die Kleidung Toter durchwühlen müssen, oder von einem kleinen Mädchen, das völlig erschöpft zusammenbricht und dann umgebracht wird, ist es etwas so bedrückendes und ergreifendes, dass es sich kaum in Worten angemessen beschreiben lässt. Und dennoch gelingt es der Verfasserin in diesem gerade einmal 110 Seiten umfassenden Werk genau solche Bilder auszulösen und ein ganzes Leben, und die Auswirkungen des Verschwindens eines solchen, zu beschreiben.

„Und du bist nicht zurückgekommen“ ist ein sehr gefühlvolles und persönliches Buch über die in den Konzentrationslagern erlebte Unmenschlichkeit. Aber nicht nur das; es ist auch ein Buch über die immer währende Liebe eines Kindes, einer Frau, zu ihrem verschollenen Vater. Es ist ein Brief, der sehr nahe geht, zum Nachdenken anregt und niemals von dem Adressaten gelesen werden wird.
Gerade in der heutigen Zeit ein Werk, welches ich weiterempfehlen kann.

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Vom Kiez zum Kap“ von Bernd Volkens und Kay Amtenbrink

Wie eine Schnapsidee zu einer abenteuerlichen Reise werden kann…

Eigentlich ist es eine einfache Schnapsidee, an einem Donnerstagabend im FC Sankt Pauli-Clubheim, nach dem Fußballtraining, geäußert: Nach dem ein oder anderen Bier wird die Idee weitergesponnen: Einmal nach Afrika zu reisen, genauer gesagt nach Kapstadt, um dort 2010 beim Fußballspiel dabei sein zu können. Doch wäre die Reise mit einem Flugzeug viel zu unspektakulär..
Da wäre so eine Reise mit einem Bulli viel abenteuerlicher..
Und so ist das Ganze ins Rollen gekommen.. Über das Auto waren sich die Freunde schnell einig, das passende Gefährt nach einiger Suche auch zu einem annehmbaren Preis gefunden: Ein 1992 gebauter T3 Syncro soll zu ihrem Begleiter werden.
In vielen mühsamen Nachtschichten wird die Route geplant, Visabestimmungen geprüft, der Impfschutz kontrolliert und aufgebessert. Auch der Bus muss aufgerüstet werden, da er auf der langen Reise einiges durchzumachen haben wird.
Schon hier wird immer klarer, mit wie viel Aufwand eine solche Unternehmung verbunden ist, aber Bernd Volkens und Kay Amtenbrink lassen sich in keinster Weise entmutigen.
Nachdem der eigentliche Starttermin etwas verschoben werden musste, geht es am 15. Februar 2010 endlich los. Kurzfristig musste aufgrund von Unruhen und Terrorgefahr in einigen Gebieten noch die Route verändert werden.
Nun soll es also von Hamburg aus über Österreich, Kroatien, Serbien, Bulgarien und der Türkei über Syrien, Jordanien, Ägypten, den Sudan und Äthiopien nach Kenya nach Tansania. Von dort aus dann weiter über Malawi, Sambia und Botswana bis nach Südafrika zum Kap.
Auf dieser langen Reise durchleben die Freunde Höhen und Tiefen: Sie erzählen von der Gastfreundlichkeit und Offenheit, aber auch von anstrengenden Grenzbeamten, von beeindruckenden Landschaften und Pannen, die einen zum Verzweifeln bringen.. Außerdem lernen sie bei ihrem Abenteuer immer wieder neue Menschen kennen, von denen sie zeitweise begleitet werden.

Das Buch ist sehr hochwertig gestaltet: Eine die rund 20.000 Kilometer veranschaulichende farbige Karte leitet das Buch ein. Darüber hinaus gewähren zahlreiche Fotos Einblicke in verschiedene Städte und Landschaften, sodass man sich beim Lesen dem Abenteuer und den Reisenden ein gutes Stück näher fühlt. Zumalen eine solche Reise heute gänzlich unmöglich wäre..
Manchmal hatte ich wirklich das Gefühl, dass es sich hierbei wirklich am ehesten um eine Schnapsidee handelt und sie nicht viel weiter ausgearbeitet ist.. Kay und Bernd wirkten manchmal ein wenig blauäugig. Und dann, ein paar Seiten weiter, versteht man wieder, was die beiden so fasziniert: Andere Kulturen und Landschaften kennenzulernen.
Auch wenn ich mich so gar nicht für Fußball begeistern kann, ist es schön zu sehen, wie sich die Freunde einen Traum erfüllen, dabei einige Strapazen über sich ergehen lassen und dabei nie den Mut verlieren. Sie halten zusammen und werden mit jedem zurückgelgten Meter ein besseres und eingespielteres Team.
Die Kapitel sind so geordnet, dass sie immer eine Etappe beschreiben. Sie lassen sich locker lesen, was auch an der Sprache, die Tagebuch-Charme hat, liegt. Jedoch ist diese einfach gehaltene Sprache auch manchmal etwas ermüdend… Und Rechtschreib- und Grammatikfehler sind auch keine Seltenheit… Auch wenn der Bulli wiedereinmal eine Panne hat, Ersatzteile besorgt werden müssen und dann am Auto herumgewerkelt wird, lässt die Spannung etwas nach..
Nichtsdestotrotz hat mir dieses Buch gefallen, da es den Leser an dem Erfüllen von Wünschen teilhaben lässt, die zeitweise unglaublich weit in die Ferne rücken, sodass man beinahe aufgeben möchte. Außerdem ist “Vom Kiez zum Kap” ein Buch darüber, wie man zusammen mit seinen Freunden über seine Grenzen gehen kann.

 

„Es findet sich immer eine Lösung, ein Ausweg. Also los, lebt Eure Träume!“  — Kay, Seite 221

4/5 Sterne

4-Sterne

🍰 🍰 Rhabarber-Grießkuchen 🍰 🍰

Ein sehr leckerer und saftiger Kuchen!

Zutaten:

Für den Teig:

  • 300g Mehl
  • 200g Butter
  • 80g Zucker
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz

Außerdem:

  • Oblaten zum Teig bedecken

Für die Füllung:

  • 550 ml Milch
  • 100g Grieß
  • 2 Eier
  • 200g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 250 ml Sahne
  • 850g Rhabarber

So geht’s:

  1. Alle Teigzutaten verkneten. Dann eine Springform fetten und mit dem Teig auslegen, dabei einen Rand hochziehen.

2. Den Boden nun vollständig mit den Oblaten bedecken.

3. Nun den Rhabarber abziehen und in ca. 2 cm lange Stücke schneiden. Dann in die Springform geben und mit 100g Zucker bestreuen und ziehen lassen.

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4. In der Zwischenzeit die Milch in einem Topf erwärmen und den Grieß darin ca. 20 Minuten quellen lassen. Die restlichen Zutaten nacheinander hinzugeben und unterrühren. Dann auf der Rhabarber-Schicht verteilen.

5. Jetzt für 45 Minuten in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen schieben.

Bild 363

6. Jetzt nur noch vorsichtig aus der Form lösen.

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Fertig!

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🍰 🍰 Viel Spaß beim Nachmachen!! 🍰 🍰

Leider habe ich (mal wieder..) Probleme weitere Bilder hochzuladen.. Bei den letzten Malen hat sich dieser Fehler einige Tage hingezogen. Sobald es wieder möglich ist, was hoffentlich bald der Fall sein wird, werde ich die letzten Bilder ergänzen. 🙂 *Menno*

📖 Rezension zu: „Klöppel-Kurs für Selbststudium und Unterricht“ von Ulrike Löhr

Sehr zu empfehlen!

Dieses Buch soll dem Selbststudium dienen oder als Ergänzung zum Unterricht den Einstieg in das Klöppeln ermöglichen, bzw. erleichtern. Unterteilt in 17 Grundlagen wird in jedem Kapitel eine andere Technik gezeigt, sodass es eine solide Grundlage schafft, mit deren Hilfe man sich dann weiter orientieren kann. Die verschiedenen Lektionen bauen aufeinander auf, weswegen man keine von ihnen überspringen sollte.

Zu Beginn eines jeden Kapitels wird angegeben, welche Materialien benötigt werden. Danach wird grundlegend erklärt, wovon die folgende Lektion handelt. Im Anschluss daran wird beschrieben, wie die Spitze geklöppelt wird, veranschaulicht wird dies durch mehrere Zeichnungen oder Fotos.
Die einzelnen Klöppelbriefe werden genau erklärt und dank der Legenden am Ende des Buches, stellen auch verschiedene Farben und Formen in den Klöppelbriefen oder den Zeichnungen kein Problem dar.
Der Anfang war für mich trotz der Beschreibungen schwierig, da meine Anfänge absolut nicht so aussehen wollten, wie die Abbildungen im Buch.

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Aber nach und nach funktionierte es immer besser. Noch habe ich das Buch nicht vollständig durchgearbeitet, ich freue mich aber schon sehr darauf, mich an einem Kragen zu üben, denn die Abbildungen sehen einfach wunderschön aus.

Ich kann dieses Buch sehr weiterempfehlen, da es einem hilft, in das Klöppeln einzusteigen- ein Handwerk, das bewahrt werden sollte. Außerdem ist es sehr vielseitig, was man schon in diesem Buch merkt, sodass man immer wieder neues ausprobieren kann.

5/5 Sterne

5-Sterne

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Schaut mal vorbei!

Rezension zu: „Eden – Die Fotografie von Art Wolfe“ von Art Wolfe

Eden

Mit seiner Farbbrillanz und den unglaublichen Motiven schwer beeindruckend!

Der 1951 geborene Fotograf Art Wolfe war nach seinem Kunststudium schon mit Ende zwanzig für National Geographic unterwegs. Während seiner langjährigen Karriere hat er bereits 80 Bücher veröffentlicht, für deren Fotografien er die ganze Welt bereiste.

Sein neues Werk “Eden” umfasst Arbeiten aus vier Jahrzehnten. Auf seinen Reisen seit den 1970er-Jahren wurde er von zahlreichen Experten wie Biologen, Autoren, Fotografen, Forschern, Fremdenführern, Filmemachern und vielen mehr begleitet.
Ganze 450 Fotografien zeigen Vielfalt und Schönheit der Natur. Gegliedert in die Kapitel “Berge”, “Polar – Subpolar”, “Wüsten – Savannen”, “Meere – Inseln” und “Tropen – Subtropen” werden faszinierende Einblicke in die unterschiedlichsten Gebiete und Kulturen gegeben.
An Art Wolfes Seite durchreist man alle Kontinente und gewinnt völlig neue Blickwinkel und Perspektiven auf die von uns so häufig vollkommen unterschätzte Natur. Ruhige Momente werden genauso eingefangen wie auch Momente der Bewegung, Naturschauspiele oder atemberaubende Aussichten. Von Schneeziegen im Glacier-Nationalpark, Montana, USA, über ins Meer fließende Lava auf Hawaii, bis hin zu einem Holi-Fest in Mathura, Uttar Pradesh, Indien- dieser Bildband entführt einen an die unterschiedlichsten Orte.
Gerade die vielen ausklappbaren Seiten geben dem Buch noch mehr Zauber: Wenn sich Tierzüge über mehrere Seiten erstrecken, kann man sich der Kraft der Bilder nicht entziehen.
Aber nicht nur Tiere oder Landschaften werden gezeigt, denn auch bedrohte indigene Völker und ihre Kulturen werden in diesem Buch verewigtlicht. Ihre Anzahl schwindet immer mehr und man merkt beim Bewundern der Aufnahmen, wie wichtig es ist, diese Völker mit all ihren Bräuchen und die Welt in der nicht nur sie, sondern auch wir leben, zu schützen. Man sieht auf der einen Seite die Stärke und Kraft von Naturgewalten und auf der anderen Seite die Verletzbarkeit, Zerbrechlichkeit und Endlichkeit.

“Eden” zeigt die Natur, in all ihren Facetten, sodass der Wunsch, diese zu schützen und zu bewahren, von Seite zu Seite wächst.
Ein Bildband der immer wieder sprachlos macht und einen mit jedem Foto neu beeindruckt und fasziniert.
Auch die Texte zu Beginn eines jeden Kapitels verstärken die Bewunderung, die man der Natur und dem Fotografen entgegenbringt.
Darüber hinaus soll ein neuartiges Druckverfahren zu der Farbbrillanz geführt haben.

Hierbei handelt es sich um ein Werk, in das sehr viel Zeit, Mühe und Begeisterung geflossen ist, was man auf Anhieb merkt. Als Leser taucht man in die unterschiedlichsten Gebiete dieser Welt ein und lässt sich von der Natur und ihren Wundern verzaubern.

Ich kann diesen Bildband definitiv jedem weiterempfehlen, der gerne zum Staunen gebracht wird und die Natur in all ihrem Zauber erleben möchte. Für Freunde fantastischer Fotografie und Bewunderer einzigartiger Natur.

 

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Zuhause selbst gemacht“ von Epipa

Zuhause selbst gemacht

Ein wunderschönes Buch!

In diesem zauberhaften Buch von der Bloggerin Epipa warten zahlreiche Rezepte und Anleitungen darauf, ausprobiert zu werden. Durch Sticken, Häkeln, Nähen, Backen, Basteln und Einmachen soll das eigene Zuhause heimatlicher gemacht und mit Erinnerungen und Träumen gefüllt werden. Das gesamte Buch verstömt dabei einen Landlebencharm, der einen vollkommen in seinen Bann zieht.
Ob selbstgemachte Zitronenlimonade, Muffins oder Quilts für das gemeinsame Picknick oder die richtigen Ideen für Naschkatzen am Tisch, Köstliches aus der Speisekammer wie zum Beispiel selbstgemachten Frischkäse oder süße Anregungen für kleine Abenteurer oder aber doch Selbstgemachtes, um einfach mal zur Ruhe zu kommen- hier gibt es für fast jede Gelegenheit etwas zum Ausprobieren!
Das Buch ist mit sehr viel Liebe gestaltet worden, weswegen es auch so viel Freude bereitet, sich die einzelnen Seiten anzuschauen, durchzulesen und einfach mal zu schmökern.

Da die Anleitungen sehr gut und verständlich beschrieben sind, fällt es nicht schwer, Dinge auszuprobieren und nachzumachen.
Ganz besonders haben mir die Sachen mit Granny Squares gefallen, da sie nicht nur leicht zu machen sind, sondern weil sie auch so schön Ruhe und ein heimatliches Gefühl verströmen. Aber auch die gehäkelte Spitze ist wunderschön.

Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, da es Freude bereitet, die Kreativprojekte aus Küche, Wollkorb und Nähkästchen auszuprobieren und sich dadurch ein bisschen Ruhe und Wärme nach Hause zu holen.

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5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: “Gut zu Fuß ein Leben lang“ von Dr. med. Christian Larsen

Gut zu Fuß ein Leben lang

Dieses Buch ist eine wirkliche Hilfe! Toll!

Rund 80% der Deutschen leiden unter Fußproblemen. Doch wird in den allermeisten Fällen nichts gegen die Ursache des Schmerzes getan. Wie bei einem Auto, bei dem die Signalleuchte bedrohlich aufblinkt und man einfach schnell das Glühlämpchen ausbaut, um ungestört weiterfahren zu können. Manche versprechen sich von Einlagen Besserung oder denken sogar an eine Operation, allerdings benötigt es dieser nur in den aller wenigsten Fällen.
In “Gut zu Fuß ein Leben lang- Erfolgsmethode Spiraldynamik® mit 50 wirkungsvollen Übungen” zeigt der Forscher, Autor, Arzt, Preisträger, Dozent, Mitbegründer der Spiraldynamik und Leiter des Instituts für Spiraldynamik an der Privatklinik Bethanien in Zürich wie man die Gesundheit seiner Füße erreicht- ein Leben lang.

Zu Beginn des Buches wird dem Leser der Fuß aus der Sicht der Evolution vorgestellt. Dies soll zeigen, in wie weit sich der Fuß entwickelt hat und angepasst wurde, darüber hinaus soll die Gesundheit des Fußes mit dem Lebensstil in Verbindung gebracht werden. Auf diesen Gedanken aufbauend wird erklärt, wie der Fuß funktioniert, wie die Muskeln arbeiten und was einen gesunden Fuß generell ausmacht. Dieses Wissen soll dazu beitragen, dass man den Fuß versteht, um später folgende Gedanken bezüglich einer Selbstdiagnostik und Selbstheilung nachvollziehen und übertragen zu können.
Sehr beeindruckend war für mich auch der Teil dieses Abschnittes, in dem Rückschlüsse von den Füßen auf die Seele gegeben wurden. So gibt es einige Zusammenhänge, die der Autor als eine Wechselwirkung beschreibt (S.41).
Im Anschluss daran folgt ein Kapitel zu Fußproblemen: “Füße auf schiefer Bahn” (S.44-73). Hier werden Hilfen gegeben, um Beschwerden richtig einordnen und “diagnostizieren” zu können. Sehr anschauliche Tabellen geben Aufschlüsse über mögliche Bedeutungen von bestimmten Schmerzen und Beschwerden, sowie mögliche Fernursachen. Andere, ebenfalls sehr anschauliche Tabellen helfen zum Beispiel bei der Schmerzlokalisation und deren Bedeutung, sowie den sichtbaren Signalzeichen und was diese bedeuten.
Darüber hinaus werden die Fußdeformitäten in die drei Kategorien unterteilt, die wiederum bei der Behandlung helfen sollen. Verschiedene Deformitäten wie auch der Spreizfuß, der Knickfuß oder der Senkplattfuß werden vorgestellt. Auf diese Vorstellungen folgen Erklärungsansätze, wie es zu diesen Beschwerden kommt, außerdem werden viele verschiedene Therapieansätze genannt, erklärt und abgewogen.
An dieses Kapitel schließt das dritte an: “Schritt für Schritt zur Selbstdiagnose und Selbsthilfe” (S.74- 95). Dieses Kapitel soll dabei helfen, Fußleiden zu diagnostizieren, um dann die Prognose mittels Selbsthilfe zu verbessern. Wichtig ist, so wird schlüssig erklärt, dass die Übungsinhalte in den Alltag integriert werden, um sie so zu automatisieren. Viele abwechslungsreiche und leicht durchzuführende Tests lassen Fußprobleme erkennen. Darüberhinaus werden Prognosen gegeben und der Verlauf, hin zur Verbesserung wird vorgestellt.
Dann folgen die zwölf Basisübungen, die, regelmäßig ausgeführt, die Wahrnehmung, die Beweglichkeit, die Kräftigung und Koordination verbessern sollen. Hierbei ist noch zu erwähnen, dass das Programm einem ganz bestimmten Ablauf folgt, dessen Reihenfolge man unbedingt einhalten soll.
Darauf folgt ein Kapitel zu Übungen, die täglich durchgeführt werden sollten. Was mich besonders begeistert ist, dass wirklich gezeigt wird, wie man die einzelnen Übungen geschickt in seinen Alltag einbaut, sodass man selbst mit einem prall gefüllten Terminkalender die Übungen problemlos durchführen kann. Die vorgestellten Übungen lassen sich sehr gut umsetzen. Wie auch im restlichen Buch verdeutlichen Fotos, Zeichnungen und Tabellen alles wichtige sehr anschaulich und verständlich.
Hierauf aufbauend werden im sechsten Kapitel die Spezialübungen vorgestellt, die die Lösungen für wichtige Fußprobleme darstellen sollen.
Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit der professionellen Hilfe: Wer kann wie wobei wann und warum helfen? Die Antworten werden anschaulich, verständlich und das Für- und Wider abwiegend gegeben.

Ich bin von diesem Buch wirklich begeistert, da es umfassend das Thema gesunder Füße aufgreift. Die Erklärungen sind sehr gut verständlich und bauen so auf einander auf, dass man seinem Ziel Schritt für Schritt näher kommt. Wie komplex und dennoch verständlich ein Buch von 288 Seiten sein kann, beeindruckt mich ebenfalls sehr.
Auch, dass die Übungen so gut in den Alltag einzubinden sind, finde ich bemerkenswert. Außerdem ist dieses Buch für Menschen jeder Altersklasse geeignet, da es nie zu spät oder zu früh ist, sich um seine Füße zu kümmern. Darüber hinaus sind die Übungen keineswegs so konzipiert, dass lediglich 20jährige Durchtrainierte sie bewerkstelligen könnten. Ganz im Gegenteil ist das Buch so ausgerichtet, dass es allen Hilfe bietet, was ich bei vielen Büchern vermisse, bei denen ich mich frage, wie Menschen mit Beschwerden die Übungen überhaupt durchführen sollen. Verschiedene Abstufungen zeigen auch, wie man die Übungen auf die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten anpassen kann.
Sehr viele Bilder, Zeichnungen und Tabellen erleichtern das Verständnis ebenfalls.

In meinen Augen ist dieses Buch eine wahre Bereicherung! Es erklärt und hilft, ohne mit seiner Bündelung von Informationen und Tipps zu erdrücken. Ich kann dieses Buch absolut weiterempfehlen, da niemand unter Fußbroblemen leiden sollte und dieses Buch wirklich hilft, eben diese zu beheben (-oder in ganz verfahrenen Situationen zumindest zu bessern).

Wie auch der Autor angibt, stellt dieses Buch bei starken Beschwerden allerdings keine alleinige Hilfe dar; bei schweren Problemen sollte man selbstverständlich trotzdem einen Fachmann aufsuchen (diesem Thema ist auch ein ganzes Kapitel gewidmet), aber auch hier kann das Buch unterstützen!

 

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Pur genießen. Natürlich & gesund“ von Pascale Naessens

In meinen Augen nichts besonderes, weswegen ich von diesem Buch enttäuscht bin.

Für Pascale Naessens liegt der Schlüssel einer gesunden und schmackhaften Küche in den Naturbelassenen und unbehandelten Zutaten. Die Gerichte sollen zudem schnell und leicht zuzubereiten sein und mit einem raffinierten Geschmack überzeugen.
Als die Belgierin noch ein, wie sie immer wieder wiederholt, international sehr gefragtes Model war, viel ihr eine gesunde und ausgewogene Ernährung schwer. Die Autorin erklärt, wie sie selber immer mit sich gekämpft hat, mal nur eine handvoll Nüsse am Tag gegessen hat, während sie an einem anderen Tag alles gegessen hat, was ihr in die Quere kam. Deswegen machte sie sich bald Gedanken über eine bessere Art der Ernährung, sodass sie auf ihr Erfolgsgeheimnis kam: “Pur genießen”.

Zu Beginn des Buchs wird erklärt, warum man “pur genießen” sollte und was dies ausmacht. Für Naessens ist diese “einfache, leckere, gesunde und schöne” (S.7) Ernährung für sie mehr als nur Kochen. Denn damit verbindet sie außerdem “Romantik, Kommunikation, Kreativität, Gesundheit und vor allem Genuss” (S.7) Anschließend erklärt die Autorin wie viel Mühe und Liebe sie in dieses Buch gesteckt hat, weil dies ihre Leidenschaft sei. Auf den nächsten Seiten geht es um ihre Geschichte.
Den darauf folgenden Teil fand ich sehr spannend, da über die westliche Gesellschaft und ihre Ernährung geschrieben wird. Die Probleme von Industrienahrung werden kurz zusammengefasst und es wird erklärt, in wie weit welche Inhaltsstoffe gut (oder schlecht) auf die Gesundheit einwirken können. Die Vorteile der von der Autorin vorgestellten Ernährung werden auf weiteren vier Seiten erläutert. Solche Vorteile wie “Man findet Halt und Orientierung in einer Welt des Überflusses.” (S. 15), konnten mich allerdings nicht vollkommen überzeugen.. Andere Aspekte leuchteten mir jedoch ein.
Allerding beruht das ganze vorgestellte Prinzip auf der Trennkost, was jetzt keine neue Idee ist. Jeder dürfte mal über dieses Prinzip gestolpert sein- die Grundlagen lauten:

  1. Fleisch + Gemüse
  2. Fisch + Gemüse
  3. Käse + Gemüse
  4. Kohlenhydrate + Gemüse

Nach dieser Einleitung folgen die Rezepte, die in acht Kapitel gegliedert sind:

  • Schnelle und einfache Mittagsmahlzeiten
  • Köstliche Gemüsegerichte
  • Überraschendes mit Käse
  • Aus Flüssen und Meeren
  • Krustentiere und Muscheln
  • Kurkuma: das goldene Gewürz
  • “Echtes Fleisch” – man merkt den Unterschied
  • Mit Genuss zu sündigen ist eine Kunst

Die meisten Rezepte beinhalten Fleisch, weswegen das Kochbuch für Vegetarier und Veganer nicht geeignet ist. Die wenigen restlichen Rezepte sind in meinen Augen nichts wirklich aufregendes, zum Beispiel sind “Mit Ricotta gefülltes Gemüse” (S. 72) oder die Kombination von Fisch und Spinat keine neuen Kreationen, auch wenn die Autorin eben dies in ihrer Einleitung versichert hat..
Für andere Gerichte wiederum benötigt man meines Erachtens kein Rezept. Erstaunt hat mich außerdem, wie viel Olivenöl verwendet werden soll..

Alles in allem bin ich von diesem Kochbuch enttäuscht, da mich nur wenige Rezepte angesprochen haben. Der Einleitungteil war zwar interessant, jedoch hätte es mir gereicht, wenn die Autorin nur fünf mal von ihrer Beliebheit als Model und ihrer unglaublich tollen Figur, für die sie bewundert wird, erzählt hätte. Es ist damit geworben worden, dass sich alle Gerichte sehr schnell nachkochen ließen. Zwar ist die Zeit meiner Meinung nach etwas knapp bemessen, jedoch gehen sie tatsächlich recht schnell von der Hand.

 

2/5 Sterne

2-Sterne