📖 Rezension zu: „Engel der Themse“ von Anne Breckenridge

Cover Engel der Themse

Konnte mich leider nicht überzeugen…

Im viktorianischen England des Jahres 1864 verschwinden in London immer wieder Kinder. Da es stets die Ärmsten, für die sowieso niemand einzutreten bereit ist, trifft, wird die Polizei nicht aktiv. So holt der Schatten, wie die Leute zu flüstern pflegen, die Kinder. Auch Gladys Bruder ist nach einem kurzen Moment der Unachtsamkeit unauffindbar, was zwar das Leben der Familie, nichts jedoch an der aussichtslosen Situation ändert. Selbstverständlich schert sich die Polizei auch dieses mal nicht um den vermissten Neugeborenen.
Erst als der Sohn eines Lords unauffindbar bleibt, werden endlich die Ermittlungen aufgenommen. Da das vorlaute Küchenmädchen Emma schnell der Entführung verdächtigt wird, bleibt ihr nur noch die Flucht als Ausweg.
So trifft sie in den Straßen Londons auf Gladys. Einander trauen sie zwar nicht über den Weg, müssen aber zusammenhalten als auch der zweite Sohn des Lords verschwindet und die Polizei Emma unbedingt als die Schuldige präsentieren möchte.
Gemeinsam versuchen sie die Kinder aus den Händen des Schattens zu befreien – bevor es zu spät ist.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht Gladys und Emmas erzählt, weswegen auch der Schreibstil verschiedene Züge aufweist. Bei den Szenen mit Gladys konnte ich mich beispielsweise gar nicht mit der Erzählweise anfreunden, da die in ärmlichen Verhältnissen lebenden Menschen von Grammatik und einer ansprechenden Wortwahl so gar nichts zu halten scheinen. Selbstverständlich ist es prinzipiell sehr ansprechend, wenn authentisch geschrieben und die Sprache den Charakteren angepasst wird, mir wurde es beim Lesen aber leider zu viel… „Titten“ (S.6,f.), „Fischschwänze“ (S.10) oder „Die wo Pasteten verkauft“ (S.11) sind solche Beispiele von Lesefluss- und Leselust-Hemmern… Ebenso unschön empfand ich das mehrfach auftauchende „Das Herz rutschte (…) zwischen die Schenkel“… Auf die vielen „Herrgott sei bei uns!“-Ausrufe bei Emmas Erzählstrang hätte ich auch verzichten können…
Im Verlaufe des Buches bessert sich das zwar noch etwas, bleibt für mich jedoch noch immer störend…
Da viele Charaktere bemüht werden, fiel es mir etwas schwer, die einzelnen Figuren einzuordnen und war dementsprechend manchmal verwirrt. Da so viele Personen auftauchen, wird in ihrer Beschreibung auch nicht sonderlich in die Tiefe gegangen, was aber nicht so schlimm ist, da man dennoch einen guten Einblick in die Verhältnisse des viktorianischen Englandes gewinnt. So sind beispielsweise die Unterschiede zwischen Arm und Reich stets erdrückend präsent und ziehen sich durch das ganze Buch. Auch wenn ich mich mit Gladys nicht wirklich anfreunden konnte, hatte ich eine bessere Meinung von Emma. Schon zu Beginn musste ich schmunzeln, als sie unbedingt den König einmal sehen möchte und sich deswegen unter viel Müh und Risiko als Junge verkleidet. Als sie dann auffliegt, der endgültige Beweis dafür, dass sie endich zu arbeiten hat, ist Constable Kelly verständnisvoll, was ihn zu einer der sympathischen Figuren des Buches macht.
Die Handlung des Krimis wird immer spannender – ein Höhepunkt ist auch das rasante Ende.
Ganz wunderschön ist auch die Gestaltung des Buches: Ein blauer Buchschnitt und eine Zeichnung Londons zu Beginn eines jeden Kapitels verleihen dem Buch ein schönes Aussehen.

2,5/5 Sternen

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🏆 🎈 2. Bloggeburtstag – deshalb eine kleine Verlosung!! :)

Vor zwei Jahren habe ich auf diesem Blog meinen ersten Beitrag veröffentlicht. Da das Bloggen ohne euch nicht annähernd so viel Spaß machen würde (naja – eigentlich sogar noch weniger…) möchte ich mich bei euch bedanken! ❤ ❤ ❤

Freundlicherweise hat mir der Atlantik-Verlag ein Buch zur Verlosung zur Verfügung gestellt:

Mord in der Mangle Street

„Mord in der Mangle Street“ ist ein ganz bezaubernder Krimi, den ich verschlungen habe. Hier geht es übrigens zu meiner Rezension -> klick

Schaut doch bitte auch auf der Buchseite vorbei -> klick

oder stattet dem Verlag so einen kleinen Besuch ab -> klick   Danke! 😉

 

Außerdem verlose ich „Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie“ von Ernst Peter Fischer, welches ich einmal ganz pfleglich gelesen habe – es sieht aus wie neu.

»Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie«

Hier geht es zur Rezension -> klick

 

Was müsst ihr tun?  

1) Schreibt einfach einen Kommentar! 😉 Dafür erhaltet ihr 1 Los!

2) Dieses Gewinnspiel ist für meine Leser, daher erhalten Follower zusätzlich ein zweites Los!

3) Ein weiteres Los gibt es, wenn ihr den Link der Verlosung auf einer Seite streut, bzw. die Verlosung teilt. Bitte gebt dann den Link zum Beitrag/Kommentar/… an!

Denkt bitte daran eure richtige E-Mailadresse beim Komentarverfassen anzugeben, damit ich euch im Gewinnfall benachichtigen kann! Außerdem ist es wichtig, dass ihr schreibt, für welches Buch ihr in den Lostopf hüpfen möchtet. Mit 2 Losen könnt ihr selbstverständlich entweder zwei mal für ein Buch oder für zwei Bücher in den Lostopf hüpfen.

Jetzt noch das Kleingedruckte:

Teilnahmebedingungen:

1) Ihr seid über 18 Jahre alt oder habt das Einverständnis eurer Eltern
2) Ihr habt einen Wohnsitz in Deutschland  (oder übernehmt die Portodifferenz..)
3) Dieses Gewinnspiel endet am 12. 11. 16 um 24:00 Uhr
4) Ich hafte nicht, falls das Päckchen auf dem Postweg verloren geht
Ich versuche am nächsten Tag auszulosen und hoffe, dass ich bei schneller Rückmeldung schon am 14. 11. verschicken kann.
Viel Glück!!! ❤

📖 Rezension zu: „Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie“ von Ernst Peter Fischer

»Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie«

Sehr interessant!

In „Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie“ stellt der rennomierte Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer 50 Erkenntnisse der Wissenschaft vor. Nach Bestseller »Die andere Bildung« (2001), der Biographie »Der kleine Darwin« (2009) und »Durch die Nacht« (2015) übernimmt er wieder die Rolle des Vermittlers zur populären Naturwissenschaft in einer Art und Weise, die sich leicht verfolgen und sehr gut verstehen lässt.
In den Kapiteln „Erkenntnisse aus Astronomie und Physik“, „Erkenntnisse aus Mathematik und Informatik“, „Erkenntnisse aus Naturforschung und Biologie“, „Erkenntnisse aus Chemie und Medizin“, „Erkenntnisse aus Molekularbiologie und Genetik“ sowie „Noch mehr Erkenntnisse“ stellt der Autor brühmte Wissenschaftler vor und erklärt ihr Wirken. Da die Phantasie meist zu Beginn der Forschung oder des Forschungsergebnisses steht, ruft Fischer selber auch dazu auf, kreativ zu sein, es zu bleiben und das Staunen über die faszinierende Welt und die zahlreichen Rätsel, welche sie bereithält, beizubehalten.
Jedes Unterkapitel beginnt mit einem Zitat des entsprechenden Wissenschaftlers, das bereits eine Vorstellung von den Denkern und Forschern ermöglicht. Dabei stößt man immer wieder auf Aussagen, die zum Schmunzeln bringen oder Ähnliches. Ob Werner von Siemens‘ „Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, sondern mit den Augen die Türe zu finden.“, Robert Kochs „Die Frage ist so gut, dass ich sie nicht durch meine Antwort verderben möchte.“, Alexander von Humboldts „Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben.“ oder Georg Chistoph von Lichtenbergs „Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durchs Gedränge zu tragen, ohne jemanden den Bart zu sengen.“ – diese Einleitungen wurden sehr ansprechend ausgewählt.
Die daraufhin folgenden Erklärungen stützen sich teilweise auf das Eingangszitat, befassen sich mit der Biografie des Wissenschaftlers und geben Erklärungen zu Forschungsergebnissen an. Da sowohl mehr als auch weniger berühmte Wissenschaftler behandelt werden, gestaltet sich das Buch auch sehr abwechslungsreich. Da die einzelnen Unterkapitel auch nicht zu ausführlich sind, bleiben sie stehts spannend und verständlich, vermitteln aber auch ein solides Verständnis zu bestimmten Theorien,…

Sowohl um altes Wissen aufzufrischen, Neues dazuzulernen, sich einfach verzaubern zu lassen als auch um junge Leser für die Wissenschaft zu begeistern, ist dieses Buch sicherlich bestens geeignet.

Ich vergebe daher 5/5 Sternen

5-Sterne

📖 Rezension zu: „Gestern hast du morgen gesagt“ von Dr. Michèl Gleich

Empfehlenswert.

Dem ständigen „Morgen fange ich aber wirklich an“ bereitet der als bester Personal-Trainer-Newcomer Deutschlands ausgezeichnete und als Athlet bei nationalen und internationalen Fitnessmeisterschaften ganz vorne rangierende Extremsportler, Unternehmer, Kolumnist, Medienexperte sowie Ernährungsberater Dr. Michèl Gleich mit seinem Buch „Gestern hast du morgen gesagt“ ein Ende.
Sein 5-Stufen-Trainingsprogramm mit dem eigenen Körpergewicht soll einem bei 3×30 Minuten Training die Woche zu einem sichtbar muskulöseren Erscheinungsbild verhelfen.
Zu Beginn des Trainings gibt es einen Eingangstest, welcher messen soll, wie stark man ist. Dabei werden die Stufen „aktiv“, „mutig“, „eisern“, „stark“ und „stolz“ unterschieden. Auf der entsprechenden Stufe basierend, folgt ein Trainingsplan der stets Übungen für die Bereiche „dynamisch“, „Oberkörper“, „Unterkörper“, „Kernmuskulatur“ und „Arme“ umfasst.
Danach finden sich die verschiedenen Übungen, welche keine Geräte benötigen. Durch die gute Bebilderung und die genaue Beschreibung lassen sie sich gut nachvollziehen und ausführen. Sehr ansprechend sind meines Erachtens die Passagen, in welchen beschrieben wird, welche Regionen bei der entsprechenden Übung beansprucht werden. Dies wird darüber hinaus auch durch ein Körpermodell, bei welchem die zu trainierenden Muskelstränge blau markiert worden sind, verdeutlicht, sodass diese bereits beim Durchblättern und Überblickverschaffen auf einen Blick zu erkennen sind.
Mit jeder Stufe werden die Übungen anspruchsvoller, sodass man, dem Programm folgend, eine Steigerung der Leistung vollzieht.
Wie der Autor des Buches bereits in seiner Einführung sehr deutlich macht, ist die richtige Einstellung entscheidend. So sind Ziele, die einen wie ein Magnet anziehen, Erfolge, ein starker Wille, neue Reize sowie Disziplin von ebenso großer Bedeutung wie die Motivation. Besonders Letztere versucht Dr. Michèl Gleich beim Leser zu wecken, weswegen sich auch zahlreiche „Mantren“ entdecken lassen.
„Stärke deine Stärken und schwäche deine Schwächen.“ (S.11) oder „Das Geheimnis deines Erfolgs ist anzufangen!“ (S.12) sind solche Mutmacher und Wachrüttler.
Im Anschluss an die Übungen finden sich noch Rezepte, wobei ein Teil für die Zeit vor und der andere Teil für die Zeit nach dem Sport angedacht ist. Nach einer umfassenden Einführung werden so die Rezepte vor und nach dem Training vorgestellt. Die Seiten sind sehr übersichtlich gestaltet: Ansprechende Farbfotografien, Nährwertangaben, sehr verständliche Zubereitungsbeschreibungen, vorauszusehender Zeitaufwand (meist um die 10 Minuten), Kalorienanzahl, Anteil am Tagesbedarf sowie eine Gut-zu-wissen-Box versorgen einen mit zahlreichen Informationen. Der vergleichsweise kurze Rezeptteil hilft, eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie eine zu dem vorgestellten Trainigsprogramm passende Ernährung aussehen sollte.
Das Programm von Gleich soll einen zum sofortigen Loslegen animieren.

Mit „Gestern hast du morgen gesagt“ hat Dr. Michèl Gleich ein Werk geschaffen, welches ein vielseitiges Training nahe bringen soll und dessen 67 Übungen ohne Geräte Zuhause unumständlich durchführen sein sollen. Gerade die einseitige Belastung soll vermieden werden, was man den Übungen ansehen kann. Effektiv sollen sie darüber hinaus auch sein, denn die 3 x 30 Minuten sollen bereits reichen, um einen muskulöseren Körper zu erreichen. Auch die Motivation ist für das 5-Stufen-Trainigsprogramm zentral. Auch wenn die Rezepte meines Erachtens kein wirkliches Highlight darstellen, zeigen sie, worauf es, möchte man eine athletische Figur, bei Rezepten ankommt.
Alles in allem ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich nach einem muskulöseren Körper sehen und das Training viel zu oft auf morgen verschoben haben.

4/5 Sternen

4-Sterne

📖 Rezension zu: „Heinemann® Schokoladenträume“ von Heinz-Richard Heinemann

Heinemann® Schokoladenträume

Schokoladig schön!

Die Konditorei Heinemann hat sich, nach eigenen Angaben, seit Ihrer Gründung im Jahre 1932 den Idealen höchster Güte und Frische verschrieben – der Verzicht auf Konservierungsstoffe beispielsweise ist selbstverständlich. Hermann Heinemann, der die Konditorei damals im niederrheinischen Mönchengladbach auf der Bismarckstraße 91 eröffnete, gab sein Wissen um das verführerische Naschwerk an seine Söhne weiter. So werden auch heute in sorgfältiger Handarbeit Unikate geschaffen und täglich neue Kreationen ausprobiert.
Heinz-Richard Heinemann führt den schokoladenbegeisterten Leser in die aromatische Welt der Kakaoprodukte ein, damit ein jeder seine Schokoladenträume wahr werden lassen kann.
Zu Beginn des Buches erklärt der „eidgenössisch diplomierte Konditor- und Confiseur-Meister“, was Schokolade so besonders macht. Dabei ist Heinemanns Begeisterung stets zu spüren: „Erst dann wandert ein Stück Schokolade in den Mund. Und während dieses samtig schmilzt, verursachen die über 600 Aromastoffe der Schokolade ein Geschmacksfeuerwerk, das neben dem eigentlichen Kakaogeschmack auch fruchtige, würzige, nussige und blumige Nuancen aufweist.“ (S.6) Schon beim Lesen dieser Passage hatte ich bereits einen wunderbaren Schokoladenduft in der Nase, wie mir schien, und konnte die Rezepte kaum noch abwarten.
Aber natürlich wird man zuvor noch mit weiteren interessanten und für das Nachmachen wichtigen Informationen versorgt. So werden verschiedene Kakaosorten, die Herstellung von Schokolade und Schokolade als Konditor-Grundzutat beleuchtet sowie ein paar praktische Hinweise gegeben.
Es folgt eine Einführung in den Umgang mit Schokolade; beispielsweise wird das Temperieren erklärt.
Im Anschluss daran finden sich die Rezepte, gegliedert in die Kapitel „Schokoladen-Träume: Tafelschokolade selbst gießen, Früchte und Nüsse mit Schokoüberzug, heiße Schokolade in Variationen, Schoko-Konfitüre.“, „Schokoladen-Kuchen: Aus Schoko- und Kakaoteigen, mit Schokoglasuren, mit luftigen Schokoladenmousse – und Schokobuttercremefüllungen.“, „Schokoladen-Gebäck: Allerlei Schokokekse, Cookies, Brownies und Muffins, Brandteiggebäck mit Schokofüllung, feines Gebäck mit Schokoüberzug.“, „Schokoladen-Pralinen: Auf Basis von Canache-Creme, mit Marzipan, Nougat und aromatischen Alkoholika sowie viele Trüffelvariationen.“, „Schokoladen-Desserts: Charlotte, Pudding und Mousse, Kalter Hund, Schokoladenfondue, Schokosoufflé und -zabaione, Eis-Kreationen.“.
Offen gestanden war ich von ein paar Rezepten etwas enttäuscht, da ich mir Aufregenderes erhofft hatte. So findet sich bei den Tafelschokoladenvariationen unter anderem „mit Haselnüssen“ – als Zutaten werden dunkle Kuvertüre und Haselnüsse benötigt… Von der Machart her ähneln sich meines Erachtens diese Abwandlungen alle, nur dass Zutaten ausgetauscht wurden. Natürlich sind die Rezepte auch sonst nicht komplett gleich, ich hatte aber einfach mehr erwartet, denn das Prinzip, wie man eigene Tafelschokolade herstellt kenne ich bereits von Schokoladenversuchen mit meiner Mutter als ich kleiner war…
Bei den nächsten Themen konnten mich hingegen wieder mehr Ideen begeistern. Generell sind die Rezepte so gehalten, dass nicht viele ablenkende Zutaten gibt, sondern schlichte aber hochwertige Zubereitungen bevorzugt werden. Sicherlich findet jeder Schokoladenfreund ansprechende Rezepte, die es sich nachzumachen lohnt. Auch Klassiker werden vorgestellt, sodass von verschiedenen Kalter-Hund-Varianten (S.124) über Mousse-au-Chocolat (S.121), Mohrenköpfe (S.44) bis hin zu Pfauenaugen (S.68) zahlreiche Kreationen locken.
So finden über 70 Rezepte auf 144 Seiten Platz, wobei in meinen Augen zu wenig Fotografien die Seiten zieren. Ich finde es immer sehr schade, wenn die Rezepte unbebildert sind, da mir dann oft ein Anreiz fehlt, dieses nachzumachen. Die Kreationen, welche mit einem Farbfoto gekrönt werden, haben mir auf Anhieb besser gefallen und mir das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Häufig finden sich jedoch lediglich Fotos von Schokoladenstücken, die mit dem Rezept an sich wenig zu tun haben.
Dennoch ist das Buch schön gestaltet, die Rezepte sind übersichtlich und verständlich. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen lassen sich sehr leicht umsetzen und eine Vielfalt an Rezepten wartet aufs Ausprobiert werden.

Ich vergebe 4/5 Sternen

4-Sterne

📖 Rezension zu: „Die Freihandelslüge – Warum wir CETA und TTIP stoppen müssen“ von Thilo Bode

Die Freihandelslüge

Ein absolutes must-read!

In dieser aktualisierten und erweiterten Ausgabe geht Thilo Bode den Freihandelsabkommen TTIP und CETA auf den Grund. Im ersten Teil des Buches wird in den Kapiteln „Schönredner und Angstmacher“, „Der geheime Deal“, „Das Märchen vom Wachstum“, „Wie Konzerninteressen zu Gesetzen werden oder Der Angriff auf die Demokratie – 1) eingefrorene Standarts, 2) Die offizielle Inthronisierung der Lobbyisten, 3) Paralleljustiz für Investoren, 4) Mogelpackung „Investitionsgerichtshof““ gezeigt, wie sich die Politik den Konzerninteressen unterwirft. Der zweite Teil des Werkes zeigt, wie TTIP in unseren Alltag eingreift, wobei unter Anderem auf Gifte, Lebensmittel, die Landwirtschaft und die neue Arbeitswelt eingegangen wird.
Im Anschluss daran wird im Fazit abschließend zusammenfassend erläutert, weswegen TTIP und CETA unbedingt zu stoppen sind.
Schon auf den ersten Seiten wird sehr deutlich, dass es sich bei den Freihandelsabkommen keineswegs lediglich um das so oft herangezogene Chlorhühnchen dreht, sondern sehr viel entscheidendere Themen im Fokus stehen. So stellt Bode, der ein Freihandelsabkommen keinesweges kategorisch ablehnt, mit viel Sachverständnis die einzelnen Bedrohungen, welche von beiden Abkommen ausgehen, vor und nimmt zu den von Befürwortern häufig herangezogenen vermeitlichen Vorteilen begründet Stellung.
So wird der Freihandel auch als „Freibeuterei“ entlarvt und sowohl Gegner als auch Befürworter zu Wort kommen gelassen.
Bemerkenswert war in meinen Augen auch, dass stets ein sachlicher Ton beibehalten und zahlreiche Argumente aufgezeigt und ernst genommen werden, sodass man das Für und Wider genau erklärt bekommt. Es lässt sich allerdings nicht vermeiden, dass die hinter verschlossenen Türen ablaufenden Verhandlungen, von welchen selbst unsere gewählten Volksvertreter ausgeschlossen werden, in keinem guten Licht stehen.
Denn, wie man Kapitel um Kapitel immer schmerzhafter wahrnehmen muss, gefährden TTIP und CETA unsere Demokratie in höchstem Maße und gehören daher gestoppt. Alleine die Vorstellung, dass Firmen im Ausland gegen die Regierung klagen können, wenn sie befürchten, ihr Profit könnte durch bestimmte Gesetze gefährdet werden, lässt doch die alamierende Frage aufkeimen, wer die Entscheidungen zu fällen ermächtigt ist – Staat oder Industrie.

In sehr verständlicher und packender Weise versteht Thilo Bode es, die Freihandelsabkommen TTIP und CETA unter die Lupe zu nehmen und den Leser auf von diesen ausgehende Gefahren aufmerksam zu machen. Dabei werden sehr viele Argumente, Statistiken, Zitate und Ähnliches angeführt, sodass ein tiefer Einblick möglich ist. Darüber hinaus wird objektiv auf die verschiedensten Bereiche, welche betroffen würden, eingegegangen, was die Tragweite einer Entscheidung für die Abkommen erschreckend greifbar macht.
Nach der Lektüre ist mir klarer denn je, dass sowohl TTIP als auch CETA gestoppt gehören, schon alleine um die Souveränität der Länder zu sichern.
Daher bleibt es mir auch, dieses Buch an wirklich jeden weiterzuempfehlen, denn auch politisch Uninteressierte wären von den verheerenden Folgen eines Abkommens betroffen und sollten sich daher, schon bevor es zu spät ist, informieren und eine auf Tatsachen und nicht auf Propaganda beruhende Meinung bilden, sodass man noch eine Chance hat, gemeinsam die Verhandlungen zu einem Ende bringen zu können.

So vergebe ich mehr als verdiente 5/5 Sternen

5-Sterne

Feenflügel ✂ 📎 📌

Heute zeige ich euch, wie ihr wunderschöne Cellophan-Flügel herstellen könnt.

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📖 Rezension zu: „Eierlikörtage“ von Hendrik Groen

So vielseitig wie die Durchschnittsfüllung der Tablettenbox von Groens Mitbewohnern!

Hendrik Groen gehört nicht zu den Menschen im Seniorenheim, die jeden Tag die Einnahme ihrer Tabletten unter goßem Getue zelebrieren, pausenlos wehklagen, kundtun, was früher alles besser war, erst wenn es um Beschuldigungen und Verschwörungen geht wieder so richtig aktiv werden, sich gar nicht mehr aus dem Haus trauen oder es nicht bemerken, wenn die Zeitung, die sie gerade lesen, noch aus der letzten Woche stammt. Zwar kann er gesundheitlich den langsamen Verfall nicht leugnen, jedoch fühlt er sich alleine von seiner Einstellung her Lichtjahre von den ganzen alten Menschen entfernt.
Nun, im Alter von 83 1/4 Jahren beschließt er, nicht mehr zu allem Ja und Amen zu sagen, sondern lieber seine Meinung kundzutun. Darüber hinaus beginnt er mit dem Schreiben eines Tagebuchs, wobei er sich vornimmt, ganz ungetrübt das Leben im Altenheim widerzugeben. Ungeschönt und unverblümt. Sollte er vor seinem besten Freund Evert Duiker sterben, was er so fest eingeplant hat, soll dieser ein paar nette – wenn auch nicht gerade schmeichelhafte – Passagen aus dem geheimen Tagebuch vorlesen.
Da er alte Menschen generell nicht mag und Großveranstaltungen wie das feierliche Mitklatschen zu „Tulpen aus Amsterdam“ oder heikle Gymnastikübungen im Sitzen nur zu gerne versäumt, hat Hendrik Groen so viele Freunde im Altenheim in Amsterdam-Nord nicht. Mit seinen rebellischen – ja gerade zu vandalistischen – Taten macht er sich auch nicht gerade mehr Freunde. Viele verstehen diese Befreiungsschläge gegen das Establishment, vertreten durch die Heimleitung, nicht so ganz.
Als dann aber eine neue Bewohnerin, Eefje Brandt, einzieht, die mit dem ganzen Geschlurfe und Gestöhne auch nichts zu schaffen haben möchte, ist eine neue Verbündete gefunden. Rein zufällig wird so am Montag, dem 19. Februar, ein Rebellenclub gegründet. Mitglieder: Hendrik Groen, Evert Duiker, Eefje Brandt, Edward Schermer, Grietje de Boer und Graeme Gorter. Vereinsname: Alt-aber-nicht-tot, oder kurz: Alanito. Die Mitgliederzahl ist vorerst auf sechs Personen begrenzt, sodass neue Mitglieder aufzunehmen nicht möglich ist. Ein guter Schachzug in Anbetracht der ganzen Nörgler, die bald der Neid, dann das Misstrauen und schließlich das Lästern packen wird. Das Ziel des Clubs ist es, gegen die chronische Ereignislosigkeit anzukämpfen, weswegen bei einer bewegenden Gründungsversammlung beschlossen wird, dass, unter Betrachtung der Gebrechen und finanziellen Möglichkeiten der Mitglieder, in regelmäßigem Abstand nacheinander jedes Mitglied unter strengster Geheimhaltung einen Ausflug planen muss. Dabei kann es sich um tolle Besichtigungen, Kurse oder Ähnliches handeln. Eine wichtige Regel sei noch vermerkt: Teilnehmern ist das Meckern nicht gestattet.
Und so blüht die Gruppe auf, erlebt endlich wieder etwas und wächst zusammen. Dabei verschlechtert sich die Gesundheit der Clubmitglieder, neue Beschlüsse der Direktorin müssen verhindert werden,… Es ist also einiges los im Altenheim…

„Auch im neuen Jahr hab ich für Senioren nichts übrig. Dieses Geschlurfe hinter Rollatoren, diese völlig deplatzierte Ungeduld, dieses ewige Gejammer, diese Kekse zum Tee, dieses Geseufze und Gestöhne.
Ich bin 83 1/4 Jahre alt.“
Schon die ersten drei Sätze haben mich zum Schmunzeln gebracht und meine Neugierde geweckt. Immer wieder stößt man auf so schöne Passagen, dass man sie sich am liebsten herausschreiben würde – nur dass es dafür dann doch zu viele sind. Hendrik Groen beschreibt den Alltag im Altenheim mit viel (Selbst-) Ironie und Scharfsinn. Das Erzählte ist dabei manchmal so skurill, wenn auch nicht unrealistisch, dass man nicht mehr anders kann, als loszulachen. Aber selbstverständlich gibt es nicht ständig Grund zur Freude, denn auch Trauriges schildert Groen in seinem geheimen Tagebuch.
So ist dieses Werk so vielseitig wie die Durchschnittsfüllung der Tablettenbox von Groens Mitbewohnern. Manchmal sentimental, dann wieder höchst amüsant, im nächsten Moment traurig, als nächstes zum Kopfschütteln, dann zum Lachen, schließlich kopfkinoverursachend, zum Aufregen oder wieder herzerwärmend.
Ganz besonders gelingt es Hendrik Groen, die Stimmung, welche in einem Moment herrscht, durch einen gezielten Kommentar wieder umschlagen zu lassen. Nicht selten führte dies bei mir zum Staunen oder Lachen.
Sehr ansprechend ist meiner Meinung nach auch, dass dieses Werk auch wirklich Tagebuchcharakter hat, denn auch Themen wie der Königstag oder Nachrichten Groens Bewertung nicht entgehen können. Aber auch Veränderungen im Heim werden zum Gegenstand der Tagebucheinträge gemacht, sodass man die Zustände dort lebhaft vor Augen hat und es gleich verschiedene Handlungsstränge gibt, welche jedoch stets passend zusammengeführt werden. Ebenso wird über die Gesundheit der Charaktere geschrieben, was schon beeindruckt und zum Nachdenken anregt. „Stillstand bedeutet Fortschritt“, doch nicht bei jedem bleibt das aktuelle Niveau erhalten…

Mit „Eierlikörtage“ wurde ein wunderbares Werk geschaffen, welches ich jedem ans Herz legen kann! Es ist nicht nur einfach humorvoll, hat nicht einfach Unterhaltungswert, sondern gibt auch, immer in Maßen, Anlass zum Grübeln. Ich habe es sehr genossen, Herrn Groen ein Jahr lang zu begleiten, habe Alanito ins Herz geschlossen und mitgefiebert. Jetzt bin ich auf die Fortsetzung, „Tanztee“, gespannt, welche im Frühjahr nächsten Jahres erscheinen soll.

Von mir gibt es 5/5 Sternen

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Kollisionen“ von Florian Scheibe

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Dieses Werk lässt mich zwiegespalten zurück…

Die gut verdienende Architektin Carina vermag nicht mehr rechtzeitig zu bremsen, als ihr die sechzehnjährige Mona unerwarteter Weise vor das Fahrrad läuft. Auf ihre Versuche, sie anzusprechen, reagiert der Teenager ebenso wenig, wie auf ihr immer energischer werdendes Anstupsen. Doch irgendwann bemerkt Carina den Grund für das merkwürdige Verhalten des ihr unbekannten Mädchens: Offensichtlich steht sie unter dem starken Einfluss von Drogen. Nach dieser Feststellung steigert sich ihre Wut jedoch noch weiter, als sie auf die leichte Wölbung des Bauches aufmerksam wird.
Wieso wird ein obdachloser, jugendlicher Junkie schwanger, während sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten Tom verzweifelt versucht, eine Familie zu gründen? Diese Ungerechtigkeit ist Carina unbegreiflich.
Und so fasst sie den Entschluss, dass Tom und sie sich untersuchen lassen sollen – länger möchte sie auf ein eigenes Kind nicht warten müssen. Nach den nicht ganz so rosig ausfallenden Untersuchungen entscheiden sich die beiden für eine Kinderwunschbehandlung.
Während das gut gestellte Paar mit aller Kraft versucht, ein Kind zu bekommen, ist Mona, die, von der Kälte in ihrem reichen Elternhaus aus der Bahn geworfen, auf der Straße lebt, Drogen nimmt, ungewollt schwanger geworden.
Es folgen weitere Kollisionen, welche dazu beitragen, dass sich Toms, Carinas und Monas Leben immer weiter verstricken, obwohl sich die Lebensentwürfe der drei zunehmend verändern.

Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war ich auf das Buch sehr gespannt. Zum einen denke ich, dass das Thema des unerfüllten Kinderwunsches sehr viel Potential bietet und Raum für einen bewegenden Roman schafft und zum Anderen war ich der Überzeugung, dass die verschiedenen aufeinanderprallenden Lebenswelten zahlreiche weitere Möglichkeiten bieten, Kontraste darzustellen oder die Charaktere eine (Weiter-)Entwicklung durchlaufen zu lassen.
Als ich dann mit dem Buch begann, konnte ich bereits nach wenigen Sätzen in die Erzählung abtauchen. Der häufig bildhafte Schreibstil ermöglicht ein lockeres Lesen, sodass man bereits nach kurzer Zeit die 337 Seiten durch hat. Aufgebrochen wird dieses unbeschwerte Lesen meines Erachtens durch die ständigen Perspektivwechsel, denn sowohl Mona als auch Carina und Tom berichten aus ihrem Leben. Dabei geschieht Beschriebenes manchmal nacheinander, immerzu jedoch auch zur selben Zeit. Darüber hinaus weiß man nicht, aus welcher Perspektive gerade geschrieben wird, was bei mir des öfteren zu Verwirrung führte.
Sobald allerdings eindeutig wurde, um welchen Charakter und um welche Zeit es sich handelt, wurde der Abschnitt für mich wieder spannend. Da die unterschiedlichen Figuren eine individuelle Sicht auf die Welt haben, konnte man sich so ein besseres Bild von den Protagonisten machen und die Unterschiede in ihrem Leben besser erkennen.
Allerdings stellt mich die Figurengestaltung vor ein weiteres Problem: Auch wenn ich die Wut von Tom und Carina über den unerfüllten Kinderwunsch, auch aufgrund der meist in diese Richtung gehenden Beschreibungen, gut nachvollziehen konnte, wirkten weder ihr Verhalten noch ihre Gefühle so richtig stimmig auf mich. Denn sie verspüren keineswegs nur Wut, sondern ihr Zorn schlägt sich immer wieder sogar in aggressivem, ja sogar gewalttätigem, Verhalten wider. Für dieses gibt es aus meiner Sicht jedoch nie einen wirklichen Grund – keinen Auslöser, welcher ein solches Benehmen rechtfertigen würde.
Darüber hinaus verliert sich ihre Authentizität beim Zurückgreifen auf eine Vielzahl von Vorurteilen: Das glückliche Paar, welches bemerkt, dass es neben der Karriere auch noch etwas anderes, vielleicht sogar wichtigeres, gibt. Der Lebensgefährte, der, von dem unerfüllten Kinderwunsch und der entwürdigenden Diagnose bezüglich seiner Zeugungsfähigkeit, deprimiert, sich in eine Affäre mit einer jungen Kollegin stürtzt – und dann inflagranti von seiner Freundin erwischt wird. Die Liste könnte man noch ein ganzes Stück fortsetzten, darauf verzichte ich an dieser Stelle jedoch. Treten solche Klischees vereinzelt auf, ist das für mich keineswegs ein Störfaktor, häufen sie sich allerdings, verstärkt sich das Gefühl, etwas Konstruiertes zu lesen.
Des Weiteren waren mir sowohl Tom als auch Carina nach einer Weile des Lesens recht unsympathisch. Konnten mich ihre Verzweiflung und ihr Wunsch nach einem Kind am Anfang noch berühren, wurden sie mir irgendwann immer fremder und unverständlicher. Mir wurde zunehmend die karrierebezogene und auf eine gewisse Art unehrliche Weise der beiden zu präsent.
Mona hingegen, die zu Beginn als Junkie auftritt, der bereits im Jugendalter verloren zu haben scheint, gewinnt Seite um Seite. So weiß sie beispielsweise um den Vater, kann ihm davon erzählen und sich Gedanken zu ihrer (vielleicht gemeinsamen) Familie machen. Dabei entwickelt sie sich Stück für Stück zu einer jungen Frau.

So sind die Charaktere durchaus unterschiedlich und wandeln sich auch, aber jeder auf seine Art und keineswegs immer zum Besseren. Manche Handlungen erscheinen mir wie Trotzreaktionen, andere sind mir einfach so unverständlich, wiederum andere hingegen wirken stimmig auf mich. Der Schreibstil ist ansprechend und die Erzählweise bewirkt, dass die Seiten nur so fliegen. Die vielen Kollisionen wirken gekünzelt, da zwischendurch einfach zu dick aufgetragen wird.

Insgesamt lässt mich „Kollisionen“ zwiegespalten zurück, sodass ich auch für meine Bewertung genau die Mitte, also 2,5 Sterne, wähle.

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📖 Rezension zu: „Bienenprodukte erfolgreich verkaufen“ von Marc-Wilhelm Kohfink

Bienenprodukte erfolgreich verkaufen

Sehr hilfreich und verständlich!

Dieses Buch widmet sich in umfassender und verständlicher Weise der Vermarktung von Bienenprodukten. Dabei wird sowohl auf Zielgruppen, Trends im Lebensmittelmarkt, Qualität, Verpackung, Preise, Hofläden, Webshops, Wochenmärkte, Einwände, Verkaufsfehler und deren Vermeidung als auch auf Vertriebspartner, Werbung, Kundenbindung und Präsentation der Produkte eingegangen.

Dabei werden verschiedene Modelle und Prinzipien zu Rate gezogen und auch Begriffe werden erklärt, sodass man sehr bald schon keine Schwierigkeiten mit „Lohas“, „Semiometrie“, „Point of Sale“, „9-Felder-Matrix“ oder „Unique Selling Position“ mehr hat. Allerdings besteht das Buch glücklicherweise nicht ausschließlich aus Aneinanderreihungen von Marketing-Begriffen, sondern geht umfassend auf alle möglicherweise aufkommenden Fragen von Imkern und potenziellen Kunden ein.
Beispielsweise werden Hilfestellungen dazu gegeben, wie viele Informationen ein Kunde wirklich geliefert bekommen möchte, wenn er eine Frage stellt, sodass man weder Wichtiges weglässt noch vom Thema abschweift und letztlich statt beim Geschmack bei verschiedenen Beute-Systemen und deren Vorzügen landet.
Sehr interessant war für mich zudem, wie man die Produkte ansprechend präsentiert, oder wie man an einen Marktstand gelangen kann.
Darüber hinaus ist das Buch von 128 Seiten sehr ansprechend gestaltet: 32 Farbfotos, 3 Zeichnungen und 14 Tabellen unterstützen den Leser beim Umsetzen der in den Textabschnitten gegeben Tipps. Außerdem geben „Tipp“- und „Gut zu wissen“-Boxen wertvolle Denkanstöße oder Ideen.
Des Weiteren lassen sich in diesem Werk beispielsweise auch Honigverordnungs- und D.I.B.-Qualitätsanforderungen an Honig finden, was durchaus hilfreich ist.

Als Jungimkerin ist es schon abenteuerlich, die ersten eigenen Honiggläser in Händen zu halten – dass man das süße Lebensmittel nicht alleine zu verspeisen vermag, wird dann jedoch recht schnell klar. Die Unsicherheit bezüglich des Preises oder Ähnlichem ist da schon vorprogrammiert. Mit Marc-Wilhelm Kohfinks Buch überkommt man diese aber sehr leicht und versteht, wie man seine Bienenprodukte erfolgreich verkaufen kann. Gerade weil man als Imker seinen Schwerpunkt eher bei den Bienen als bei Wirtschaftswissenschaften setzt, ist es sehr schön, von Grund auf etwas zu Marketing zu lesen. So ist dieses Werk auch – oder besonders – für blutige Anfänger geeignet.

5/5 honiggelben Sternen

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Die Attentäter“ von Antonia Michaelis

Cover für Die Attentäter

Bemerkenswert!

Cliff, Alain und Margarete sind auf eine besondere, innige und liebevolle Weise seit sie vier Jahre alt sind verbunden. Damals schon war der zierliche blonde Alain von dem dunkelhaarigen und so andersartigen Cliff fasziniert. Margarete steht als die Bodenständige und Vernünftige zwischen den beiden und hält sie in der ihnen merkwürdig fremden Welt fest. Beide drohen fortzufliegen, Cliff mit seinen schwarzen und Alain mit seinen weißen Flügeln. Während Cliff, in einer zerüttelten und aus den Fugen geratenen Familie lebend, immerzu auf der Suche nach Orientierung und Halt in gewalttätige Gruppen abdriftet, versuchen Alain und Margarete ihn wieder zu retten. Mal um Mal.
Oft reicht ihm ein Blick in Alains morgenhimmelblaue Augen, deren Reinheit ihn etwas zu besänftigen vermögen, seine Wut manchmal jedoch noch schüren. Oft reicht Alain ein Blick in Cliffs nachthimmelblauen Augen, um das Dunkle in ihm und sich zu spüren und zu merken, dass er ihm nicht böse sein kann, sondern ihm verzeihen muss.
Die beiden älter werdenden Jungen sind sich zudem durch eine gemeinsame Leidenschaft sehr nahe, denn beide sind überragende Zeichner. Alain gibt dem ihm gerade Umgebenden eine Gestalt auf Papier, Cliff verbannt Erinnerungen detailgenau auf Blätter, Wände und Böden. Und wird sie trotzdem nie los. Gesichter, Situationen, die sich vor seinen Augen abermals abspielen und nicht löschen lassen.
Irgendwo zwischen vollkommener Gegensätzlichkeit und Verschmelzung zu einem Wesen bewegen sie sich mal aufeinander zu, mal voneinander weg. letzteres immer besonders schmerzhaft.

Doch auch die rechten Gruppen, welchen sich Cliff anschließt, sind nicht das, wonach er sucht. Dies findet er später, in einer Moschee. Alain und Margarete hegen bereits Hoffnungen, dass nun alles gut würde und ihr Freund endlich seinen Frieden gefunden und friedlich geworden ist. Doch was sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen – oder wissen wollen – ist, dass sich Cliff von der ruhigen Gemeinde abgewandt hat und stattdessen in radikalen Kreisen verkehrt. Als sie versuchen, ihn zurückzugewinnen, ist es bereits zu spät und Cliff hat sich für eine gefährliche Reise entschieden.
Ein Jahr des Bangens, des Trauerns und der Verzweiflung scheint für die beiden in Deutschland zurückgebliebenen Freunde nicht zu vergehen. Zu der selben Zeit hat man mit Cliff im Nahen Osten Großes vor. Er ist zu nützlich, um als Kanonenfutter zu enden.
Als er zurückkehrt, scheint er sich verändert und verbessert zu haben. Aber wie oft hat sein Umfeld schon daran geglaubt und wurde enttäuscht. Und so sind Margarete und besonders Alain, der Cliff doch schließlich ein Schutzendel sein muss, auf der Hut. Egal wie verlockend seine Beteuerungen, er habe mit dem IS nichts mehr zu tun, auch sein mögen, Misstrauen ist gefragt.
Aber können sie einem so geliebten Menschen hinterherspionieren? Um was zu finden? Und würden sie ihn verraten, wenn sie etwas fänden? Könnten sie ihn retten? Würde alles gut werden?
Dass Cliff in einer WG mit merkwürdigen Gestalten wohnt, ist noch kein Beweis für irgendetwas. Dass er in Berlin umherschleicht, als müsse er Verfolger abschütteln, auch nicht. Oder doch?
Irgendetwas hat er vor. Auch wenn er anders geworden ist. Warum ist er zurück gekehrt? Warum nicht gestorben? Alains und Margaretes Fragen häufen sich und werden – wenn überhaupt – nur sehr gemach beantwortet; ob sie die Antworten hören wollen, ist eine andere Frage.
Doch bald ist die Ahnung greifbar, dass die Berliner Plastikglitzerwelt des Westens gefährdet ist. Es ist Weihnachten. Zeit der Wunder, des Konsums, der Engel und vielleicht auch der Vergebung.

Wieder einmal ist es Antonia Michaelis gelungen, ein schwieriges und überaus ernstes Thema aufzugreifen und viele Handlungsstränge zu einem großen Gebilde zu verweben. Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht Alains, Cliffs und Margaretes geschrieben, wobei man meistens erst nach und nach bemerkt, wen man gerade begleitet. Dies ist aber keineswegs verwirrend oder störend, sondern macht einem vielmehr bewusst, wie eng die Protagonisten doch mit einander verbunden sind und wie sehr sie sich ähneln. Häufig wird einem dies auch dadurch bewusst, dass zwischendurch die gleichen Begebenheiten von verschiedenen Charakteren beschrieben werden und es dann einige Überschneidungen in der Sichtweise gibt, die nahe gehen.
Überhaupt sind die Charaktere – wie bereits in jedem Buch, welches ich von Antonia Michaelis gelesen habe – etwas ganz Besonderes. Da man sie von ihrer ersten Begegnung im Kinderalter an begleitet, bei wichtigen Ereignissen dabei ist und so Zusammenhange besser nachvollziehen kann, wirken sie auf erschreckende aber auch beeindruckende Weise real. Wie sonst auch ist es der Autorin gelungen, Figuren zu zeichnen, bei denen die Frage nach gut und böse nicht wirklich beantwortet werden kann. Ist Alain, der in den Augen Cliffs einem strahlendem Engel gleicht, immer nur der Unschuldige? Und vor allem: Ist Cliff von klein auf böse – ist er es überhaupt? Oder was hat ihn zu dem gemacht, was er jetzt ist? Leider erfährt der Leser hierzu erschreckend viele denkbare Antworten, die es schwer machen, die Schuld einfach auf Cliff abzuwälzen.
Die Lebensgeschichten von Alain, Cliff und Margarete sind so eng miteinander verknüpft, dass es mich beeindruckt hat. Antonia Michaelis ist es bemerkenswert gut gelungen, ganze Leben voller Tragik, Angst, Wut, Liebe und noch so zahlreichen anderen Gefühlen niederzuschreiben.
Manchmal erschaudert man vor den Charakteren, manchmal kann man sie nicht mögen, manchmal muss man es aber. Antonia Michaelis versteht es auf einmalige Weise auf diese Art den Leser zu verwirren und ihn dazu anzuregen, auch lange nachdem das Buch ausgelesen ist, noch über das Gelesene – über die Figuren und ihre Taten – nachzudenken.
Darüber hinaus zog mich der poetische Schreibstil schon von dem Beginn des Buches in seinen Bann und die Geschichte hinein. Diese Erzählweise lässt einen erahnen, was die Charaktere bereits durchgemacht haben, erweckt sie zum Leben, haucht den Augen von der Farbe Wassers, welches zu tief ist um ungefährlich zu sein, ihr dunkles Leuchten und Leben ein und lässt einen nicht los. So ist auch „Die Attentäter“ in dieser besonderen Art und Weise geschrieben, die mir außerordentlich gefällt und für Antonia Michaelis so typisch ist.
Was außerdem zu erwähnen ist, ist Michaelis‘ Händchen für Symbole, Anspielungen und Vergleiche. Durch das ganze 488 Seiten umfassende Werk schlängeln diese sich und stellen weitere Verbindungen her, was zu dem Gefühl beiträgt, dass dieses Werk aufs Genauste geplant und ausgearbeitet worden ist.
Ein schönes Detail, welches ich noch erwähnen möchte ist das Cover. Auch, wenn ich noch immer der Auffassung bin, dass dieses kaum in eine Rezension gehört, lohnt es sich wie schon bei „Niemand liebt November“ einen Blick unter den Schutzumschlag zu wagen.

Meiner Meinung nach ist „Die Attentäter“ ein erschütterndes aber bezauberndes Werk. Mit poetischer und packender Sprache entführt es einen in eine einzigartige Geschichte, welche so verschlungen und verwoben ist, dass sie erschreckend echt wirkt und den Leser lange nicht mehr loslässt. Auch wenn das Ende in einigen Aspekten schon abzusehen war, ist es doch äußerst gelungen und stellt einen weiteren explosionsartigen Höhepunkt des Buches dar. Antonia Michaelis gelingt es in diesem Werk die Erfahrungen eines Attentäters, seine Gedanken greifbar zu machen und den Leser zum Nachdenken zu bewegen. Dennoch sollten einem, wie schon bei den vorangegangenen Büchern, Gewaltszenen – wie bereits der Titel erahnen lässt – nicht allzusehr mitnehmen.

Ich vergebe 5 über den Wirren einer Stadt feurig funkelnde Sterne, die ihr Leuchten in alle Richtungen verbreiten!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Himbeeren mit Sahne im Ritz“ von Zelda Fitzgerald

Himbeeren mit Sahne im Ritz

Zaubert einen in die Goldenen Zwanziger!

In „Himbeeren mit Sahne im Ritz“ entführen 11 Kurzgeschichten den Leser in die Goldenen Zwanziger Jahre. Dabei geht es in der Regel um schwärmerische junge Damen, die, sehnsuchtsvoll nach ihren großen Träumen greifend, so manches Opfer zu bringen haben. Häufig sind sie bemüht, nach Außen eine würdevolle Fassade der Eleganz aufrecht zu erhalten, während sie tief in ihrem Inneren keineswegs so stark und unerschütterlich, sondern vielmehr empfindsam und auf der Suche nach sich selbst, sind. Gefühlvoll geben sie sich ihren Träumereien hin, arbeiten ambitioniert auf diese zu, ohne dass es sicher wäre, ob es ihnen gelingen wird ihr Glück zu machen oder ob sie alles verlieren werden. Viele der beschriebenen Frauen suchen die Aufmerksamkeit und vergessen sich über ihre Leidenschaft selber; sie bewegen sich in der großen Welt wie auf einer glamourösen Bühne, sodass Beherrschung, Hingabe und größte Präzision an Bedeutung zunehmend gewinnen.

Der Schreibstil ist dabei so atmosphärisch, dass man sich umgehend in die Erzählungen gezaubert fühlt. Man glaubt, die Schneeflocken oder wohlig warmen Mäntel auf der Haut zu spüren oder die dumpfen Geräusche von Absätzen entschlossener Damen in die laue Nacht dringen zu hören. Die Sprache, welcher sich bedient wird, ist reich an Bildern, sodass man den Zeitgeist schon bald sehr eindringlich zu spüren bekommt. Auch, wenn man betrachtet, in welcher Weise sich die Geschichten ähneln, wird einem ein ganz bestimmtes Frauenbild vor Augen geführt.
Mich hat es sehr angesprochen, für einige Stunden in diese, sich von der jetzigen doch so stark unterscheidenen, Zeit einzutauchen, und ich habe die ausgeschmückten Formulierungen, die besonderen Charaktere mit ihren Wünschen, Hoffnungen und Problemen sehr genossen. Das Buch habe ich deswegen auch an einem Stück gelesen, da ich mich dieser funkelnden, aber dennoch dunkel leuchtenden, Welt nicht zu entziehen vermochte. Eva Bonné hat bei der Übersetzung Großes geleistet, da besonders der einzigartige Schreibstil den Charme des Werkes ausmacht.
Mit viel Feingefühl wird der Spagat zwischen Zielstrebigkeit und Zweifel, Außenwelt und Innenleben sowie Demonstration von Stärke und Eingeständnis von Schwäche, den die Protagonistinnen zu meistern versuchen, beschrieben.

Für mich ist „Himbeeren mit Sahne im Ritz“ ein gelungenes Werk, mit sehr stimmig ausgewählten Kurzgeschichten, welche dem Leser ein Gefühl der Goldenen Zwanziger vermitteln. Zelda Fitzgerald ist es gelungen, eigenartige Frauen auf ganz eindringliche und einfühlsame Art und Weise zu beschreiben und dem Lesenden die Möglichkeit zu geben, sich in die Figuren einzufühlen und hinter ihre doch so mühsam erdachten Masken blicken zu können.

Ich vergebe 5 mit glitzerndem Goldpuder bestäubte Sterne, welche die dunkle Nacht mit ihrem Leuchten zu erhellen vermögen

5-Sterne

📖 Rezension zu: „Mission Rosetta“ von Berndt Feuerbacher

Sehr interessant für alle Weltrauminteressierten!

Am 2. März 2004 startete die Rosetta-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), bei welcher die Raumsonde auf den Kometen 67P, dem Tschurjumow-Gerassimenko (kurz: „Tschuri“), landete und damit das Projekt der Weltraumforschung am 30. September 2016 beendete. Dieser Bildband bringt einem die zehn Jahre andauernde Mission zum Greifen nah, da sie auf 192 Seiten mit zahlreichen Abbildungen dokumentiert und vom Physiker Berndt Feuerbacher erläutert wird. Besonders ist dabei, dass viele der 170 Bilder durch die passende beiliegende Brille auf eindrucksvolle Weise dreidimensional scheinen.
Dank der verständlichen Erklärungen ist dieses Werk für jeden interessierten Leser geeignet. In den Kapiteln „Kometen“, „Vision Rosetta“, „Philae“, „Der lange Weg durch das All“, „Die Ankunft“, „Kometen-Landschaft“, „Ein Komet wird aktiv“, „Die Landung“, „Philaes 64 Stunden“, „Forschung mit Rosetta“ und „Mission erfüllt“ wird das Weltraumprojekt aus unterschiedlichen Perspektiven von der Planung über die Ausführung bis zum Erfolg genau und einleuchtend beschrieben. So erfährt man beispielsweise auch etwas über die verwendeten Instrumente oder – ein kleines persönliches Highlight – den Namen „Quietscheentchen“.

Mir hat das Buch zum Kometen-Rendezvous sehr gefallen, da man mit zahlreichen anschaulichen Informationen versorgt und die Neugierde noch weiter geweckt wird. Da die Erklärungen stets in einem solchen Maße gehalten werden, dass einem nicht der Kopf schwirrt. So wird immer genug Wissen mit tollen Abbildungen gespickt, dass man den Bilderband kaum aus der Hand zu legen vermag. Darüber hinaus ist das Buch auch keineswegs trocken, aber dennoch sachlich geschrieben. Natürlich sind die 3-D-Bilder zudem sehr ansprechend.

Von mir gibt es daher an alle Weltrauminteressierte eine Lese- beziehungsweise Schmökerermpfehlung!

5/5 Sternen

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📖 Rezension zu: „Staats‘ Geheimnisse – Mediterrane Rezepte“ von Stephan Staats

Oh hättest du geschwiegen, wärst du… – zumindest bei den selbsterlebten „Storys“

Stephan Staats arbeitet als Chefkoch auf luxeriösen Jachten der Extraklasse und bereitet an diesen abenteuerlichen Arbeitsplätzen die außergewöhnlichsten Gerichte zu. In seinem kürzlich erschienen Kochbuch zeigt er nicht nur, welche Rezepte die reichsten Menschen der Welt zufrieden stellen, sich allerdings auch leicht nachmachen lassen, sondern erzählt auch von unfassbaren Begegnungen und davon, wie es an Bord in der Realität zugeht.
Die Rezepte sind verschiedenen Gebieten zugeordnet, da schließlich die landestypischen Aromen zentral seien sollen. So führt einen die kulinarische Reise nacheinander nach „Frankreich, Monaco“ (S.10), „Spanien, Portugal, Balearen, Kanaren“ (S.36), „Italien, Korsika, Sardinien, Malta“ (S.78), „Albanien, Montenegro, Kroatien, Slowenien“ (S.134), „Griechenland, Türkei, Zypern“ (S.162), „Ägypten, Lybien, Marokko, Algerien, Tunesien“ (S.196) und „Israel, Gazastreifen, Syrien, Libanon“ (S.240). Demzufolge findet man von allem etwas in dem Buch, wobei sich unglaublich leichte Rezepte ebenso wie höchst aufwendige ausmachen lassen. Ob nun „gerösteter Knoblauch“ (S.39), „Hummus“ (S.205) und „eingelegte Zitronen“ (S.231) oder die zeitintensiven „Bochettes“ (S.232): Sicherlich sind die mediterranen Rezepte dieses Buches abwechslungsreich.
Allerdings bin ich der Auffassung, dass die meisten Zeitangaben geschönt sind, da man sicherlich länger als 25 Minuten für das Durchschnittsgericht dieses Werkes benötigt. Zugegebener Weise kann man sich bei den Gerichten auch sonst meist nicht spontan zum Nachkochen entscheiden, da man die Mehrzahl der Zutaten bestimmt nicht einfach vorrätig hat oder die Speisen auch gerne 14 Tage brauchen, um ihren Geschmack zu entfalten.
Doch wenn einen diese Kombination von sehr einfachen und komplexeren Rezepten anspricht, lassen sich in „Staats‘ Geheimnisse“ garantiert tolle Ideen finden.
Von der Gestaltung her ist das Buch durchaus gelungen: Fotografien und Zeichnungen wechseln sich ab.
Allerdings sind noch die Geschichten zu erwähnen, welche zwischen die Rezepte gestreut wurden. Diese vermochten mich keineswegs anzusprechen, da ich sowohl ihren Inhalt als auch die Schreibweise als äußerst unangenehm empfunden habe. So wird von der schier unglaublichen Dekadenz der Superreichen berichtet, die Angst um den so wertvollen und von potenziellen Dieben bedrohten weißen Kaviar beschrieben oder von den Alkoholkonsum, Streitereien und Ähnlichem geschrieben. Andauernd stolperte ich über Aussagen wie „Mir war schnell klar, dass sie nicht der Typ für einen One-Night-Stand war. Oder sollte ich es nicht doch wenigstens bei ihr versuchen? Einen Moment bedauerte ich die Tatsache, dass es bei vielleicht nicht so leicht werden würde. (…) Wenn ich es täte, würde nicht nur unsere Beziehung, sondern der ganze Markt seine Unschuldigkeit verlieren (…)“ (S.229). Immer wieder liest man von Nächten des Rausches – gerne auch mit Filmriss – und Ähnlichem.
Aber auch die Stimmung an Bord sollte ja wiedergegeben werden, sodass selbstverständlich auch hier kein Blatt vor den Mund genommen wird. Von Kollegen, die sich mal wieder „angeschissen kommen“ (offenbar ein Synonym für „sich in die Küche begeben“), um nach dem heutigen Gericht zu fragen, die mit geflätschten Zähnen und einem – immerhin nicht mit der scharfen Seite – auf sie gerichteten Messern empfangen werden und davon unverständlicherweise nicht ganz so amüsiert sind wie der einzigartige Chefkoch (S.110). Seine Ausdrucksweise hat mich häufig ins Staunen versetzt, denn sie passte weniger zu einem edlen Koch und edlen Jachten, würde doch ein Seemann vor Neid erblassen…
So macht der Autor allgemein einen alles andere als sympathischen Eindruck auf mich und alleine die Vorstellung, wie er als junger und wirklich unerfahrener Koch darauf wartete, dass man ihn auf einem roten Teppich in Empfang nimmt und in die Küche geleitet, ist dafür ein Paradebeispiel.
Was er auch so alles, als für reiche Menschen normal ansieht, halte ich für bedenklich und abstoßend.
Diese Erzählungen, in die auch immer wieder ein paar Ausdrücke eingestreut wurden, die vor internationality nur so strotzen und bei mir nicht für Bewunderung ob der vielen Sprachkenntnisse sorgen, sind auch mein größter Kritikpunkt. Die Rezepte sind durchaus nett und abwechslungsreich, wenn auch nicht umwerfend, das Drumherum empfand ich sogar als lästig… Da kann dann auch die schöne Gestaltung nicht mehr viel reißen…

Auf die eher weniger druckreifen Formulierungen hätte meines Erachtens besser verzichtet werden sollen, da sie das Niveau des Buches unnötig in die Tiefe ziehen…

Von mir gibt es daher noch 2/5 Sternen

2-Sterne