📖 Rezension zu: „Deine kalten Hände“ von Han Kang

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Sehr speziell

Als die Schriftstellerin H von der Schwester des vor zwei Jahren spurlos verschwundenen Künstlers Jang Unhyong ein Tagebuch zugeschickt bekommt, taucht sie in die Welt des hinter die Fassade der Menschen schauenden Bildhauers ein. Dieser erkennt schon als Kind, dass in seinem Umfeld fast jeder Masken trägt. Nur in kurzen Augenblicken bröckelt ihre Fassade und Jang erkennt die finsteren Abgründe oder die Leere, die in ihnen schlummern. Generell fehlen ihm menschliche Nähe und Aufrichtigkeit – denn beispielsweise die falschen Tränen seines Vaters bei der Beerdigung von Jangs Mutter verfolgen ihn noch jahrzehntelang.
Schließlich findet er seine Berufung: Als Bildhauer nimmt er Gipsabdrücke von Körperteilen oder auch ganzen Körpern. Dabei reizen ihn jedoch keineswegs durchschnittliche oder schöne Frauen, sondern jene mit Ecken und Kanten. Solche, die etwas zu verbergen haben; in denen etwas dunkles hinter der Fassade schlummert. Als er L trifft, weiß er sofort, dass er von ihr Abdrücke nehmen muss. L – stark übergewichtig und von den Menschen aufgrund ihres wohl wenig ansprechenden Erscheinungsbildes abgelehnt – spricht den Künstler an. Ihre perfekten Hände passen absolut nicht zu ihrem restlichen Körper. Der Künstler findet sie wunderschön und nimmt anfangs Abdrücke von ihren Händen, später vom gesamten Körper. Nach und nach kommen sich die beiden näher, denn L schmeichelt es, dass sie endlich gesehen und so angenommen wird wie sie ist. So erzählt sie ihm auch von ihrem Geheimnis und ihrer bewegenden Vergangenheit. Kurz darauf trennen sich ihre Wege, bis Jang später auf eine vollkommen veränderte L mit neuen Geheimnissen, Abgründen und Masken stößt.
Ein weiterer Abschnitt in seinem Leben beginnt, als er mit der Innenarchitektin E bekannt gemacht wird, die für einen Kunden Abdrücke von dem Bildhauer erwerben möchte. Die unfassbar reinliche, ordentliche und schöne Frau fasziniert Jang – besonders da sie immer wieder Aussetzer zu haben scheint, die nur er bemerkt. Welches Geheimnis schlummert hinter ihren dunklen Augen? Er muss es herausfinden – und von ihr Abdrücke nehmen. Als die beiden spurlos verschwinden schließt sich der Kreis und die Rahmenhandlung um H setzt wieder ein.

Die ersten Seiten des Buches enttäuschten mich sehr, da mich Hs Erzählweise mich absolut nicht für sich zu gewinnen vermochte. Glücklicherweise setzt schon kurz darauf die eigentliche Handlung ein; die Rahmenhandlung macht wirklich nur einen Bruchteil des Werkes aus.
Das Buch hat einen ganz speziellen Charakter – sowohl was die Figuren und die Handlung als auch die Erzählweise betrifft. Alle Namen bis auf die des Künstlers werden nur durch einzelne Buchstaben abgekürzt, was in die gesamte Hüllen- und Maskenthematik passt. Der sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehenden Frage nach den Hüllen, Masken oder Schalen des Menschen, wird mit meist sehr nüchterner und distanzierter, mal poetischer, Sprache auf den Grund gegangen. Insgesamt setzt die Autorin viel auf Symbole. L beschreibt dies sehr gut als Jang einen Abdruck von ihrem gesamten Körper nimmt und sie das Gefühl, als er den Gips ablöst, so beschreibt, dass er ihre Hülle abgezogen und ihren wahren Kern freigelegt hätte. Und auch E philosophiert darüber, ob die Abdrücke eher Schalen oder Hüllen seien.
Die Charaktere sind ebenfalls ungewohnt – besonders L und E stehen an Jangs Seite im Vordergrund. Für mich war die Anziehungskraft, die sie auf den Künstler ausübten, nicht immer nachvollziehbar und ihre Handlungen manchmal überzogen. L beispielsweise, die im Verlaufe des Buches eine psychische Erkrankung entwickelt, hat einen Wutausbruch, dessen Anlass für mich in keinem Verhältnis zu den Auswirkungen stand. Auch E hat solche „Ausbrüche“, die sich mir leider nicht gänzlich erschlossen.
Definitiv werden hier menschliche Abgründe porträtiert, weswegen man bei der Lektüre für mein Empfinden auch regelmäßig Pausen einlegen sollte. Die Figuren versprühen eine nicht greifbare Bedrohung, was dem Werk kafkaesk anmutende Züge verleiht – im Vergleich in meinen Augen jedoch nicht ganz so stimmig ist.
Mich lässt „Deine kalten Hände“ zwiegespalten zurück, da ich die Idee, dass der Künstler durch das Abnehmen seiner Gipsabdrücke hinter die Fassade seiner Mitmenschen blicken kann, sehr reizvoll finde. Zudem hat er mich immer wieder an Geniefiguren aus anderen (klassischen) Werken erinnert, was besonders, da man die Geschichte aus seiner Perspektive erlebt, spannend ist.
Die restlichen Charaktere habe ich einerseits als interessant empfunden, andererseits blieben sie mir – auch aufgrund des nüchternen Schreibstils – fremd und häufig unverständlich.

Wer gerne symbolträchtige Werke mit Charakteren, an denen man sich aufreibt, und einem nüchternen Schreibstil, der gelegentlich ins Poetische driftet, ebenso wie subtile Spannung zu schätzen weiß und sich gerne über das Gelesene Gedanken macht – ohne von dem Verfasser auf mögliche Lösungen oder Konsequenzen gestoßen zu werden – ist mit diesem Werk sicherlich bestens beraten. Es zeigt eindringlich, wie wir Masken aufsetzen um vor der Gesellschaft unsere Makel zu verstecken und dabei abstumpfen; ist dabei jedoch nicht besonders eingängig.

Ich vergebe 3,5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Raus auf den Balkon!“ von Thierry Heuninck und Aurore Petit

Raus auf den Balkon!

Spielerische Einführung ins Gärtnern

Dieses Buch soll Kindern eine spielerische Einführung ins Gärtnern geben und ihr Interesse für das Anbauen eigenen Gemüses und eigener Pflanzen wecken. Dabei wird bei allen vorgestellten Ideen darauf geachtet, dass man zur Umsetzung keinen großen Garten benötigt – schließlich lassen sich viele Pflanzen auch ganz wunderbar auf kleinen Flächen wie einem Balkon ziehen.

Auf den ersten Seiten erhält man eine sehr schöne Einführung in das Thema: Was benötigen Pflanzen um gut zu wachsen? Wie sind sie aufgebaut? – und viele Fragen mehr werden beantwortet. Zudem hilft ein Saisonkalender beim Planen des Gartenjahres. Ebenso erfahren die Kinder, welches Werkzeug kein Gärtner missen mag und wie man sich gute Nachbarschaften bei Pflanzen zu Nutze machen kann. Im Anschluss daran werden die einzelnen abwechslungsreichen Projekte vorgestellt.

Zu Beginn findet sich stets eine kleine Beschreibung mit Informationen zu Herkunft, Verwendung und Ähnlichem der Pflanze. Die Anleitungen zeigen Schritt-für-Schritt, was zu erledigen ist, und sind ganz liebevoll und ansprechend illustriert. Auf den Seiten gibt es viel zu entdecken, da botanische Fachbegriffe, wissenswerte Informationen, Tipps und Tricks, Anekdoten oder auch Rezepte das Gesamtbild abrunden.

Begeisternd ist auch, wie abwechslungsreich die vorgestellten Pflanzen sind: Von Tomaten und Zitronen über Radieschen und Lavendel bis hin zu Exoten wie Avocados. Bei den zehn Projekten kommt sicherlich keine Langeweile bei kleinen grünen Daumen auf – der Umfang ist für mein Empfinden perfekt gewählt. Da erklärt wird, wie man generell aus Samen oder Kernen Pflanzen zieht, können sich die Gärtner später auch prima an anderen Pflanzen versuchen. Ganz hinten sind in einem Glossar schwierigere Begriffe gelistet, die sehr verständlich erklärt werden.

Insgesamt handelt es sich um ein wunderschön gestaltetes Buch, mit vielen Erklärungen, Tipps und Ideen, das kleinen Gärtnern spielerisch zeigt, wie man ganz leicht Pflanzen zieht. Die Gestaltung regt sofort zum Loslegen an und schnell haben die Kinder erste Erfolgserlebnisse. Auch, dass erklärt wird, weswegen Regionalität und Saisonalität so wichtig sind, finde ich äußerst ansprechend. Da dieses wirklich tolle Werk keinerlei Wünsche offen lässt, vergebe ich 5 Sterne und empfehle es absolut weiter!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Der kleine Gartenversager“ von Stefan Schwarz

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Gut Grün!

Seit bereits 20 Jahren bewirtschaften Stefan Schwarz und seine Frau ihren Garten in einem KGV. Oder zumindest versuchen sie es, denn immer wieder stellt sich heraus, dass das Projekt Selbstversorgung so leicht dann doch nicht umzusetzen ist. Dennoch bereiten den beiden ihre zum Scheitern verurteilte Versuche, ihren grünen Daumen unter Beweis zu stellen, mächtig Freude. Denn auch wenn die Radieschen so schießen, dass zwar keine Knollen geerntet werden können, so sollte man das Radieschengrün im Salat doch zu schätzen wissen. Außerdem wird es einem nie langweilig – alleine schon der anderen gartenverrückten GF (Gartenfreunde und -freundinnen), dem VauVau (Vereinsvorsitzenden) und der die Kreativität ach so sehr einschränkenden Vereinsvorschriften wegen.

Mit reichlich Humor erzählt Stefan Schwarz von Erfolgs- und Misserfolgserlebnissen, die man so oder so ähnlich vielleicht von sich selber kennt und einem zum Lachen und Nicken bringen. Immer wieder konnte ich mich in den Beschreibungen seiner Frau entdecken, denn auch ich bin wohl eine „Verlusthysterikerin“ (S.125) die sich von keiner (schönen) Pflanze trennen kann, bevor sie nicht groß ist und sich ganz eindeutig als Unkraut zu erkennen gibt; oder nur weil sie sich einen Platz ausgesucht hat, an dem Pflanzen eigentlich gar nicht angedacht waren. Und auch die gelegentlich – vorsichtig formuliert – anstrengungsvermeidende Haltung des Autors kam mir doch aus meinem nächsten Umfeld bekannt vor, wenn beispielsweise statt einen neuen Zaun an die Stelle des alten morschen zu setzen, einfach ein kleines selbstgebasteltes Warnschild aufgehängt wird.

Ebenso verhält es sich mit einigen Ernteerlebnissen: Die riesigen Zucchini, die, kaum dass man mal eine Sekunde nicht hinschaut, abermals eine oberschenkelgroße Frucht unter einem Blatt hervorluken lassen, kenne auch ich. Sehr glücklich bin ich daher, dass ich durch das Buch schon vorgewarnt Projekte starten (oder verwerfen) kann, die bereits länger bei mir auf der „zu erledigen“-Liste stehen und bei dem Autor bereits mächtig schief gegangen sind.

Schön war auch das Register mit wichtigen – für einen echten GF unabdigbaren – Begriffen und Abkürzungen, das beim Lesen des Buches keine Frage offen lassen dürfte. Die Illustrationen von Katharina Greve lockern das Buch angenehm auf. Generell ist das Werk sehr kurzweilig und lässt sich prima in einem durchlesen.

Wer eine lockere Lektüre – die einem womöglich zeigt, dass man nicht der einzige nicht gänzlich erfolgreiche Kleingärtner ist – sucht, ist mit diesem 174 Seiten umfassenden Buch sehr gut beraten. Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

Daher vergebe ich 4 von 5 Sternen

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Mörder“ von Veikko Bartel

Mörder

Beeindruckend.

In diesem Werk stellt der Strafverteidiger Veikko Bartel sechs Fälle vor, in denen er Täter in Tötungsfällen verteidigt. Dabei zentral sind die Beweggründe für die Taten: Was haben die Männer erlebt und wie gerieten sie in ihre Situation? Doch auch die Frage nach Gerechtigkeit bleibt nicht außer Acht gelassen. Als sehr interessant empfand ich zudem Bartels Ausführungen zu der häufig an Strafverteidiger gerichtete Frage „Wie können Sie nur XY verteidigen?“. Denn auch solche Täter hat er vertreten. Männer, von denen zu erwarten war, dass sie wieder ähnliche Verbrechen begehen. Hat Bartel Schuld an dem Mord an einer Frau, nachdem er den Täter erfolgreich verteidigt hat?

Darüber hinaus lernt man beim Lesen etwas über die Strukturen des Justizapparates – nicht nur in Deutschland – sondern auch in Thailand und Indien, denn auch dahin begleitet man den Strafverteidiger.

Das Buch ist spannend und abwechslungsreich geschrieben, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Was mir neben der detaillierten Beschreibung der Fälle und ihrer Hintergründe sehr gefallen hat, ist, dass verschiedene Prinzipien, Richtlinien, Ausdrücke und Ähnliches sowohl im Text als auch in Fußnoten anschaulich erklärt werden, weswegen man bei der Lektüre sicherlich das ein oder andere lernen kann. Auch ist es interessant, zu erfahren, was die Männer zu ihren Taten bewegt hat und dass man erkennt, wie viele Details erkannt und zusammengefügt werden müssen, um ein ausreichendes Gesamtbild erhalten und die Tat verstehen zu können. Ich bin von diesem Werk sehr angetan und werde bald seinen Vorgänger „Mörderinnen“ lesen, welcher sich ausschließlich mit von Frauen verübten Taten befasst.

Ich vergebe 5 Sterne

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Stranger Things: Suspicious Minds“ von Gwenda Bond

Stranger Things: Suspicious Minds - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE – ein NETFLIX-Original

Lesenswert.

In diesem Werk wird die Vorgeschichte zu der Serie Stranger Things erzählt.  So begibt man sich mit dem Buch auf eine Reise in die Kleinstadt Hawkins im Sommer 1969. Hier bekommt die Studentin Terry Ives von einem Experiment zu hören, das unwillkürlich ihre Neugierde weckt: Etwas wichtiges scheint vorzugehen und sie möchte Teil davon sein. Also meldet sie sich als Testperson und fühlt sich in ihrer Annahme, etwas Bedeutungsvolles stehe bevor, bereits bestätigt, als sie die Papiere im Warteraum ausfüllt: Die Regierung scheint involviert zu sein und Terry darf mit niemandem über das Projekt sprechen.
Mit jeder weiteren Sitzung zu der sie erscheint, mit jeder weiteren Verabreichung von bewusstseinserweiternden Mitteln, nimmt das Experiment einen größeren Stellenwert in ihrem Leben ein. Terry’s Freund, dem sie immer wieder etwas von der Studie erzählt, ist zwar nicht sonderlich begeistert von dem mysteriösen Experiment, doch ist Terry bereits viel zu eingebunden um einfach aufzuhören – immerhin scheinen wichtige Personen ihre Finger im Spiel zu haben, die nicht nur ihren Erfolg am College in den Händen zu beeinflussen vermögen und vor nichts zurückschrecken…
Zum Glück hat Terry in den anderen Probanden Freunde gefunden, sodass an ihrer Seite Alice, Gloria und Ken stehen. Diese Unterstützung wird sie bald brauchen, denn sie stößt auf ein Kind, das im Labor lebt und offenbar auch an Experimenten teilnehmen muss. Statt mit seinem Namen Kali wird das Mädchen mit der Zahl Acht angesprochen und ist, wie sich bald herausstellt, ein außergeöhnliches Kind. Bald schon beschließen die Freunde, sie zu retten und endlich das Labor und Dr. Brenner, der die Experimente leitet, hinter sich zu lassen. Dies ist leichter gesagt als getan, denn Brenner hat ein wachsendes Interesse an den Probanden und lässt sich von niemandem so leicht aufhalten.
Der Schreibstil ist recht simpel gehalten, sodass man sehr schnell in einen guten Lesefluss gerät. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen, was auch mit der spannenden Erzählweise der Autorin zusammenhängt. Obwohl man, wenn man die Serie gesehen hat, bereits grob weiß, wie die Geschichte enden wird, ist der Weg dorthin sehr ereignisreich und emotional. Sowohl mit als auch ohne das Vorwissen durch die Serie ist das Werk lesenswert. Man lernt liebevoll gezeichnete und sehr lebendig wirkende Charaktere wie Alice, die mich mit ihrer toughen und zugleich charmanten Art sofort zu begeistern vermochte, kennen. Vorwissen benötigt man hier zwar nicht, kann aber immer wieder etwas wiederentdecken, Zusammenhänge erkennen und so weiter. Kennt man die Serie nicht, so beinhaltet das Werk einen guten Thriller. Andernfalls ist eher die Handlung als das Ende an sich spannend.
Die Geschichte ist meines Erachtens sehr ausgewogen gestaltet, sodass es einem nie langweilig wird – und zwar ohne dass unrealistische Wendungen aus dem Hut gezaubert werden. Bezüge zu Ereignissen wie den Morden durch die Manson Family, dem Vietnamkrieg mit seiner Einzugslotterie, Woodstock oder der Mondlandung werden gekonnt eingestreut.
Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen – trotz des offensichtlichen Endes. Als Prequel ist es erstaunlich eigenständig, weswegen man kein Hintergrundwissen aus der Serie benötigt.
Von mir gibt es 5 Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Hochsensibel – Was tun?“ von Sylvia Harke

Cover-Bild Hochsensibel - Was tun?

Ein Unwohlfühlbuch

Beworben wird dieses Buch als „das Standartwerk zur Hochsensibilität“ – dementsprechend gespannt war ich. Zu Beginn beschreibt die Autorin, sie habe alle möglichen Informationen zusammengetragen und zu diesem Buch gebündelt, weswegen aus verschiedensten Bereichen und nicht immer wissenschaftlich fundiert, Informationen gegeben werden. Da Sylvia Harke selbst hochsensibel ist und sich laut Hinweis und Einleitung intensiv mit dieser Veranlagung auseinander gesetzt hat, soll der Leser dennoch nichts missen. Im Zentrum sollen zudem praktische Ratschläge stehen, die zu einem entspannteren Alltag und besserem Wohlbefinden verhelfen sollen.

Was mir zunächst sehr negativ auffiel, war der esoterische Bezug. Zwar haben sicherlich viele Hochsensible einen Draht zu solchen Bereichen, mir war dieses Thema aber viel (!!!) zu präsent. Immer wieder musste ich mich – was nicht allzu oft geschieht – überwinden um weiter zu lesen. Auch die (Kurz)-Geschichten/Traumreisen (z.B. S. 68, f. und 222-227), welche die, wie sie betont, ach so kreative Autorin selbst verfasst hat, löste bei mir eher peinliche Berührtheit als irgenswelche Erkenntnisse aus… Auch über kuriose Erlebnisse („Dies ist eine wahre Geschichte. Meine Geschichte.“ (S. 227)) wie der Begegnung mit einem alten, alkoholabhängigen Mann im Zug, nachdem sie eine Zeitreise gemacht hat (?), der sie bittet, ihn zu segnen, weil sie eine heilige Frau sei, woraufhin sie mit ihm betet und er in Tränen ausbricht und so weiter, wird berichtet. Ebenfalls beim Thema Partnerschaft wird primär auf Seelenpartner und die Verbindung mit dem Kosmos eingegangen, was für mein Empfinden überzogen ist und nicht authentisch wirkte. Einzig das Thema der Telepathie hatte für mich einen gewissen Reiz, aber eher aus dem Blickwinkel der Vorahnungen, wie sie ja auch in anderen Werken gerne angeführt und erklärt werden. Skurril bleibt es, wenn die Autorin schreibt: „Überlegen Sie mal! Welches Tier auf diesem Planeten strahlt die größte Lebensfreude aus? Welches Tier spielt völlig frei und unbeschwert? Bei den meisten Lesern stellen sich wahrscheinlich sogleich Bilder von springenden Delfinen ein. Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, warum Delfine und Wale solch große und differnzierte Gehirne haben? Sie ernähren sich ausschließlich von Fisch, Algen oder anderen Meerestieren und sind immer reichlich versorgt mit essenziellen Fettsäuren.“ (S. 146) Deswegen leitet Sylvia Harke hier die Empfehlung ab, vermehrt Algen zu essen, um Depressionen, Angst und Stress vorzubeugen. Insgesamt hatte ich den Eindruck, für die Autorin sei das Werk eher ein Mittel zur Selbstdarstellung als eine Hilfestellung für den Leser. Die wenigen „Ratschläge“, die erteilt werden sind eher allseitsbekannte Plattitüden zum Führen eines glücklichen Lebens: Nicht zu viel Stress und die innere Mitte bitte nicht vergessen. Nun war dies zugegebenermaßen nicht mein erstes Buch zu dem Thema – dieses würde ich weder „Neueinsteigern“ noch mit der Thematik bereits vertrauteren Lesern empfehlen. Als Standartwerke würde ich vielmehr die Bücher von Elaine Aron empfehlen oder auch Eliane Reichardts „Hochsensibel – Wie Sie Ihre Stärken erkennen und Ihr wirkliches Potenzial entfalten“.

Insgesamt ein anstrengendes Buch, das so wirkt, als würde es primär der Selbstdarstellung der Autorin dienen. Für mich ein Unwohlfühlbuch…

Ich vergebe 1 Stern

📖 Rezension zu: „Von Zeit und Macht“ von Christopher Clark

Von Narrativen und… Narrativen.

Dieses Werk lässt mich zugegebenermaßen zwiegespalten zurück. Zum einen wird das Versprechen, Zusammenhänge zwischen Macht und Zeit aufzuzeigen, durchaus auch eingelöst. So erfährt man, wie sich Machtstrukturen wandeln, wie Macht zu verschiedenen Zeiten legitimiert wird und so weiter. Doch andererseits hatte ich häufig den Eindruck, plakative, an Inhalt jedoch ärmere Phrasen zu lesen. Da in diesem Buch viele geschichtliche Figuren wie Friedrichs II. von Preußen, Bismarck und Weitere thematisiert werden, erhält man auf den 320 Seiten zwar einen guten Überblick; ich befürchte jedoch, dass man mehr Verständnis für „Zeit und Macht“ entwickeln würde, nähme man ein paar wenige gute Lektüren zu einzelnen der hier beschriebenen Epochen zur Hand, erführe man über die beiden Schlagworte wesentlich mehr. Besonders die „Narrative“, auf die sich ständig bezogen wird, bereicherten für mich nicht gerade die Lektüre.
Der Schreibstil war abwechselnd sehr bildhaft-eingänglich und umständlich-demotivierend. „Kein einziges der auf diesen Seiten analysierten Regime änderte formal den Kalender. Kein einziges führte eine neue Zeitordnung ein. Aber jedes einzelne besaß eine markante zeitliche Signatur. Jedes ‚tanzte‘ zu einer anderen zeitlichen Musik.“ (S.231)
Was mir wiederum von der Idee her sehr zusagte, war, dass im Epilog Bezug auf die aktuelle Situation Europas genommen wird. Hier stellt der Autor ein paar Bezüge zu den zuvor herausgestellten Situationen in der Geschichte her.
Ab Seite 249 folgen sein Dank, die Anmerkungen und das Register (bis S. 313), was mich persönlich vom Umfang her überraschte.

Insgesamt handelt es sich meines Erachtens um ein Buch, das viele Epochen anführt und auf die Stichwörter „Macht“ und „Zeit“ hin untersucht. Dabei überraschen der doch recht geringe Umfang des Werkes, die häufig einfließenden Modewörter, die leider nicht wirklich mit Inhalt gefüllt werden und der zwischen bildhaft und trocken wechselnde Schreibstil. Obwohl ich ein paar neue Denkanstöße habe erlangen können, vermochte mich das Buch leider nicht zu überzeugen.

Ich vergebe 2 von 5 Sternen

2-Sterne

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📖 Rezension zu: „99x Südschweden wie Sie es noch nicht kennen“ von Axel Pinck und Udo Haafke

Sport, Natur, Kunst, Kulinarisches oder Skurriles? All das, so zeigt dieses Werk, hat Südschweden zu bieten. So beinhaltet das handliche Buch viele Tipps um eigene Ausflüge zu planen und hilft, verschiedene Unternehmungen gekonnt zu verbinden. Egal welche Ansprüche man an seinen Urlaub stellt – hier dürfte man fündig werden. Viele Fotos helfen bei der Auswahl und eine Landkarte im Cover erleichtert Orientierung und Planung. Die einzelnen Seiten sind zudem sehr übersichtlich. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Inselhüpfen, Jazzmusik und Schlossromantik bei einem Trip gekonnt kombinieren.

So steht dem Erkunden Südschwedens nichts mehr im Wege.

4_5_sterne

 

 

 

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📖 Rezension zu: „Ich denke zu viel“ von Christel Petitcollin

Nicht stimmig

In diesem Buch stellt die Autorin einen Zusammenhang zwischen Hochsensibilität und Hochbegabung her, wobei sie in ihren Beschreibungen den Begriff der „mental hocheffizienten“ Menschen vorzieht. Ihre Grundannahme ist, dass bei Hochsensiblen die rechte Gehirnhälfte gegenüber der linken dominant ist und sich daraus im Vergleich zu dem Großteil unserer Gesellschaft Unterschiede im Denken und Empfinden ergeben. Spannend an dieser Sichtweise fand ich beispielsweise, dass festgestellt wurde, dass in asiatischen Ländern die rechte Gehirnhälfte generell aktiver ist, als in westlichen Ländern und dass sich dies auch in der Kultur widerspiegelt.

Die Autorin beginnt damit, ein Bild ihrer Zielgruppe zu zeichnen: Sehr einfühlsame Menschen, die gerne über grundlegende Themen philosphieren, schnell Lösungen zu Problemen finden, sehr idealisierte Wertvorstellungen haben, von denen sie keineswegs abrücken können, häufig unter depressiven Verstimmungen oder gar Depressionen leiden, aufgrund ihrer unaufhörlich ratternden Gedanken oftmals Schlafstörungen entwickeln und so weiter. Viele dieser Aspekte sind nichts neues mehr und leiten ganz selbstverständlich Bücher zu Hochsensibilität ein. Häufig muss ich jedoch gestehen, dass die Attribute, welche die Autorin nach ihrer – wie sie schreibt – intensiven Arbeit mit hocheffizienten Klienten gewonnen hat, zum Teil widersprüchlich und nicht ganz schlüssig sind. Die Autorin wirft hierbei gerne mit Super- oder Hyperlativen um sich, wo andere sich womöglich vorsichtig und einfühlsamer geäußert hätten. Hierbei hat man mal den Eindruck, es handle sich um eine lebensbedrohliche Krankheit und mal, Hochsensible seien geradzu Übermenschen. Beides trifft meines Erachtens nicht zu; schließlich handelt es sich einfach um eine andere Art der Reizverarbeitung. Einer solchen Ungleichheit sollte doch bitte keine Ungleichwertigkeit folgen. Außerdem missfällt mir der Ausdruck „unter Hochsensibilität leiden“ sehr… Zudem fiel mir negativ auf, dass die Autorin ausdrücklich den Ruf, Hochbegabte oder Hochsensible seien uneinsichtig, abgehoben, arrogant, sozial zurückgeblieben und könnten sich nicht auf andere einstellen, zurück weist, dennoch aber genau solche Thesen über sie formuliert. Und ist es stimmig, dass ein Individuum, welches besonders einfühlsam, hilfsbereit und so weiter, sozial unterentwickelt ist?
Der Vergleich von HSM und Autisten war für mich auch nicht unbedingt neu, einige Aspekte gaben dennoch neue Denkanstöße, da sich die Autorin diesem Thema immer wieder widmet. Ebenso verhält es sich mit der Verknüpfung von HS und HB, wobei sich diese Bereiche meines Erachtens sowieso nur recht schwierig voneinander vollständig isoliert betrachten lassen. Allerdings denke ich, dass der Titel mehr in Richtung Hochbegabung deutet und daher womöglich irreführt – denn die Hochsensibilität ist in diesem Werk das eigentliche Thema.
Was dieses von anderen Büchern unterscheiden soll, ist der Praxisteil. Er soll Informationen dazu beinhalten, wie Hocheffiziente bestmöglich mit sich und der Gesellschaft im Einklang leben können. Ehrlich gestanden haben mich diese Hilfestellungen etwas enttäuscht, denn dass man sich beispielsweise so wie man ist annehmen sollte, um glücklicher zu sein und eine positivere Ausstrahlung zu haben, ist wohl kein sonderlich revolutionärer Gedankengang. Die Gedanken wie auf einem Dachboden zu sortieren, um kein Chaos mehr im Kopf zu haben, halte ich mehr für eine nette Idee als einen guten Vorschlag. Als durchaus hilfreich habe ich das Unterkapitel zum Neinsagen empfunden. Sicherlich findet man hier aber, besonders wenn man sonst noch keine Werke zu diesem oder einem verwandten Thema gelesen hat, Anregungen um das Verhalten und die Haltung von anderen und sich selbst besser reflektieren zu können. Mich konnte das Werk jedoch nicht überzeugen.

Von mir gibt es zwei Sterne

2-Sterne

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📖 Rezension zu: „99x Island wie Sie es noch nicht kennen“ von Berit Glanz und Olaf Krüger

Perfekt für die eigene Reise!

Wieso gibt es in Island das ganze Jahr über frische Tomaten? Wäre Salz mit den Aromen von Rhabarber, Blaubeere oder Lakritz nicht mal einen Versuch wert? Welche Vulkanfelsen muss man in Island gesehen haben?
Diese und andere Fragen werden in „99x Island wie Sie es noch nicht kennen“ beantwortet. Dabei werden gelegnetlich auch charmante Anekdoten erzählt, die einem ein besseres Verständnis von Land und Leuten geben sollen – beispielsweise wird erzählt, wie wütende Bauern zu Terroristen wurden. Trotz des kleinen Formates werden kulinarische Hinweise ebenso gewürdigt wie Ausflugstipps, sodass man ein rundum stimmiges Gesamtbild erhält.

Des Weiteren ist die Gestaltung sehr ansprechend: Vorne im Umschlag findet man eine Karte von Island, bei einzelnen Tipps finden sich immer wieder kleine Vorschläge, was sich in der Nähe unternehmen lassen oder anbieten würde und sehr ansprechende Fotos wecken die Reiselust. Das praktische Handtaschenformat, die übersichtliche und hochwertige Gestaltung sowie die vielen vernetzten Vorschläge erleichtern das Planen einer eigenen Enteckungstour ungemein. So lassen sich Routen spielerisch leicht ausarbeiten.

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „99 x Provence und Côte d’Azur wie Sie sie noch nicht kennen“ von Franz Marc Frei

Vom Maison de la Boule, der Safrangewinnung, mit Lavendel angereicherten Schuhen bis hin zu sportlichen Aktivitäten wird hier ein jeder fündig. Ob man sich lieber geschichtsträchtige Orte anschaut, sich verwöhnen lässt, gerne schlemmt, sich sportlich betätigen möchte oder am Alltag teilhaben möchte – dieses kleine Werk bietet 99 Vorschläge, um die Reise in die Provence und an die Côte d’Azur unvergesslich zu machen.

Dabei wecken über 100 schöne Farbfotografien die Reiselust und Vorfreude beim Planen. Zudem werden wertvolle Tipps gegeben, um verschiedene Ausflugsziele zu kombinieren, sodass die Vorbereitung spielend leicht fällt.

Zu Beginn des Buches findet sich eine Landkarte, sodass man die Route, nach der die einzelnen Tipps entlang vorgestellt werden, bestens nachvollziehen kann. So geht es über Bouches-du-Rhôe, Gard, Vaucluse, Alpes-de-Haute-Provenve zur Côte d’Azur und Var.

Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch, welches auch problemlos in jede Handtasche passt.

5 Sterne!

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📖 Rezension zu: „Der kleine Thailand-Verführer“ von Kay Maeritz

Der kleine Thailand-Verführer

Dieses Buch stimmt auf Thailand, Laos und Kambodscha ein – dabei geht es um geschichtliche Informationen, Verhaltensweisen, Sehenswürdigkeiten oder kulinarische Hinweise.

Dabei folgt man der Strecke „Bangkok und Umgebung – die Mega-Metropole“, „Thailands Norden – jenseits der Strände“, Der Golf von Thailand – der Strand der Strände“, „Die Andamanenküste – die schönsten Strände der Welt“, „Kambodscha – im Land der Khmer“ und „Laos – am Mekong steht die Zeit still“ – mit vielen Zwischenstopps in unterschiedlichen Städten. Dabei wechseln sich Geheimtipps mit bekannteren Empfehlungen ab.

Mir gefällt sehr gut, dass auch auf geschichtliche Entwicklungen eingebracht werden. So kann man sich ein besseres Bild von Land und Leuten machen. Allerdings ist dies nicht unbedingt etwas, das jeder in einem „Verführer“ erwarten würde, denke ich. In meinen Augen handelt es sich bei diesem Werk um ein Kleinod, das besonders wertgeschätzt werden kann, wenn man bereits in Thailand war und sich ein wenig mit seiner Geschcihte und Kultur auskennt

Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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📖 Rezension zu: „Der Verrat“ von Ellen Sandberg

Flaches vor und zurück

Die Erzählung beginnt 1998 in einem Dorf an der Saar als Renate Soffa beobachtet, wie ein Auto von der stark gewundenen Straße abkommt und in die Tiefen stürtzt – der Fahrer ist tot.
Im Sommer 2018 ist von der längst vergangenen Tragödie zunächst nichts zu spüren: Pia von Manthey ist seit 20 Jahren mit ihrem 24 Jahre älteren Mann Thomas verheiratet und zufrieden mit dem, was sie im Leben erreicht hat. Sie ist erfolgreiche Restauratorin, wohnt in einem wunderschönen Anwesen auf einem weltweit renommierten Weingut. Sie hat eine zuverlässige wie auch kluge Tochter und einen wunderbaren Mann, der ihr Geborgenheit schenkt. Im Gegensatz zu ihren Schwestern hat scheint sie alles richtig gemacht zu haben. Birgit und Nane haben – wie ihre Mutter es bei ihren unzähligen Erzählungen über den Fluch, der auf den weiblichen Familienmitgliedern lastet, prophezeit hat – aufgrund von Liebe und Leidenschaft alles verloren. Besonders Nane, die nach 20 Jahren im Gefängnis vorzeitig entlassen nun mit 46 ihre erste eigene Wohnung bezieht, fühlt sich, als wäre ihr Leben vorbei. Sie hat gemordet und einen Vater, Sohn und Mann das Leben genommen und weiß mit ihrer Schuld nicht umzugehen. Eines ist sicher: Ihre Schwester Pia wird ihr genauso wenig vergeben wie deren Mann Thomas – dafür sitzen die Wunden zu tief.
Dennoch kann sie sich von dem Geschehenen noch nicht lösen – immerhin brennt ihr eine wichtige Frage, die sie Thomas stellen muss, auf der Seele. Und so macht sie sich, obwohl ihr von ihrem Bewährungshelfer davon abgeraten wurde, auf den Weg zu den Hinterbliebenden; zum Weingut an der Saar. Kurze Zeit später muss Pia erfahren, dass ihr 73jähriger Mann einen Herzinfarkt erlitten hat und sieht ihre Schwester noch das Weite suchen. Für sie ist damit klar, dass Nane, von deren vorzeitiger Entlassung weder sie noch ihr Anwalt bis dahin wussten, ihrem Thomas beinahe das Leben genommen hat.
Und so kommen die Ereignisse von vor 20 Jahren langsam wieder an die Oberfläche und werfen ihren Schatten auf das Leben jedes einzelnen. Nane schwankt zwischen dem Wunsch, sich zu rächen und ihre Schuld zu tilgen. Birgit steht wie eh und je als Vermittlerin zwischen Nane und der ältesten Schwester Pia. Ihre Mutter erzählt bei jeder sich bietenden und nicht bietenden Gelegenheit vom Fluch. Ihr Vater ist so desinteressiert wie immer. Nane verstößt gegen Auflagen und Pia entfacht einen Kleinkrieg. Thomas Schwester Margot wittert die Chance, ihrem Sohn eine leitende Position im Weingut zu verschaffen. Pia und Margot feuern ihren seit zwei Jahrzehnten bestehenden Kleinkrieg weiter an. Thomas kämpft im Krankenhaus um sein Leben. Lizzy, Pias Tochter, versucht das Weingut zu führen bis ihr Vater wieder gesund ist. Überall entstehen Feindseligkeiten oder sie werden einfach verstärkt.

Dabei werden immer wieder drastische Maßnahmen ergriffen, man beginnt, sich über eine neue Entwicklung zu freuen und schon rudert die Autorin zurück, weswegen das Werk einem schwermütigen und aus dem Takt geratenen Tanz gleicht. So geht die Handlung immer wieder vor und zurück, dreht sich auch mal ein wenig im Kreis, doch kommt nur mühsam vowärts.
Außerdem wirken viele Episoden sehr konstruiert und viele Verhaltensweisen einfach überzogen. Andererseits ist die Auflösung keine Überraschung, sondern aufgrund der immer wieder beschriebenen düsteren Charaktereigentschaften und dem Rumreiten auf einigen Schlagworten schon recht schnell zum Greifen nah. Manchmal wirkt das Buch wie eine düstere Familiensaga, dann gleichen Elemente einem Rosamunde Pilcher-Werk, ein anderes Mal erwischt man einen Part Krimi.
Da „Der Verrat“ sehr viel von Wiederholungen lebt, wartete ich beim Lesen immer wieder auf meine Stichwörter, die jedes Mal herangezogen werden wenn die Geschichte doch droht etwas an Fahrt aufzunehmen – ob nun die kleinen weißen Helfer, der Fluch oder eines der anderen: Beim Lesen fallen sie sehr schnell auf und sind auch Schlüssel zur Lösung.
Die Perspektive der Erzählung wechselt zwischen 1998 und 2018, was ich für eine gelungene Wahl halte, da so Verknüpfungen hergestellt werden können und man stückchenweise was man ohnehin schon vermutet hat.
Des Weiteren lässt Ellen Sandberg immer wieder Begriffe aus den Bereichen der Winzerei und den Antiquitäten sowie deren Restauration einfließen. Nachdem ich mich ein wenig eingelesen hatte, hat mir dies sehr gefallen und ich habe mich gefreut, etwas in Pias Arbeit einzutauchen. Doch irgendwann war der Punkt in meinen Augen erreicht, an dem das Thema seinen Reiz verlor. Andauernd wurden Möbel mit „Lloyd Loom“ und ähnlichen Begriffen beschrieben und dann war ich es persönlich leid, derartige Bezeichnungen zu recherchieren, obwohl ich mir gerne ein Bild der Umgebung machen wollte.
Interessant fand ich, dass die Autorin zwischendurch auf Zitate von Buddha oder Martin Walser beispielsweise in Form von Graffiti zurückgriff, um einzelnen Charakteren einen kleinen Perspektivwechsel zu ermöglichen und dem Leser ein bisschen Raum für Fragen um Schuld und Vergebung zu geben.

Insgesamt hatte ich mir von „Der Verrat“ mehr erhofft. Die 480 Seiten habe ich recht zügig gelesen, allerdings störten mich die vielen Wiederholungen und ich ärgerte mich über kleine Logikfehler/Ungereimtheiten und die Haltungen oder Entscheidungen der Figuren. Für mein Empfinden hätten einige Repetitionen weggelassen werden sollen, um den Lesefluss zu erleichtern und die Spannung weniger zu dämpfen. Die Grundidee des Buches ist nicht ungut, an der Umsetzung hapert es in meinen Augen allerdings. Schade fand ich zudem, dass selbst die Klischee-Lösungen für kleine Probleme, welche ich für mich eher zum Spaß erdacht hatte, dann auch eintraten.

Ich vergebe 2 Sterne

2-Sterne

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📖 Rezension zu: „Das Schlaf Gut Buch“ von Dr. med. Ulrich Strunz

Das Schlaf-gut-Buch

Häufig wird die Bedeutung von Schlaf unterschätzt – als passive Zeit abgestempelt sehen viele nicht die Notwendigkeit der gesunden – und durchaus aktiven – Nachtruhe. Dr. med. Strunz versucht in diesem Werk Hilfestellungen zu geben um optimal zu schlafen. Zu einem gesunden Schlaf gehören unter Anderem eine gute Ernährung und Bewegung, weswegen der Autor sich diesen beiden Themen mit besonderer Aufmerksamkeit widmet.

Gerade wenn es darum geht, wie wichtig es sei, sein Blut analysieren zu lassen um (vom Autor vertriebene) Nahrungsergänzungsmittel bestmöglich auszuwählen, war ich nicht sonderlich begeistert. Ich denke, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung keinen Mangel entstehen lassen sollte… Dass die von Dr. med. Strunz verfochtende No-Carb-Ernährung der Weg zu gesundem Schlaf ist, kann wohl sein, wäre für mich persönlich allerdings keine Option. Mir würden dadurch zu viele Genüsse wegfallen und die Male, welche ich eine solche Ernährungsweise ausprobiert habe, hielten offengestanden nicht sonderlich lange an. Ebenfalls schade finde ich, dass wohl häufig versucht wird, dass Werk der „breiten Masse“ zugänlich zu machen, weswegen gerne vereinfacht wird und die Erklärungen simpel gehalten werden. Zudem scheint der Autor bemüht, unterhaltsam zu schreiben – mich konnten Überschriften wie „Was wir mit Spinat gemeinsam haben“ allerdings nicht fesseln und begeistern. Der Balanceakt zwischen unterhaltsam und informativ ist meines Erachtens nicht bestmöglich geglückt. Des Weiteren zählt in meinen Augen vieles aus dem Werk zum Allgemeinwissen: Übergewicht, Fernsehen und Alkoholkonsum sind hinderlich, während Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und Entspannung (beziwhungsweise Meditation) schlaffördernd.

Was mir allerdings sehr gut gefällt, sind die Übungen anz zum Ende des Buches – mitsamt eines sechswöchigen Plans. Auch konnte ich bei der Lektüre ein paar Denkanstöße erhalten und habe das ein oder andere lernen können.  Durch kurze Abschnitte und Fallbeispiele bleibt das Buch gut lesbar.

 

Dies war mein erstes Stutz-Buch. Gänzlich begeistern konnte es mich zwar nicht, doch habe ich ein paar Hilfestellungen erhalten können.

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📖 Rezension zu: „Bulli-Abenteuer – Island“ von Peter Gebhard

Bulli-Abenteuer – Island

Erneut war der Fotograf und Autor Peter Gebhard mit seinem T1-Bulli »Erwin«auf Reisen: Sechs Monate reiste er auf Island und entdeckte dort nicht nur Gletscher, Geysire, Wüsten und Vulkane.

In meinen Augen lebt dieses Buch nicht nur, aber zu großen Teilen, von den besonderen Begegnungen: Bereits ziemlich zum Beginn der Reise trifft Gebhard beispielsweise auf zwei deutsche Wandergesellen, die auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Für mich war es sehr spannend von dem Tippelbruder und der Tippelschwester den Bannkreis um den Heimatsort während der Wanderjahre gezeigt zu bekommen und zu erfahren, wie ihre Reise verläuft. Da auf Henning der erste Handwerksjob auf dem Bauernhof Vallanes wartet, ist dies der nächste Halt. Vor Ort wartet schon die nächste spannende Bekanntschaft und es wird – doppelt sicher – im Gewächshaus gezeltet.

So erfährt man während der Reise nicht nur von einem außergewöhnlichen Land, sondern auch von außergewöhnlichen und sehr hilfsbereiten Menschen.

Äußerst ansprechend ist zudem die Gestaltung des Werkes, da eine hervorragende Balance zwischen Erzählung und dem Zeigen durch Fotografien gewählt wurde. Dabei begleiten einen Zitate bei der Reise, was mir sehr gefallen hat. Dabei wechseln sich Zitate wie „Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt. Sieh sie dir an.“ von Tucholsky mit denen der isländischen Bevölkerung ab. So erfährt man, dass „Erst machen wir es, dann mögen wir es.“ ein isländischer Leitspruch sei oder erfährt von Hildibrandur aus Bjarnarhöfn, dass der „strenge Fischgeschmack mit der Ammoniaknote“ von islands Spezialität hákarl (Gammelhai) „recht gut“ zur isländischen Landschaft passe. (S.109)

 

Insgesamt hat das Werk einen sehr persönlichen Charme und zeigt abwechslungsreich die Insel aus Eis und Feuer. Mit 44 PS und offen für neue Erfahrungen und Begegnungen weckte Gebhard bei mir die Reiselust.  Eine beeindruckende Reise, die ich so auch gerne gemacht hätte.

Ich vergebe 5 Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Korea – Meine kulinarische Reise ins Land der vielen Wunder“ von Sarah Henke

Nachdem ich vergangenes Semester über meinen koreanischen Austauschstudenten auf die koreanische Küche aufmerksam gemacht worden bin, war ich sehr neugerig auf dieses Kochbuch. Versprochen werden 60 authentische Rezepte – ich war mir sicher, zahlreiche ansprechende Rezepte zu finden.

Zu erst fällt die sehr hochwertige Gestaltung des Buches auf, was ich bereits von anderen Kochbüchern aus dem Christian-Verlag kenne. Viele Fotografien schmücken das Werk, doch liegt hier in meinen Augen ein großer Unterschied zu den anderen Büchern, die ich von dem Verlag kenne. Sonst findet man tolle Aufnahmen von Gerichten und auch welche von Land und Leuten. Hier liegt der Schwerpunkt allerdings an anderer Stelle: Sehr viele Abbildungen zeigen die Sterneköchin Sarah Henke bei ihrer Reise – wie sie meditiert, isst, sich die Gegend anschaut und so weiter. Alles in allem sind dies mehr oder weniger typische Urlaubsfotos.

Sehr gerne würde ich das Buch – besonders in hinblick auf die Rezepte – in zwei Teile gliedern: Zum Einen in den Part, der tatsächlich in Korea stattfindet, zum Anderen in einen deutschen Part, in dem die Köchin ihre Erkenntnisse über die koreanische Küche in Sternekochmanier für ihr Restaurant abzuwandeln versucht. Für mich sehr wichtig anzumerken ist, dass sich im zweiten Teil definitiv keine authentischen Rezepte finden, da dies Eigenkreationen Henkes sind. Somit umfasst das Werk leider nicht wie auf dem Cover angepriesen 60, sondern 33 koreanische Rezepte. Für mein Empfinden ist das äußerst wenig.

Die Rezepte sind gut und verständlich beschrieben und im ersten Teil sind sie auch sehr ansprechend. Besonders die Gerichte der Straßenstände haben es mir angetan. In der zweiten Hälfte würde ich kein einziges Rezept nachmachen wollen, da mir Rezepte wie „Lachs & Miso-Senf l Sashimi l Keta-Kaviar“ (S.226) zu wenig bodenständig und Kreationen wie „Cashew Ying Yang“ (S.228) zu touri-mäßig sind. In diesem Abschnitt finden sich darüber hinaus Fotografien des „Yoso“, dessen Küchenchefin Sarah Henke ist. Auf mich wirkt das Buch daher eher wie eine Promotionaktion des eigenen Restaurants… Ich hatte mir stattdessen erhofft, von der gebürtigen Koreanerin in die Geheimnisse der authentischen koreanischen Küche eingeweiht zu werden und dabei ein Stück weit Land und Leute kennenzulernen.

Viele der Rezepte haben auch eine Tipp-Box, in der sich zum Teil hilfreiche Informationen finden oder einfach Wissenswertes, wie dass koreanische Chiliflocken in unterschiedlichen Ausmahl- und Schärfegraden „Gochugaru“ oder „Gochutgaru“ heißen. (S.156)

Alles in allem ist „Korea“ wohl mehr ein Urlaubsbericht mit anschließender Restaurant-Werbung, in den es auch 33 authentische Rezepte geschafft haben. Die Gestaltung ist hochwertig und ansprechend.

Ich vergebe 3 Sterne

3-Sterne

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📖 Rezension zu: „Libanesisch essen“ von Kamal Mouzawak

Libanesisch essen

Rundum gelungen!

Mouzawak bezeichnet sich selbst als „Food – Aktivisten“. Unter dem Slogan “ Make food, not war“ gründete er beispielsweise einen Bauernmarkt, verschiedene Restaurants und B&Bs. Auf diese Weise hilft er libanesischen Frauen und syrischen Flüchtlingen, so gut es geht finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. In seinem neuen Buch lädt er zu einer kulinarischen Reise durch den Libanon ein. Dabei zeigt er authentische und bodenständige Rezepte, stellt Frauen aus seiner Initiative vor und stellt die einzelnen Regionen vor. Dadurch, dass die einzelnen portaitierten Damen die Familienrezepte vorstellen, erhält man einen sehr schönen Einbick in die Traditionen in den unterschiedlichen Regionen. Was mir zudem sehr gefallen hat war, wie das Gemeinschaftliche betont wurde.
Die Rezepte sind ausgesprochen abwechslungsreich und laden zum Nachmachen ein. Man findet eine Vielzahl herrlicher Köstlichkeiten, deren Abbildungen einem bereits das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Zudem findet man genaue und verständliche (Schritt-für-Schritt-) Anleitungen wie beispielsweise zum perfekten Weinblattrollen machen.
Außerdem wunderbar ansprechend ist die Gestaltung des Werkes: Die Farben sind schön aufeinander abgestimmt, die Fotografien sehr gelungen, die Landkarten vermögen zu gefallen und auch die einzelnen weiß auf schwarzen Seiten mit Zeichnungen und Ähnlichem zum besseren Verständnis können überzeugen.

Alles in allem ein sehr ansprechendes Werk, welches ich sehr weiterempfehlen kann!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Die große Illusion“ von Eckart Conze

Die große Illusion

Macht 1919 greifbar

In diesem Werk widmet sich Conze umfassend dem Versailler Vertrag und seinen Auswirkungen.

Die Gestaltung des Buches ist sehr hochwertig und ansprechend, was man schon an der Karte auf der ersten Doppelseite erkennt. Außerdem merkt man, dass sich der Autor ausgesprochen gut informiert hat – so sind beispielsweise die Seiten mit Anmerkungen und Literaturverweisen (S. 508-551) wirklich eindrucksvoll. Zudem sehr gelungen ist das Personenreigster am Ende, was mir in anderen Büchern häufig fehlt. Äußerst nützlich!

Insgesamt ist das Buch verständlich geschrieben, dennoch handelt es sich um eine anspruchsvolle Lektüre. Gut gelungen ist meinen Augen auch, dass nicht nur die Vergangenheit betrachtet wird, sondern dass der Autor auch Verknüpfungen zur heutigen Zeit herstellt.
Mit diesem Werk macht Conze 1919 verständlich und greifbar.

Ich vergebe 5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Roadtrip – Eine Liebesgeschichte“ von Jennifer und Peter Glas

Hilft auch bei der eigenen Planung.

34 Länder in 30 Monaten – 55000 Kilometer. Sie kennen sich gerade einmal viereinhalb Monate als sich Jennifer und Peter Glas einen fast 30 Jahre alten Unimog-Van holen, um zu reisen. Ihr Weg führt sie durch Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Mazedonien, Iran, Oman, Indien, Nepal, Thailand, Kambodscha, Laos, Malaysia, Indonesien, Südkorea, Russland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Mogolei und Griechenland – eine beeindruckende Reise mit vielen erstaunlichen Erlebnissen.

Sehr ansprechend ist, dass der Einleitung eine Karte folgt, welche die gesamte Route zeigt. Hier werden auch wichtige Informationen für Reiselustige gegeben: Was dort das Highlight war, wo es den schönsten Stellplatz für sein Gefährt gibt, wie viel ein Liter Diesel im Schnitt kostet, welche Besonderheiten es gibt oder wie gut – auf einer Skala von 1 bis 10 – die Straßenqualität im jeweiligen Land ist. So kann man das Buch zur eigenen Reiseplanung verwenden und seine Route mithilfe der vorgestellten Tipps optimieren.
Im Anschluss daran wird sich dem Roadtrip gewidmet: Während der Reise erlebt das Paar einiges – ganz zu Beginn heiraten sie beispielsweise in Venedig und werden dort von ihren engsten Freunden überrascht. Auch gelangen die beiden bei ihrer Reise an für Touristen untypische Orte und kommen mit Einheimischen in Kontakt, sodass man etwas über die verschiedenen Kulturen erfahren kann. Mich haben ihre Erzählungen sehr neugierig gemacht und meine Reiselust verstärkt.
Am Ende des Werkes finden sich seperate Hinweise für all jene, die selbst von einer solchen Reise träumen. Über die Ausgaben, das Gepäck, das Fahrzeug oder die Lieblingsorte.
Das Buch ist extrem hochwertig und aufwendig gestaltet. Die sehr großen und ansprechenden Fotografien werden gekonnt mit den abwechslungsreichen Texten in Einklang gebracht, sodass ein ausgewogenes Gesamtbild entsteht. Die zahlreichen Bilder, die sich oft auch über eine Doppelseite erstrecken, lassen einen in andere Welten eintauchen. Zudem hat mir die Kombination aus Reisebericht und Hilfestellungen für die eigene Planung sehr zugesagt. Dabei ist das Werk sehr emotional und manchmal auch kritisch, weswegen es authentisch und gut reflektiert wirkt. Auch findet man auf Spotify eine Roadtrip-Playlist des Paares, die perfekt auf die Reise abgestimmt sein soll.

Für dieses rundum gelungene Buch, das in einem die Reiselust weckt, vergebe ich 5 von 5 Sternen!

 

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Best Body Plan“ von Anna Lewandowska

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Lewandowska_ABest_Body_Plan_172527.jpg

Zugegebenermaßen war mir nicht von Anfang an bewusst, dass es sich bei der Autorin um eine Spielerfrau handelt. Auf dem Klappentext wurde sie als Profi-Sportlerin bezeichnet und das reichte mir. Rückblickend fügt es sich allerdings in ein für mich recht stimmiges Gesamtbild.

Das Buch beginnt ganz vorne – bei der Motivation. Warum sollte man sich einen gesunden Körper wünschen, welche Auswirkungen haben Sport und eine gesunde Ernährung und so weiter. Für mein Empfinden ist dieser Teil des Buches etwas lang geraten und ich gehe im Grunde davon aus, dass die meisten, die ein solches Buch zur Hand nehmen, bereits für sich entschieden haben, dass sie sich in diese Richtung verändern möchten – und warum. Danach folgen Tipps zum Abnehmen; beispielsweise, dass gemeinsames Trainieren motivieren kann. Im Anschluss daran wird sich dem Thema Ernährung gewidmet und verschiedene Inhaltsstoffe werden beleuchtet. Auch geht es um die sinnvolle Kombination verschiedener Lebensmittel anhand ihrer Nährwerte. Daraufhin folgt der Rezeptteil des Buches. Die meisten der vorgestellten Rezepte konnten mich nicht für sich gewinnen, ihre Zubereitung ist allerdings ansprechend beschrieben. Als nächstes findet man den Sportteil, der allerdings auch nicht sonderlich viele Überraschungen bereithält. Übungen wie Liegestütze, Ausfallschritte oder Planks gehören in meinen Augen zum allgemein bekannten Grundgerüst. Somit sind die Übungen durchaus effektiv und bewährt.

Die Aufmachung des Buches ist hochwertig. Mich störte allerdings die ständige Präsenz der Autorin – auf zahlreichen Fotos zwinkert sie, hält wahlweise ein Melonenstück oder einen Granatapfel in der Hand oder trinkt einen grünen Smoothie…

Insgesamt vermochte mich das Werk nicht zu überzeugen, weswegen ich 2,5 von 5 Sternen vergebe

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