📖 Rezension zu: „Marias letzter Tag“ von Alexandra Kui

Marias letzter Tag

Ein Sommer ohne Angst- doch ist Angst wirklich etwas Negatives?

Die 16jährige Louise Fee Goldt, kurz Lou, wohnt in einem Dorf in Norddeutschland. Ihr Leben ist geprägt von Ängsten, die ihre Eltern schüren: Viren, die furchterregende Krankheiten verbreiten, Autofahrer, die Tramper ermorden, der Notendurchschnitt von Lou, der Wasserpegel, die Finanzkrise, oder vieles andere. Zuhause fühlt sie sich unwohl, vergleicht das Haus mit der Titanic. Doch wann wird das Unglücksschiff sinken?
Was Lou nicht weiß, ist dass ihre beste Freundin Maria- die perfekte Maria- auch große Angst hat. Die am Anfang der Geschichte sehr ich-bezogene Lou bemerkt es einfach nicht. Dabei war Maria immer der fröhlichste, glücklichste Mensch. Sie war C-Dur Maria, während Lous Leben ein fis-mol Walzer war.
Maria hat Angst, an Brustkrebs zu erkranken und nachdem sie von einem Zug erfasst wird, liegt sie im Koma. Es wird vermutet, dass es sich um einen gescheiterten Selbstmordversuch handelt.
Bald schon packt Lou die große Angst vorm Leben. Sie weiß, dass sie sterben wird, hat bemerkt, welche fatalen Folgen Angst haben kann und wohin sie einen führen kann.
Und so ruft sie den Sommer ohne Angst aus: Sie will mutiger werden! Sie will keine Angst haben! Sie will leben! Sie will so tun, als sei jeder Tag ihr letzter Tag! Sich so fühlen wie Maria, bevor das Unglück geschah!
Um ihre Botschaft mit anderen Menschen zu teilen, um ihnen zu zeigen, dass das, wovor sie Angst haben, gar nicht angsteinflößend ist, eröffnet Lou einen eigenen Youtube-Kanal: „Marias letzter Tag“.
Schon nachdem sie ihr erstes Video hochgeladen hat, hat sie extrem viele Follower. Je mehr Videos sie hochläd, desto berühmter und beliebter wird sie. Lou blüht auf, beginnt, sich immer härteren Herausforderungen zu stellen und versteht die Konsequenzen nicht.
Denn nicht jeder ihrer Follower kann ihrer Botschaft wirklich folgen. Ihre Fans versuchen sich zu übertrumpfen, bis Lou irgendwann die Kontrolle über „Marias letzter Tag“ verliert..
Und dann kommt sie dem Jungen, auf den sie steht, Ingi, immer näher.. Doch kann aus den beiden etwas werden?

Der Schreibstil ist sehr besonders. Die Sätze sind kurz gehalten, präzise und es wird sich einer Jugendsprache bedient. Mir gefällt jedoch ein ausgeschmückter Schreibstil mehr.. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte.
Lou konnte ich die größte Zeit des Buches über nicht verstehen.. Ihre Sicht auf die Dinge war oft nicht wie die eines Jugendlichen.. Kritik am Channel = Kritik an ihr? Außerdem finde ich es schade, dass sie sich scheinbar nur über ihren Youtube-Channel definiert.. Zu Beginn ist sie extrem pessimistisch, irgendwann wird sie ganz euphorisch, jagt eine Angst nach der anderen, scheint die Klicks und Follower zu brauchen, um nicht mit der Titanic zu sinken.. Auch ihre „Taten gegen die Angst“ konnte ich manchmal nicht nachvollziehen, habe nicht verstanden, in wie weit das mit Freiheit zu tun haben soll.. Manchmal hätte ich Lou am liebsten einmal durchgeschüttelt, da sie die Folgen ihrer Handlungen, auch in den Leben anderer, nicht absehen konnte.
Jedoch ist die Thematik des Buches sehr interessant: Was würdest du tun, wenn heute dein letzter Tag wäre? Welche Ängste würdest du überwinden? Was würdest du dich auf einmal trauen? Und in wie weit ist das eigene Umfeld für Ängste verantwortlich? Was ist die richtige Art mit der Angst umzugehen? Wie kann man mit der Angst leben, ohne etwas von der Welt zu verpassen?
Der Text wird aufgelockert durch die Hashtags zu Lous Videos und durch Fotos. Immer wieder werden Szenen, die Lou filmt beschrieben, wobei hier die Sätze noch kürzer gehalten sind und die Passagen noch sachlicher geschrieben sind. Zwischendurch wird auch aus Zeitungsartikeln zitiert und man merkt, dass sich die Autorin mit dem Thema der Angst (oder des Angstverweigerns) auseinandergesetzt hat; man erfährt zum Beispiel über die Fire-Challenge.
Leider kam mir das Ende wiederum konstuiert vor und in der Realität sehr unwahrscheinlich…

Nach Angaben des Verlags ist das Buch besonders für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet, ich vermute aber, dass Zwölfjährige einen besseren Zugang zu dem Buch finden können. Dann ist dieses Buch bestimmt ein sehr guter Weg, sich mit den Gefahren und Vorteilen von Ängsten auseinanderzusetzen.

Alles in allem kann ich dieses Buch durchaus weiterempfehlen. Es liest sich schnell und regt zum Nachdenken an. Die Thematik des Buches ist wichtig, denn Angst betrifft jeden von uns, Jeder sollte sich über einen gesunden Umgang mit Angst Gedanken mach und sich fragen, in wie weit er Ängste überwienden sollte. Außerdem, um zu erfahren, wie gefährlich es werden kann, wenn man andere zu übertrumpfen versucht, im Wettstreit um den Platz des Furchtlosesten.
Ein Buch darüber, wie eine Botschaft falsch aufgefasst, verherende Folgen haben kann.

3/5 Sterne

3-Sterne

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🍴🍴 Zwiebelkuchen 🍴🍴

Zutaten:

  • 1 kg Gemüsezwiebeln
  • 100 g Räucherspeck
  • Salz und Pfeffer
  • 200 ml Sahne
  • 50 g Parmesan
  • etwas Milch
  • 2 Eier
  • 250 g Mehl
  • Zucker
  • Hefe

So geht’s:

1. Zu erst den Speck in der Pfanne auslassen. Dann die Zweibeln schälen und in Scheiben schneiden, anschließend in der Pfanne anbräunen.

2. Zwiebeln und Speck salzen und Pfeffern, dann vermengen.

3. Nun aus 250 g Mehl, zwei Prisen Salz und einer Prise Zucker, sowie einem halben Hefewürfel und etwas Milch einen geschmeidigen Hefeteig kneten, dann warm stellen und gehen lassen.

4. Nun eine Backform fetten, danach 200 ml Sahne mit 50 ml Milch, dem Parmesan und 2 Eiern vermengen.

5. Jetzt die Form mit dem gegangenen Hefeteig auskleiden.

Essen 193 Essen 207

6. Die Zwiebel-Schinkenmasse einfüllen und mit der Eiermilch übergießen. Anschließend mit ein paar Schinkenwürfeln und etwas Parmesan dekorieren.

Essen 211 Essen 240

7. Den Zwiebelkuchen nun bei 180 Grad Umluft in den Ofen geben.

Essen 288    Essen 294

Fertig!

Essen 303

🍴🍴 Viel Spaß beim Nachmachen!!  🍴🍴

📖 Rezension zu: „Wenn der Postmann nicht mal klingelt“ von Lotte Minck

Wenn der Postmann nicht mal klingelt

Ein neuer Fall für Loretta Luchs und ihre töfte Truppe!

Kaum ist ihre Mitbewohnerin Diana ausgezogen hat Loretta allen Grund zur Aufregung: Ihre Freundin Isolde hat ein Filmdrehbuch geschrieben, wobei sie sich von Loretta hat inspirieren lassen und so soll diese die berühmte Theaterschauspielerin Emily Eichberger für die Rolle der ermittelnden Sexhotline-Mitarbeiterin coachen. Deshalb nimmt Loretta die Theaterdiva mit zur Arbeit, räumt mit Vorurteilen auf und beantwortet geduldig alle Fragen, sodass Emily einen tieferen Einblick in diesen Beruf bekommt.

Jedoch wird die „Film-Loretta“ von einem anonymen Anrufer bedroht, auch die Reifen ihres Autos sind zerstochen worden. Aus lauter Angst zieht Emily vorrübergehend bei ihrer neu gewonnenen Freundin Loretta ein, denn diese glaubt nicht an einen harmlosen Verehrer Emilys. Als dann noch ein angsteinflößendes Päckchen für Emily auftaucht und ihre Agentin zu Tode kommt, häufen sich die Frage und Loretta und ihre Freunde beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen.

Doch wo soll man bei den Ermittlungen bloß anfangen?

Zumalen sich bei Gesprächen mit der Frau des Fernseh-Komissars Harry Vaske, den die Freunde bei ihrem Sommerurlaub kennenlernen durften,  auch noch die Frage stellt, ob es überhaupt einen richtigen Fall gibt, oder es sich nur um einen Fan von Emily handelt. Schließlich scheint man als Schauspieler häufiger kleine „Geschenke“ zu erhalten..

Doch als wäre es nicht schon schwierig genug, Licht in dieses Dunkel zu bringen, taucht auch noch Pascal auf und verdreht Loretta den Kopf..

Nach „Radieschen von unten“, „Einer gibt den Löffel ab“ und „An der Mordseeküste“ handelt es sich bei „Wenn der Postmann nicht mal klingelt“ um Lorettas vierten Fall.

Das Buch lässt sich wirklich sehr gut lesen, da es angenehm locker geschrieben ist und man den Handlungen und Gedankengängen von Loretta problemlos folgen kann. Außerdem lockert das von ein paar Freunden gesprochene Ruhrpottdeutsch das Buch weiter auf. Aber auch der Schreibstil ist so packend, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen mag. Darüber hinaus ist der Humor ausgesprochen ansprechend: Sehr natürlich, keineswegs aufdringlich und manchmal ein wenig düster! Ich hatte beim Lesen die meiste Zeit über ein Lächeln auf den Lippen.

Auch ist die Geschichte sehr spannend, die Handlungen und Entscheidungen sind nachvollziehbar und man bewundert Loretta für ihre flotten Sprüche.
Überhaupt sind die Charaktere in dem Buch so liebevoll und genau gezeichnet, dass man sie alle schnell ins Herz schließt. Lorettas Trupp ist sehr sympathisch und alle Personen sind sehr glaubwürdig, wirken real.

Ich kann dieses Buch wirklich weiterempehlen, denn es ist zum einen sehr spannend, kommt aber zum anderen auch ohne blutrünstige Szenen aus. Es überzeugt mit Humor und erzählt von Personen, die man eigentlich nur sympathisch finden kann! Meine absolute Leseempfehlung!!
Ein weiteres richtich töftes Buch aus der Reihe!

5/5 Sterne

5-Sterne

📖 Rezension zu: „Anziehungskraft: Stil kennt keine Größe“ von Guido Maria Kretschmer

Modische Grundlagen leicht erklärt mit netten Anekdoten vom Star-Designer!

In seinem Buch „Anziehungskraft- Stil kennt keine Größe“ gibt Guido Maria Kretschmer Tipps für das bestmögliche Outfit, dass auch zu einem passt.
Das Buch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt. Zu Beginn werden die verschiedenen 10 Figur-Typen vorgestellt:
„Das sympathische Brett“
„Die Perfekte“
„Die Elfe“
„Dies von-allem-etwas-zu-viel-Frau“
„Die Versuchung in Doppel-D“
„Die große Walküre, die nicht immer singen kann“
„Der Kugelfisch oder die kleine Runde“
„Die alles-oben-Frau oder das Himmelsmaedchen“
„Das Erdmädchen“
„Das Buddhagirl“

Zu Erst werden die einzelnen Typen gut erklärt, wobei nette Anekdoten den Text auflockern. Später werden die Vor-und Nachteile der Figurtypen und die beste Möglichkeit sich figurgerecht zu kleiden auch noch einmal zusammengefasst. Außerdem gibt Guido Tipps für den perfekten Shopping-Tag: Von der idealen Shopping-Begleitung bis hin zu den besten Strategien.

Zum Schluss gibt er noch Warenkunde. Dieses Thema lässt sich in die Unterthemen Stoffkunde, Gewebtes und chemische Stoffe gliedern. Aber auch über die richtige Ordnung im Kleiderschrank hat findet sich ein Kapitel.

Für Shopping-Queen und Guido-Fans ist dieses Buch ein Muss! Es enthält viele Tipps und einiges Wissenswertes, das erklärt wird, ohne langweilig zu werden. Zwar kann man sich nicht unbedingt einer bestimmten Figur zuordnen, aber das ist nicht weiter schlimm. Ich habe mich immer wieder über die vorkommenden Personen amüsiert, oder habe Ähnlichkeiten zu Bekannten von mir gefunden. Außerdem hatte ich beim Lesen sehr oft Guidos Stimme im Ohr. 🙂
Also: Leseempfehlung!!!

4/5 Sterne

4-Sterne

📖 Rezension zu: „Stone Cold“ von Robert Swindells

Stone Cold

Nicht sonderlich ansprechend…

Der sechszehnjährige Link fühlt sich seit seine Mutter einen neuen Freund hat zu Hause nicht mehr wohl, denn der Mann in den 40ern benimmt sich als sei er 20 und ist einfach nur widerlich.. Deshalb beschließt Link auszuziehen: Ohne Geld zieht er für ein neues Leben nach London. Natürlich stellen sich schnell die ersten Probleme ein: Link hat keine Arbeitserfahrungen, weswegen er keine Anstellung findet. Natürlich kann er sich so keine Wohnung finanzieren und schläft in Hauseingängen, Parks und unter Brücken.. Irgendwann sieht (und riecht) er dann allerdings auch nicht mehr vertrauenserweckend und ein Teufelskreis entsteht, denn es werden nur Arbeitsplätze an gepflegte Menschen mit festem Wohnsitz vergeben..

Zur gleichen Zeit verschwinden immer mehr Obdachlose von den Straßen Londons. Niemand weiß, was mit ihnen passiert- und eigentlich interessiert es auch niemanden. Doch der wahre Grund ist ein Psychopath der, nachdem die Armee ihn den Dienst aufgrund seiner psychischen Probleme gekündigt hat, seine eigene kleine „Armee“ aufstellt, indem er wahllos Obdachlose zu sich lockt und sie kaltblütig umbringt… Wird er gestoppt werden können? Denn allmählich wird es für Link und seinen neugewonnenen Freund Ginger gefährlich, denn sie sind in das Blickfeld von „Shelter“, dem Psychopathen der die Obdachlosen „bechützen“ will, gefallen.

Die Perspektive wechselt ohne Vorwarnung von Shelter zu Link. Und wieder zurück. Shelters Teile des Buches sind in einem Armee-Englisch geschrieben und Links Abschnitte in einem furchtbaren Gossen-Slang! Grauenhaft!!

Also bei der Sprache fehlen mir tatsächlich die Worte…

Versprochen wurde Spannung durch einen Irren, der zum Massenmörder wird. Zwar wird beschrieben, wie Shelter seine Opfer anlockt und dann tötet, doch blieb bei mir Spannung oder gar Entsetzen aus…. Ich hatte auch gehofft, dass man mehr von ihm erfährt, erklärt bekommt, wie seine psychische Störung entstanden ist oder wie er sich genau fühlt, oder was er sich denkt.. Aber dafür war in dem Buch wohl kein Platz… Stattdessen wird nur kurz erklärt, dass er Obdachlose nicht mag, weil sie keine „echten Männer“ sein.. Mehr Erklärung gibt es leider nicht… Schade, denn da hätte man wirklich mehr rausholen können… Auch mehr Reaktion beim Leser, denn mich hat das alles ziemlich kalt gelassen….

Dann hieß es auf dem Klappentext, Link würde sich mit dem straßenlebengewohnten (streetwise) Ginger anfreunden und sie würden sich gegenseitig helfen.. Ginger taucht aber nur kurz gegen der letzten Hälfte des Buchs auf und verschwindet wieder… Das hat natürlich einen Grund, aber die größte Zet kämpft sich Link allein duch das Leben als Obdachloser.. Also auch keine Geschichte über Freundschaft…

Vielleicht ist es dann ein Sachbuch?!? Schließlich hat der Autor wohl als Vorbereitung auf das Buch 4 Tage lang auf der Straße gelebt, um sich in die Geschichte und in die Charaktere hineinversetzen zu können… Davon konnte ich leider nicht viel merken.. Denn dass Parkbänke und Eingänge zu Häusern beliebte Plätze zum Schlafen sind, und viele Menschen abweisend reagieren, wenn man sie um Geld bittet, weiß wohl so ziemlich jeder, oder?

Lernen konnte ich so durch das Buch… ähm…. Wörter, die ich in meinem gesamten Leben (hoffentlich!) niemals in Gesprächen verwenden muss/ werde….

Darüber hinaus war das Ende auch nicht sonderlich spannend, wie ich finde… Aber es handelt sich um ein offenes, trauriges und zugleich fröhliches Ende…

Alles in allem bin ich wirklich ausgesprochen enttäuscht von diesem Buch.. Ich hatte mich sehr auf das Lesen dieser Lektüre gefreut und meine Erwartungen wurden nicht im geringsten erfüllt.. Ich habe mich wirklich durch das Buch gequält.. Sehr schade!!

2/5 Sterne

2-Sterne

📖 Rezension zu: „Die Sonnenposition“ von Marion Poschmann

Die Sonnenposition

Poetische Sprache, vielschichtige Charaktere und ein faszinierender Blick in die Vergangangenheit!

Der 32jährige rundliche Rheinländer Altfried Janich ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Nach der Wiedervereinigung findet er eine Anstellung im Ostschloss, welches ein alter und heruntergekommener Barockbau ist, der nun als psychiatrische Anstalt dient.

Dort sieht er es als seine Aufgabe an, den Patienten Orientierung zu schenken und für sie die Sonnenposition einzunehmen. Doch nach dem rätselhaften Autounfall seines Freundes Odilo, bei dem dieser tödlich verunglückt, beginnt Altfried auf die Nachtseite der Dinge zu geraten. Er kann die Nächte über nicht schlafen, geisert durch die Gänge, denn er wohnt in dem Ostschloss. Er fühlt sich von den Patienten bedrängt und bemerkt den Zerfall des Gebäudes. Es werden auch ein paar Patienten und deren Geschichten vorgestellt, zum Beispiel die zweifache Mutter, die nun ihre Schwangerschaften verheimlicht und ihre gerade geborenen Kinder ertränkt, erfriert oder stranguliert.. Oder auch den Mann, der alles mindestens in doppelter Ausführung besitzen muss, damit er, falls das eine Produkt kaputt geht, sofortigen Ersatz hat und nicht Angst haben muss, dass sein Gerät oder Kleidungsstück nicht mehr zu haben ist.

Altfried denkt nach und nach immer mehr über seine eigene Vergangenheit nach, auch daran, wie er Odilo kennen lernte. Er erinnert sich an Odilo, den erfolgreichen Freund, der im Labor arbeitete, an Biolumineszenz forschte und versuchte, per Genmanipulation Mäuse leuchten zu lassen.

Doch was Altfried zunächst verwundert ist, dass seine Schwester Mila von dem Tod Odilos ebenfalls betroffen ist und als er von ihrer Beziehung erfährt, weiß er zunächst nicht, wie er damit umgehen soll.

Altfried wundert sich, was Odilo ihm bedeutet hat. Schließlich war dieser kein richtiger Freund, oder etwa doch? Es war schwieig, Odilo nahe zu sein..  Er war konservativ und verklemmt, er war Karrietist und Einzelkind..

Nach und nach beginnt Altfried zu verstehen, die Erinnerungen führen in das Schloss und er beginnt sich sicher zu sein, nie mehr aus dem Schloss heraus zu kommen.

Marion Poschmann, die Germanistik, Philosophie und Slawistik studierte, hat mit ihrem Roman „Die Sonnenposition“ ein außergewöhnliches Werk geschaffen. Poetisch beschreibt sie Altfrieds Gefühle, sodass man sie sehr gut nachvollziehen, ja, nachfühlen kann. Die Beschreibungen des Ostschlosses und der Patienten haben mich sehr beeindruckt. Auch wie sie die verschiedenen Handlungen und Personen miteinander verwoben hat, war für mich sehr faszinierend. Auch, wie der Umgang mit den Insassen beschrieben wird, war sehr interessant für mich. Odilos Experimente mit Biolumineszenz konnten auch meine Neugierde wecken und ich bleibe beeindruckt zurück, von dieser poetischen Sprache, dieser Art sich auszudrücken und die vielschichtigen Charaktere mit Leben zu füllen.

Es hieß, dieses Buch würde von der Macht der Zeit, der Erinnerung und der zeitlosen Verbundenheit, sowie über fragile Identitäten, den schönen Schein und der Suche nach dem innreren Licht berichten. Dieses Versprechen wurde gehalten!

Ich kann dieses Buch wirklich weiterempfehlen, nur sollte man sich beim Lesen Zeit nehmen, um die Sprache, die Metaphern und Vergleiche und eingeflochtenen Theorien, zum Beispiel zu Ort und Zeit, wirklich verstehen und über sie nachdenken zu können. Denn dieses Buch regt zum Nachdenken an und lässt den Leser lange nicht los.

5/5 Sterne!

5-Sterne

An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich beim Suhrkamp-Verlag bedanken, der mir freundlicherweise dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Dieses Buch hat mir sehr zugesagt und ich bin noch ganz hin und weg von dieser wunderbaren Sprache!

Schaut doch mal auf der Verlagsseite vorbei -> klick

Hier geht es zu dem Buch, dort könnt ihr zum Beispiel bei einer Lesung von Marion Poschmann einen „Blick“ ins Buch werfen!    ->  klick

📖 Rezension zu: „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ von Lilly Lindner

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Wortgewaltig und sehr berührend!

April ist nicht nur ein Monat. April ist der wichtigste Mensch in Phoebes Leben. April ist Phoebes große Schwester. April versteht Phoebe immer und Phoebe versteht April. Auch ohne Worte. Sie spürt ihren Schmerz und dass etwas nicht stimmt. Es muss etwas damit zu tun haben, dass April zunehmend einen Dinosaurierrücken bekommt, wie Phoebe findet.

Und dann ist April fort. Eingesperrt. In einer Klinik. Dort soll sie endlich zunehmen, denn sie isst nichts mehr. Phoebe hat tausende Fragen zu Aprils Krankheit. Wieso ist April krank? Was macht diese Ana, die offensichtlich dafür verantwortlich ist, mit ihr? Und vor allem: Wird April wieder gesund? Kann alles wieder so werden, wie es früher war?

Doch Phoebes hilflos überforderte Eltern können ihr die Antworten nicht geben. Oder vielleicht wollen sie es auch einfach nicht. Dabei wüsste das kleine Mädchen gerne so viel mehr über die Erkrankung. Aber auch April kann ihre Fragen nicht beantworten, schließlich sitzt sie in der Klinik fest. Und Phoebe darf sie nicht besuchen. Dafür ist ihre Schwester zu krank.

Aber Phoebe möchte bei ihrer Schwester sein, mehr über die Krankheit erfahren. Und so schreibt sie ihrer Schwester Briefe. Sie schreibt von ihren Eltern, von der Leere, die April hinterlassen hat. Sie schreibt über ihre Freunde, über Worte und Wortgewalt, über Liebe und Glück. Darüber, dass sie sie vermisst und darüber, was sie fühlt.

Aber auch wenn sie keine Antworten auf ihre Briefe erhält, schreibt sie immer weiter gegen die Stille an, denn sie ist sich sicher, dass April ihre Briefe liest und sich darüber freut. Und wer weiß, irgendwann schreibt sie ja vielleicht doch zurück..?

„Was fehlt wenn ich verschwunden bin“ ist ein tief berührender Jugendroman. Es ist so bewegend, wie die kleine Phoebe ihrer ihr alles bedeutenden großen Schwester, mit einer Mischung aus kindlicher Neugierde und Lebenslust und erwachsenem Trübsinn, über alles was sie erlebt Briefe schreibt. Als Leser fühlt man sich sehr schnell in die Geschichte einbezogen, versteht ihre Trauer und hofft mit und für Phoebe, dass alles wieder gut wird.

Und dann erfährt man immer mehr darüber, was April so zu schaffen machte, wieso sie krank geworden ist, wie sie sich verändert hat, warum sie nicht zurück geschrieben hat, wie sehr sie Phoebe liebt und wie ihre Eltern mit der Situation umgehen. Ungefähr die letzten 150 Seiten konnte ich nicht lesen ohne andauernd weinen zu müssen.. Sehr emotional und aufwühlend.

Alles in allem ein wirklich ergreifender Roman über Magersucht und Schwesternliebe, den ich absolut weiterempfehlen kann!!

5/5 Sterne!!

5-Sterne