📖 Rezension zu: „Vegane Dessertträume“ von Brigitte Bach

Ein sehr schönes Dessertbuch!

Bei “Vegane Dessertträume” handelt es sich nach “Vegane Backträume” um Brigitte Bachs zweites Buch. Die Autorin hat sich im Herbst 2009 aufgrund ethischer und ökologischer Gründe für den Veganismus entschieden, wollte jedoch nicht auf ihre große Leidenschaft für Süßspeisen verzichten. Deswegen kreierte sie viele neue vegane Rezepte, die sich auch bei ihren Freunden und ihrer Familie großer Beliebtheit erfreuen.

Zu Beginn des Buches wird ein Einblick in die wichtigsten Zutaten für vegane Desserts gegeben und ihre Bedeutung erklärt. Von Binde- und Geliermitteln über Fette, Früchte, Mehle und Nougat über Nüsse, pflanzliche Milch und pflanzlichen Joghurt bis hin zu Süßungs- und Triebmitteln- hier wird fast alles abgedeckt.
Im nächsten Kapitel geht es darum, sein Dessert zu verfeinern, ihm das gewisse Etwas zu verleihen. Hierzu werden viele verschiedene und abwechslungsreiche Ideen gegeben, die einen zum Experimentieren und Dekorieren anregen, auch wenn einige davon nichts Neues sind. Die ganzen Anregungen werden sehr schön verständlich beschrieben und lassen sich problemlos umsetzen.
Anschließend verrät Brigitte Bach ihre Geheimnisse für das perfekte selbstgemachte Eis und gibt an, welche Ausstattung für sie beim Kreierien eines gelungenen Desserts von großer Bedeutung sind. Bevor es dann mit den Rezepten losgeht werden noch Hinweise zu den Rezepten gegeben und Kennzeichnungen erklärt. Diese zeigen zum Beispiel sojafreie oder unkomplizierte Rezepte auf einen Blick an, was mir sehr gefällt.
Die Rezepte sind in die Kapitel “Zum Löffeln (Cremes, Mousses, Puddings & Co)”, “Zum Herzerwärmen (Strudel, Palatschinken, Aufläufe, Knödel & Co)”, “Zum Schwelgen (Kuchen, Törtchen, Brownies & Co.)” und “Zum Stibitzen (Eis & Frozen Yogurt)” unterteilt. Die Autorin wollte ein breites Spektrum abdecken, damit sich für jeden ansprechende Rezepte finden lassen, was ihr wirklich gelungen ist. Die Desserts sind sehr abwechslungsreich: Klassiker wie auch neue Kreationen werden vorgestellt.

Die einzelnen Rezepte sind, wie auch das gesamte Buch, sehr liebevoll und ansprechend gestaltet. Ein großes Foto lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen und macht die Entscheidung schwer, welches der Rezepte man zu erst ausprobieren soll. Unter dem Namen des Desserts finden sich die benötigten Materialien wie Förmchen oder Ähnliches. Dann werden sehr übersichtlich die Zutaten aufgelistet und die vorhin bereits angesprochenen Symbole zeigen bestimmte Eigenschaften des Desserts. Tipps und Anmerkungen der Autorin geben dem Ganzen einen persönlichen Charme.

Ich kann dieses vegane Dessertbuch sehr weiterempfehlen, da man merkt, wie viel Mühe in ihm steckt, die Rezepte abwechslungsreich sind und somit für verschiedene Anlässe geeignet sind- und natürlich weil sie sehr gut schmecken!

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Kriegserbe in der Seele“ von Udo Baer und Gabriele Frick Baer

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Sehr interessant und empfehlenswert!

Gerade einmal 70 Jahre ist es her, dass in Europa Krieg herrschte. Der Alltag sah düster aus; Hunderttausende, wenn nicht Millionen Frauen wurden von deutschen Besatzern vergewaltigt, wurden danach oder dabei getötet, brachten sich später selber um oder mussten mit dieser traumatischen Erfahrung weiterleben. In Deutschland sollen rund 2 Millionen Frauen bei Kriegsende vergewaltigt worden sein (S.100). Aber nicht nur das wurde erlitten, Bomben, Schüsse, Heimatverlust, Flucht und Flüchtlingselend, Hungersnot, Gefangenschaft, Konfrontation mit Tod und dem Verlust von Unversehrtheit und das Loslassenmüssen.
Doch wurden solche traumatischen Erfahrungen nur in den aller seltensten Fällen in irgendeiner Art aufgearbeitet. Viel verbreiteter war es, dass der Mantel des Schweigens über die Erlebnisse gelegt wurde, da man weder über Ängste noch über Schwäche sprach.
Es ist einleuchtend, dass dies nicht ohne Folgen blieb. Seit einer Weile wird die transgenerationale Weitergabe von Kriegstraumata zunehemend diskutiert. Der Begriff meint, dass die Traumata von einer Generation an die nächste weitergegeben werden, sodass, selbst wenn jemand selber keine Kriegserfahrungen gemacht hat, er solche von seinen Eltern oder Großeltern übernimmt.
So kommt es, dass sich unterschwellige Gefühle in einer Person ausbreiten, die diese nicht begreifen, nicht fassen kann, da ihre Auslöser im Dunkeln bleiben. Die daraus resultierende Folge ist, dass in den meisten Fällen Erscheinungen wie plötzliche Angstanfälle, welche ohne Vorwahrnung über einen hereinbrechen, die Schwierigkeit zu trauern, innere Leere, Leistungsdruck, Unsicherheit bezüglich der Heimat oder bezüglich des Frau- beziehungsweise des Mannseins so hingenommen werden, oder bei einem selber die Ursache gesucht wird, jedoch nicht gefunden werden kann.
Zwar, darauf wird mehrfach hingewiesen, lassen sich nicht alle solcher Symptome auf von den Eltern oder Großeltern vererbte Kriegstraumata zurückführen, allerdings sei es oftmals lohnenswert, sich mit dieser Möglichkeit zu beschäftigen.
Da Kinder sehr empfindsam für Atmosphäre sind, nehmen sie die Traumata wie ein Schwamm auf, verinnerlichen sie und bemerken dies nicht einmal. Dann werden diese an die nächste Generation weitergegeben.
Die Autoren des Buches sehen unsere Aufgabe darin, diesen ewigen Kreislauf zu durchbrechen, damit die folgenden Generationen vor den Folgen des Krieges geschützt sind.
Wie dies funktioniert wird in “Kriegserbe in der Seele” erklärt. Dazu sind mehrere Schritte zu beachten. Zunächst soll geklärt werden, ob die Symptome, die man aufweist, wirklich von einer weitergegebenen Kriegserfahrung herrühren. Dazu werden einige anschauliche Beispiele genannt und durchgesprochen, was für mich sehr interessant war. Ich finde den in diesem Buch beschriebenen Ansatz sehr spannend, weswegen mich die Analyse verschiedener Situationen sehr fasziniert hat. Anhand dieser lässt sich bereits vertrautes Verhalten reflektieren. Außerdem wird gezeigt, wie man Licht ins Dunkel bringen kann, wie man diejenigen, die das Trauma weitergegeben haben, zu einem Gespräch bringen und was dies bewirken könnte.
Im zweiten Teil wird geholfen, das Irritierende an den Eltern und Großeltern zu verstehen. Es werden wieder sehr verständliche Beispiele gegeben, welche auch realistisch scheinen, hat man doch schon etwas von den ewigen, sich wiederholenden Heldengeschichten oder Ähnlichem gehört. Durch die Beschreibung der verschiedenen Situationen und der Erklärungsweise Baers und Frick-Baers erhält man eine neue Sicht auf zunächst unverständliches Verhalten. Darüber hinaus werden Hilfestellungen gegeben, wie man sich traumatisierten Eltern oder Großeltern gegenüber verhalten sollte. Des weiteren wird erklärt, was Schweigen auf Seiten der Eltern oder Großeltern bedeuten könnte und wie man sich verhalten sollte, um dennoch mit ihnen das Erlebte besprechen zu können.
Anschließend wird erklärt, warum man verstehen kann, aber dennoch nicht verzeihen muss und wie wichtig dies ist.
Daraufhin folgt der dritte Schritt: Den Schritt beiseite zu schaffen. Dazu soll man erst auf das Problem zugehen, um dann Abstand schaffen zu können. Um dies zu erreichen, werden zahlreiche Übungen genannt und erklärt. Wichtig dabei ist, so wird klar, dass man sich am besten von den Kriegstraumata löst, wenn man diesen Schritt mit Freunden wagt.
Zu guter Letzt wird beschrieben, wie man seine eigene Persönlichkeit würdigt und es werden kurze und verständliche Antworten auf häufig gestellte Fragen gegeben.

Ich finde den Blickwinkel der Autoren Udo Baer und Gabriele Frick-Baer sehr interessant und ich fand es sehr spannend, mehr darüber zu erfahren. Die aufgezeigten Verbindungen sind einleuchtend und sehr verständlich erklärt. Auch, dass das Buch sehr objektiv gehalten ist und deswegen auch mehrfach betont wird, dass die gegebenen Erklärungen keinen Anspruch erheben, auf jede Situation zuzutreffen und dass auch die Übungen nicht immer ihre Wirkungerzielen, gefällt mir sehr.
Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und lässt sich gut lesen. Die 189 Seiten hat man somit schnell durchgelesen, selbst wenn man Pausen einlegt, um über das Gelesene nachzudenken.

Ich kann dieses Buch sehr weiterempfehlen, denn auch wenn es nicht universell auf jeden einzelnen zutrifft, ist die vorgestellte Betrachtensweise sehr interessant und es lohnt sich dieser zu folgen. Außerdem ist es wichtig, wie zu Beginn bereits angesprochen, dass die Traumata nun nicht mehr weiter „vererbt“ werden, wofür sich dieses Buch sehr gut eignet. Die beiden erfahrenen Therapeuten Udo Baer und Gabriele Frick-Baer haben mit “Kriegserbe in der Seele” den ersten Selbsthilfe-Ratgeber für die Kinder und Enkel der Kriegsgeneration geschaffen.

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Krieg ohne Fronten- Die USA in Vietnam“ von Bernd Greiner

Ein bemerkenswertes und beeindruckendes Buch, welches von mehr Menschen gelesen werden sollte!

Der Vietnamkrieg forderte zahlreiche Opfer. Darüber hinaus wurden bis jetzt zu keiner anderen Zeit so unglaublich viele Vernichtungsmittel eingesetzt, wie in Vietnam zwischen 1964 bis 1975: Im Zeitraum zwischen 1964 und 1966, nach zwei Jahren Luftkrieg, gingen rund 860.000 Tonnen Bomben allein auf den Norden nieder, in den nächsten beiden Jahren folgten 2.865.808 Tonnen Bomben, die sich über Vietnam, Kambotscha und Laos verteilten. “Bis 1975 verfeuerten die US-Streitkräfte sieben Millionen Tonnen Bomben und Artilleriegranaten in Nord- und Südvietnam.” (S. 41)
So blieben auf einem Land, welches mit rund 330.000 Quadratkilometern kleiner als Deutschland ist, unvorstellbare 26 Millionen Bombenkrater zurück. Aber nicht nur das; folgt man den niedrigsten Schätzungen, so starben zwischen 1965 und 1974 um die 627.000 Zivilisten in Nord- und Südvietnam, des weiteren 444.000 Mann der vietnamesischen Armee und des Vietcong, die USA verloren rund 56.000, ihre Alliierten knapp 226.000 Soldaten. Rechnet man diese, von vielen Autoren für zu niedrig angesetzten Zahlen, zusammen, so kommt man auf 1.353.000 Kriegstote. Andere gehen von rund 7 Millionen Toten aus (S. 43).

Zahlen, die man sich kaum vorstellen kann. In seinem Buch “Krieg ohne Fronten- Die USA in Vietnam” hat Bernd Greiner unzählige Informationen zum Vietnamkrieg zusammengetragen. So erklärt er zum Beispiel die Dynamik dieses asymmetrischen Krieges, bei dem die involvierten Parteien in vieler Hinsicht vollkommen unterschiedlich ausgerichtet sind und deswegen die Chance der Schwächeren der beiden darin liegt, dass der Krieg in die Länge gezogen wird. Für den starken Gegner hingegen sind schnelle Erfolge nötig, um erfolgreich aus der militärischen Auseinandersetzung hervorzugehen. Doch es wird nicht nur über die Dynamik und Strategie einer solchen Kriegsführung geschrieben, sondern Greiner stellt ebenso Bezüge zu aktuellerer Kriegsführung her.
Es wird darüber hinaus erklärt, weswegen sich die USA überhaupt auf diesen aussichtslosen Krieg einließen und immer weiter machten, obwohl das Scheitern so vorhersehbar war. Auch, dass die vielen Gräueltaten in Vietnam nicht durch einzelne Exzesstäter verursacht wurden, sondern dass sie Ergebnis eines Zusammenspiels genauer Planung, Absicht und Radikalisierung waren und von ganzen Einheiten wie der “Tiger Force” verübt wurden. Die militärische sowie politische Weichenstellung, die Reaktionen der Öffentlichkeit werden ebenso beschrieben und erklärt, wie Hintergründe, Auslöser und Folgen des Vietnamkrieges.
Sehr spannend und auch unfassbar war es für mich ebenfalls, über die Prozesse, das Kriegsrecht, die Ermittlungen und die militärische Rechtskultur zu lesen. Es laufen einem zahllose Schauer über den Rücken, wenn ein Befragter berichtet, wie er als mehrfacher Familienvater, seine Waffe auf Automatik gestellt, Männer, Frauen, Kinder und Babys erschossen hat, jedoch nicht mehr weiß wie viele und das ganze mit einem “Es kommt halt vor” kommentiert. (S.9,10) Der “Body Count” zählte- Erfolg hieß viele Tote.
Ebenso unbegreiflich ist die Rechtssprechung. “Man muss bedenken, dass Krieg eben Krieg ist und dass es alles andere als ungewöhnlich ist, wenn unschuldige Zivilisten zu Opfern werden. Das war in der Geschichte schon immer so. So war es auch, als Joshua in biblischen Zeiten Jericho einnahm (…) Und Joshua wurde nicht wegen des Gemetzels unter den Zivilisten von Jericho angeklagt. Sondern ‘der Herr war mit Joshua’, wie wir (aus der Bibel) wissen.“, hielt der verhandelnde Richter Robert Elliot fest (S. 494). Die Täter mussten mit kaum Konsequenzen rechnen.

Es war nur möglich, dieses Buch zu schreiben, da der zuvor unter Verschluss gehaltene riesige Bestand der “Vietnam War Crimes Working Group” und der “Peers-Kommission” seit 1994 zugänglich ist. Allerdings hat er bisher kaum Beachtung gefunden und Greiner befürchtet, dass die Akten bald wieder unter Verschluss geraten. Schließlich ist bereits so vieles vertuscht, zurückgehalten und verfälscht worden, weil es für die Regierung einfach von Vorteil war.

Dieses 596 Seiten starke Buch behandelt den Vietnamkrieg unter besonderer Betrachtung des Massakers von “My Lai” in einem unglaublichen Ausmaß. Der deutsche Historiker, Politikwissenschaftler und Amerikanist Bernd Greiner hat das weltweit erste Buch, das mit diesen so lange Zeit unter Verschluss gehaltenen Quellen arbeitet, veröffentlicht. Er erklärt alles so genau, umfangreich und aus so vielen verschiedenen Blickwinkeln, dass einem dieses Buch wie ein riesiges Lebenswerk erscheint. Es ist für mich unfassbar, wie ein Mensch sich so viel Wissen aneignen, so viel Material durcharbeiten und so viele Informationen zusammentragen kann. Denn auch an den unglaublich vielen Anmerkungen wird klar, dass dieses Buch sehr fundiert und das Ergebnis harter und langer Arbeit ist.
Auch wie der Autor eine Verbindung zwischen dem Vietnamkrieg und der Gegenwart sowie Zukunft herstellt, ist beeindruckend. Ich bin von diesem Buch schwer beeindruckt und kann es wirklich jedem empfehlen! Zwar muss man sich für dieses Buch Zeit nehmen und nebenbei immer wieder parallel etwas recherchieren (weil die Thematik einfach so spannend ist), doch ist dies auch nötig und lohnend! Der Preis, den Bernd Greiner für dieses Werk erhielt, ist in meinen Augen mehr als verdient.
Es ist nahezu unmöglich, den Inhalt dieses Buches in eigenen Worten kurz und bündig wiederzugeben, weswegen ich jedem nur noch mehr ans Herzen legen kann, dieses Buch zu lesen, damit die Gräueltaten des Vietnamkrieges nicht in Vergessenheit geraten und stattdessen besser verstanden werden können.

“Krieg ohne Fronten- Die USA in Vietnam” ist ein derart informatives, spannendes, umfassendes, genaues und fundiertes Werk, dass es bei mir einen unglaublich tiefen Eindruck hinterlassen hat. Ich zolle dem Autoren meinen vollen Respekt und bin ganz begeistert über das viele Wissen, welches in diesem Buch vermittelt wird.
Meine klare Leseempfehlung!!!

und mindestens

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Vegan Homemade“ von Lisa Pfleger

Vegan Homemade

Schönes Kochbuch!

„Vegan Homemade“ ist nach „Vegan regional saisonal“ Lisa Pflegers zweites Kochbuch. In diesem Buch möchte sie zeigen, wie man vegane Basics selber machen kann. Dies soll nicht nur ganz einfach, sondern auch kreativer und abwandlungsfähiger, regionaler und saisonaler und zu guter Letzt auch preiswerter sein. Außerdem wird versprochen, dass sich die Rezepte ganz leicht in den Alltag integrieren ließen und es immer von Vorteil sei, wenn man genau wisse, was in in einem Produkt verarbeitet worden ist. Keine Geschmacksverstärker und andere Zusatzstoffe und kein unnötiger Verpackungsmüll, so heißt es.
Da mich diese Ideen sehr angesprochen haben war ich total neugierig auf das Buch.
Die Rezepte sind in die Kapitel „Milchiges“, „Fleischiges und Deftiges“, „Eingemachtes“, „Würziges“, „Teigiges“, „Schnelles“ und „Snacks und Süßes“ aufgeteilt.
Im ersten Kapitel wird gezeigt, wie man zum Beispiel Haselnussmilch, Mandelmilch oder Kokosmilch zubereitet. Das geht wirklich schnell und leicht, ich mache sie auch schon seit einer Weile selber. Zuvor hatte ich jedoch noch nie veganen Käse selber hergetsellt, weswegen ich auf die Rezepte für Walnusskäse und Joghurt-Kürbiskernaufstrich sehr gespannt war. Auch andere Käsesorten werden vegan abewandelt vorgestellt. Allerdings lassen sich die benötigten Zutaten nicht mehr so gut selbst anbauen wie im letzten Buch, hier liegt der Fokus aber auch wo anders, wie im Vorwort erklärt wird. So wird zum Beispiel das Nahrungsergänzungsmittel Sojalecithin als Granulat benötigt, damit sich bei der Herstellung veganer Butter das Fett nicht vom Wasser trennt.
Im Kapitel „Fleischiges und Deftiges“ wird die Herstellung von eigenem Tofu, Seitan, Falafeln und Ähnlichem erläutert.
Als nächstes folgen Einmach-Rezepte. Zucchinimatjes, verschiedene Chutneys, Soßen, Marmeladen und andere Brotaufstriche. Besonders gut hat mir hier der einfache Linsenaufstrich (S. 73) gefallen.
Dann werden Rezepte für verschiedene Gewürzmischungen vorgestellt. Begonnen mit Kräutersalzen geht es mit aromatisierten Ölen und Essig weiter, bis zum aromatisierten Zucker.
Anschließend wird das Geheimnis veganer Teige zum Zubereiten von Brot, Nudeln und Kuchen gelüftet. Dieses Kapitel beinhaltet besonders viele unterschiedliche Rezepte: Ravioli, Strudelteig, Pizza, Lasagneplatten, Kartoffelknödel und Schopfnudeln sind hier ebenso zu finden wie Dinkelbrot, Torten und Tortenguss. Auch wie man einen Sauerteig züchtet wird sehr ausführlich und verständlich erklärt.
Die sich anschließenden schnellen Rezepte sind sehr ansprechend und simpel gehalten.
In „Snacks und Süßes“ werden leckere Knabber- und Naschereien für Zwischendurch vorgestellt. Von knusprigen Crackern über gewürzte Nüsse bis hin zu ganz vielen leckeren Variationen Schokolade zu pimpen, Pudding und Eis.

Wie man jetzt schon sieht, werden in diesem Buch sehr viele Anregungen gegeben, seine veganen Produkte selber herzustellen. Einige dieser Rezepte nehmen mehr, andere weniger Zeit in Anspruch, jedoch wird dies in kleinen Anmerkungen der Autorin vorher angekündigt, sodass man oft auch zwischen einer schnelleren und einer aufwendigeren Variante wählen kann. So lassen sich sehr viele Produkte selber zubereiten.
Auch die Gestaltung des Buches ist, wie schon beim Vorgänger, sehr ansprechend. Mit vielen Fotos, Zeichnungen, Tipps, Tricks und Kommentaren der Autorin und mit Lesebändchen.
Dieses Buch beinhaltet die Grundlagen und ist deswegen, wie die Autorin sagt, etwas für Selbstmachanfänger und weniger etwas für Fortgeschrittene. Deswegen solle man vor dem Kauf ruhig in der Leseprobe das Rezepteregister durchlesen, sodass man weiß, ob das Buch für einen geeignet ist.

Ich denke, dass einem das Buch sehr hilft, Neues auszuprobieren und mehr selber zu machen. Die Gerichte sind sehr schön verständlich erklärt und decken viele Bereiche ab, sodass ich das Buch weiterempfehlen kann. Allerdings kennt man auf der anderen Seite einige Ideen bereits.

 

4,5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: “Vegan regional saisonal“ von Lisa Pfleger

Vegan, regional, saisonal

Wirklich sehr hilfreich und ansprechend!

Bereits seit sie sie 16 Jahre alt ist, ernährt sich Lisa Pfleger vegan. Seitdem bereitet ihr Kochen große Freude. Etwa 2008 ging sie dann noch einen Schritt weiter, da sie schon länger von Selbstversorgung träumt. Zu erst kaufte sie nur noch saisonale und regionale Lebensmittel ein, bis sie das Experiment startete.
Sie begann zu experimetieren, probierte aus, welche Lebensmittel sich wann am besten anbauen lassen, und ist immer auf der Suche nach neuen Ideen. So entwickelt sich ihr Projekt immer weiter, genauso wie ihr Speiseplan.
In „Vegan regional saisonal“ stellt sie Rezepte vor, die zeigen, wie viel sich mit mit frischem Obst und Gemüse oder Wildpflanzen zaubern lässt.

Zu Beginn werden nach einer ansprechenden Einleitung Zutaten beschrieben, welche sich regional anbauen lassen. Schon hier lässt sich eindeutig erkennen, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt.
Als nächstes wird die Frage beantwortet, wo man regionale Lebensmittel alternativ zum Supermarkt erwerben kann. Sehr haben mich hier Food Coops (Lebensmittelkooperativen) und die solidarische Landwirtschaft interessiert.
Im Anschluss daran werden die wichtigsten Küchenutensilien beschrieben und ihre Verwendung erklärt.
Und dann geht es auch schon mit den Grundrezepten los. Diese lassen sich sehr schnell und leicht zubereiten und werden für viele Rezepte als Basis benötigt. Die verschiedenen Grundrezepte sind sehr gut beschrieben, vor allem aber die persönlichen Bemerkungen und Tipps verleihen dem Ganzen seinen Charme.
Sehr hilfreich finde ich auch die Tabelle zu Kochzeiten von Getreide. Nach den verschiedenen abwechslungsreichen Salatdressing-Grundrezepten geht es mit den eigentlichen Gerichten los.
Diese sind, was mich sehr anspricht, nach Jahreszeiten geordnet. Auch gehört zu jeder Jahreszeit eine bestimmte Farbe, sodass sich ganz leicht und ohne viel Blättern direkt das richtige Kapitel aufschlagen lässt. Zu Beginn eines jeden solchen Kapitels wird etwas generelles zu der Jahreszeit und den saisonalen Produkten gesagt. Die Abschnitte selber sind wie folgt gegliedert: Zu erst Suppen und Salate, dann Hauptgerichte, Brotzeit und Snacks, und zu guter Letzt Süßes.
Mir gefallen die Rezepte sehr. Einige sind sehr leicht umzusetzen, andere hingegen nehmen mehr Zeit in Anspruch und sind aufwendiger. So gibt es leckere Gerichte wenn es mal schnell gehen muss, aber auch Rezepte für Oster- oder Weihnachtsmenüs. Mit mehr als 140 Rezepten ist für jeden etwas dabei.
Darüber hinaus sind die Rezepte sehr schön gestaltet. So regen viele Fotos zum Nachkochen oder -backen an. Die Rezepte sind für zwei Personen konzipiert, lassen sich jedoch mühelos auf beliebig viele Portionen umrechnen. Sehr verständlich werden die Rezepte erklärt und kurze Tipps oder Anmerkungen verleihen dem Buch etwas Persönliches. Aber auch die mit kleinen passenden Fotos verziehrten Info-Boxen, welche immer wieder zu finden sind, tragen dazu bei. Zeichnungen verschönern ebenfalls das Gesamtbild.
Ich habe viele Rezepte ausprobiert und bin ganz begeistert von der Frische und den vielen Möglichkeiten, die einem mit regionaler saisonaler veganer Ernährung gegeben werden. Die Rezepte sind absolut alltagstauglich und abwechslungsreich!
Zum Selberanbauen wird man nicht nur durch die leckeren Gerichte, sondern auch durch die Tipps zu Kartoffelzucht und Co. angeregt. Auch die Saisonkalender zu Gemüse, Obst und Wildpflanzen gefallen mir sehr.

Alles in allem merkt man, dass die Autorin bereits sehr viel ausprobiert hat und gerne andere dazu anregen möchte auch mit veganen regionalen saisonalen Produkten zu experimentieren. Außerdem merkt man, dass sehr viel Mühe in diesem Buch steckt.

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Baja California – Not food for old men“ von Anabelle Rosell Aguilar, Reyna Jaime Félix, Giovanni Simeone

Ganz, ganz toll!!!

Baja California, was auf Deutsch Niederkalifornien heißt, liegt im nördlichsten Staat Mexikos. Diese 1.220 Kilometer lange Halbinsel wird landschaftlich durch zahlreiche Wüstengebiete und Kakteen geprägt. Durch das nur so weit wie nötig ausgebaute Straßennetz, die kleinen Dörfer, beeindruckende Landschaften und Meeresabschnitte und die dort herrschende Wildnis ist die zweitgrößte Halbinsel der Welt ein Ort ländlicher und nostalgischer Atmosphäre. Auch der Artenreichtum trägt zu dem bunten Bild Baja Californias bei.Gerade durch die Sandstrände, Natur und Kultur ist die Halbinsel sehr attraktiv. Auch die Höhlenmalereien in der Gegend von Mulegé üben auf viele Reisenden eine große Faszination aus.
In “Not food for old men” wird Baja California vorgestellt und durch viele, die tollen Rezepte ergänzenden, Texte dem Leser nähergebracht.
So beginnt das Buch mit der Geschichte Niederkaliforniens, was mir ausgesprochen gut gefällt, da man so einen tiefen Einblick in Kultur und Leben erhält und sich der Heimat der folgenden Gerichte deutlich näher fühlt. Es ist sehr spannend erst etwas über ein Gebiet zu erfahren, bevor man Rezepte von dort nachkocht.
Das Buch ist unterteilt in die Kapitel “Snacks, Salsa and mole”, “Whale watching”, “Salad, soup, and tacos”, “The Caesar salad”, “The tortilla’s culinary identity in Mexico”, “Seafood”, “Ensanada”, “Meat”, “Baja Mil”, “Desserts and cocktails”, “Hotel California, a legend of the legend”, “Mexican wine and the route of wine” und “Chefs” gegliedert.

Ich finde diesen Aufbau sehr gelungen, da Texte beispielsweise über Wahlbeobachtungen, die Abschnitte mit Rezept unterbrechen und auflockern. Man erfährt hierbei viel Neues, was mich sehr neugierig gemacht hat, sodass ich mich noch weiter über Baja California informiert habe.
Außerdem ist das Buch äußerst ansprechend gestaltet. Viele abwechslungsreiche Fotos regen zum Nachkochen und -backen an und lassen die Vorfreude auf den jeweiligen Gaumenschmauß steigen. Aber auch liebevolle Zeichnungen vermitteln das Gefühl, dass sehr viel Arbeit und Liebe in dieses Buch geflossen sind.
Auch die Rezepte an sich sind sehr schön gestaltet. Im gesamten Buch ist alles einmal auf Spanisch und einmal auf Englisch geschrieben, was ich eine sehr nette Idee finde. So sind die Rezepte auch gut verständlich und das Kochbuch erscheint auch sehr viel authentischer und mehr mit Herzblut gefüllt.
Wie man schon am Titel erahnen kann ist Schärfe ein wichtiger Bestandteil der Rezepte. Allerdings war ich sehr erstaunt über die vielen Arten Meeresfrüchte zuzubereiten. Fisch, Shrimps und Muscheln stehen genauso auf dem Speiseplan wie leckerer Reispudding, die bekannten Churros, erfrischende Cocktails und Salate. Eine derart vielfältige Küche hatte ich ehrlich gesagt vorab gar nicht erwartet. Es werden so viele verschiedene Zubereitungsarten, Kombinationen und Gewürze vorgestellt, dass es schwerfällt, sich zu entscheiden, welches Gericht als nächstes zu kochen ist.
Kraftvolle Gerichte wechseln sich mit ganz zarten ab, sodass keine Langeweile aufkommt. Alle von mir ausprobierten Rezepte waren unglaublich lecker und gar nicht so schwierig zuzubereiten. Auch der Zeit- und Arbeitsaufwand war keineswegs so, wie man ihn für so leckere Gerichte erwarten würde. Ich bin völlig begeistert!
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Außerdem gefällt mir auch, dass in einem Kapitel die Weine aus Baja California thematisiert werden: Es wird erklärt, woher sie kommen, woraus sie gemacht werden, wie sie schmecken und wozu sie deswegen am besten passen.
Auf 240 Seiten wird ein ganz umfassendes und buntes Bild von Baja California gezeichnet, sodass man sich immer wieder dorthin versetzt fühlt.

“Not food for old men” ist mehr als ein Kochbuch: Es entführt nach Mexiko und überwältigt mit wunderschönen Fotos, so abwechslungsreichen wie auch vielfältigen Rezepten, Hintergrundinformationen zum Leben in Baja California, sowie zu Kultur und Geschichte. Ich liebe Kochbücher, die mehr sind als nur eine Aneinanderreihung von Rezepten, die liebvoll gestaltet sind, die mit wunderbaren Rezepten überzeugen und so eine Auszeit bieten. Dieses Kochbuch ist definitiv ein solches und verdient daher meine klare Empfehlung!

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Erzählungen und Märchen“ von Oscar Wilde

Erzählungen und Märchen

Wunderschön!

In diesem Buch finden sich zahlreiche Erzählungen und Märchen des irischen Schriftstellers und Perfektionisten Oscar Wilde. Mit viel Wortgewandtheit, Kreativität, Satire, Ästhetik und heiterem Ton sind die Erzählungen meisterlich erzählt, sodass sie das Moralverständnis gekonnt ins Wanken bringen und zum Nachdenken über unsere Begriffe von „gut“ und „böse“ anregen und unser eigenes Handeln reflektieren lassen. Gesellschaftssatire ist selten so unterhaltsam und kunstvoll wie hier.
In diesem Sammelband sind die Werke „Der Glückliche Prinz, „Die Nachtigall und die Rose“, „Der egoistische Riese“, „Der ergebene Freund“, „Die respektable Rakete“, „Der junge König“, „Der Geburtstag der Infantin“, „Der Fischer und seine Seele“, „Das Sternenkind“, „Lord Arthur Saviles Tat“, „Die Sphinx ohne Geheimnis“, „Das Gespenst von Canterville“, „Der vorbildliche Millionär“ zusammengetragen worden. Es bereitet größte Freude, sie zu lesen, zumalen sie einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die Erzählungen regen wirklich zum Nachdenken und zum kritischen Hinterfragen an, zeigen aber auch, welche Fehler sich in unserer Gesellschaft und in unserem Verhalten verbergen und geben Denkantsöße, wie sich diese wandeln können sollten und vor allen Dingen, weshalb.

Ich bin von diesem Buch sehr begeistert, da die Märchen und Erzählungen unglaublich ansprechend und gekonnt erzählt sind. Bei vielen Kurzerzählungen bleibt der wirkliche Inhalt ja aus, doch ist dies hier bei keiner der Fall.
Bekanntere wie auch unbekanntere Erzählungen Wildes sind in diesem Werk gefasst. So liest man vom Gespenst von Canterville ebenso, wie von der respektablen Rakete. Die verwendete Sprache ist sehr fesselnd und angenehm, der Humor köstlich und der Einfallsreichtum imens.
Auch das Nachwort von Manfred Pfister ist sehr interessant. Zu Beginn wird erläutert, weswegen Märchen durchaus auch zu Oscar Wilde passen, obwohl man sich gemeinhin unter einem Märchenerzähler jemand anderen vorstellen würde. Anschließend daran und auch um auf die zuvor gestellte Frage weiter einzugehen, werden seine Werke unter die Lupe genommen und auch mit denen, anderer Schreiber verglichen. Von Schönheit und Fremdheit aber auch anderen Aspekten, werden seine Werke beleuchtet. Auch wird über die Moral geschrieben und darüber, wie seine Werke und auch Wilde selber gerade im viktorianischen England gesehen worden sind. Dies alles ist sehr spannend und verständlich beschrieben und erklärt.

„So etwas wie moralische oder unmoralische Bücher gibt es nicht. Bücher sind gut oder schlecht geschrieben.“ – Oscar Wilde

Und dieses hier ist sogar sehr gut geschrieben!

Alles in allem kann ich diesen Band voller Begeisterung weiterempfehlen! Mehr Worte braucht es da nicht.

 

5/5 Sterne

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📌 📎 ✂ Christbaumkugel-Ohrringe ✂ 📎 📌

Diese Ohrringe lassen sich ganz schnell und einfach machen!

Man braucht:

  • eine Schere
  • Ohrringhaken
  • kleine Christbaumkugeln

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So geht’s:

1. Die Öse des Ohrhakens mithilfe einer Schere aufbiegen.

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2. Nun einfach die Christbaumkugel einfädeln.

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3. Jetzt den Ohrringhaken mit der Schere wieder zu biegen.

Bild 309

 

Fertig!

Bild 321  Bild 329

📌 📎 ✂   Viel Spaß beim Nachmachen!!   ✂ 📎 📌