📖 Rezension zu: “Aus kontrolliertem Raubbau“ von Kathrin Hartmann

Aus kontrolliertem Raubbau

Sehr schockierend!

In ihrem neuen Buch “Aus kontrolliertem Raubbau” setzt sich die Autorin und Journalistin aus München Kathrin Hartmann kritisch mit dem so oft umschwärmten grünen Wachstum auseinander. Dabei geht sie auf sehr viele verschiedene Aspekte ein, sodass dem Leser ein tiefer Einblick in den profitgierigen Raubbauder Großkonzerne erhält.
Der Verbraucher ist in Zeiten des Klimaschutzes darauf bedacht, Bio-Produkte zu kaufen. Also muss Biodiesel her. “Laut Oxfam hätte die in der EU 2008 genutze Anbaufläche für Biokraftstoffe ausgereicht, um 127 Millionen Menschen das gesamte Jahr hindurch zu ernähren.” Aber nicht nur das: Auch der Regenwald wird großzügig gerodet und Menschen vertrieben. Dass die Rodung für Palmöl, welches in Biodiesel – wie auch in erschreckend vielen anderen Produkten – enthalten ist somit Leben kosten, wird einfach durch Nachhaltigkeitszertifikate und -preise, Öko-Siegel oder Subventionen wieder wett gemacht. Geschieht dies mal nicht ausreichend durch Politik und Umweltorganisationen, so werden ganz einfach eigene Organisationen gegründet, oder bekannte Unternehmen und Gutachter (wie der TÜV) gekauft.
Auch Fotos von lächelnden Menschen, deren Hunger endlich durch die Großzügigkeit mancher Firmen gestillt werden kann, tragen zu dem Nachhaltigkeitsgefühl bei. Dass für diese Aufnahmen ein kaum bemerkbarer Rabatt gewährt wird, der dem Unternehmen jedoch ordentlich in die Kasse spielt, muss ja niemand erfahren.
Doch, und zwar jeder! Auch, dass für die Shrimpszucht in Bangladesh Reisfelder und Mangrovenwälder zerstört und Menschen vertrieben und werden, wird in diesem Buch gezeigt. Darüber hinaus wird auch erläutert wie den Kleinbauern eine industrielle Landwirtschaft mitsamt Gentechnik aufgezwungen wird und was dies zur Folge hat.

Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt, da es zum einen derartig viele Informationen enthält, dass man sich am liebsten jeden bis jeden zweiten Satz notieren würde, zum anderen jedoch durch den ausgesprochen guten Humor und den Zynismus’ der Autorin der gute Lesefluss stets aufrecht erhalten bleibt. Allerdings, das muss man auch sagen, ist dieses 450 Seiten starke Buch nicht für Zwischendurch geeignet, da man das Gelesene immer wieder verarbeiten muss. Es ist schier unglaublich, wie die Großkonzerne mit dem (oder denen) umgehen, die ihnen im Weg zu stehen scheinen.
Mit diesem Buch erhält man einen Blick hinter die Fassade einer so hochgelobten Illusion: Der Green Economy. Denn von dieser “dritten industriellen Revolution” profitieren allenfalls die immer gleichen profitgierigen Unternehmen. Aber auch wie berühmte Personen wie Bill Gates im ganz großen Stile bei der Gewinnmaximierung auf Kosten Anderer betreiben, war mir in diesem Ausmaß nicht bewusst.
Schon an den zahlreichen Anmerkungen und Literaturverweisen im Anhang lässt sich sehr leicht ablesen, wie viel Arbeit, Zeit und Wissen in diesem Werk stecken. Ich zolle der Autorin, ihren Recherchen und diesem Buch großen Respekt und bin noch immer ganz betroffen von dem Gelesenen. Es ist einfach ganz schockierend, was zur Gewinnmaximierung alles verbrochen, legalisiert und gelobt wird.

Alles in allem kann und muss ich dieses Buch jedem ans Herz legen, bin ganz sprachlos und vergebe mehr als verdiente 5/5 Sterne.

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Protest! Wie man die Mächtigen das Fürchten lehrt“ von Srdja Popovic & Matthew Miller

Protest!

Sehr zu empfehlen!

Srdja Popovic wurde 1973 in Belgrad geboren und ist ein international bekannter Politaktivist. Im Jahre 2000 stürtzte er mit der von ihm mitgegründeten Gruppe OTPOR! den Diktator Slobodan Milosevic. Seitdem berät er mit seiner unabhängigen Organisation CANVAS (Centre for Applied Nonviolent Action and Strategies) in der ganzen Welt Widerstandskämpfer.
In seinem Buch “Protest! Wie man die Mächtigen das Fürchten lehrt” beschreibt er, wie man in der Gesellschaft wirklich etwas bewegen kann.
Es wird anhand vieler Beispiele gezeigt, weswegen ein wenig Humor und Einfallsreichtum wirksamer als jeder Einsatz von Gewalt ist. Dabei werden viele Revolutionen vorgestellt und es wird gezeigt worauf man achten muss, um Anhänger zu finden, diese weiterhin zu motivieren, Mut innerhalb der Bewegung zu verbreiten, nicht zu hohe und nicht zu kleine Ziele zu setzen, selbst wenn der Widerstand verboten ist zu handeln, breite Massen anzusprechen und so weiter. So wird einem von der Idee bis zum Umsetzen dieser angeleitet wird. Selbstverständlich ist eine solche Protestbewegung etwas individuelles und hängt von den Zielen und der Region, wo sie etwas ausrichten möchte, ab, jedoch lassen sich ganz eindeutige Übereinstimmungen finden, die einem bei der Organisation helfen.
Dabei berichtet Popovic zu Beginn, dass er bei seiner Tätigkeit bei CANVAS immer wieder mit Skepsis auf Seiten der Widerstandskämpfer konfrontiert wird. Doch wie er sehr verständlich zeigt, ist der gewaltfeie Widerstand das beste Mittel, um die Zukunftsvisionen erfolgreich zu verwirklichen. Dies gelingt ihm durch das Vorstellen zahlreicher Fallbeispiele gescheiterter wie auch geglückter Widerstandsbewegungen.
Man kann seinen Ausführungen sehr gut folgen, da sie zum einen sehr nah an Beispielen und somit konkreten Problemen und Lösungsvorschlägen liegen, es zum anderen aber auch einfach sehr spannend zu sehen, wie Menschen (Institutionen und Politiker) auf Protestaktionen reagieren. Darüber hinaus ist der Schreibstil äußerst ansprechend, da man unter anderem durch viel Humor zum Weiterlesen motiviert wird. Auch die Vergleiche zu Werken wie Tolkiens “Der Herr der Ringe” machen es einem leicht, das Buch zu lesen und den Inhalt zu behalten.
Auch wenn ich am Anfang etwas skeptisch war, in wie weit die beschriebenen Aktionen wie Boykott von Lebensmitteln helfen könnten, überzeugte mich das Buch nach und nach davon, wie leicht man – wie angekündigt – die Mächtigen das Fürchten lehrt.
Ich bin ganz fasziniert von den vielen unterschiedlichen Ideen, welche bereits umgesetzt worden sind und wie sie gewirkt haben. Leider waren nicht alle Organisationen so erfolgreich wie OTPOR!, jedoch erfährt man in diesem Buch alles darüber, wie man ein hohes Risiko zu scheitern umgeht.

Alles in allem kann ich dieses Buch sehr weiterempfehlen, da es immer etwas gibt, was es zu verändern lohnt. Ob man nun eine eigene Demokratiebewegung starten möchte oder “lediglich” sein Wohnviertel verschönern möchte. Möchte man mit seiner Protestaktion erfolgreich sein, so ist “Protest! Wie man die Mächtigen das Fürchten lehrt” sicherlich eine ausgezeichnete Wahl. Selbst wenn man zunächst nur etwas darüber erfahren möchte, wie Politaktivisten ihre Aktionen planen oder was sie besser machen könnten oder wie bereits etwas bewegt worden ist, ist man mit Popovics Buch bestens beraten.

Von mir also eine klare Leseempfehlung, meinen Respekt und 5/5 Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Meine amerikanische Freundin“ von Michèle Halberstadt

Leider nicht emotional…

Molly, die engste Freundin der französischen Erzählerin, lebt in New York. Sie hat viele Freunde, ist überzeugter Single während die Französin verheiratet ist, Kinder hat.
Beide verbindet ihre Arbeit in der Filmbranche, über die sie sich auch kennengelernt haben.
Was keiner richtig einzuordnen weiß, wird Mollys Leben vollkommen verändern. Ihre fast durchgehend andauernden Migräneanfälle zum Beispiel. Als bei ihr eine Aneurysmaruptur im Gehirn diagnostiziert wird, ist es schon fast zu spät. Die doch immer so perfekte Molly liegt im Koma – und es ist fraglich, ob sie wieder aufwachen wird…
Doch sie wacht – von den Ärzten unerwarteter Weise – nach drei Monaten wieder aus dem Koma auf. Allerdings ist sie als sie aufwacht nicht nur halbseitig gelähmt, sondern auch ihr Kurzzeitgedächnis hat stark gelitten. Die einst so starke und kämpferische Molly zieht sich zurück und verbringt die Tage damit, fernzusehen und Süßigkeiten und Fastfood zu essen.
Aber die Erzählerin möchte dies nicht wahrhaben, erinnert sich noch an die „alte“ Molly und will sie wieder zurückholen. allerdings ist das leichter gesagt als getan.

Dieses Buch besteht aus einer Aneinanderreihung von Tagebucheinträgen der Ich-Erzählerin. Von dieser erfährt man niemals den Namen, nur dass er auch mit einem „M“ beginnt. Eigentlich möchte man meinen, dass dieses Buch sehr emotional ist, zumalen einem dies im Klappentext versprochen wird. Allerdings konnte ich zu keinem Zeitpunkt auch nur irgendeine Verbindung zu einer der Freundinnen aufbauen. Ihre Charaktere wurden nicht so beschrieben, dass man sich mit ihnen identifizieren oder einfach mit ihnen mitfühlen konnte. Mich hat die Geschichte nicht im geringsten berührt, was ich sehr schade finde, da es sich ja um eine traurige Thematik handelt…
Darüber hinaus konnte ich mich mit dem Schreibstil nicht anfreunden, da dieser immer sehr abgehackt und holprig war. Was sich durch das ganze Buch zog – und mich insgeheim nervte – war die Beschreibung, Molly sei im Koma auf dem Planeten Komma (einer Lücke zwischen zwei Wörtern oder Satzgefügen und somit auf einem Planeten der Atempause) gelandet. Kaum eine Seite kam ohne den Planeten Komma aus…

Alles in allem bin ich von diesem Buch recht enttäuscht. Ich hatte mir ein emotionales Buch erhofft, welches zeigt, wie Freundschaft auch schwierige Situationen überdauern kann.

 

2/5 Sterne

2-Sterne

📖 Rezension zu: “Der Hut des Präsidenten“ von Antoine Laurain

Der Hut des Präsidenten

Wunderbar charmant und liebreizend!

Für Daniel Mercier, einen unscheinbaren Buchhalter aus Paris, wird sich am Abend durch eine ganz besondere Begegnung sein Leben verändern. Denn eines Tages, als seine Frau über die Ferien mit ihrem Sohn seine Schwiegereltern in der Normandie besucht, beschließt Daniel nach mittlerweile bestimmt einem ganzen Jahr wieder einmal eine Brasserie aufzusuchen. Ihm zaubert schon der Anblick der Tische allein ein Lächeln ins Gesicht: Die schneeweißen Tischdecken und die glitzernden Gläser und Bestecke sind für ihn der Inbegriff von Luxus. Daniel hat auch schon seit einer Weile eine bestimmte Brasserie ins Auge gefasst. Doch als er eintreten möchte, wird er zunächst vom Oberkellner gebremst, schließlich hat Daniel nicht reserviert. Doch zum Glück wurde eine Reservierung abgesagt, sodass der Abend für ihn hier doch noch nicht enden muss.
Als er am Tisch angekommen zu der Speisekarte greift, bemerkt er schnell, dass alles doch teurer ist, als er es erwartet hatte. Doch um nicht geizig zu erscheinen ordert er die Meeresfrüchteplatte Royal und eine Flasche Pouilly-Fuissé. Als er gerade zu essen beginnt, wird es um ihn im Raum plötzlich ganz still. Und tatsächlich, der Präsident hat die Brasserie betreten und setzt sich mit seinen beiden Begleitern zu Daniel an den Tisch. Der Buchhalter kann es kaum fassen, immer wieder schaut er zu den drei Männern und lauscht ihrem Gespräch. Er wird nie mehr eine Auster mit Essig essen können, ohne dabei François Mitterrands Stimme zu hören: „Das habe ich letzte Woche zu Helmut Kohl gesagt.“
Nach ein paar Stunden ist der Zauber jedoch vorbei und der Präsident verlässt das Restaurant – allerdings ohne seinen Hut. Diesen hat er dort vergessen. Als Daniel das bemerkt beschließt er ihn an sich zu nehmen.
Der Filzhut mit den eingeprägten goldenen Initialen F.M. ändert schlagartig Daniels Leben. Plötzlich ist er nicht mehr unscheinbar, sondern selbstsicher. Der Hut verleiht ihm Aufschwung, doch genauso unerwartet wie er in Daniels Leben getreten ist, ist er auch wieder verschwunden. Und so wandert der Hut des Präsidenten immer weiter, das Leben derer, die ihn tragen, von Grund auf verändernd…

Bei „Der Hut des Präsidenten“ handelt es sich nach „Liebe mit zwei Unbekannten“ um Antoine Laurains zweiten bezaubernden Roman. Mit großer Leichtigkeit trägt er den Leser in das Paris der 80er Jahre. Dabei wird alles was der Autor erzählt lebendig; man taucht vollkommen in das Buch ein und kann es nicht mehr aus der Hand legen. Laurains Erzählweise ist so voller Charme, dass sie einen von der ersten Seite an packt. Außerdem bringt einen das Buch immer wieder zum Lächeln, da die Geschichte oft mit einem Augenzwinkern erzählt wird, was mir sehr gefallen hat.
Die Idee des Hutes, der von Kopf zu Kopf wandert und bei den Menschen einen völlig unerwarteten Wandel auslöst, finde ich sehr ansprechend. Man möchte immer wissen wie es weitergeht, wohin es den schwarzen Filzhut wohl als nächstes tragen wird und welche Wirkung er dort wohl entfalten mag.
Aber auch durch die verschiedenen Charaktere wird das Buch sehr abwechslungsreich. Jeder einzelne von ihnen wird sehr schön beschrieben und erscheint real. Einen besonders tiefen Eindruck hat bei mir jedoch ein einsiedlerischer Herr hinterlassen, der früher für seine meisterhaften Parfüm-Kompositionen bekannt war, doch nun schon eine ganze Weile keinen neuen Duft mehr kreiert hat. Die Beschreibungen wie er Gerüche wahrnimmt und mit anderen Eindrücken in Verbindung bringt, haben mir außerordentlich gut gefallen – ich war von diesem Charakter sehr angetan. Doch auch die anderen Personen sind sehr interessant, lebensnah und auf ihre ganz eigene Art sympathisch.
Laurain gelingt es, wie auch schon in seinem letzten Roman, diese Geschichte echt und greifbar zu erzählen, sodass man immer mitten im Geschehen ist und das Gelesene nie anzweifeln würde. Es scheint alles ganz nah zu sein, als müsste man selber nur den Arm ausstrecken, um den Filzhut zu berühren und als könnte man ihm bei einem Spaziergang durch die Straßen von Paris tatsächlich begegnen.
Nicht zu vergessen ist aber auch das wunderbare Ende des Buches. Dieses ist nämlich unglaublich stimmig, charmant und einfach nur perfekt.
Dieser Roman zeigt auf ganz einfühlsame und liebreizende Weise, wie die kleinen Dinge ein Leben verändern können und wie leicht es ist, einen neuen Weg zu gehen, die Richtung zu ändern und dass man vor diesem Schritt keine Angst zu haben braucht.

Von mir gibt es für diesen wunderschönen Roman eine ganz klare Leseempfehlung und 5/5 hell leuchtende, filzhutweiche Sterne!

5-Sterne

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Schaut doch mal vorbei!

Blogtour “Canterbury Serenade” von Gitta Edelmann — Tag 1 🔍

Hallo ihr Lieben!

Heute ist der erste Tag der Blogtour zu dem tollen Buch „Canterbury Serenade“ von Gitta Edelmann. Ich darf euch heute den Krimi vorstellen. 🙂

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📖 Rezension zu: „Masuren – im Land der tausend Seen“ von Mia Raben & Dirk Bleyer

Masuren

Netter Bildband!

In diesem 216 Seiten umfassenden Werk mit Texten von Mia Raben und Bildern des Fotojournalisten Dirk Bleyer kann der Leser in die abwechslungsreiche Region der Masuren abtauchen. Der Bildband zeigt authentisch das Land der tausend Seen, der großen Felder und der dichten Wälder. Aber auch die Menschen, welche die beiden Autoren des Buches auf ihrem Weg begegnen, werden Teil des Buches. Von Anglern über Jäger und Segler bis hin zu Bauern und ihren Holzhütten wird alles vorgestellt. Es werden die unterschiedlichsten Bereiche bei diesen abgedeckt, was mir sehr gefällt. So sind typische Rezepte und alte Reiseberichte ebenso in diesem Buch zu finden wie informative Texte zu der Geschichte und den Wildpferden der Masuren.
Die Fotografien sind zum Teil sehr scharf und schön, manchmal jedoch auch verschwommen. Und auch wenn verschiedene Themen abgedeckt werden, so sind zu einigen doch deutlisch mehr abgebildet, als zu anderen Themen. So sind zum Beispiel zahlreiche Bilder von Paddlern und Bootsstegen vorhanden. Diese konnten mich nicht wirklich packen. Gerade bei Bildbänden von National Geographic bin ich bisher immer Fotografien von bestechender und faszinierender Schärfe gewohnt.
Doch dafür sind die Texte sehr ansprechend. Informativ, aber dennoch persönlich, kommt man den Masuren sehr nahe. Auch durch Gespräche mit in den Masuren lebenden Menschen, und ihre Erinnerungen vermittelt das Buch ein sehr stimmiges Bild der polnischen Region.
Auch die Städte Danzig, Königsberg und Marienburg werden vorgestellt.
Deswegen ist das Buch in meinen Augen auch sehr zum Schmökern und Versinken geeignet, allerdings sind die Aufnahmen Bleyers, der sich auf die Spuren seiner Großeltern begibt, nicht so spektakulär wie für National Geographic typisch.

Alles in allem kann ich diesen Bildband weiterempfehlen, für mich liegt der Fokus allerdings mehr auf den abwechslungreichen und spannenden Texten als auf den Fotografien.

4/5 Sterne

4-Sterne

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Blogtour 📖

Hallo! 🙂

Ich nehme das erste Mal an einer Blogtour teil und wollte euch einfach mal darauf aufmerksam machen. 😉

Und zwar geht es um diesen Krimi aus Kent: „Canterbury Serenade“ von Gitta Edelmann.

Schaut an den einzelnen Tagen doch mal bei den Blogs vorbei!

Liebe Grüße 🙂

📖 Rezension zu: „Ein Leben mehr“ von Jocelyne Saucier

Ein Leben mehr

Ein sehr schönes Werk!

Einsiedlerisch leben drei alte Männer in den nordkanadischen Wäldern. Morgens essen sie Bratkartoffeln mit Speck, sie reden über den Tod, um ihn fern zu halten und leben ihre Freiheit. Sie möchten über ihr Leben – und über dessen Ende – selber bestimmen können. Versorgt werden sie von Bruno und Steve, die beide die Freiheit und das Verbotene lieben. Sie bringen den Alten regelmäßig Dinge, die sie brauchen, das Geld dafür nehmen sie aus dubiosen Geschäften.
Tom, der jüngste der drei, hat struppiges Haar und einen massigen Körper und einen Blick, der sagt, dass er die Welt kennt und mehr als genug von ihr gesehen hat. Ihm wurde, genauso wie Charlie, ein zweites Leben geschenkt, als sie in die Wälder kamen. Am meisten zu erzählen gehabt, als eine neugierige Fotografin nördlich des 41. Breitengrades auftaucht und Fragen stellt, hätte Ted. Ted, damals unter dem Namen Boychuck bekannt, floh vor seinen Dämonen in den Wald, so heißt es. Er war einer der letzten Überlebenden des Großen Brandes von Matheson 1916. Die große und kräftige Fotografin interessiert sich für die Großen Brände und egal wen sie deswegen trifft, jeder erwähnt Boychuck.
Doch, so erfährt die junge Fotografin, ist Ted kürzlich verstorben. Aber auch eine zweite Person stößt zu der kleinen Gemeinschaft am See: Eine 82jährige geheimnisvolle Dame namens Marie-Desneige.
Während die Fotografin immer mehr Informationen rund um die Großen Brände sammelt und die alte Dame in der Gesellschaft der Einsiedler aufblüht und das erste Mal zu leben beginnt, verändern sich auch Charlie und Tom. Ihre einst so lockere und selbstbestimmte Art mit dem Tod umzugehen wird anders, und nach langer Zeit weichen die langen kalten Wintertage im Norden dem Erblühen von Liebe und Freiheit.

Mir hat „Ein Leben mehr“ sehr gefallen. Zum Einen sind die Charaktere äußerst interessant und derart realistisch gezeichnet, dass man sich die kleine Gemeinschaft irgendwo tief in den kanadischen Wäldern sehr gut vorzustellen vermag. Da wären zum Beispiel die alten Einsiedler, jeder auf seine Weise vor irgendetwas geflohen – die einen vor dem Tod, die anderen vor den Dämonen der Vergangenheit – leben sie zusammen und doch jeder für sich. Sie leben in und mit der Natur, fernab der Zivilisation. Oder Marie-Desneige die, trotz ihrer 82 Jahre, zuvor noch nie gelebt hat und nun wie ein zerbrechlicher kleiner Vogel langsam das Fliegen wagt. Natürlich darf man auch die Fotografin nicht außer Acht lassen, von der jeder gedacht hätte, sie würde nicht wieder in den Wald zurückkehren, da Boychuck verstorben ist und alle eines besseren belehrt. Aber auch Steve und Bruno, die die Alten unterstützen und das Verbotene lieben, sind, obgleich man nicht so viel über sie erfährt, sehr faszinierende Personen.
Zum Anderen ist es die Sprache die einen tiefen Eindruck hinterlässt. Mit großer Leichtigkeit erzählt die Autorin von der frischen Liebe, die in späten Jahren erblüht und mit ruhigem Ton beschreibt sie die Vergangenheit der Alten, lässt den Leser in die Ruhe des Waldes eintauchen, während ihre Sprache bei den Passagen zu den Großen Bränden, wie das Feuer selbst, zu lodern scheint.
Man fühlt sich immer in das Geschehen gezogen, auch wenn man dennoch eine Gewisse Distanz verspürt.
Die Perspektive des Buches wechselt von Kapitel zu Kapitel, sodass der Erzähler immer ein anderer ist und auch die Zeit wechselt. Eigentlich mag ich solche Sprünge überhaupt nicht, doch lockern sie hier die Geschichte auf, geben Antworten auf aufkommende Fragen oder führen den Leser kurz in eine falsche Richtung. Außerdem macht es das Buch noch spannender.
Des weiteren ist die Thematik der Großen Brände zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr schön angesprochen. Das Ganze wird dem Leser informativ wie auch emotional nahegebracht.

Ein ganz besonderes Buch, welches nahegeht und mit seiner bezaubernden Sprache eine stimmungsvolle Atmosphäre schafft. Auf 192 Seiten kommt man den Charakteren und ihrer Art frei zu sein und mit dem Tod umzugehen sehr nah. Eine klare Leseempfehlung von mir!

„Die Flucht in eine andere Welt rettete uns das Leben.“ (S.114, Z.1,f.)

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Wie das Wetter Geschichte macht“ von Ronald D. Gerste

Buchdeckel „978-3-608-94922-3

Interessante Thematik, unterhaltsam geschrieben

Dr. phil., Dr. med. Ronald D. Gerste wurde 1957 in Magdeburg geboren und ist Arzt und Historiker. Heute lebt er als Buchautor und Wissenschafts­korrespondent in Washington D. C.
In seinem Buch “Wie das Wetter Geschichte macht – Katastrophen und Klimawandel von der Antike bis heute” zeigt er den Zusammenhang zwischen dem Wetter und Gesellschaften und Kulturen auf. Somit habe das Wetter auch Einfluss auf die Geschichte, zwar sei dies, so der Autor, nicht der einzige Faktor, der den Verlauf der Geschichte prägt, jedoch sollte man diesen Aspekt stets auch betrachten.
Um zu zeigen, dass unsere Geschichte und die Entwicklung unserer Kultur stärker von Wetter und Klima beeinflusst wurde, als uns bewusst ist, führt er den Leser durch verschiedene Epochen. Von der Antike bis zur heutigen Zeit werden Ereignisse auf ihren Zusammenhang mit dem bereits genannten historischen Entscheidungsfaktor untersucht.
So werden das abrupte Ende der Maya-Hochkultur, die gescheiterte Invasion der spanischen Armada, die Schlacht bei Waterloo oder die Französische Revolution besprochen, aber auch der Hurrikan Katrina oder das Austrocknen Kaliforniens sowie die Erderwärmung werden thematisiert.
Dadurch wird gezeigt, wie sehr unsere Kultur und Gesellschaft von dem Klima, von unserer Umwelt, abhängt.

Das Buch ist unterhaltsam geschrieben, sodass es sich angenehm leicht lesen lässt. Darüber hinaus wird der Text immer wieder durch Schwarz-Weiß-Fotografien aufgelockert. Den Ansatz des Buches, das Wetter in Zusammenhang mit der Geschichte zu bringen, finde ich sehr interessant, auch wenn Ronald D. Gerste nicht der erste ist, der ein Buch zu diesem Thema geschrieben hat. Allerdings erscheinen mir manche Zusammenhänge doch sehr konstruiert. Zum Beispiel die Hexenverfolgung besonders zwischen 1560 und 1660 auf die Wetterbedingungen zurückzuführen, halte ich für etwas weit hergeholt. Somit sei das schlechte Wetter damals unter anderem mit Missernten verbunden gewesen, weshalb man einen Schuldigen finden musste. Auch wenn zu Beginn des Buches mehrfach betont wird, dass das Wetter nur als ein Faktor unter mehreren zu betrachten sei, ist bei einigen der genannten Beispielen dieser in meinen Augen geschwindend gering. Andere Zusammenhänge erscheinen hingegen plausibel und leuchten ein.

Alles in allem ist “Wie das Wetter Geschichte macht” ein spannendes Buch, welches man beim Lesen nicht aus der Hand legen kann. Allerdings halte ich ein paar der vom Autor aufgestellten Thesen für nicht sehr wahrscheinlich. Dennoch ist das Buch sicherlich lesenswert.

4/5 Sterne

4-Sterne

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📖 Rezension zu: “Shampoo ● Schaumbad ● Showergel – Badekosmetik selbst gemacht“ von Ingeborg Josel

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Unglaublich umfassend und abwechslungsreich!

Die leidenschaftliche Selbermacherin Ingeborg Josel betreibt für ihre selbst erzeugten Naturseifen eine Seifenmanufaktur und einen Seifenladen. Nach ihren erfolgreichen Büchern “Naturseifen selbst sieden: Anleitungen Rezepte Tipps & Tricks” und “Cremes & Salben selbst gerührt: Sonnenkosmetik, Lipgloss, Deos & Co.” folgt nun ihr drittes Buch: “Shampoo ● Schaumbad ● Showergel – Badekosmetik selbst gemacht”. Hier zeigt sie, wie sich Badezusätze und Pflegeprodukte, abgestimmt auf die eigenen Bedürfnisse, ganz leicht zubereiten lassen. Dabei geht es ihr auch darum, dass man weiß, welche Inhaltsstoffe in den Produkten verarbeitet sind, was nur bei selbstgemachter Naturkosmetik der Fall sei. So kann man sich, folgt man den vorgestellten Anleitungen, zum Beispiel sicher sein, dass sein Peeling plastikfrei ist. Auch Haarpflege spielt in diesem Buch eine große Rolle, denn es werden unter anderem Rezepte vorgestellt, die helfen sollen, dass Kopfhaut und Haar ihr Gleichgewicht wiederfinden.
Zu Beginn des Buches werden die Vorteile selbstgemachter Naturkosmetik genannt und eine sehr schöne Einleitung gegeben. Dort wird erklärt, wie leicht sich die Pflegeprodukte herstellen lassen und wofür man Badekosmetik verwendet. Auch wertvolle Tipps werden gegeben, zum Beispiel dass selbstgemachte Produkte immer sehr viel höher dosiert sind und somit auch effektiver sein. Im Anschluss daran werden die Grundausstattung und Zutaten unter die Lupe genommen. Beginnend mit Ölen, Fetten, Wachsen geht es weiter mit Pulver, Puder und Tensiden sowie Blütenwässern, Hydrolaten, Duftwässern. Auch Wirkstoffe, “zusätzliche feine Beigaben”, Emulgatoren, Düfte, Öl-Klassiker und zu guter Letzt Formen werden vorgestellt. Man erhält zu jedem Stoff ein paar interessante Informationen zu Konsistenz, Verarbeitung und Verwendung. TIPP-Boxen, welche sich im gesamten Buch finden lassen, geben weitere Hilfestellungen.
Hat man diesen Teil beendet, folgt das Kapitel “Pflege für Dusche und Badewanne”. Hier werden keineswegs solche Anleitungen gegeben, die sich in jedem Buch als Grundausstattung finden lassen, sondern die Autorin möchte auch aktuelle Trends aufgreifen, um zu zeigen, dass man mit selbstgemachten Pflegeprodukten auf nichts verzichten muss. So werden ganz wunderbare Badepralinen, Bathmelts, süße Badetörtchen und -öle, Peelings, Badetabs und -bomben oder Badesticks ganz leicht verständlich vorgestellt. Schritt für Schritt wird alles erklärt und anhand von insgesamt um die 260 Fotos veranschaulicht. Die kalorienfreien süßen Versuchungen sind sehr abwechslngsreich und ansprechend – manche sind Muntermacher, andere wahre Pflegewunder. Es werden auch Hilfestellungen geboten, falls etwas schiefgeht. Es folgen nach einer Einleitung zum richtigen pH-Wert zusätzlich Produkte für die Dusche. Duschmilch, Duschgel, Dusch-Peeling, Duschbutter oder die pflegenden Duschschmusis – die Vielfalt ist riesig! Es gibt kaum ein Pflegeprodukt, welches nicht vorgestellt wird. Die verschiedenstens Wirkungen sollen erzielt werden und es ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei!
Sehr gespannt war ich auch auf das Kapitel zur Haarpflege. Dort versucht die Autorin den Leser zu beraten, welche Zusätze zu seinem Haar und gleichzeitig auch zu seiner Kopfhaut am besten passen, sodass man ein perfekt auf die eigene Person abgestimmtes Produkt herstellen kann. Dabei werden zum Beispiel die Haarfarbe oder bestimmte Haarprobleme betrachtet. Auch hier gibt es wieder ganz viele verschiedene Anleitungen (auch Trockenshampoo und Haargel), mein Highlight waren jedoch die Shampoo-Barren. Auch die Tipps zur Auffrischung der eigenen Haarfarbe haben mir sehr gefallen.
Zum Schluss werden auch Anleitungen für die perfekte Verpackung gegeben, sodass man rundum beim Herstellen seiner eigenen Pflegeprodukte begleitet wird.

Ich kann dieses Buch sehr weiterempfehlen, da es so viele abwechslungsreiche Rezepte beinhaltet und man sich genau auf die eigene Haut und das eigene Haar abgestimmte Produkte schaffen kann. Alles wird genauestens erklärt und auch durch die vielen Farbfotos sehr verständlich dargestellt. Die Rezepte sind für Anfänger ebenso geeignet wie für etwas erfahrenere Selbermacher. Man wird direkt von Ingeborg Josel angesteckt und ermutigt, mehr Produkte selber herzustellen und auch mal ein wenig zu experimentieren, um seine Pflege zu perfektionieren.
Für mich ein rundum gelungenes Buch!

5/5 nach Rosen duftende Badekugel-Sterne

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📖 Rezension zu: „Es ist dein Planet- Ideen gegen den Irrsinn“ von Sascha Mamczack & Martina Vogl

Es ist dein Planet

Perfekt für junge Leser: abwechslungsreich, spannend & informativ!

Die letzte Woche vor den Sommerferien besteht aus einer Projektwoche zum Thema „Umweltprobleme“. Die Schüler der 7c sollen sich in verschiedenen Arbeitsgruppen wie „Mehr Bio in der Schulmensa“, „Energiesparen – zu Hause und in der Schule“ oder etwa „Forschungsexpedition“ Gedanken um die Umwelt machen, denn – das weiß ja jeder – dies sind Themen, die jeden einzelnen betreffen. Der Klassenlehrer Herr Riesling, von den Schülern Riesel genannt, ist gerade dabei, den Schülern die Bedeutung der Umwelt und die Notwendigkeit des Eingreifens zu erklären, als ein „Pfff“ ertönt.
Natürlich war es wieder einmal Paul, der gelangweilt mit den Schultern zuckt. Es folgt eine kleine Auseinandersetzung zwischen Paul und Riesel, die vollkommen unterschiedlicher Auffassungen sind. Während Paul meint, die Erwachsenen hätten alles vermasselt, hätten sie doch mit den zubetonierten Landschaften und den Meeren voller Müll den Planeten und somit auch die Zukunft der nächsten Generationen zerstört, weswegen er keineswegs dafür verantwortlich sei, den Planeten zu retten, findet Riesel, dass Paul es sich hier zu einfach mache.
Da Paul nicht von seiner Meinung rückt, fasst Riesel einen Entschluss: Paul soll eine eigene Arbeitsgruppe bilden, in der er sich Lösungen für den ganzen „Irrsinn“ den die Erwachsenen verursacht haben, ausdenken soll – wenn ihm überhaupt irgendetwas einfällt. Ende der Woche soll er der ganzen Klasse dann seine Ergebnisse vorstellen. Doch was der Riesel nicht erwartet hätte ist, dass sich noch weitere Schülerinnen und Schüler für „Pauls Gruppe“ eintragen.
Lina weiß schon von ihren Eltern sehr viel über die Umwelt und geht mit ihnen sogar auf Demonstrationen, weswegen sie in dieser Gruppe nach Lösungen für diese ganzen Probleme suchen will.
Anton hingegen hat sich nur für diese Gruppe entschieden, weil Paul das Wort „Planet“ ausgesprochen hat. Und er weiß so ziemlich alles über Planeten.
Ganz im Gegensatz zu Jan, der sich nur für Fußball interessiert und sich nur noch in diese Gruppe eintragen konnte, weil alle anderen bereits ganz belegt waren, hat sich die modeliebende Emma entschlossen, der für sie am wenigsten anstrengenden Gruppe beizutreten, in der sie auch nicht in einem Park Frösche im Schlamm beobachten und zählen muss.
Und Marie? Von ihr weiß kaum jemand etwas, weil sie fast nie spricht, sondern immer pausenlos zeichnet. Jedenfalls isst sie in der Schulmensa kein Fleisch und hat einen Kater Zuhause.
Wegen der ganzen „Irren“, die die Gruppe bilden, hat sie schnell ihren Namen weg: Die Irrengruppe.

Doch ist ihre Aufgabe doch schwieriger als gedacht. Wie soll man Lösungen auf derart schwierige und ungreifbare Probleme finden? Um dem näher zu kommen, beschließen sie, dass jeder seinen ganz persönlichen Irrsinn auf einen Zettel schreibt, sodass sie nacheinander vorstellen können, was in ihren Augen das eigentliche Problem ist. Die Gruppenmitglieder haben hier ganz unterschiedliche Ansätze, die sie den anderen näher bringen wollen. Aber als sie damit fertig sind ist es auch schon fast Zeit für die Präsentation in der Klasse. Schnell müssen Ideen her, die die anderen auch noch überzeugen können – schließlich wäre es sonst vollkommen peinlich. Doch wie kann man das anstellen? Wie kann man den anderen vermitteln, was zu tun ist, ohne dabei die immer gleichen Tipps wie „Verbraucht weniger Strom!“, „Esst weniger Fleisch!“, „Fahrt weniger Auto!“, „Produziert weniger Müll!“ oder „Verschwendet weniger Wasser!“ abzuspulen, die eh jeder kennt und nicht schon wieder hören möchte?

Dadurch, dass die Gruppenmitglieder unterschiedliche Sichten auf das Thema Umweltschutz haben, diskutieren sie viel, was das Ganze auf der einen Seite sehr lebendig macht, auf der anderen Seite aber auch die Probleme beim Finden von Lösungen sehr veranschaulicht.
Das Buch ist sehr ansprechend aufgemacht: Da Marie andauernd zeichnet, finden sich immer wieder ihre Bilder in dem Buch – ihre Karikaturen sind sehr gut gelungen und lockern den gesamten Text, der sprachlich sowieso schon sehr simpel und verständlich gehalten ist, auf. Mir gefällt ausgesprochen gut, wie abwechslungsreich der Leser auf verschiedene Themenbereiche gestoßen wird. Steckbriefe von Planeten, tolle Tabellen und Diagramme und am Ende auch eine Powerpoint-Präsentation (tolle Idee!) lassen keine Langeweile aufkommen. Man hat fast immer etwas zu schauen, aber auch die Textpassagen sind sehr packend. Auch wenn das Buch für jüngere Leser gedacht ist, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, sodass ich es sehr schnell durchgelesen hatte.
Die vorgestellten Ideen gegen den Irrsinn sind realistisch und nicht die typischen Du-darfst-dies-nicht- Du-sollst-das-tun- Sätze. Darüber hinaus wird der Leser dazu angehalten, selber seinen Irrsinn und seine Lösung zu finden und aufzuschreiben- dafür sind im Buch bestimmte Seiten vorgesehen; man kann aber auch auf dem Blog zum Buch mitdiskutieren, Ideen sammeln und noch mehr Anregungen finden. Zum Blog geht es hier -> klick

Das Autorenduo möchte mit diesem Buch den Blick junger Leser auf die Zukunft lenken und dabei zum Mit- und Weiterdenken anregen, zu hinterfragen und sich zu engagieren. Sascha Mamczak studierte Politische Wissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Öffentliches Recht, Martina Vogl studierte Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte.

Ich kann dieses wunderbare Buch besonders jungen Lesern empfehlen, die einen verständlichen und abwechslungsreichen Einstieg in die Thematik wollen, oder aber auf bereits vorhandenem Wissen aufbauen möchten. Dieses Buch würde sich auch definitiv als Schullektüre eignen und vermittelt jungen Lesern wohlmöglich besser als ein Klassiker, dass etwas getan werden muss und kann und auch, wie dies funktioniert.
Von mir also eine klare Leseempfehlung und

5/5 Sterne

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