🍰 🍰 Rhabarberkuchen mit Quark-Baiser-Haube 🍰 🍰

Zutaten:

Für den Teig:

  • 125g Margarine (/Butter)
  • 100g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier
  • 100g Mehl
  • 50g Speisestärke
  • 1 TL Backpulver
  • 650g Rhabarber

Für die Quarkschicht:

  • 300g Quark
  • 3 EL Zitronensaft
  • 40g Zucker
  • 2 Eier
  • 25g Speisestärke
  • Mandelstifte
  • Erdbeerkonfitüre

 

So geht’s:

1. Den Rhabarber abziehen und in ca. 2 cm lange Stücke schneiden.

2. Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Zwei Eier trennen. Dann die Butter, den Zucker, das Salz und die Eigelbe, sowie ein ganzes Ei verrühren.

3. Springform einfetten, dann den Teig einfüllen.

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4. Nun wird die Quarkcreme zubereitet. Dazu den Quark, den Zitronensaft, den Zucker, die zwei Eier und die Stärke verrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Diese dann anschließend auf dem Teig gleichmäßig verteilen.

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5. Jetzt für 20 Minuten im Backofen backen.

6. In der Zwischenzeit das übrig gebliebene Eiweiß vom Teigzubereiten mit 90g Zucker steif schlagen. Dann den Rhabarber vorsichtig unterheben.

7. Diese Masse nun auf dem heißen Kuchen verteilen und für weitere 10 Minuten backen.

8. 2 EL Mandelstifte in einer Pfanne anrösten.

9. Kuchen aus dem Backofen holen, dann den Springformrand vorsichtig von der Form lösen.

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10. Etwas Konfitüre erwärmen und damit den Tortenrand bestreichen. Anschließend mit den Mandelstiften bestreuen.

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Fertig!

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🍰 🍰 Viel Spaß beim Nachmachen!! 🍰 🍰

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Schöne Pfingsten!

Ich wünsche euch wunderschöne Pfingsten!!

📖 Rezension zu „Bombay-Lunchbox“ von Carolyn Caldicott und Chris Caldicott

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Eintauchen in eine andere Welt..

Indiens Küche ist bekannt dafür, vielfältig, würzig, farbenfroh, scharf und exotisch zu sein. Carolyn und Chris Caldicott, die das Land mehrfach bereisten, haben sich in genau diese verführerische Mischung verliebt. Von ihren Reisen haben sie verlockende Rezepte mitgebracht und stellen diese mit bezaubernden Fotos in „Bombay Lunchbox“ vor. Hier ein paar Beispiele:

     

    

Das Buch ist in diese neue Kapitel unterteilt, in denen es nicht nur tolle Rezepte und Fotos, sondern auch einiges Wissenswertes über Indien und Indiens Esskultur gibt:

  • Vom Lunch zum Tiffin
  • Anglo-indische Klassiker
  • Lunch in a box
  • Die Tiffinwallahs von Bombay
  • Tiffin am Nachmittag
  • Kleine Häppchen
  • Kleine Zwischenmahlzeiten
  • Lockende Straßenverkäufer
  • Typisch indische Kaffeehausspezialitäten

In „Vom Lunch zum Tiffin“  wird beispielsweise erklärt, wie sich im späten 18. Jahrhundert unter zunehmenden britischen Einfluss der üppige Lunch zum kleinen kulinarischen Häppchen, dem Tiffin, entwickelte. Damit geht das Buch zu den Anglo-indischen Klassikern über, eingeleitet mit allerhand Informationen zur weiteren Anpassung durch die Briten und Wissenswertem zu den wichtigsten und bekanntesten Gewürzen der indischen Küche. Unter anderem kann ich euch ein Rezept dieses Kapitels besonders weiterempfehlen: Das Eier-Curry. In der Leseprobe könnt ihr euch das Rezept auf Seite 16 ansehen- einfach köstlich! -> klick

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Zu Beginn des nächsten Kapitels erfährt man, weswegen wirklich jeder in Indien seine Lunchbox, welche Tiffin oder aber auch Dabbas genannt wird, bei sich trägt und welche Gerichte in den Tiffinboxen transportiert werden. Ob das „Linsen-Dahl mit Tadka“, „Saag Paneer (Frischkäse mit Spinat)“, „Papaya-Dattel-Raita“ oder „Chana Masala (Kichererbsen-Curry)“ oder doch eher die köstlichen „Chili-Garnelen aus Goa“: Die Gerichte sind so vielfältig wie wohlschmeckend! Himmlisch!

In dem Kapitel „Tiffin am Nachmittag“ erwarten den Genießer Köstlichkeiten, die an englische Teaparties erinnern. Auch hier wird wieder der Einfluss der Briten auf die Inder erklärt. Bei Rezepten wie „Gurkensandwiches mit pikantem Minze-Koriander-Chutney“ läuft einem regelrecht das Wasser im Munde zusammen.

In „Kleine Häppchen“ werden leckere Appetithäppchen vorgestellt, deren Bandbreite sich von „Mini-Uttapams (dicke Pfannkuchen)“ über „Mini-Samosas (Teigtaschen)“ bis hin zu „Ingwerlebkuchen“ und „Kardamom-Scones“ (seehr lecker!!) und machen Lust auf noch mehr indische Küche.

Die kleinen Zwischenmahlzeiten im Anschluss sind auch herrlich!!

Beim ersten Durchblättern wusste ich überhaupt nicht, was ich zu erst ausprobieren sollte. Begonnen habe ich mit dem „Bananen-Lassi“ (S. 109), welches mich, wie auch die anderen Rezepte, mit einem ungewohneten, harmonischen, exotischen und köstlichen Geschmack überzeugen konnte.

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Die Rezepte sind sehr vielfältig und es bereitet riesige Freude, die Gerichte zuzubereiten und selbstverständlich auch sie zu verspeisen. Dieses Buch ist so abwechslungsreich und farbenfroh, wie Indien selbst. Durch die Geschichten, Erklärungen, Beschreibungen und Berichte erhält man einen guten Einblick in die Straßen (und Küchen) Bombays, bzw. Mumbais.

Auch die Gestaltung des Buchs durch die schönen Farben und bezaubernden Fotographien ist ausgesprochen ansprechend.

Ich bin ganz hin- und weg von diesem bezaubernden Buch und werde mich noch unzählige Male durch das ganze Buch kochen!! Als absoluter Kichererbsen-Fan haben es mir die „feinen Dhokla (Kichererbsen-Häppchen)“ ganz besonders angetan!

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Die Autoren dieses Buches, Carolyn Caldicott und Chris Caldicott, haben zuvor auch schon andere Kochbücher, wie „World Food Café“ oder „Vintage Tea Party“, geschrieben und lebten jahrelang als Globetrotter, bevor sie in London das „World Food Café“ eröffnet, um ihre in aller Welt gesammelten Rezepte kochen und köstliche vegetarische Speisen servieren zu können.

Alles in allem ein Kochbuch, von dem man Fernweh bekommt, wegen dem man tiefer in die (Ess-)Kulturen eines weit entfernten Ortes eintauchen möchte und eines, dass einem die Zeit bis dahin mit unglaublich vielen wunderbaren Rezepten versüßt. Ich kann dieses Kochbuch wirklich jedem weiterempfehlen, da die Rezepte sehr gut verständlich und nachmachbar, die Gestaltung außergewöhnlich schön, die Gerichte unfassbar lecker und vielfältig sind.

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5/5 Sterne

5-Sterne

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📷 Summ…. 🐝 🐝 🐝 🐝

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📖 Rezension zu: „Der Gast im Garten“ von Takashi Hiraide

Der Gast im Garten

Eine poetisch-ruhige Auszeit aus der Hektik des Alltags!

Ein junges, kinderloses Ehepaar braucht eine Auszeit von der Hektik, dem Lärm und Stress der Stadt, weswegen sie sich nach einem neuen Heim im Grünen, außerhalb von Tokio, umsehen. Und tatsächlich: Nach einer Weile des Suchens entdecken sie ein schönes und ruhiges Gartenhäuschen, welches von einem idyllischen Garten umgeben wird und mieten es. Auch das alte Ehepaar, welches das Häuschen vermietet, ist glücklich mit den beiden, da sich diese weder Haustiere noch Kinder wünschen.
Alles ist in ihrem neuen Heim harmonisch und sehr ruhig. Beinahe schon zu ruhig, denn irgendwie fehlt den beiden etwas… Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung kündigt er seinen Job, um selbstständig arbeiten zu können. Das Leben scheint an dem Paar vorbeizuziehen.
Doch dann bekommen sie einen Gast im Garten: Eine kleine Katze, Chibi, kommt sie besuchen. Die Kleine ist sehr zierlich, hat weißes Fell mit runden rußschwarzen und hellbraunen Flecken, ist sehr schmal und klein und hat außergewöhnlich hübsche spitze Öhrchen.
Zwar gehört die Katze dem Nachbarsjungen, doch schließt das Ehepaar Chibi schnell ins Herz. Deswegen richten sie dem Kätzchen einen Karton in ihrem Häuschen ein, damit sie einen schönen Platz zum Liegen hat, wenn sie in das Haus tappst. Jeden Tag wird Chibi ein wenig zutraulicher. Die beiden finden immer mehr Spaß daran, dieses zarte Wesen mit Makrelen zu füttern, mit ihm und dem Ball zu spielen, oder ihm einfach nur beim Herumtollen zuzusehen. Und so wird Chibi jeden Tag aufs Neue zum willkommenen Gast.
Auf leisen Samtpfoten schleicht sie sich in das Leben des Paars.
Doch als Chibi eines Tages fortbleibt, bemerken die beiden erst richtig, wie sehr ihnen die Katze ans Herz gewachsen ist und erkennen was für eine große Lücke sie hinterlässt.

Es ist beeindruckend, wie ein kleiner Gast im Garten das eigene Leben derart auf den Kopf stellen kann und die gesamte Umgebeung aufblüht. Mit leiser und poetischer Sprache entführt Takashi Hiraide den Leser in einen wunderschönen Garten in Japan. Alles wird wunderbar detailverliebt beschrieben, sodass man sich die Pflanzen im Garten und die umherschwirrenden Libellen sehr genau vorstellen kann, aber besonders Chibi ist zum Greifen nah. Ihre Bewegungen, ihr Miauen, ihr Spielen- alles wird sehr sorgsam, aber keineswegs überladen oder gar kitschig, beschrieben.
Auch das Glossar im Anhang ist sehr ansprechend, dort werden Hintergrundinformationen und Erklärungen zu japanischen Kleidungsstücken, Einrichtungsgegenständen und Ähnlichem gegeben. Ein weiteres Highlight sind auch die wunderschönen Illustrationen von Quint Buchholz!
Das Buch lässt sich flüssig lesen und ist wie eine kleine Meditation, wie ein Spaziergang in einem japanischen Teegarten, eine Auszeit vom Alltag!

Ich kann dieses Buch wirklich weiterempfehlen, da es eine Atempause bietet und zeigt, wie bedeutsam und wunderschön die kleinen Dinge im Leben sind und wie man diese genießt. Diese Liebe zu den gewöhnlichen Kleinigkeiten sind sehr nachvollziehbar beschrieben. Man wird von Anfang an in diese positive, ruhige, leise und entspannte Welt gezogen. Und das ganze auf gerade einmal 133 Seiten- beeindruckend!
Ein berührendes Buch von dem in den kleinen Dingen liegenden Glück und dessen Vergänglichkeit, welches ich absolut weiterempfehlen kann!

5/5 Sterne

5-Sterne

Vielen lieben Dank an den Insel-Verlag, der mir dieses beeindruckende Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat!

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📖 Rezension zu: „Half Wild“ von Sally Green

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Spannend und brutal geht die Jagd weiter..

Nachdem Nathan Bryn, der von der Hexenregierung gejagte Half Code, Sohn der weißen Hexe Cara Bryn und dem mächtigsten und brutalsten Schwarzen Hexer Marcus, zu seinem siebzehnten Geburtstag von seinem Vater seine drei Geschenke erhalten ist, ist er auf der Flucht.
Die Hexenregierung ist noch immer auf der Jagd nach Nathan und mit einem neuen Oberhaupt gewinnen die Jäger an Gewaltbereitschaft, Ehrgeiz und Kraft. Denn noch immer brauchen sie Nathan als Werkzeug.. Schließlich ermöglichen ihnen die Tattoos, die Mr. Wallend Nathan vor einiger Zeit gestochen hat, den Half Code zu kontrollieren und zu steuern, wenn sie nur einen seiner Finger in die Hände bekommen. Das wäre ihr Weg, um Marcus unschädlich zu machen. Denn dieser stellt, als Mörder zahlreicher Weißer Hexen, eine Bedrohung für den Hexenrat dar, die gebannt werden muss.
Aber Nathan versucht alles in seiner Macht stehende, den Weißen Hexen zu entkommen. Keineswegs hat er vor seinen eigenen Vater zu töten- niemals.
Stattdessen muss er sich mit ein paar alten und ein paar neugewonnenen Freunden auf die Suche nach seiner großen Liebe Annalise machen, die noch immer Mercurys Gefangene ist. Dafür bleibt den Gefährten nicht mehr viel Zeit, denn mit jedem Tag in dem schlafähnlichen Zustand, in den Mercury sie versetzt hat, schwindet ihre Kraft ein Stück mehr.
Doch wo versteckt sich Mercury und wie soll man zu ihr gelangen, mit ihr in Kontakt treten können? Schließlich dürfte sie noch aufgrund des letzten Zusammentreffens mit Nathan mehr als nur erzürnt sein.
Darüber hinaus hat Nathan seine Ansichten noch nicht geändert: Er will Mercury unter keinen Umständen zusagen, seinen Vater zu töten..

Aber auch mit sich selbst hat Nathan zu kämpfen, denn seit er von seinem Vater die drei Geschenke erhalten hat, wird er von seiner Gabe überwältigt, die eine dunkle, brutale Seite von ihm zum Vorschein bringt. Die Gabe einer Hexe oder eines Hexers soll immer das eigentliche Wesen dieser Person zum Ausdruck bringen, doch ist Nathan wirklich so gewalttätig und böse, wie er es aufgrund seiner Gabe zu sein glaubt? Dringend sollte Nathan lernen, seine Gabe zu beherrschen.

Ein weiterer Grund zum Handeln taucht auf, als Soul O’Brien die Kontrolle über den Hexenrat an sich reißt und befielt, die Jagd nach den Schwarzen Hexen und Hexern in ganz Europa auszubreiten und zu perfektionieren, damit sie alle möglichst schnell und effektiv ausgelöscht werden.
Allerdings entsteht eine Gegenbewegung, eine Gruppe von Rebellen formiert sich, die die Regierung stürzen wollen. Unter ihnen sind Schwarze wie auch Weiße Hexen, deren Zusammenarbeit eine große Herausforderung werden wird, Half Bloods und dem einzigen Half Code: Nathan. Dabei muss er an der Seite von Freunden und Feinden aus der Vergangenheit kämpfen und sich erneut die Frage stellen, wem er trauen kann und wer ihm bloß eine Falle stellt..

Das erste Buch der Reihe war schon überwältigend, doch steht „Half Wild“ „Half Bad“ in keinster Weise nach. Von Anfang an ist man vollkommen in das Geschehen gezogen. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so vor sich hin und das Buch lässt sich nicht aus der Hand legen. Der Schreibstil ist wie auch schon im ersten Teil unfassbar packend und die Sprache sehr gut verständlich!
Darüber hinaus werden die im letzten Buch vorgetellten Charaktere in diesem Teil noch viel genauer gezeichnet, sodass sie immer realer wirken und man sie als Leser besser einschätzen zu können glaubt. Aber auch neue Figuren werden eingeführt, wobei man sich bei jedem Charakter fragt, ob man ihm trauen kann, oder ob sich hinter der Fassade eines Freundes nicht doch ein Feind verbirgt.
Außerdem bemerkt man, wie die zu Beginn der Reihe noch kindlichen Protagonisten immer erwachsener werden.
Auch in diesem Teil stellt sich wieder die Frage, wer gut und wer böse ist, beziehungsweise ob man diese Unterteilung überhaupt machen kann oder darf. Denn, wie man beim Lesen immer mehr zu spüren bekommt, ist das eine kaum vom anderen zu trennen..

Lediglich zu bemängeln ist, dass der nächste- und leider auch letzte- Teil der Reihe erst im März 2016 erscheinen soll, denn am liebsten würde ich auf der Stelle weiterlesen. Zum Glück habe ich aber das kürzlich erschienene „Half Lies“ entdeckt, welches von Gabriels Vorgeschichte erzählt. Jenes werde ich mir zulegen müssen, da dieser Charakter für mich der unangefochtene Lieblingscharakter in der Reihe ist.

Nun bleibt mir nur noch abschließend zu sagen, dass ich dieses Buch auf jeden Fall weiter empfehlen kann!

5/5 Sterne

5-Sterne

📖 Rezension zu: „Das Mädchen, das rückwärts ging“ von Kate Hamer

Ein unfassbar emotionales und ergreifendes Buch, über die Verbundenheit von Mutter und Tochter!

Die nach der Trennung ihrer Eltern Beth und Paul bei ihrer Mutter lebende Carmel ist anders als andere Kinder ihres Alters: Oft träumt sie vor sich hin und vergisst dabei Raum und Zeit, sie ist sehr intelligent, mitfühlend, reif, sehr sensibel und hat darüber hinaus eine blühende Phantasie. Die kleinsten Dinge, die für andere Menschen so uninteressant und gewöhnlich wirken, ziehen das kleine Mädchen in ihren Bann. Ob nun ein Baum der sich im Wind bewegt oder ein Käfer der des Weges geht: Sie versinkt vollkommen beim Beobachten dieser Dinge. Sie scheint dann in einer anderen, weit abgelegenen Welt zu sein.. In diesen Momenten bemerkt Carmel nicht was um sie herum geschieht, hört es nicht wenn man ihren Namen ruft, nimmt es nicht wahr, wenn andere sie suchen.
Carmels Mutter Beth hat immer Angst um ihr Kind, da sie befürchtet, sie verlieren zu können. Als die beiden an Carmels achten Geburtstag ein Geschichtenfestival besuchen, hat Beth schon ein ungutes Gefühl. Doch sie weiß, dass sie sich immer viel zu viele Sorgen macht und beschließt ein wenig mehr loszulassen. In den auf dem Platz aufgeschlagenen Zelten werden Geschichten vorgetragen, kleine Szenen vorgespielt und in einem anderen Zelt stellt eine Autorin ihr neues Kinderbuch vor. Als man im Anschluss daran Fragen stellen darf, meldet sich die kleine Carmel sofort. Und dort, vor den vielen Menschen, erzählt sie, dass sie ihre Großeltern nicht kennt, da sie sie noch nie gesehen hat und dass ihre Mutter seit Jahren mit ihnen im Streit liegt.
Als Mutter und Tochter wieder aus dem Zelt treten, wird der Platz immer voller und zunehmend unübersichtlicher. Leute drängeln, schubsen, Carmels kleiner Kopf verschwindet immer wieder, aber kommt jedes mal wieder zum Vorschein. Als dann auch noch dichter Nebel aufzieht verstärkt sich Beths schlechtes Gefühl, aber da Carmel und sie sich zuvor leicht gestritten haben, möchte ihr Kind nicht auf sie hören, sondern einfach eine Weile abtauchen, unsichtbar werden und die Stille genießen. Einfach mal alleine sein.
Und so versteckt sich das kleine Mädchen unter einem Tisch und während sie anfangs noch die Schuhe ihrer Mutter sieht, die an ihr vorbei gehen, beginnt sie sich nach einer Weile in ein Buch zu vertiefen und ist erneut ganz weit weg. In dieser anderen Welt einfach abgetaucht.
Wärenddessen macht sich ihre Mutter zunehmend Sorgen. Auch ihre Vorwürfe sich selbst gegenüber werden immer lauter und als sich der Platz immer weiter leert, da die meisten Menschen schon nach Hause gehen, sucht sie verzweifelt nach ihrer Tochter, kann sie aber nicht finden. Die Stunden vergehen und auch als man ihr endlich glaubt, dass ihre Tochter verschwunden ist und die Polizei ruft, ist Carmel unaufspürbar.
Denn in der Zwischenzeit ist Carmel mit einem Mann fortgefahren, der sich als ihr Großvater ausgegeben hat. Als er behauptet hat, Beth hätte einen Unfall gehabt, steigt sie ohne Zweifel zu hegen in sein Auto und eine lange Reise beginnt.
Wer ist dieser Mann, der Carmel mitgenommen hat? Was hat er mit ihr vor? Und vor allem: Wird Carmel überleben und irgendwann vielleicht sogar ihre Mutter wiedersehen können?
Die Tage, Monate und Jahre verstreichen. Doch glaubt Beth nicht daran, dass Carmel tot ist. Sie sieht ihr Kind in ihren Träumen: Das lockige Haar und den roten Mantel ihrer Tochter. Das Lächeln und die braunen Augen ihres Kindes. In ihren Träumen geht Carmel stets rückwärts.
Beths Leben ist mittlerweile aus den Fugen geraten, denn alle Hinweise, die bei der Polizei eingehen, führen ins Nichts. Eine neue Sichtung von einem Kind im roten Mantel. Eine neue Hoffnung. Und eine neue Enttäuschung. So viele Menschen die helfen wollen, doch niemand der es kann.
Aber Beth bemerkt, dass wenn Carmel sie so sähe, sie ganz und gar nicht glücklich mit ihr wäre. Und so beschließt die noch immer von starken Schuldgefühlen geplagte Beth, selbst zu Handeln. Sie hat das Ziel, Carmel zu suchen und zu finden. Sie will ihr Kind zurück holen und es dann nie wieder alleine lassen. Ihre ewige Fragen zermürben sie: War ich Schuld? Hätte ich mehr auf sie Acht geben sollen?
An einen geregelten Alltag zu denken ist für sie unmöglich geworden. Und auch ihre Ermittlungen führen ins Nichts. Aber Beths Hoffnung bleibt immer. Jeder Zeit.

Selten hat mich ein Buch derart sprachlos zurück gelassen!
Die jedes Kapitel wechselnde Perspektive lässt den Leser genau erfahren, was mit Carmel und ihrer Mutter geschieht, was sie fühlen, welche Ängste und Sorgen, aber auch welche Hoffnungen sie haben.
Sein Kind zu verlieren ist für Eltern das Schlimmste, was geschehen kann und auch für Beth bricht eine ganze Welt zusammen. Es ist furchtbar mit anzusehen, wie sie leidet, sich die Schuld gibt und sich bei der Suche nach Carmel an jedem noch so kleinen Indiz festklammert. Jedes mal, wenn sich eine neue mögliche Spur der Polizei wieder nur als ein falscher Alarm heraus stellt, hat es mir einen Stich versetzt.
Aber auch wie unterschiedlich Beths Umfeld auf das Verschwinden Carmels reagiert ist zum Teil einfach unfassbar. Ob sich Beth anhören muss, Carmel sei nun bei Gott oder dass dies nun mal passiere- es ist einfach unbegreiflich.
Beth muss sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: Entweder sie gibt sich weiterhin ihrer Trauer hin und versinkt weiter in ihrem tiefen, dunklen Loch, oder sie sammelt ihre ganze Kraft, um ein neues Leben anzufangen, damit sie das Gefühl bekommt, gebraucht zu werden und etwas gut zu machen.
Auch ihr Kampf, stets optimistisch zu bleiben, nicht einzuknicken, immer an Carmels Leben zu glauben, ist unglaublich.

Auf der anderen Seite wäre da noch Carmels Geschichte. Es war sehr bedrückend zu lesen, wie sie auf den Trick ihres Entführers reinfällt, um ihre Mutter bangt, die laut Entführer einen Unfall gehabt hat, während diese alles in ihrer Macht stehende unternimmt, um ihre Tochter zu finden. Außerdem hat es mich sehr traurig gemacht, als die Methoden des Entführers (und seiner Komplizin) beschrieben wurden, um Carmel an ihn zu binden und sie gleichzeitig von ihrer Verwandtschaft abzuschotten. Er säht so gezielt Zweifel in Carmel, beschert ihr Trauer und macht ihr an anderer Stelle Mut, sodass einem ganz übel wird..
Auch seine Beweggründe haben mich wütend, fassungs- und sprachlos gemacht. Beim Lesen dieses Buches stellte sich oft die Frage, was das für ein Mensch sein kann, der einfach ein Kind mit nimmt, es manipuliert und für seine Zwecke nutzt, als wäre es nur ein Stück Inventar. Die Antwort auf diese Frage wird im Buch gegeben und lässt einem wirklich den Atem stocken..

Dieses Buch ist eines der beeindruckendsten, die ich je gelesen habe! Es ist so unglaublich realistisch geschrieben, dass einem ganz anders wird. Man durchfährt beim Lesen tatsächlich die berühmte Achterbahn der Gefühle und verspürt nicht nur Wut, Fassungslosigkeit, Angst, Unbehagen, Hoffnung, sondern noch so viel mehr.
Bis zum Ende wusste ich nicht, wie es ausgehen wird, da die Täter so unberechenbar erscheinen und einige Irrwege beschrieben werden. Alleine schon die Antwort auf die Frage, ob Carmel überleben wird, hat mich beinahe verrückt gemacht. Unvorstellbar, wie man sich als Mutter eines entführten Kindes fühlen muss..
Darüber hianus ist der Schreibstil sehr packend, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
Am Ende des Buches war ich vollkommen sprachlos und zu Tränen gerührt. Im Verlaufe des Buchs hat man die Beteiligten über Jahre hinweg begleitet, in ständiger Angst um das Kind.

Alles in allem ist dies keineswegs ein Buch für zwischendurch, sondern eines, das einen festhält und nicht mehr los lässt, das einem menschliche Abgründe aufzeigt, das Ängste schürt, aber auch Hoffnung zu lässt. Ein Buch, das einem den Atem raubt und einem zeigt, wie gut man es hat und wie sehr man seine Mitmenschen wertschätzen sollte, da man sie jederzeit verlieren könnte.
Ich kann dieses zermürbende Buch über die unfassbare Verbundenheit zwischen Mutter und Kind allerdings nicht an jeden weiterempfehlen, da es einem schon einiges abverlangt.
Nichtsdestotrotz ist es eines der besten Bücher die ich je gelesen habe! Es ist so unglaublich ergreifend und gleichzeitig so beängstigend realistisch, dass es einem einen kalten Schauer über den Rücken jagt.

Absolut verdiente, beinahe zu niedrig gegriffene

5/5 Sterne

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