📖 Rezension zu: „Mord am Lord“ von B.a. Robin

Humorvoller und spannender Krimi!

Theo muss Josie aufgrund einer verlorenen Wette in das verregnete England begleiten. Das Ziel ihrer Reise: Das Agatha-Christina Sotheby Museum. Da diese Schriftstellerin Josies Lieblingsautorin ist, kann sie sich kaum beherrschen als die Sprache auf das mysteriöse Manuskript des nicht zu Ende geschriebenen Kriminalromans “Der Tote in der Bibliothek” fällt. Als die Museumsführung beginnt verlieren Josie und Theo jedoch den Anschluss zur Gruppe, sodass Josie, die eine Abkürzung zu kennen glaubt, die Richtung angibt und sie so zu einer ungewöhnlich kleinen Stahltür gelangen.
Kaum treten sie aus der Tür,  stehen sie auf einer wunderschönen grünen Wiese und Nichts zeugt mehr vom eben heruntergeprasselten Regen. Doch ist noch etwas merkwürdig: Die gesamte Parkanlage sieht anders aus als die Wiese, die sie um zum Museum gelangen zu können, überqueeren mussten. Darüber hinaus war das Haus zuvor aus Backstein gewesen, während es nun aus Granit gebaut ist. Als die Freunde dann noch auf eine im Stile der 1920er Jahre gekleidete Frau treffen, die die beiden mit Miss Rutherford und Mr. Stringer begrüßt, ist die Verwirrung groß.
Die vollkommen begeisterte Josie und der nicht ganz so faszinierte Theo sollen den Mord an Lord Westholm aufklären. Außerdem besteht darin ihre einzige Möglichkeit, um aus dem unvollendeten Roman Agatha-Christinas zu gelangen.
Doch dabei besteht die Schwierigkeit nicht nur darin, sich wie Miss Rutherford und Mr. Stringer zu verhalten; schließlich ist der Fall sehr knifflig..
Und wie viele Kriminalromane haben wir bisher gelesen, bei denen es der Täter bei einer Leiche belassen hat?

Als großer Freund der Miss Marple-Filme mit Margaret Rutherford war ich sehr begeistert, als ich über dieses Buch gestolpert bin. Ich war ganz gespannt auf das Buch und kann vorwegnehmen, dass es mich keineswegs enttäuscht hat. 😉
Der Schreibstil ist humorvoll und sehr packend; das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Die Charaktere waren sehr schön gezeichnet und alle etwas mysteriös, sodass einem direkt mehrere Verdächtige in den Sinn kamen. Josies Begeisterung konnte ich auch nachvollziehen, ich selber habe auch schon die Drehorte der Filme in England besucht und war ganz entzückt. Was mir bezüglich der Personen auch sehr gefallen hat, ist das Personenverzeichnis zu Beginn, das mir wirklich sehr geholfen hat.
Außerdem tauchten beim Lesen immer wieder Bilder aus den Miss-Marple-Filmen vor meinem inneren Auge auf, zum Beispiel wenn die Telefonniesche als Versteck dient..
Und, wie es bei einem guten Krimi sein muss, wäre ich nicht auf die Täterin gekommen, doch nach der Auflösung des Falls war alles ganz schlüssig geklärt.

B.a. Robins pendelt zwischen München und Irland, wo sie auch auf den Namen B.a. Robin kam. Denn immer wenn sie sich über Stromausfälle, Ratten oder Ähnliches beklagt hatte, bekam sie den Ausspruch „be a robin“ zu hören, da sie unbekümmert wie ein Singvogel sein sollte. Zur Autorenseite geht es hier -> klick

Ich kann dieses Buch allen Miss-Marple- und Margaret-Rutherford-Fans sehr empfehlen! Kopfkino und ein spannendes Lesevergnügen sind mit diesem Buch sicher- ich bin begeistert!

5/5 Sterne

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Noch so eine Tatsache über die Welt“ von Brooke Davis

Noch so eine Tatsache über die Welt

Nicht mein Fall.. Skurrile Charaktere, unlogische Handlungen und seltsame Metaphern und Vergleiche..

Mit sieben Jahren findet Millie ihren Hund Rambo im Garten. Er ist das erste tote Ding, das sie findet. Kurz darauf beginnt sie ein Buch über die toten Dinge zu schreiben, in das sie einträgt, welches tote Ding sie gefunden hat. Immer mehr tote Dinge umgeben sie. Sie trägt Spinnen oder Fliegen ein. Und dann auch ihren eigenen Vater.
Drei Monate später ist sie mit ihrer Mutter in einem Kaufhaus. Sie soll auf ihre Mutter warten, die nur kurz weggehen will. Millie ist siebeneinhalb, fast acht, Jahre alt, als sie auch ihre Mutter verliert. Denn auch wenn sie tagelang in dem Kaufhaus auf ihre Mutter wartet und überall nicht zu übersehende Vorkehrungen trifft, damit ihre Mutter weiß, wo sie Millie zu suchen hat, bleibt ihre Mutter fort.
Als sie dann doch noch im Kaufhaus bemerkt wird, soll sie neuen Eltern vermittelt werden. Doch das kleine Mädchen nimmt einfach reißaus und flieht nach Hause- wo niemand nach ihr sucht..
Karl ist der Tasttipper. Er sammelt Bindestriche von Tastaturen und wenn er spricht tippt er das Gesagte in der Luft. Er lernt Millie in dem Kaufhaus-Café kennen.
Agatha, die nachdem sie ihren Mann geheiratet hat, keinem anderen Mann mehr in die Augen sehen konnte, da sie immer dachte, dass das gegenüber ja auch einen Penis habe, wohnt gegenüber von Millie. Seitdem ihr Mann verstorben ist, verlässt sie ihr Haus nichtmehr. Stattdessen hat sie einen klar strukturierten Tagesablauf. Morgens führt sie zum Beispiel ihr Buch des Alters, in dem sie ihre Armschabbelstärke einträgt, die von Tag zu Tag zunimmt.
Was sie denkt und unternimmt ruft sie laut aus, außerdem beobachtet und kommentiert sie von ihrem Stuhl der Begutachtung aus die vorbeilaufenden Menschen, die Straße, die Gärten und auch die Tiere. Dabei ruft sie Dinge wie “Zu schmale Lippen!” oder “Zu asiatisch!”.
Doch wird ihr Tagesablauf durcheinander gebracht, als Millie zu ihr rüberkommt, um sie zu fragen, was ein Reiseplan ist. Schnell steht fest, dass Millies Mutter nach Melbourne gereist ist. Also holt Agatha nach ein paar weiteren Tagen Millie drüben ab, um mit dem Mädchen ihrer Mutter hinterher zu reisen.

Und an dieser Stelle auf Seite 80 habe ich das Buch abgebrochen.

Zunächst einmal sind die Personen alle extrem seltsam und mir nicht gerade sympathisch. Millie scheint mit ihren siebeneinhalb Jahren doch sehr zurückgeblieben.. So glaubt sie, dass Menschen schwanger werden, wenn der Mann der Frau einen Fisch schenkt, der seine Eier in ihr legt. Darum schaut Millie auch nach dem Baden im Meer immer nach, ob sich in ihrem Pipi kleine Babys finden lassen. Im Alter von fast acht Jahren..
Ein Grund dafür könnte durchaus in ihrer Erziehung liegen, die auch nicht optimal verlaufen zu sein scheint. Kaum stellt Millie ihren Eltern eine Frage, erhält sie Antworten, die vielleicht den Leser zum Lachen bringen sollen, mich aber nur genervt haben.. etwas wie:
Wohin kommt man, wenn man tot ist? –
“In den Himmel oder in die Hölle. In die Hölle kommen alle bösen Menschen, zum Beispiel Verbrecher, Betrüger, oder Verkehrspolizisten, die Parksünder aufschreiben. In den Himmel kommen alle guten Menschen, so wie du und ich oder die hübsche Blondine aus der Kochshow.
Und was passiert, wenn man da hinkommt?
In der Hölle muss man, ähm… Macarena tanzen. Die ganze Zeit, für immer. Zu diesem Megamix aus Grease.
Und wohin kommt man, wenn man gut und böse zugleich ist?
Was? Keine Ahnung. Ikea?
Hilfst du mir, ein Raumschiff zu bauen?” (S. 11)
Außerdem redet Millie mit Gegenständen und hat auch sonst eine blühende Fantasie, die mir manchmal Grund zu der Vermutung war, dass sie irgendeine psychische Störung hat..
Dann ist da noch Karl. Der Tasttipper. Auch wenn er schon älter ist benimmt er sich extrem kindlich. Ob es nun ist, dass er in dem Kaufhaus laut “God save the Queen” singt oder alleine die Tatsache, dass er Bindestrichtasten sammelt. Oder seine Ausdrucksweise allein. Bei ihm hatte ich das Gefühl, dass er aus einem Altersheim geflohen ist und die Autorin vermitteln wollte, er sei wieder zum Kind geworden.
Agatha ist mir allerdings am furchtbarsten.. Diese seitenlange Ausführung weswegen sie Männer nicht mehr ansehen konnte nervte mich ehrlich gesagt an. Ihre Lieblingstemen scheinen Sex, die Verfehlungen anderer, ihr Altern und der Untergang der Kultur zu sein. Auch, dass sie alles was sie macht oder denkt laut ausrufen muss, macht auf mich keinen gesunden Eindruck..

Dann störte mich noch die Logik.. Ob es nun war, dass Millie sich Spielzeugautos unter die Gummistiefel klebte und dann im Kaufhaus inline-skatete oder dass sie tagelang im Kaufhaus unbemerkt blieb. Dabei hat sie doch alle Spielzeuge und Figuren so ausgerichtet, dass sie auf ihr Geheimversteck unter XXL-Unterwäsche zeigten, an die Kaufhaustüren mit Farbe geschrieben “Ich bin hier, Mum”, Spiele ausgeräumt und Inhalte ausgetauscht, Süßigkeiten gegessen und Verpackungen rumliegen lassen oder Kosmetikprodukte benutzt und wieder weggelegt. Fällt so etwas denn gar nicht auf??
Und dann, als es endlich doch noch bemerkt wird, nach dem sie einen Security-Beamten in seinem Büro eingesperrt hat, kann sie einfach nach Hause fliehen, wo natürlich niemand vorbeischaut, wenn sie sie doch so dringend finden wollen..

Dann wäre da noch der Schreibstil. Der ist wahrhaftig etwas besonderes.. Zum Beispiel Metaphern wie “rosa Cupcakes mit Kirsch-Brustwarzen obendrauf” (S.64) sind sehr häufig anzufinden. Bei den meisten sind mir die Zusammenhänge jedoch gänzlich unverständlich, zum Beispiel bei der Häuserfront, die wie eine Pupille aussieht.. Es mag sicherlich Leser geben, denen ein solch kreativer Schreibstil gefällt, ich persönlich zähle mich nicht dazu. Es war für mich hier einfach nicht stimmig.
Dann ist der Text für mich sehr verwirrend gewesen, da es zum einen gar keine Anführungszeichen oder ein “sagte Millie” oder Ähnliches gab, sondern bei einer Unterhaltung einfach alles durchgeschrieben wurde, sodass ich oft nicht wusste, wer was gesagt hat.
Außerdem weiß man auch nie, wann Millie etwas denkt oder sagt, sich erinnert, die Jetzt-Zeit beschreibt oder ihren zukunftsvisionen nachhängt, denn auch hier wird kein Unterschied gemacht..
Auch die Groß-und Kleinschreibung wird hier kreativ angewandt.. Genauso wie die Zeichensetzung.

Die Autorin Brooke Davis erklärte in einem Interview, dass sie,nachdem sie sich von dem mysteriösen Tod ihrer Mutter erholt hatte, ein Buch darüber schreiben wollte, wie natürlich und unausweichlich der Tod ist und darüber, dass man auch das baldige Dahinscheiden von geliebten Menschen akzeptiert.
Dieses Buch wurde von vielen Lesern sehr gelobt, weswegen ich es auch anfing zu lesen. Mich konnte es jedoch nicht überzeugen..

Ich denke aber, dass sich jeder selbst ein Bild zu diesem Buch machen sollte, denn schließlich kann es nicht von ungefähr kommen, dass es so viele Leser begeistert.

2/5 Sterne

2-Sterne

📖 Rezension zu: „Schönheit aus der Natur- Naturkosmetik selber machen“ von Miriam Dornemann

Bei Kosmetik sollte es sich um umweltfreundliche, natürliche und naturnahe Produkte handeln, die weder dem Menschen noch der Natur Schaden zufügen. Deswegen erfreut sich Naturkosmetik nicht nur bei Menschen mit sensibler Haut oder Allegikern als gesunde Alternative immer größerer Beliebtheit.
Kritiker sagen, Naturkosmetik sei viel zu teuer- doch das trifft mittlerweile überhaupt nicht mehr zu. Und am schönsten ist es doch auch, wenn man seine eigene Naturkosmetik selber herstellt. Und das ist viel leichter, als man gemein hin denkt. Mit den richtigen Ideen und Anleitungen lassen sich ganz leicht wundervolle Wohlfühlprodukte selber herstellen.
In dem Buch “Schönheit aus der Natur- Naturkosmetik selber herstellen” von Miriam Dornemann aus der Kreativen Manufaktur des TOPP-Verlages lassen sich für viele Gelegenheiten wunderschöne Kosmetikrezepte und süße Verpackungsideen finden.
Unterteilt ist das Buch in die Kapitel

  • Wissenswertes
  • Gesichtspflege
  • Körperflege
  • Badeträume
  • Inhaltsstoffe
  • Vorlagn
  • Bezugsquellen und Adressen
  • Autorinnen und Impressum.

Zu Beginn des Buchs wird ein Einblick in das Selbermachen von Naturkosmetik gewährt und es wird erklärt, weswegen aus Naturkosmetik eine große Leidenschaft werden kann. Auf die Bedürfnisse und Besonderheiten der eigenen Haut perfekt abgestimmte Inhaltsstoffe sind nur ein Grund.
Anschließend werden noch ein paar Tipps und Informationen gegeben, die, bevor es eigentlich losgeht, gelesen werden sollten. Thema sind hier unter anderem Behältnisse und Hygiene.
Sehr schön gemacht fand ich auch das nächste Unterthema: Die Ausrüstung. Die wichtigen Utensilien für das Herstellen von eigener Naturkosmetik werden vorgestellt.

Und dann geht es auch schon mit der Gesichtspflege los. Vom pflegenden Rosen-Gesichtsöl über die klassische Ringelblumensalbe bis hin zu Lippenpflege und Gesichtsmasken werden hier keine Wünsche offen gelassen. Bei sehr vielen Anleitungen gibt es noch zusätzlich hilfreiche Tipps und ausgefallene Verpackungsanleitungen.
Hier habe ich unter anderem das fruchtig-frische Sanddorn-Gesichtsöl ausprobiert.

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Im nächsten Kapitel lassen sich zum Beispiel Massageöle, Peelings oder auch Bodymelts finden.

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Auch die Anleitungen für Badeöle, Duschmilch, Badebomben, Badepralinen, Badesalze, Schaumbäder, Shampoobars (!!) und so weiter sind total toll!
Das Kapitel mit den Inhaltsstoffen ist auch sehr hilfreich, da dort die verwendeten Inhaltsstoffe beschrieben und erklärt werden. Auch, wie man sie verarbeitet, wird sehr leicht verständlich vermittelt.

Die Kosmetikrezepte lassen sich schön leicht nachmachen; es ist alles sehr anschaulich und leicht verständlich erklärt und die tollen Verpackungsideen zum Nachmachen runden das Ganze noch ab. So sind diese Wohlfühlprodukte nicht nur zum Selberverwenden perfekt, sondern auch als Geschenk ideal.
Die Inhaltsstoffe lassen sich auch problemlos auftreiben, da es mittlerweile auch viele Online-Shops gibt, die Inhaltsstoffe für Naturkosmetik für einen fairen Preis anbieten, andere Zutaten finden sich im normalen Geschäft oder das ein- oder andere auch im Garten.
Dieses Buch ist außerdem sehr schön ansprechend gestaltet und macht zum Beispiel wegen der tollen Fotografien noch mehr Lust aufs Nachmachen.

Für mich handelt es sich hierbei um ein rundum gelungenes Buch, Dank dem man leicht selber Naturkosmetik herstellen kann!

Wirklich TOPP! 🙂

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Mister Todiwalas Bombay“ von Cyrus Todiwala

Bezauberndes Kochbuch, das nach Indien entführt!

Mister Todiwala, der heute in Großbritannien lebt, stammt aus Bombay. Für ihn ist die atmosphärische Stadt eine farbenfrohe und aufregende Inspiration, eine Kindheitserinnerung. Es sit der Ort, an dem er das Kochen lernte.
Indiens vielfältige, exotische und würzige Küche bringt er nun zu uns. Dabei stellt er eine prächtige Kombination aus traditionellen Familienrezepten, modernen Kreationen, einfach zuzubereitenden Snacks und aufwendig-raffinierten Köstlichkeiten.
Ob Chutneys, Gemüse- und Reisgerichte, Desserts und leckere Snacks, Fisch- und Fleischgerichte, Brote und Currys oder Getränke: In diesem Buch erhält man einen vielschichtigen und farbenfrohen Einblick in die Indische Küche. Aber auch den für Bombay so charakteristischen Straßenküchen ist in diesem Buch ein Kapitel gewidmet. Somit ist für jeden etwas dabei, die Vielfalt groß.
Die Rezepte sind sehr abwechslungsreich und bieten zahlreiche Möglichkeiten, um nach Indien abzutauchen.
Ich war auch wirklich sehr überrascht davon, wie schnell und einfach sich viele dieser leckeren Gerichte zubereiten ließen.

Darüber hinaus ist dieses Kochbuch sehr ansprechend gestaltet; nicht nur durch die Fotografien des Essens, welche einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen, sondern auch durch die Bilder der Straßenküchen und Marktstände fühlt man sich an diesen wunderschönen fernen Ort versetzt.


Unterteilt ist dieses Buch nach der Einführung in die Kapitel

  • Snacks,
  • Fisch und Meeresfrüchte,
  • Fleisch und Geflügel, Gemüse,
  • Straßenküche,
  • Brot und Reis,
  • Pickles und Chutneys,
  • Desserts und
  • Getränke.

Für jeden Anlass und jeden Geschmack lassen sich auf den 273 Seiten des Buchs wahre Köstlichkeiten finden. Wenn man durch das Buch blättert, sieht man sofort wie viel Liebe und Mühe in es hineingesteckt wurde. Jedes Rezept wird durch eine Anekdote, einen Tipp oder einer Beschreibung des Gerichts eingeleitet, was diesen Eindruck verstärkt.


Besonders gut haben mir die Rezepte “Murgh Tikka – – Hänchen Tikka” (S.25) und “Besa no poro – – Omlett mit Kichererbsen” (S.27) gefallen, aber auch alle anderen Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe, konnten mich voll und ganz überzeugen.

Alles in allem kann ich dieses Buch sehr weiterempfehlen, da es ein Stück Indien in die eigene Küche bringt und zum einen durch die sehr hochwertige, ansprechende und farbintensive Gestaltung, sondern auch durch köstliche Rezepte und eine harmonische Kombination von traditionellen Gerichten und modernen Kreationen überzeugen kann.

Für Freunde der Indischen Küche- oder für die, die es noch werden möchten- ein absolutes Muss!

 

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Ich will doch bloß sterben, Papa“ von Michael Schofield

Ein unglaublich berührendes und mitnehmendes Buch zu dem Thema Schizophrenie!

Michael Schofields Tochter Jani ist von Anfang an anders, als andere Kinder. Schon im Mutterleib ist sie extrem aktiv und sobald sie zur Welt gekommen ist beansprucht sie die Zeit ihrer Eltern durchgehend. Jani muss immer beschäftigt sein, schnell verliert sie aber das Interesse an einer Aktivität oder an einem Gegenstand, sodass sich ihre Eltern etwas Neues zu ihrer Unterhaltung ausdenken müssen.
Doch als sie älter wird verändert sie sich Stück für Stück ein wenig. Die mittlerweile vierjährige Jani hat zahlreiche imaginäre Freunde- allesamt Tiere. Geht eine Person nicht auf ihre Freunde ein oder tut gar so, als sein sie nur der Fantasy des Mädchens entsprungen, kann Jani nicht mehr an sich halten und ein neuer Wutausbruch beginnt.
Ein solcher kann auch dadurch ausgelöst werden, dass sie bei ihrem Namen genannt wird. Ihre Namen wechslen stetig, sodass sie an einem Tag Blauaugenbaumfrosch und an einem anderen 76 heißt.
Kinder in ihrem Alter verstehen ihr Verhalten nicht und können nicht nachvollziehen, weswegen sie das Mädchen, das sie seit jeher schon als Janni (ihr ursprünglicher Name) kennen, plötzlich einen anderen Namen tragen soll. Dass Jani wütend wird, wenn andere Kinder sie so ansprechen oder dass sie allen Kindern ins Gesicht sagt, sie könne sie nicht ausstehen- und das offensichtlich ohne Grund- trägt dazu bei, dass Jani immer mehr abgeschottet von Kindern ihres Alters lebt. Ihre Mutter bringt sie, in der Hoffnung, dass Jani doch noch Freunde mit der gleichen blühenden Fantasie findet, immer wieder zu Geburtstagsfeiern. Doch das Szenario ist immer das gleiche: Jani ist an den Kindern nicht interessiert und bettelt schon nach kürzester Zeit darum, endlich fort gebracht zu werden.

Die Eltern suchen verzweifelt nach einem Grund für ihr Verhalten. Könnte es an der Diskrepanz zwischen Janis körperlichen und geistigen Alter liegen? Schließlich ist Jani hochintelligent, ihr IQ liegt weit über dem Normalen.
Jani wünscht sich ein Geschwisterkind, damit sie nicht mehr so alleine ist, doch wird alles nur noch schlimmer als ihr kleiner Bruder Bodhi geboren wird. Sobald Bodhi weint oder Dinge zum Erforschen in den Mund nimmt, überkommt Jani ein extremer Wutanfall; eine ihrer imaginären Ratten befielt ihr, Bodhi zu töten. Sie schlägt wie bessesen um sich, trifft ihre den Bruder schützende Mutter, beißt und tritt ihren Vater.
Kurz darauf findet das erste Gespräch mit einer Psychologin statt, doch da sie keine Antworten hat, suchen die Eltern immer und immer wieder Ärzte und Psychiater auf, die versprechen, das Problem zu lösen und im Endeffekt noch unwissender als die Eltern zu sein scheinen.
Michael und Susan haben schon sehr früh den Verdacht, es könne sich um Schizophrenie handeln, doch jeder den sie konsultieren behauptet, in Janis Alter wäre Schizophrenie unmöglich. Viel wahrscheinlicher sei ADHS, eine Diagnose, die zu dieser Zeit sowieso im Trend liegt.

Aber die Eltern sind sich sicher, dass es irgendetwas geben muss, mit dem man ihrer Tochter helfen kann und die ständige Angst um das Leben ihrer Kinder- denn manchmal befehlen die Ratten Jani auch sich selbst umzubringen- und die stetigen Bemühungen für Jani da zu sein und stark zu bleiben, zermürben sie. Aber dennoch ist die Liebe zu ihrer Tochter unendlich groß.

Es ist erschreckend, wie Jani durch ihre Wahnvorstellungen gequält wird und wie sehr sie davon überzeugt ist, ihren Bruder umzubringen, den Hund schlagen, die Eltern zu prügeln oder sich umbringen zu müssen. Denn plötzlich hat sie auch „klare Phasen“, in denen sie sagt, sie müsse ins Krankenhaus gebracht werden, damit sie niemanden verletzen muss.
Was in meinen Augen aber zu tiefst schockierend und befremdlich ist, ist dass so viele Ärzte davon überzeugt sind, dass Kinder nicht schizophren sein können. Immer wieder wird die Familie weitergeschickt oder abgewiesen und wird Zeuge von den schlechten Bedingungen die in Krankenhäusern und Psychiatrien herrschen.
Ich habe großen Respekt vor Janis Eltern, die immer für sie da waren und immer wieder aufgestanden sind, selbst wenn ihnen noch so sehr danach war einfach aufzugeben. Traurig ist, wie sehr die Familie unter Janis Erkrankung leidet, denn nicht nur die Ehe wird auf die harte Probe gestellt, sondern auch Bodhi muss immer zurück stecken. Sich wie ein normaler Säugling zu verhalten, der ab und zu schreit und seine Umgebung erforscht, ist für ihn unmöglich.
Ich weiß nicht, ob ich die Stärke besessen hätte, immer für Jani da zu sein, mich von meinem Kind schlagen zu lassen, mitanzusehen, wie sie Wahnvorstellungen erliegt, meine Tochter an ihren Selbstmordversuchen zu hindern und wieder von eigentlichen Fachmännern im Stich gelassen zu werden- und das über Jahre und unter Verlust von Freunden.
Beeindruckend war für mich auch die Offenheit und Ehrlichkeit, mit der Micheal Janis Geschichte von Anfang an erzählt. Es ist bewegend und auch gruselig, was die gesamte Familie über sich ergehen lassen muss. Ob die Anzeige wegen Kindesmissbrauchs an den Vater oder das tägliche Aufsuchen von zum Teil weit entfernten psychiatrischen Anstalten um sicher zu gehen, dass sich das Personal ausnahmsweise dem Kind gegenüber menschlich verhält.

Dieses Buch ist extrem packend, da man unbedingt erfahren möchte, wie es mit Jani weiter geht. Zum einen wäre da die Entwicklung ihrer Erkrankung und die Veränderungen in ihrem Verhalten die diese mit sich bringt, zum anderen die neuen Therapieansätze und Ideen der Eltern, um Janis Zustand zu bessern. Aber auch die Frage, wie lange eine Familie eine solche Ausnahmesituation aushalten kann und ob noch Hoffnung besteht, dass dieses intelligente Kind ein normales (und langes) Leben führt, spornt beim Lesen weiter an.
Auch der Schreibstil ist sehr fesselnd und berührend.
Micheal Schofield betreibt auch den Blog, auf dem er über die Geschichte von Janis Schizophrenie berichtet. Zusammen mit seiner Frau Susan gründete er, um psychisch kranke Kinder und ihre Eltern zu unterstützen, die Jani Foundation (www.janifoundation.org).

Alles in allem kann ich das Buch „Ich will doch bloß sterben, Papa- Leben mit einer schizophrenen Tochter“ von Micheal Schofield absolut weiter empfehlen. In meinen Augen sollte dieses Thema in der Öffentlichkeit mehr Beachtung finden!

 

5/5 Sterne und meinen großen Respekt

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📖 Rezension zu: „Paleo-Diät für Einsteiger“ von Elisabeth Lange

Paleo-Diät für Einsteiger

Bedenklicher Theorieteil und mich nicht überzeugen könnende Rezepte!

Dieses Buch soll durch die Paleo-Diät einen Einstieg in eine gesündere Art der Ernährung geben. Grundlegende Annahme dieses Konzeptes ist, dass früher die Steinzeit Menschen nicht über zu viel Gewicht klagen konnten, da sie Fastfood, Süßigkeiten und Ähnliches nicht zu sich nahmen. Dazu noch die Bewegung, die in unserer heutigen Zeit laut der Autorin viel zu sehr in den Hintergrund rückt. Somit soll man durch Paleo nicht nur überflüssige Pfunde verlieren, sondern auch Energieschübe bekommen, von einem besseren Geschmack und einer höheren Qualität durch mehr Frische überzeugt werden. Besonders für die von der Autorin erwähnten „Bildschirmhocker“ (S. 43) soll dieses Buch puren Genuss und gesundes Abnehmen vermitteln. Dabei, so heißt es, seien die „leckeren und kerngesunden“ (Klappentext) Gerichte auf den modernen Alltag zugeschnitten.
Das Buch ist in drei Oberthemen gegliedert: „Paleo- Der neue Weg“, „Paleo im Alltag“ und „Paleo-Power – Rezepte“. 62 Seiten zur Paleo-Theorie werden den Rezpten vorausgestellt, um dem Leser zunächst ein Gefühl dessen zu vermitteln, was er die nächsten vier Wochen ausprobieren soll.
Der Theorieteil befasst sich mit dem geschichtlichen Hintergrund der Paleo-Ernährung, sowei mit den Vorteilen, die die Paleo-Diät uns bringen soll.

Jedoch konnte mich dieser Theorieteil nicht im Geringsten überzeugen. Ein Schreckensbild nach dem anderen wird aufgezeichnet und Paleo wird als die Lösung angepriesen. Mir gefällt diese Schwarz-Weiß-Sicht zum einen generell nicht, zum anderen ist sie in meinen Augen fast ausschließlich unbegründet. Egal ob Krebs oder Demenz- die Steinzeitmenschen sollen auf Grund ihrer Ernährung nicht betroffen gewesen sein. Liegt es also in unserer Hand, Erkrankungen wie diese zu verhindern, indem wir uns auf die „ursprüngliche Ernährung des Menschen“ (Klappentext) zurückbesinnen? Ein fataler Fehler, wie die Autorin erklärt, sei es auch, Milchprodukte zu sich zu nehmen. Laktoseintolerante sprächen dafür, dass Milch für unseren Körper Gift sei. Aber wenn ich doch nicht laktoseintolerant bin, muss ich Milch doch nicht meiden?! Doch, so die Antwort der Autorin. Süßigkeiten sollen auch gemieden werden, ein Punkt, den ich immerhin nachvollziehen kann. Weizenprodukte sind auch zu meiden, die ersten vier Wochen lang vollständig, anschließend dürfe man kleine Mengen zu sich nehmen. Hätten die Steinzeitmenschen diese Nahrungsquelle, sofern aufgetan, gemieden?
In dem Buch veranschaulicht eine an die Ernährungs-Pyramide erinnernde Paleo-Pyramide welche Lebensmittel zu bevorzugen sein. Viel Gemüse und viel Fleisch sein der Schlüssel zum Erfolg. Jedoch gefällt es mir nicht, dass Fleisch in derart hohen Mengen verzehrt werden soll. Ich persönlich versuche meinen Fleischkonsum immer weiter zu senken, was mir bereits auch gut gelungen ist. Für Vegetarier ist dieses Buch definitiv nichts, da dem Jäger in diesem Buch deutlich mehr Bedeutung beigemessen wird als dem Sammler. Doch geht ein hoher Fleischkonsum doch wieder auf Kosten der Umwelt- die Nachhaltigkeit wird in diesem Buch außer Acht gelassen..

Nun möchte ich noch einmal auf die von der Autorin gezeichneten Schreckbilder zurück kommen. Eine Lebensmittelgruppe nach der nächsten wird zum Feindbild gemacht, sodass man sich nach einer Weile fragt, welche Lebensmittel noch übrig bleiben sollen..
Für viele von Frau Lange aufgestellte Theorien, die wissenschaftlich ganz eindeutig belegt sein sollen, fehlte mir jedoch jeglicher Beweis. Es wird wissenschaftlich getan, Quellenangaben und Ähnliches fehlen, sodass ich mich hier nicht überzeugen lasse.. Auch durch Internetrecherchen konnte ich zu vielen Behauptungen keine Artikel finden.. Belege Fehlanzeige..
Auch die aufgestellte Behauptung, die Steinzeitmenschen sein offensichtlich intelligenter gewesen als wir es sind, aus dem einfachen Grund, dass sie sich wie Steinzeitmenschen ernährt haben, finde ich sehr fragwürdig. Schließlich hatten die Steinzeitmenschen keine freie Wahl, was sie essen konnten, sondern sie haben das gegessen, das sie jagen oder sammeln konnten. Dabei wurde nicht aussortiert was besonders gesund für sie war, sondern es wurde das Gegessen, was das Überleben sicherte.

Der auf den Theorieteil folgende Rezeptteil konnte mich auch nicht wirklich überzeugen. Viele Zutaten sind schwer zu besorgen, die meisten sind recht kostspielig. Einige Rezepte wie jene für das Zubereiten eines Salates oder das Kochen einer Suppe waren in meinen Augen überflüssig, denn ich denke (oder hoffe), dass jeder in der Lage ist, sich ohne ein Rezept ein Rührei zuzubereiten. Ansonsten gibt es auf Seite 66 und 67 hierfür ausreichend Rezepte.
Auch die in sich nicht schlüssige, da inkonsequente Einstellung der Autorin zum Sonnenbaden- beziehungsweise Sonnenlicht tanken- finde ich bedenklich.

Alles in allem bin ich von diesem Buch sehr enttäuscht. Die Rezepte konnten mich nicht wirklich begeistern und den Theorieteil finde ich gruselig und bedenklich. Sehr schade..

1/5 Sterne

📖 Rezension zu: „Die Stille vor dem Biss. Angeln – eine rätselhafte Passion“ von Max Scharnigg

Buch von Max Scharnigg über das Angeln: Die Stille vor dem Biss

 

 

 

 

 

 

Eine richtige Perle, die mehr Lust auf diese rätselhafte Passion macht!

Als Junge geht Max Scharnigg zum ersten Mal mit seinem Vater angeln. Noch ist ihre Angelausrüstung auf das Wichtigste begrenzt, die Technik noch nicht ganz ausgereift, die Fischerprüfung noch nicht abgelegt und die Fänge halten sich in Grenzen.
Und doch geht von dieser Beschäftigung eine ganz besondere Kraft aus, eine Magie, der sich die beiden nicht entziehen können. Und so machen beide ihren Angelschein, treten in den ersten Angelverein ein und werden immer häufiger zum Wasser gezogen.
Das Angeln als solches ist viel mehr als das einfache Fangen von Fischen. Zum Angeln gehört, dass man morgens voller Freude auf den Angeltag aufsteht, dass man seine Sachen zusammensucht, ohne sich entscheiden zu können, welches Zubehör mitgenommen werden muss und welches zu Hause bleiben sollte. Es ist das Anpirschen ans Wasser, das Suchen nach einer geeigneten Stelle, das Abenteuer, bei dem man darauf wartet, dass etwas passiert, es ist das gebannte Schauen auf die kleinsten Bewegungen an der Wasseroberfläche oder der Rutenspitze. Angeln ist das Aufbereiten der Ruten und köder, das Binden von Fliegen, das ewige Suchen nach neuem Material, das man unbedingt benötigt und so noch nie hatte.
Und selbst damit ist das Thema Angeln erst ganz grob angeschnitten.

Max Scharnigg versucht in seinem Buch “Die Stille vor dem Biss. Angeln- eine rätselhafte Passion” eine Antwort auf die Frage zu geben, warum man angelt und was diese Lebensphilosophie ausmacht.
Er beschreibt die verschiedenen Anglertypen, sodass selbst der Amateur weiß, welche Art des Anglers er vor sich stehen hat und welche Charaktereigenschaften bei dem Gegenüber wahrscheinlich sind. Vom Fliegenfischer über den Karpfenangler bis hin zum Welsangler zeichnet er ein farbenfrohes, humorvolles Bild von diesen leidenschaftlich Angelnden.
Aber auch eigene Erfahrungen was die Auswahl von und Mitgliedschaft in einem Angelverein, das Erwerben einer Fischkarte, das Angeln auf bestimmte Fische, das Teilnehmen an Angelwettbewerben, die so nicht mehr heißen dürfen, oder die Bemerkungen von Vorbeilaufenden.
Letzteres ist auch wieder ein sehr interessantes Thema: Das häufig anzutreffende Publikum wird vorgestellt. Unterteilt in die Kategorien der Interessierten, der Neugierigen, der Skeptischen, der Bekloppten, der der auch Angelnden und der Kinder beschreibt Max Scharnigg die Begegnungen zwischen ihnen und den Anglern, was wer sagt, was wer hören möchte und was wer denkt. Bei diesen Beschreibungen erkennt man einige Zuschauer-Typen aus eigenen Erfahrungen wieder.

Dieses Buch ist eine richtige Perle! Auf gerade einmal 256 Seiten wird ein umfassendes Bild vom Angeln und von dem Angelnden gezeichnet, das mit viel Charm und Humor Lust auf das Angeln macht und ein Verständnis dafür vermittelt, weswegen Angler die erst einmal infiziert sind ihrer Passion ein Leben lang folgen.
Ich kann dieses mit viel Hingabe geschriebene Buch sehr weiterempfehlen, da es zum einen für wunderbare Unterhaltung sorgt, zum anderen auch Wissen ums Angeln vermittelt und vor allem Begeisterung auslöst und den Wunsch zum Angeln in einem hervorruft.

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu „Wohin der Wind uns weht“ von João Ricardo Pedro

Wohin der Wind uns weht

Ein besonderes Gewebe aus den Erlebnissen dreier Generationen in Portugal.

João Ricardo Pedros Debütroman “Wohin der Wind uns weht” umfasst die Erlebnisse dreier Generationen. Die Geschichte beginnt mit der Nelkenrevolution am 25. April 1974, durch die Portugal von der 40 Jahre andauernden autoritären Diktatur befreit wird.

Doktor Augusto Mendes, der als Arzt auf dem Land lebt, sitzt mit anderen Dorfbewohnern bei Tisch; die Politik wird zum Thema gemacht. Als er das Verschwinden seines alten Freundes Celestino bemerkt, begibt er sich auf die Suche nach diesem und wird fündig. Celestinos Überreste- die ihn umschwirrenden Fliegen haben kaum mehr als sein Glasauge und den von Kugeln zerlöcherten Schädel übrig gelassen- liegen auf einem herrenlosen Brachland.
Doch wird nicht nur seine Geschichte und die seiner Frau Laura erzählt, sondern umspannt das Buch noch zwei weitere Generationen. Antonio Mendes, der Sohn des Dorfarztes, muss während des Kolonialkrieges 1961 bis 1973 zwei mal nach Angola ausrücken, weswegen er, wie viele andere, traumatisiert zurückkehrt. Bei dem ersten Treffen mit seiner Frau erkennt er zu Beginn zum Beispiel seinen eigenen Sohn nicht mehr wieder.
Doch auch in der Zukunft lassen sich immer wieder Verknüpfungen zu seinen Erlebnissen herstellen, Auslöser für weitere Erlebnisse auffinden.

Sein Sohn, um den es in dem Buch zentral geht, erfährt nur nach und nach als er älter wird von einzelnen schockierenden Geschichten seines Großvaters und seines Vaters. Duarte selbst begibt sich erst nach dem Tod Augusto Mendes’ auf die Suche nach den Spuren der Vergangenheit, möchte etwas über die Geschichte seiner Vorfahren erfahren. Diese Handlung setzt jedoch erst am Ende des Buchs ein, sodass man Duarte auf diesem Weg nur in seinen Anfängen begleiten kann.
Duarte selber ist ein sehr begabter Pianist. Er wird dafür bewundert, dass seine Finger unaufhaltsam über die schwarzen und weißen Tasten huschen und dabei die Werke berühmter Komponisten aufblühen lassen. Doch als er droht, sich in der Musik zu verlieren beendet er seine vielversprechende Karriere als Pianist plötzlich, was in seinem Umfeld zunächst Unverständnis hervorruft.

Beim Lesen des Buchs begleitet man Augusto, Antonio und Duarte immer abwechselnd bei besondern Episoden ihres Lebens, welche oftmals mit der politischen Lage Portugals verbunden sind. Zu Beginn ist dies noch sehr undurchschaubar, doch je mehr man liest, desto häufiger erkennt man Personen wieder, entdeckt Zusammenhänge oder versteht den Grund für eine gewisse Handlung. Dennoch hilft es sehr, wenn man einige Passagen mehrfach liest, um so dieses Gewebe an Handlungen genau erfassen zu können.
Man erfährt von der Entwicklung Portugals, aber auch von dem Heranwachsen und Älterwerden der Charaktere. Duarte wird erwachsen, verändert sich.

Doch auch der Schreibstil erfährt einen Wandel. Zu Beginn sind die Sätze noch sehr lang, in gewisser Weise verspielt, wenn sie auch einen melancholischen oder brutalen Inhalt vermitteln. Je weiter die Geschichte dann jedoch voran schreitet, desto kürzer und einprägsamer werden die Sätze. Häufig werden sogar Ellipsen eingesetzt, sodass einige Passagen nicht nur inhaltlich sondern auch sprachlich ein befremdliches oder auch unbehagliches Gefühl hervorrufen, welches stets zu der Handlung passt.
Meistens ist der Schreibstil sehr ansprechend, beinahe poetisch, doch dann wird das ganze plötzlich, was mir ehrlich gesagt nicht ganz so sehr gefallen hat, durch eine vulgäre Erzählweise gebrochen. Sicherlich kann man dies als Ausdruck des starken Unmuts, der Verzweiflung und der Wut oder den vielen anderen Gefühlen der Hauptcharaktere erklären, dennoch gefällt mir der klingende Schreibstil wesentlich besser.

Beim Beenden des Buchs blickt man auf ein Gewebe der Geschichten dreier Generationen die, ohne dass man es zu Beginn vermutet hätte, alle mit einander verbunden sind. Man sollte sich für dieses Buch aber definitiv Zeit nehmen und auch nach Beenden des Buchs braucht es noch etwas, bis man das Gelesene richtig geordnet und verstanden hat.
Um die in diesem Buch beschriebenen Episoden verstehen zu können musste ich nebenbei immer wieder andere Texte zu Portugals Geschichte lesen und ich kann dies wirklich jedem empfehlen, da sonst wohl deutlich mehr Fragen offen blieben und die Bedeutungen verschiedener Episoden im Unklaren blieben.
Ich denke auch, dass ich dieses Buch noch ein weiteres mal lesen werde, da ich glaube, dass man dann noch viele neue Details entdecken kann und sich noch weitere Fragen klären lassen, denn mit der letzten Seite des Buchs bleiben noch ein paar Fragen offen, deren Antworten im Vorangegangenen versteckt sein könnten.

Alles in allem handelt es sich bei João Ricardo Pedros Debütroman “Wohin der Wind uns weht” um ein besonderes Buch, für das es Zeit braucht. Auf die Struktur des Buchs, sprich den sprunghaften Wechsel zwischen den Generationen, muss man sich einlassen, außerdem muss man sich beim Lesen konzentrieren. Wegen der vulgären Unterbrechungen im Schreibstil, die mir persönlich nicht ganz zugesagt haben, mache ich in meiner Bewertung Abstriche.

 

4,5/5 Sterne

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