📖 Rezension zu: „Heilkräuter – Überliefertes Wissen für Hausapotheke und Küche“ von Elfie Courtenay

Altes Wissen nutzen – empfehlenswert!

Das Wissen unserer Vorfahren zu nutzen und auf die Kräuter, welche uns die Natur gibt, zurückzugreifen, wird heutzutage wieder Wunsch vieler Menschen. Deswegen gibt die Kräuterpädagogin Elfie Courtenay viele Informationen zur kulturhistorischen Entwicklung von Kräuterbrauchtum sowie Volksmedizin und portraitiert mehr als 70 Pflanzen mitsamt ihrer Inhaltsstoffe und Wirkungen, stellt somit über 250 Anwendungen und Rezepte für die eigene Hausapotheke und Küche vor.
Das Buch ist in die Einführung und die Kapitel „Volksmedizin und Kräuterbrauchtum“, „Belege aus der Vergangenheit“, „Typische Bräuche von einst ins Heute“, „Heilkräuter von A bis Z“ sowie den Anhang mit giftigen und geschützten Heilpflanzen, Wirkstoffen, Bezugsquellen und Begriffserklärungen unterteilt.

Die einzelnen Heilpflanzen werden äußerst ansprechend vorgestellt: Erkennungsmerkmale, verwendete Pflanzenteile, Sammelzeit sowie wichtige Inhaltsstoffe lassen sich stets in einem blauen Kästchen unter einer Fotografie der entsprechenden Pflanze auf einen Blick ablesen. Zudem finden sich eine Beschreibung, welche Eigenschaften, Geschichtliches oder Orte, an denen man die Pflanzen entdecken kann, eine Erklärung von Verwendungsmöglichkeiten, Nebenwirkungen, Rezepte, mögliche Verwechslungsgefahren sowie viele Abbildungen.

Mich hat das Buch angesprochen, denn auch wenn meiner Auffassung nach womöglich nicht so viele Heilkräuter wie in anderen Büchern zu dem Thema vorgestellt werden, ist die Beschreibung dieser doch sehr ausführlich. Zudem erhält man nicht nur Wissen zu den einzelnen Pflanzen, sondern zur Verwendung von Kräutern als Medizin im Allgemeinen, sodass man Heilkräuter besser einzuordnen weiß. Ich habe die Lektüre dieser einführenden Kapitel als spannend empfunden und würde das Buch weiterempfehlen.

4,5/5 Sternen

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📖 Rezension zu: „Brennnessel – Rezepte für Vitalität, Schönheit und Genuss“ von Gabriele Bräutigam

Brennnessel

Sehr hilfreich und mit tollen Rezepten!

Seit einer ganzen Weile nun sind die Superfoods auf der Überholspur und haben mittlerweile ihren festen Platz in Kochbüchern gefunden. Doch sind die meisten gängigen Superfoods wie Cranberrys oder Chia-Samen teure Produkte, die von weit her importiert werden. Dabei gibt es die gefragten Superfoods auch heimisch – regional und saisonal. Oft werden sie einfach vollkommen unterschätzt – so zum Beispiel die Brennnessel. Wissenschaftliche Studien zeigen nämlich, dass sie unser wertvollstes heimisches Blattgemüse darstellt und mit Höchstwerten an Eisen, Eiweiß und Chlorophyll zu punkten vermag. Positiv soll sie sich daher auf die Beweglichkeit der Gelenke, Entgiftung, Stärkung des Immunsystems, die Potenz, Haut und Haar auswirken und bei Allergien, Hautproblemen, Stress und Burn-Out helfen.

In dem Buch findet man 43 vegetarische und vegane Rezepte, die klar zeigen, wie lecker und abwechslungsreich Brennnesseln zubereitet werden können. Das Buch gliedert sich in die Kapitel „Wissen“, „Praxis“, „Ernährung“, „Gesundheit“, „Schönheit“ sowie den Anhang. Was mir hier bereits sehr gefällt ist, dass erst im dritten Kapitel die Rezepte folgen weil man zuvor erst Wissenswertes erfährt zu den Inhaltsstoffen oder auch der Verarbeitung. Dennoch finden sich auch innerhalb dieser einleitenden Kapitel bereits Anleitungen zum Beispiel zu verschiedenen Kuren, Selbstversorger-Tipps, der richtigen Ernte (- dem schmerzfreien Pflücken 😉 und rohen Naschen) und so weiter.
Ausgesprochen ansprechend ist meines Erachtens zudem die Tabelle zur Brennnessel in den Jahreszeiten sowie jene zur Verarbeitung und Vorratshaltung, welche die wichtigsten Basiskomponenten im Überblick zeigt. Die daraufhin folgenden Küchentipps runden das Bild ab und bereiten perfekt auf die Rezepte vor.
Besonders gut haben mich die Rezepte „Frühlingskräutersuppe ‚Grüne Neune'“ (S.50), „Frittierte Brennnesselblätter“ (S. 54), „Ziegenkäse in dreierlei Nesselkleid“ (S. 60), „Mini-Brennnessel-Quiche mit Sauerrahm“ (S. 62), „Brennnessel-Snacks à la Sushi“ (S. 64) und „Veggie-‚Grillwürste'“ (S. 90) angesprochen. Aber auch die anderen Rezepte haben mein Interesse geweckt, sodass ich es gar nicht mehr abwarten kann, dass die Brennnesseln endlich wieder sprießen.
Die Rezepte sind sehr verständlich und gut strukturiert gestaltet und bestens erklärt. So beispielsweise bei den Gnocchis, da hier eine Doppelseite extra erklärt wie man diese an sich am besten zubereitet – mit vielen Fotografien und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Tinkturen, Smoothies und Kuren vermisst man in diesem Werk selbstverständlich keineswegs, sodass wirklich keine Wünsche offen bleiben.

Alles in allem bin ich mit diesem Buch mehr als zufrieden!

Von mir gibt es daher eine ganz klare Empfehlung und 5 Sterne!

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📖 Rezension zu: „Der Fall Collini“ von Ferdinand von Schirach

Der Fall Collini

Überraschend.

Der junge Anwalt Caspar Leinen übernimmt als ersten richtigen Auftrag die Pflichtverteidigung für einen älteren, zuvor unbescholtenen Mann, der vierunddreißig Jahre als Werkzeugmacher bei Mercedes gearbeitet hat. Der erstaunlich große Italiener hat in einem Berliner Luxushotel einen alten Herrn – scheinbar grundlos – getötet. Zu seiner Motivation schweigt er beharrlich, leugnet jedoch zu keinem Zeitpunkt seine Tat.
Das Opfer ist ein deutscher Industrieller, welcher hoch angesehen war und den Leinen noch aus seiner Kindheit kennt. Denn Heinz, das Opfer, war der Großvater von Leinens bestem Freund. So ergeben sich immer mehr Schwierigkeiten für den Anwalt: Seine emotionale Involviertheit, dass er die Verbliebenen schon Jahre kennt, dass sein Mandant nichts zu seiner Verteidigung sagt und überhaupt die Umstände der Tat vollkommen im Dunkeln liegen.
Leinen beginnt daher mit eigenen umfassenden Nachforschungen, sodass sich Stück für Stück ein stimmiges – und erschreckendes – Gesamtbild zusammenfügt.

„Der Fall Collini“ ist ein sehr beeindruckendes Werk, da man anfangs genauso sehr im Dunkeln tappt wie Leinen selbst und erst Stück für Stück zu verstehen beginnt, worum es eigentlich geht. Dabei erfährt man einiges über den Ablauf von Strafprozessen und lernt aufgrund der Recherche Leinens aus weiteren Bereichen, welche ich um nichts zu verraten nicht nennen werde, dazu. Meisterhaft erzählt wird die Lektüre nie langweilig oder zäh, sondern liest sich an einem Stück und zieht den Leser von der ersten Seite an in den Bann. Allerdings eignet sich dieses Buch wegen seiner Thematik und den vielen Informationen mit denen man konfrontiert wird, keineswegs für ein Lesen zwischendurch.

Von mir gibt es auch für dieses Werk von Ferdinand von Schirach volle 5 Sterne!

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📖 Rezension zu: „Schuld“ von Ferdinand von Schirach

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Seine Werke haben Suchtpotential!

In diesem Buch werden 15 Geschichten erzählt, welche die Frage nach Schuld ins Wanken bringen. Kann man tatsächlich jemandem die Schuld zuschreiben? Gibt es immer mehrere Schuldige? Und wioe sieht es dann mit Gut und Böse aus?

Einige der Geschichten sind mir wirklich extrem nahegegangen… Besonders bei „Einsam“, in der es um Larissa geht, die nach einer Vergewaltigung ihre Schwangerschaft nicht bemerkte und völlig unter Schock das Neugeborene sterben ließ, musste ich zahlreiche Pausen einlegen und das Werk erst mal eine Weile beiseite legen… Auch bei der Geschichte um den Internatsschüler Henry, welcher von selbsternannten Illuminaten in einer Spirale von Demütigungen und Gewalt beinahe ermordet wird, habe ich mich fragen müssen, wozu Menschen alles in der Lage sind…
Diese Frage hat mich eigentlich durch das gesamte Buch begleitet, da der Autor einen schonungslos an menschliche Abgründe führt und den Blick immer wieder auf die Schuldfrage richtet.
Jene ist (leider?) nicht annähernd so leicht zu beantworten wie man es gerne hätte, so stellt man beim Lesen fest. Deswegen sollte man sich nach jeder einzelnen Erzählung Zeit nehmen, um über das Gelesene nachzudenken und sich des Inhaltes bewusst zu werden.
Des Weiteren lernt der Leser noch einiges Wissenswertes, da der Autor immer wieder Fakten, Erklärungen oder Statistiken in die Geschichten einfließen lässt.
Großartig versteht von Schirach dies alles mit fesselnder Sprach zu verknüpfen.

So ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild und ein sehr empfehlenswertes Buch!

Volle 5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Die Würde ist antastbar“ von Ferdinand von Schirach

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Beeindruckend!

Auch wenn in unserem Grundgesetz steht, die Würde des Menschen sei unantastbar wird sie tatsächlich jeden Tag angetastet. In diesem Werk finden sich essays, welche präzise Situationen zeigen, in denen die Menschenwürde angetastet wird. Dabei werden unterschiedliche Themen behandelt wie der Fall Kachelmann, die Raucher- und Nichtraucherthematik und so weiter.

Die Texte sind kurz und bündig gehalten, dennoch vermag man als Leser sehr schnell und gut abzutauchen. Meiner Meinung nach ist es sehr spannend, auf welche Bereiche von Schirach aufmerksam macht. Nach dem Lesen habe ich das Gefühl noch etwas sensibler zu sein was das Thema der Menschenwürde betrifft.

Alles in allem handelt es sich um ein sehr kurzweiliges und spannendes Buch, welches man unbedingt gelesen haben sollte. Mit seinen 134 Seiten ist es zwar nicht sonderlich umfangreich, jedoch inhaltlich genug geladen um eine ganze Weile über das Gelesene nachzudenken. Dies war mein erstes Werk von von Schirach und definitiv nicht das letzte.

Von mir gibt es 5 Sterne

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