📖 Rezension zu: „Gerichtsmediziner im Kampf gegen das Verbrechen“ von Herbert Rhein

Titel: Todesart: Nicht natürlich. Gerichtsmediziner im Kampf gegen das Verbrechen

Sehr faszinierende Einblicke in die Arbeit der Pathologen!

Wenn eine Leiche gefunden wird ist nicht sofort eindeutig, ob es sich um einen Unfall, Selbstmord oder um einen Mord handelt. Oder auch wer von zwei möglichen Tätern, die sich gegenseitig beschuldigen, die Schuld trägt, ist zumeist unklar. War Gift im Spiel und wenn ja: Wer hat es verabreicht?
Hier ist die Arbeit der Pathologen gefragt, die sich auf eine sehr genaue Spurensuche begeben, um die Umstände des Todes zu klären. Dabei werden auch winzige Hinweise am Tatort sichergestellt und ausgewertet. Zusammen mit den Beweisen, die die Leiche bereithält, kann so ein sehr genaues Bild von dem Tathergang gezeichnet werden.
Hierbei gibt es viel mehr Wege, um die Geheimnisse des Toten zu lüften als normalerweise in Kriminalromanen oder Filmen gezeigt wird. In diesem Buch werden eben jene Wege genau beschrieben und erklärt, sodass man mehr von den Arbeiten in der Gerichtsmedizin weiß.
Es ist faszinierend, welche Möglichkeiten die Forensik bietet und wie Hinweis um Hinweis gesammelt wird, sodass selbst bei scheinbar nicht zusammenhängenden Gegebenheiten ein klarer Handlungsablauf sichtbar wird.
Gezeigt werden die Arbeiten der Pathologen an ganzen 15 Beispielen. Diese in Wirklichkeit geschehenen Fälle sind beeindruckend, da ein vollkommen anderer Blick auf die Verbrechen gegeben wird. Die Motive und Tathergänge sind erschreckend, besonders wenn man sich vor Augen führt, dass sie wirklich genauso passiert sind.

Nach „Todesart: Nicht natürlich. Mit Mikroskop und Skalpell auf
Verbrecherjagd“ ist “Todesart: Nicht natürlich. Gerichtsmediziner im
Kampf gegen das Verbrechen” das zweite Buch der Reihe von Herbert Rhein.

Ich kann dieses Buch absolut weiterempfehlen, da es zum einen viele interessante Einblicke in die Arbeit von Pathologen gibt und zum anderen, da es noch spannender ist, als ein gewöhnlicher Krimi. Es macht sehr viel Spaß dieses Buch zu lesen, da die beschriebenen Methoden sehr faszinierend sind und man sonst von ihnen kaum etwas erfährt.

Ich bin von diesem Buch sehr begeistert und ganz gespannt auf den anderen Teil der Reihe. Spannend, informativ und sehr faszinierend!

5/5 Sterne

5-Sterne

Seiten: (ca.) 230
Erscheinungsform: Neuausgabe
Erscheinungsdatum: Sep 2015
ISBN: eBook 978-3-95824-349-1

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📖 Rezension zu: „Der Tote im Eisfach“ von Colin Cotterill

Der Tote im Eisfach

Ein weiterer spannender Fall!

Während Dr. Siri sich auf einer politischen Konferenz der Partei befindet, bei der die Zeit nicht vergehen möchte, halten die Kollegen und Freunde des einzigen amtlichen Leichenbeschauers in ganz Laos in der Pathologie Stellung.
Zwar entdeckt Dr. Siri Paiboun eine Leiche bei der Tagung, doch auch diese kann das Treffen nicht spannend machen. Dr. Siris Diagnose lautet ausnahmsweise nicht Mord, sondern ganz schlicht und ergreifend Langeweile. Ein Schicksal, das Dr. Siri bei den langen und eintönigen Vorträgen nur zu gut nachvollziehen kann.. Doch nicht mehr lange, denn schon kurze Zeit später wird Dr. Siri entführt- und schlittert somit in einen neuen Fall..
Zur gleichen Zeit herrscht Aufregung in der Pathologie: Dtui, Dr. Siris Assistentin, hat eine ganz besondere Leiche auf dem Seziertisch liegen. Jemand von der Armee, so scheint es, weswegen die Obduktion Pflicht ist. Doch mit der sich in dem Bauch der Leiche befindenen Handgranate hätte so schnell niemand gerechnet.
Offensichtlich war diese explosive Überraschung für den Gerichtsmediziner gedacht, den niemand mehr erreichen kann.
Die Sorge in der Gerichtsmedizin steigt und so machen sich seine Freunde auf die Suche nach ihm, nicht ohne sich dabei selber in Gefahr zu bringen…

Bei „Der Tote im Eisfach“ von Colin Cotterill handelt es sich um Dr. Siri Paibouns fünften Fall. Auch dieses Hörbuch überzeugt mit teilweise bissigem Humor und sehr abwechslungsreichen Charakteren. Auch die Beschreibungen des Laos der 1980er Jahre sind sehr interassant und detailliert. So lernt man beim Hören einiges über die Hmong, Geschichte und Leute in Laos. Allerdings ist das Hörbuch zeitweise etwas langatmig.
Durch Jan Josef Liefers abwechslungsreiche Art vorzulesen, bereitet das Zuhören noch mehr Freude.

Alles in allem kann ich dieses Hörbuch sehr weiter empfehlen, da es zum einen spannend ist, wenn auch hin- und wieder etwas lang gezogen, man neue Einblicke in eine andere Kultur und in eine andere Zeit erhält.

 

4/5 Sterne

4-Sterne

 

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Schaut mal vorbei!

📖 Rezension zu: “Charlie und der große gläserne Fahrstuhl” von Roald Dahl

Buchdeckel „Charlie und der große gläserne Fahrstuhl“

Der große gläserne Fahrstuhl in den Weiten des Alls…

Gerade erst hat Charlie erfahren, dass ihm bald schon die große Schokoladenfabrik Willy Wonkas gehören soll. Mit dem gläsernen Fahrstuhl, der in jede beliebige Richtung zu fliegen in der Lage ist, will nun Willy Wonka mit Charlies gesamter Familie in eben dieser Landen. Jedoch benötigt es eine hohe Geschwindigkeit, um das Dach durchbrechen zu können, weswegen sich der Fahrstuhl immer weiter in die Lüfte schwingen muss. Doch geschieht hierbei ein Unglück: Der gläserne Fahrstuhl gerät in die Erdumlaufbahn.
Die Gefahr dort oben ist groß, schließlich können zu jeder Zeit schwere und schnelle Gegenstände gegen die Glaswand fliegen.
Als wäre das nicht schon abenteuerlich genug tut sich noch eine weitere Gefahr auf. Denn das bald eröffnende „Raumhotel USA“ wird von Außerirdischen heimgesucht. Und keineswegs von in Frieden Kommenden, sondern von den gefährlichen gewürmten Nilchen. Diese können ihre Opfer mit ihren Stachelzapfen töten..
Selbstverständlich beschließt die bunt gemischte Gruppe den sich an Bord befindenden Astronauten Shanks, Showler und Shucksworth zu helfen und sie von den gewürmten Nilchen zu befreien. Doch dies gestaltet sich schwieirger als gedacht.

„Charlie und der große gläserne Fahrstuhl“ schließt nahtlos an seinen Vorgänger „Charlie und die Schokoladenfabrik“ an, sodass man direkt in die Geschichte geworfen wird. Wie auch schon beim letzten Buch ist auch beim zweiten Teil der Reihe der Schreibstil sehr humorvoll, sodass sich das Buch locker-leicht lesen lässt.
Wert- und Moralvorstellungen werden ohne den berühmten erhobenen Zeigefinger, dafür aber anhand von skurrilien Situationen und einem guten Stückchen Humor, vermittelt.
Allerdings muss ich sagen, dass mir der erste Teil um ein vielfaches besser gefallen hat. Ich habe nicht nur die vielen wunderbaren und ausgefallenen Ideen Willy Wonkas und die ebenso geheimnissvolle wie auch berühmte Schokoladenfabrik, die gegen Ende des Buches wieder zum Schauplatz wird, vermisst, sondern auch die Neugierde weiterzulesen war nicht so stark. Zeitweise war das Abenteuer etwas langatmig- trotz des Schreibstils.
Trotzdem denke ich, dass man dieses Buch lesen sollte, vor allem da zum Ende des ersten Buchs noch Fragen offen bleiben. Darüber hinaus gefällt es mir, wie gezeigt wird, dass die Kinder Kinder sein sollten, Unfug machen sollten und wie wichtig es ist einfach mal nur Spaß zu haben. Denn wie schon Willy Wonka sagte:

„Ein bisschen Unfug dann und wann schätzt gerade auch der klügste Mann.“ (S. 83)

Alles in allem bin ich von diesem Buch etwas enttäuscht, da ich mir wieder ein fröhliches bonbonbuntes Buch erhofft hatte, das wieder einige weitere Geheimnisse der berühmten Schokoladenfabrik lüftet. Dennoch sind mit diesem Buch ein paar unterhaltsame Lesemomente sicher.

3.5 / 5 Sterne

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📖 Rezension zu „Ich stopp dich!“ von Leo Martin

Die Geheimwaffe gegen Nervendiebe und Energiekiller!

Wer ist noch nie in die Fänge eines Gefühlsterroristen gelangt? Fast überall sind sie anzutreffen und genau so vielfältig wie ihre Aufenthaltsorte sind auch ihre Machenschaften. Während man die einen noch als Nervensägen abtuen könnte, sind die anderen eine richtige Gefahr. Denn wenn wir Gefühlsterroristen zu nah an uns heran lassen, nehmen sie und schnell ein Stück unserer Lebensqualität.
Choleriker, Arrogante, Intigranten, Dampfplauderer, Nörgler, Leidende oder Besserwisser lassen sich häufig in unserem engsten Umfeld ausfindig machen. Man scheint sich nicht gegen sie zur Wehr setzen zu können, doch dieser Schein trügt.
Wie man Gefühlsterroristen erkennt, welche besonderen Merkmale sie aufweisen und wie man sie erfolgreich ausschaltet, soll dieses Buch zeigen.

Der Ex-Agent Leo Martin zeigt die verschiedenen Täter-Typen auf, erklärt, wie man dem Gefühlsterroristen in die Falle tappt, stellt dem gegenüber, wie man ihn stoppt und erstellt eine Schützenhilfe.
Um das alles zu veranschaulichen wird parallel einer seiner Fälle erzählt, bei dem Leo Martin gegen die Russenmafia ermittelt. Doch wird dieser ohnehin schon komplizierte Fall noch von Gefühlsterroristen erschwert, die überall zu lauern scheinen und nicht unbedingt dem kriminellen Milieu zuzuordnen sind.

„Ich stopp dich!“ von Leo Martin beinhaltet viele Tipps und Tricks um sich gegen Menschen, die unser Leben schwerer machen, zu behaupten. Alleine schon wegen der beschriebenen Geschichte aus seinem Agenten-Leben möchte man unbedingt weiterlesen, sodass die Seiten nur so fliegen.
Die Methoden, um Gefühlsterroristen zu erkennen und auszuschalten, sind sehr verständlich erklärt und leicht zu behalten, weswegen man diese Nachrichtendienstpsychologie problemlos auf sein eigenes Leben anwenden kann.
Da der Schlüssel des Abwehrens der Angriffe von Nervendieben bei uns selber liegt, soll ein 007-Punkte-Plan die eigene persönliche Widerstandskraft stärken.

Ich kann dieses Buch sehr weiterempfehlen, da es einem gute Hilfestellungen im Kampf gegen Gefühlsterroristen gibt und es sich aufgrund des Geheimdienst-Falls spannend und flüssig lesen lässt. Der Schreibstil ist humorvoll und packend, sodass man die 208 Seiten schnell gelesen hat.
Sehr empfehlenswert!

5/5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Sommerküche“ von Lisa Lemke

Tolle Rezepte und Tipps!

Der Sommer ist nicht nur die Zeit des Picknicks! Egal ob Brunch, Gartenfest oder Grillabend: Mit Freunden leckeres Essen zu genießen macht noch mal so viel Spaß!
Doch benötigt es einer guten Planung und vieler Ideen, um eine gelungene Mahlzeit zusammenzustellen.
Lisa Lemke zeigt in ihrem Buch “Sommerküche”, wie man ein rundum überzeugendes, von den Schweden geliebtes, Büfett zubereitet. Ihre Idee liegt darin, Essen zuzubereiten, das man mit anderen teilen möchte; sozusagen ein “Mahl in fröhlicher Runde” (S.5).
Wie man stressfrei viele Gäste oder einige gute Bekannte mit leckerem Essen verwöhnt, soll dieses Buch zeigen.

Zu Beginn des Buches werden grundlegende Tipps gegeben, die sich damit befassen, welche Dinge in jeder Küche unabdingbar sind, was die richtige Ordnung in der Küche bewirkt, wie man aus bestimmten Kräutern und Gewürzen den meisten Geschmack gewinnt oder auch wie man das richtige Maß findet, sodass es weder zu leeren Tellern noch zu wochenlangem Resteessen kommt.
Im Anschluss daran wird ein erster zeitlicher Ablauf als Beispiel gegeben, sodass man ein Gefühl dafür bekommt, wie die richtige Planung eines Gartenfestes aussehen kann.
Und dann geht es auch schon mit den Rezepten los. Diese sind in die Kapitel “Hallo Sommer”, “Süße Stunden”, “Ein großes Fest”, “Den Picknickkorb packen”, “Grillspaß”, “Let’s Brunch”, “Sommerfrische”, “Cocktailzeit” und “Erntedankfest” unterteilt. In jedem dieser Kapitel finden sich außerdem noch Tipps und Tricks, damit das Essen und die gesamte Feier bei den Gästen möglichst gut ankommen.
Klassische Rezepte, Abwandlungen und neue Kreationen wechseln sich ausgeglichen ab. Wegen der Vielzahl der Rezepte lässt sich für jeden das richtige Gericht finden; egal ob süß oder herzhaft.
Besonders gut haben mir der “Nudelsalat mit Sesam” (S. 73) und die Kartoffelmuffins von Seite 19 gefallen!

Dieses Buch beinhaltet sehr viele Rezepte und Tipps um seine Gäste zu bekochen. Auch für die Planung werden Hilfestellungen gegeben, sodass man eigentlich nichts mehr falsch machen kann. Sehr empfehlenswert!

5/5 Sterne

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Lisa Lemke
Sommerküche
Die schönsten Rezepte für Familie und Freunde
2014. 176 Seiten, 259 Farbfotos
19,5 x 26 cm, gebunden
€ [D] 24,95 / € [A] 25,70 / sFr. 35,50
ISBN: 978-3-7667-2038-2

🍰 🍰 Küsschen-Torte 🍰 🍰

Zutaten:

Für den Teig:

  • 2 Eier
  • 40g Zucker
  • 2 Pck. Vanillin-Zucker
  • 25g Weizenmehl
  • 20g Speisestärek
  • 1/2 TL Backpulver
  • 3 1/2 EL Kakaopulver

    Für den Belag:
  • 500g TK-Beeren
  • 3 EL Puderzucker
  • 1 Pck. klaren Tortenguß
  • 3 Blatt weiße Gelatine
  • 200 ml Schlagsahne
  • 12 Stück Ferrero Küsschen (/Haselnuss Konfekt)

So geht’s:

  1. Zu erst die Eier trennen und das Eiweß mit 20g Zucker steif schlagen.

2. Den restlichen Zucker zusammen mit dem Vanillin-Zucker und dem Eigelb schaumig rühren.

3. Dann das Mehl, die Speisestärke, das Backpulver, sowie das Kakaopulver und danach auch den Eischnee vorsichtig unterheben.

4.  Nun den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

5. Den Teig in eine gut gefettete Springform geben und dann für ca. 20 Minuten in den Backofen schieben.

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6. Die Tiefkühlbeeren mit Puderzucker bestreuen; den Saft auffangen.

7. Nach dem Backen den Boden vorsichtig aus der Springform lösen und auf einem Kuchenrost abkühlen lassen. Dann den Biskuitboden auf eine Tortenplatte legen und einen Springformrand herumstellen.

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8. Den Fruchtsaft mit dem Tortenguss verrühren und erhitzen. Nach und nach werden dann die Früchte hinzugegeben; sobald die Masse dickflüssig wird, vom Herd nehmen. Anschließend die Beeren-Masse auf dem Biskuitboden verteilen.

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9. Nun die Gelantine in Wasser einweichen lassen und die Sahne steif schlagen. Die Ferrero Küsschen klein hacken und unter die Sahne rühren. Dann die Gelantine ausdrücken und sie, bis sie sich aufgelöst hat, im Topf erhitzen. Anschließend unter die Sahne-Küsschen-Masse rühren und auf der Beeren-Schicht verteilen.

10. Jetzt mit etwas Kakaopulver bestreuen und mindestens 2 Stunden kalt stellen. Dann aus der Form lösen.

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Fertig!

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🍰 🍰 Viel Spaß beim Nachmachen!! 🍰 🍰

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📖 Rezension zu: „Die Verbrannten“ von Antonio Ortuño

Die Verbrannten

Ungeschönt und wortgewaltig zeigt dieses Buch den Umgang mit Flüchtlingen im Süden Mexikos auf!

In einer Notunterkunft für zentralamerikanische Flüchtlinge in Santa Rita, einer unbedeutsamen Stadt im Süden Mexikos, wird ein Feuer gelegt. Frauen, Männer und Kinder fallen den Flammen zum Opfer.
„Die Nationalkommission für Migration (NkM) äußert mit Nachdruck ihre Empörung anlässlich des Anschlags auf die aus verschiedenen zentralamerikanischen Ländern stammenden (…) Migranten“ (S.86)
Die Sozialarbeiterin Irma, auch La Negra genannt, soll Untersuchungen anstellen. Doch sind ihre Ermittlungen keineswegs erwünscht, denn in einem Land, in dem zentralamerikanische Flüchtlinge reihenweise illegal eingeschleust, ausgenommen, vergewaltigt, ermordet und anschließend in Massengräbern verscharrt und verleugnet werden, ist niemand bereit auszusagen. Die Schlepper stellen noch immer eine viel zu große Bedrohung dar. Doch sind sie nicht die einzige Gefahr. Denn wenn Schlepper und Behörden gemeinsam ein kriminelles Geschäft betreiben, ist niemand der Fragen stellt mehr sicher.
Besonders keine Sozialarbeiterinnen, die sich den Überlebenden annehmen und versuchen diese zu schützen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

La Negras einzige Hoffnung ist die 20jährige Yein. Sie wurde Zeugin des Anschlags, doch ist es schwierig in einer Umgebung, in der jedes zu viel gesprochene Wort eine Bedrohung darstellt, an Informationen zu gelangen.
Yein hat, wie jeder einzelne der Flüchtlinge, Schreckliches erlebt. Unvorstellbares, dass einem Schauer über den Rücken laufen lässt. Für die wenigen Überlebenden, die sich bei einem Anschlag retten konnten, ist dies jedoch erst der Beginn..
Als sich die Anschläge häufen reagiert die Nationalkommission für Migration mit sich immer ähnelnden Pressemitteilungen. Das Geschehene wird zutiefst bedauert, Versprechungen werden gemacht, die niemals eingehalten werden sollen.
„Die Nationalkommission für Migration (NkM) äußert mit Nachdruck ihre Empörung angesichts des Anschlags auf die aus diversen zentralamerikanischen Ländern stammenden Migranten“ (S.108)
Doch für La Negra beginnt die Suche nach den Tätern.
„NkM erklärt Pflicht, Migranten zu schützen, und Absicht, Ermittlungen zu unterstützen“ (S. 108)

„Die Verbrannten“ von Antonio Ortuño beschreibt eindringlich, wie in einem Land voller Korruption und krimineller Banden mit Flüchtlingen umgegangen wird.
Schätzungsweise durchqueren 12.500 Minderjährige jährlich den Süden Mexikos; jeder sechste von ihnen reist ohne Begleitung auf den Güterzügen. Dabei werden tausende Migranten auf ihrem ohnehin schon harten Weg in die USA überfallen, ausgeraubt, vergewaltigt, ermordet oder fallen dem Menschenhandel zum Opfer.
Der auf den lediglich 208 Seiten vermittelte Inhalt ist überwältigend. Beim Lesen musste ich immer wieder Pausen einlegen, da es kaum vorstellbar ist, wie grausam Menschen sein können und wie abgekartet manche Spiele sind.
Hierbei handelt es sich auch um ein Buch, das wütend macht. Erschreckend realistisch werden die Anschläge und Reaktionen in Bevölkerung und in den Behörden beschrieben.
Darüber hinaus ist „Die Verbrannten“ extrem spannend, öffnet es einem doch die Augen. Man wird mit so viel Leid, Korruption, Angst und Rassismus konfrontiert, dass man sich zu fragen beginnt, wie so etwas nur möglich sein kann.
Dadurch regt dieses Buch dazu an, sich zu informieren, die Augen offen zu halten, nach Möglichkeiten zu handeln zu suchen.
Allerdings ist dieses Buch auch brutal, sodass es wohl nicht für jeden ein Lesegenuss wäre; doch wer dies aushält, sollte sich dringend an dieses Buch wagen!
Auch die Sprache ist etwas Besonderes, da alles mit einem solchen Zorn beschrieben wird, dass einem das Gelesene noch näher geht.

Leider ist dieses Buch erschreckend aktuell! Ungeschönt und wortgewaltig zeigt es den Umgang mit Flüchtlingen im Süden Mexikos auf, weswegen ich es absolut weiter empfehlen kann!

5/5 Sterne

5-Sterne

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