📖 Rezension zu: „Päckchen-Dinner

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Der Vorteil ist nicht ganz ersichtlich…

Saftigere Gerichte, weniger zu spülen und ein sauberer Backofen – das sollen die Vorteile von Päckchen-Dinnern, die momentan wohl stark im Trend sind, sein. In diesem 80 Seiten umfassenden Buch findet man deshalbunterschiedliche Rezepte, die für jeden das richtige bereit halten; ob Fisch, Fleisch, Gemüse oder Desserts. Besonders gespannt war ich auf die Bananenblattpäckchen gespannt. Diese waren zwar für mein Empfinden beiweiten nicht so leicht und zeitsparend zuzubereiten wie versprochen, aber definitiv ansprechend. Bei der Seezunge habe ich hingegen kaum einen Unterschied in Bezug auf die Saftigkeit oder den Geschmack zu der Zubereitung in der Pfanne feststellen können. Und weniger zu Spülen gab es auch nicht… Nur mehr Backpapier, das verbraucht wurde… Ansprechend ist, dass jedes Rezept durch ein Foto des Gerichts geschmückt wird. Generell ist die Gestaltung des Werkes schön.

Insgesamt handelt es sich um ein ansprechendes Werk. Mich konnte das Konzept zwar nicht vollends überzeugen, aber als Impuls sind die Rezepte gelungen.

 

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Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen

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📖 Rezension zu: „Inspiration Biene“ von Thomas Radetzki und Matthias Eckoldt

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Fasziniert passend zum Weltbienentag.

Dieses Werk ist Kernstück des Projektes „Biene und Bildung“. Um Schülerinnen und Schülern ein möglichst interdisziplinäres Verständnis für die Bedeutung der Bestäuber zu vermitteln, haben sich Dialoge zwischen Vertretern unterschiedlicher Disziplinen entwickelt. Orientierung gab hierbei die Frage, was man aus dem praktischen und wissenschaftlichen Arbeiten mit Bienen über unser Verhältnis zur Natur lernen kann. „Inspiration Biene“ vermittelt somit die Grundlage für weitere Unterrichtsmaterialien wie auch -entwürfe und erklärt nicht nur, wie die Varoa-Milbe von Forschern vom Bieneninstitut Oberursel aus Asien und über Importe aus der UdSSR von der DDR nach Deutschland kam oder wie das Insektenvernichtungsmittel Neonicotinoide über die Anheftung an die nikotinischen Acetylcholinrezeptoren zum Tod der Biene führt und nichtsdestotrotz in frei verkäuflicher Form sogar noch als bienen- wie auch hummelschonend beworben wird. Unterschiedliche Blickwinkel werden eingenommen, um umfassend der Bedeutung der Biene auf den Grund zu gehen. Doch wird jeweils auch die andere Seite beleuchtet, da beispielsweise der Einsatz von Pestiziden für die heute praktizierte industrielle Landwirtschaft systemrelevant sei. Dabei gliedert sich das Werk in die Kapitel „Inspiration“, „Wo Bienen küssen“, „Wie Bienen ticken“, „Wie Bienen reden“, „Wer die Bienen regiert“, „Was die Bienen krank macht“, „Wie Bienen gesunden“ sowie ein Glossar und Informationen zu den Autoren, dem Projekt und der Aurelia Stiftung.

Bei der ein oder anderen Statistik oder Datengabe, liegt für mein Empfinden jedoch eher die Aussage, wie wichtig es ist, sich Gedanken zu dem Thema zu machen und wie bedeutsam das Handeln eines jeden einzelnen sein kann. Denn Aussagen wie „40 Prozent aller Insektenarten werden in den nächsten Jahrzehnten von der Erde verschwinden, wenn Pestizide weiter so massiv verwendet werden“ (S.98) sind beispielsweise alleine der undefinierten Zeitspanne wegen sehr ungenau, verdeutlichen aber den Einfluss von Pestiziden. Zeitweise habe ich mich auch ein wenig gefragt, wer genau als Zielgruppe gedacht ist, da einerseits mit Bildern wie dem Küssen der Bienen (sowohl Blumen als auch andere Bienen) gearbeitet wird um die Aufnahme und Weitergabe von Nektar zu beschreiben; andererseits jedoch Begriffe wie „stratifikatorisch“ (S.85) Verwendung finden, die weniger kindgerecht sind. Betrachtet man das Buch jedoch als Anregung für Lehrkräfte, so können sie auf ihre Klassen (und deren Alter) eingehen und solche Vergleiche eben entweder übernehmen oder abwandeln. Ich musste hier allerdings ein wenig schmunzeln und den Kopf schütteln, da ich eine Kussbeschreibung der Bienen wie „Ein Kuss unter Schwestern. Gleich nachdem die Sammlbiene gelandet ist, verschlingt sich ihr Rüssel mit dem einer Stockbiene. Ein inniger Moment, in dem der Nektar […] aus dem Honigmagen der Sammlerin steigt […] und in den Rüssel ihrer Schwester [fließt]“ (S.13) meiner Klasse nicht vermitteln wollen würde. Zu falsch ist meines Erachtens der Begriff des Kusses für die Weitergabe von Mageninhalt.

Abgesehen davon handelt es sich meines Erachtens jedoch nichtsdestotrotz um ein sehr wichtiges und vielschichtiges Werk, das wunderbare Impulse zu einem sehr wichtigen Thema geben kann. Gerade zum Weltbienentag sollte man sich mit der Bedeutung der Bestäuber auseinander setzen. Ein Verständnis für die vielen unterschiedlichen Perspektiven, durch die man Bienen betrachten kann ist hierbei genauso wichtig sein wie die Faszination für die geflügelten Tiere zu entwickeln. Dazu ist dieses Werk sehr gut in der Lage und ich kann es sowohl für Lehrerinnen und Lehrer als auch für andere Interessierte empfehlen.

Ich vergebe daher 4,5 von 5 möglichen Sternen

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📖 Rezension zu: „Das Mädchen“ von Edna O’Brien

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Erschütternd.

Boko-Haram-Kämpfer entführen eines Tages Maryam und ihre Mitschülerinnen aus ihrer nigerianischen Schule. Angekommen in der Sekte beginnt für die Mädchen ein grausamer Albtraum, der kein Ende zu haben scheint. So erwarten beispielsweise regelmäßige Vergewaltigungen die Mädchen, welche Sklavinnen und potentielles Lösegeld zugleich darstellen. Überall lauern Spione und schon bald wird Maryam dadurch, dass sie mit Mahmoud verheiratet wird, von ihrer besten Freundin Buki getrennt. Zudem verkauft die Sekte die hübschesten Mädchen an reiche Männer aus Arabien (S.53). An der Seite Maryams erlebt man auch die Steinigung einer angeblich Ehebruch begangen habenden Frau des obersten Emirs. Irgendwann gelingt Maryam zusammen mit ihrer wiedergewonnenen Freundin die Flucht. Doch ist sie noch längst nicht sicher; ganz im Gegenteil.

In dem Buch werden viele Schicksale, Geschichten oder auch Fabeln eingestreut. Sie lassen sich durch die kursive Schrift erkennen. Hinter diesem Werk stehen drei Jahre intensive Forschung, was man angesichts der detailreichen und schonungslosen Beschreibungen merkt. Passagenweise fällt es sehr schwer, dem intensiven Leid zu folgen, da es derart gebündelt auftritt. In diesem Werk geht es weniger um Fakten in Form von Zahlen und Daten als um das Vertrautmachen mit den Schicksalen, wie sie hinter den Zahlen stehen. So flossen viele Schicksale, auf die die Autorin bei ihren Recherchen gestoßen ist, in die Figur der Maryam ein.

Ich vergebe 4,5 von 5 möglichen Sternen, da ich mir gerne noch ein paar übergeordnete Fakten gewünscht hätte, die einen Rahmen setzten und die Schicksale in einen größeren Kontext setzen.

4_5_sterne

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📖 Rezension zu: „Walden“ von Henry D. Thoreau

Walden

Wunderbare Ausgabe eines Klassikers.

Thoreaus zivilisationskritisches Werk Walden ist zweifelslos ein Klassiker und mit seinem Plädoyer für ein minimalistisches, freies und selbstbestimmtes Leben im Einklang mit der Natur nach wie vor höchst aktuell. Dass dieses Werk an sich lesenswert ist, verwundert nicht weiter, denn trotz einiger Längen taucht man wunderbar in die Erzählungen ein, erlebt an Thoreaus Seite die vielen Facetten des von der Zivilisation abgeschiedenen Lebens und erfährt so auch einiges über das Menschsein; darüber, was man wirklich benötigt und welche Kleinigkeiten bereits zufrieden stellen können.

Besonders lobend ist für mich zu erwähnen, dass der Manesse-Verlag mit dieser Ausgabe ein Waldschutzprojekt in Brasilien fördert und dass das handliche Büchlein klimaneutral gedruckt wurde. Das Projekt, der aktuelle Fortschritt und so weiter lassen sich übrigens hier einsehen klick. In meinen Augen ist dies gerade bei einem Werk dieser Art sehr ansprechend und gut gedacht. Auch das Nachwort Susanne Ostwalds rundet das Buch gekonnt ab.

4_5_sterne

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📖 Rezension zu: „Khazana – Familienrezepte aus der indo-persischen Küche“ von Saliha Mahmood Ahmed

Bezaubernd und wunderschön!

Schon beim Betrachten des mit Goldfolie verzierten Covers kann man auf die unfassbar schöne Gestaltung des Werkes schließen. Bilder, Fotografien, Malereien, Farben und Schrift sind einfach perfekt aufeinander abgestimmt, laden zum Stöbern ein und entführen einen in eine andere Welt. Die wunderschönen Farbfotografien, welche die Rezepte zieren, läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Doch nicht nur die Präsentation, sondern auch die Rezepte an sich, sind einfach wunderbar. Besonders die für mein Empfinden außergewöhnlichen Kombinationen verschiedener Aromen vermochten mich zu überzeugen. So war ich anfangs noch skeptisch, ob beispielsweise die Pista-Samosas mit Hackfleisch und Pistazienkernen (S.60), die unter anderem mit Rosenblütenwasser verfeinert werden eine stimmige Kombination sein würden. Tatsächlich war ich beeindruckt wie harmonisch und abgerundet das Gericht geschmeckt hat. Und so ging es mir bei zahlreichen weiteren Rezepten ebenfalls. Die indo-persische Küche hat viele zunächst fremde Geschmackskombinationen zu bieten, die aber perfekt aufeinander abgestimmt sind. Viele der im Buch vorgestellten Rezepte habe ich nun bereits mehrmals nachgekocht, weil sie einfach so lecker sind. Besonders gut haben mich zudem das Lammcurry mit Aprikosen und Sesamfladen (S.72-75), die afghanischen Bolani – Kartoffel-Spinat-Fladen – (S.194.), der Räucherketchup (S.320) sowie der Masala-Chai (S.274) für den ich sonst aus dem Urlaub in Indien vom Markt mitgebrachte Mischungen verwendet habe begeistert. Alleine die Pilzpfanne Kaschmir (S.174) konnte mich geschmacklich leider nicht komplett überzeugen, da mir die mit Honig karamellisierten Champignons eine noch zu ungewohnte Kombination waren.
Glücklicherweise beinhaltet das Werk mit seinen 288 Seiten noch viele weitere Rezepte, die ich ausprobieren werde. Häufig sprechen in einem Kochbuch lediglich eine handvoll Rezepte besonders an; hier würde ich bis auf das Rezept für Stubenküken am liebsten jedes nachkochen. Somit werden ich noch sehr lange an diesem liebevoll gestalteten Werk meine Freude haben. Die Rezepte variieren nicht nur in ihren aromatischen Zusammenstellungen, sondern auch im Anspruch und Zeitaufwand der Zubereitung. So gibt es sowohl für Zwischendurch als auch für besondere Anlässe zahlreiche orientalische Köstlichkeiten zur Wahl.
Was mich bei Kochbüchern immer besonders anspricht ist, wenn man neben den Rezepten auch Einblicke in die jeweilige Kultur erhält. Umso glücklicher mit dem Werk war ich also, als ich nicht nur auf spannende Einleitungen zu einem jeden Rezept, sondern auch auf eine Einleitung mit dem Hintergrund der Autorin und MasterChef 2017 und Informationen zum Zeitalter der Monguln stieß. Zudem tragen die Kunstwerke, die sich zwischen den Rezepten immer wieder finden lassen, dazu bei, dass dieses Kochbuch seinem Namen Khazana gerecht wird – es ist wahrlich ein Schatz.
Sehr schön sind zudem die Hilfestellungen zu Beginn des Werkes, in denen kurz und bündig erklärt wird, wie man am meisten Geschmack aus einzelnen Gewürzen holt, wo man bestimmte Zutaten findet oder wie man bereits gut vorbereiten kann. Auch steht vor den Rezepten ein Menüvorschlag für verschiedene Anlässe, an dem man sich wunderbar orientieren kann.
Insgesamt handelt es sich bei diesem Buch um ein ganz bezauberndes Werk, das ich nicht missen möchte!
Ich vergebe daher volle 5 Sterne!

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5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Autobahn: Ein Jahr zwischen Mythos und Alptraum“ von Michael Kröchert

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Unterhaltsam.

Dem Mythos Autobahn auf die Spur zu kommen; das Phänomen zu begreifen und begreifbar zu machen, ist das Ziel Michael Kröcherts als er sich auf macht, die unterschiedlichsten Autobahnen zu erkunden und zu erforschen. Innerhalb eines Jahres führen ihn seine Fahrten auf die A57, A10, A4, A94, A29-A98 und die A7. Hierbei erlebt er Alltägliches wie Außergewöhnliches und fängt unterschiedliche Atmosphären ein. So lernt man als Leser mal eine laute Autobahn kennen, wenn Aktivisten die A4 verbarrikadieren. Ein anderes Mal zeigt eine Autobahn sich dann von ihrer stillen und besonnen Seite, wenn sich Kröchert den Kapellen und Kirchen an Autobahnen widmet. Hier erfährt er von Schicksalen, Unfällen und findet Zeit über die großen Fragen zu sinnieren.

Dieses Werk weckt die Neugierde für Autobahnen und verleiht diesen unscheinbaren wie auch alltäglichen Schnellstraßen ganz besondere Aufmerksamkeit und Würdigung. So reflektiert man beim Lesen, ob man den selbst regelmäßig genutzten zu wenig Beachtung schenkt und womöglich einiges verpasst. In dem Werk sehe ich daher vor allem einen Aufruf zur Achtsamkeit. Auch wenn der Schreibstil mich nicht gänzlich zu überzeugen oder packen vermochte, sollte noch lobend erwähnt werden, dass einige Schwarzweißfotografien die niedergeschriebenen Eindrücke gut abrunden.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Bangkok Streetfood“ von Sarin Rojanametin, Jean Thamthanakorn, Alana Dimou

Einfach wunderbar!

In diesem Werk werden 70 authentische Streetfood-Rezepte vorgestellt, die man in den Straßen Bangkoks finden kann. Dabei lassen einen zahlreiche Fotografien in die Metropole eintauchen und bringen einen ins Schwelgen. Ein paar Mal schon habe ich die Stadt erkundet und war deswegen ganz gespannt darauf, welche Rezepte mich in dem Werk erwarten würden. Enttäuscht wurde ich trotz meiner hohen Erwartungen nicht. Da das Werk in Gerichte für den Morgen, Mittag und Abend sowie die Grundrezepte unterteilt ist, findet man blitzschnell eine wunderbare Anregung für jede Gelegenheit und jeden Geschmack. Denn abwechslungsreich sind die vorgestellten Köstlichkeiten allemal. An dem Nachkochen hatte und habe ich große Freude, da die Rezepte wirklich authentisch, sehr verständlich beschrieben und ganz liebevoll präsentiert werden. So erhält man beispielsweise zu jedem Rezept zunächste ein paar Informationen dazu, wo oder wie das Rezept zubereitet wird, woher es stammt, was sich gut kombinieren oder abwandeln lässt oder durch welche üblicheren Utensilien sich asiatisches Zubehör ersetzen lassen. Die Zutaten lassen sich in jedem Asiamarkt mit Sicherheit und ein Großteil im normalen Supermarkt finden. Dabei wird viel mit Gewürzen gearbeitet, was mir sehr zusagt. Besonders gut haben mir der gebratene Reis mit Ananas (S.57), die arme-Leute-Pfannkuchen (S.40), der Pomelo-Salat (S.93), die Cupcakes mit Kokoscreme (S.50) und den gelben Klebreis mit süßen Garnelen (Khao Niaew Na Goong) gefallen. Diese werde ich ab jetzt regelmäßig zubereiten!

Insgesamt kann ich dieses Kochbuch allen Thailand- und Streetfood-Begeisterten ans Herz legen und vergebe 5 Sterne!

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5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Die Vogel-WG“ von Karl Schulze-Hagen und Gabriele Kaiser

Die Vogel-WG

Anders als erwartet

Mit ihren Studien an ihren 1000 Vögeln, legten die Heinroths nicht nur Grundsteine für die Verhaltensforschung sondern trieben auch die Ornithologie maßgeblich voran.
In diesem Werk sollen die Heinroths und ihre Arbeiten vorgestellt und begreifbar gemacht werden. Dies geschieht auf sehr verständliche Art und Weise, sodass man auch als Nichtvogelkenner gut die Inhalte versteht.
Dabei lassen die Autoren des Werkes Oskar und Magdalena Heinroth selbst zu Wort kommen, indem sie aus deren Werk „Die Vögel Mitteleuropas“ die ihnen liebsten Einträge zitieren… Und das bereits ab Seite 95. Bei einem Buch von 272 Seiten ist schnell klar, wo der Fokus liegt. Mich hat dies offen gestanden etwas enttäuscht, denn – auch wenn ich die einzelnen Vogelportraits interessant fand – waren für mich die Passagen über den Einfluss und die geschichtlichen Umstände wesentlich ansprechender.
So haben mich einige Abschnitte aus den Schriften der Heinroths verblüfft oder befremdet zurück gelassen, wenn beispielsweise die Turteltaube durch Kussmund gefüttert wird (S. 145), die Rohrdrommel blutig beißt (S. 161) oder der Wachtelkönig Magdalenas Hand mehrfach begattet (S. 146). Zweifellos ist das Ehepaar den Tieren so nah gekommen wie sonst niemand und hat definitiv zahlrecihe Erkenntnisse im Bereich der Ornithologie gewonnen, trotzdem vermochten mich die kommentierten Auszüge nicht wirklich zu überzeugen.
Was mich hingegen sehr beeindruckt hat, ist die qualitativ sehr hochwertige Gestaltung des Buches. Zahlreiche Fotografien dokumentieren die Erkenntnisse, den Alltag oder die Fortschritte der Vogel-WG. Auch der lange Anhang mit einer Vielzahl an Belegen spricht für das Werk und bietet die Möglichkeit, eienständig tiefer in das Thema einzutauchen.

Insgesamt weiß ich nicht so recht was ich von dem Werk halten soll, da ich nach lesen des Klappentext eine andere Vorstellung vom Werk hatte. Nichtsdestotrotz habe ich einiges dazu lernen können und bin (besonders bei dem ersten leider recht kurz ausfallenden Part)froh, „Die Vogel-WG“ gelesen zu haben.
Somit vergebe ich drei Sterne

3-Sterne

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📖 Rezension zu: „Die wir liebten“ von Willi Achten

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Die zweite Hälfte des Werkes hat mich beeindruckt!

In den Siebzigern leben die Brüder Edgar und Roman glücklich mit ihrer Familie in einem Dorf in Westdeutschland. Doch in einer verhängnisvollen Mainacht gerät alles was sie kennen ins Wanken, als ihr Vater bei einem Tanz mit der Tierärztin dieser vollkommen verfällt. Erst scheint er nur gedanklich abwesend zu sein, dann bleibt er nachts fort. Dann auch tagsüber. Schließlich sehen die Kinder ihn nur in der Backstube, welche die Familie führt. Als der Vater dann auszieht, werden die Risse immer größer und sind nicht mehr zu vertuschen. Die einen Lotto-Laden führende Mutter kann mit der Situation nicht umgehen, ihre mit ihrem Mann und ihrer Schwester im gleichen Haus lebende Mutter bekommt gesundheitliche Probleme, die Schwester wird auf ihre alten Tage immer weltfremder. Und der Dorfpolizist ist nach den jüngsten Streichen Edgars und Romans hinter den Jungen her und behält sie jederzeit im Auge. Unausweichlich also, dass geprüft werden muss, ob die Kinder in einem Heim besser aufgehoben wären. Auch wenn sich die ganze Familie sträubt und ihr bestes gibt um die Kinder in ihrer sicheren und geborgenen Mitte zu behalten, sorgen immer mehr Verstrickungen und Unglücksfälle dafür, dass sie im Jahr 1976 in eine Erziehungsanstalt gebracht werden. In dem sogenannten Gnadenhof sollen Kinder und Jugendliche, die als unerziehbar oder gar „undressierbar“ gelten, auf den rechten Weg gebracht werden.

Der erste Teil der Erzählung macht – was ich sehr schade finde – den größten Part im Buch aus. Vom Klappentext her hatte ich erwartet, dass der Fokus des Romans auf der Erziehungsanstalt liegt, beim Lesen hatte ich jedoch einen anderen Eindruck. Ungefähr in den ersten Zweidritteln des Werkes wird sich dem Umfeld der beiden Brüder gewidmet und der sukzessive Verfall der Familie behandelt. Mir war dies zwischenzeitlich zu viel des Unglückes, da ein Schicksalsschlag den nächsten zu jagen scheint. Des Weiteren passt der Erzählstil sehr zu der teilweise depressiv anmutenden Atmosphäre. Als der Blick dann zum Gnadenhof wanderte, wurde es für mich höchst spannend und interessant. Gekonnt macht der Autor die bedrohliche Umgebung spürbar und lässt geschickt Informationen einfließen. So stieß ich beim Lesen besonders auf die Blutgruppentätowierung an der man ehemalige Mitglieder der SS erkennen konnte oder über Decentan auf Perphenazin und die damit verbundenen Versuche an Kindern, welche in Erziehungsanstalten untergebracht worden waren. So erhielt ich immer wieder neue Anregungen, konnte weiter recherchieren und Verbindungen herstellen. Daher stellt dieser letzte Part den für mich interessanteren wie auch beeindruckenderen Teil des Werkes dar. Gerne hätte ich hiervon mehr gelesen. Darüber hinaus sehr ansprechend finde ich das Literaturverzeichnis am Ende des Buches, da ich hiervon sicherlich das ein oder andere Werk lesen werde, um noch besser in die Themen des Werkes eintauchen kann.

Insgesamt handelt es sich meines Erachtens um ein sehr ansprechendes Werk, das anfangs einige Längen aufweist, aber gerade ab der Hälfte an Fahrt aufnimmt und sehr wichtige und spannende Themen packend vereint. Anfangs hatte ich gerade aufgrund der Aneinanderreihung trauriger Geschehnisse Schwierigkeiten mit dem Buch, diese lösten sich aber dank des starken Endes komplett auf. Somit kann ich das Buch sehr empfehlen.

Ich vergebe 4,5 von 5 möglichen Sternen

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📖 Rezension zu: „ Der Fall der verhängnisvollen Blumen – Ein Enola-Holmes-Krimi“ von Nancy Springer

Cover-Bild Der Fall der verhängnisvollen Blumen

Packend!

Als Enola Holmes von dem mysteriösen Verschwinden Dr. Watsons erfährt, befindet sie sich in einem gehörigen Konflikt. Einerseits möchte sie unbedingt helfen und Ermittlungen anstellen, andererseits würde sie mit Untersuchungen im derart nahen Umfeld ihres Bruders Sherlock ihre erst so kürzlich gewonnene Freiheit unnötig töricht aufs Spiel setzen. Nichtsdestotrotz kann sie nicht widerstehen in neuer Kostümierung Mrs. Watson einen kurzen Besuch abzustatten. Diese zweifelt ihre neue Identität – Viola Everseau – keineswegs an und bittet die junge Detektivin daher zum Tee. Zu dringend benötigt sie jemanden um sich den Kummer und die Sorgen von der Seele zu reden. Auch wenn Enola gebannt ihren Worten lauscht kommt sie nicht umher die vielen Blumensträuße zu bemerken, welche Patienten vorbeigebracht haben. Doch eine Zusammenstellung fällt der Blumenkennerin besonders ins Auge… Ausgehend von der Jahreszeit schon ist der Strauß sehr kurios. Und nimmt man dann noch die Bedeutung der einzelnen Gewächse hinzu… Nun, Enola kommt nicht umher, eine deutlich gehässige Drohung zu erkennen. Jetzt hat sie keine Wahl: Sie muss ermitteln und Dr. Watson retten. Dabei hat sie es mit einem sehr kuriosen, gehässigen und unberechenbaren Täter zu tun, der einen wahnsinnigen Plan ausgeklügelt hat.

Bei diesem Fall flogen die Seiten nur so dahin. Auch wenn ich gerne mehr zu den Nebenhandlungen gelesen hätte – also der Suche nach Enolas Mutter oder der Beziehung zu ihrem Bruder Sherlock – empfand ich die Lektüre als spannend und unterhaltsam. Auch der Kritikpunkt, der sich mir beim letzten Fall aufdrängte, die Lösung des Falles käme zu plötzlich und sei an den Haaren herbeigezogen, trifft hier keineswegs zu. Die Aufklärung wird Stück für Stück aufgebaut und ist stimmig. Insgesamt handelt es sich um einen schönen Krimi, der die Neugierde auf den nächsten Fall wachsen lässt.

Ich vergebe 4,5 von 5 möglichen Sternen

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📖 Rezension zu: „ Der Fall der linkshändigen Lady – Ein Enola-Holmes-Krimi“ von Nancy Springer

Cover-Bild Der Fall der linkshändigen Lady

Bis auf das Ende sehr gelungen!

Nachdem sich Enola Holmes erfolgreich nach London abgesetzt hat, baut sie sich in Windeseile ein neues Leben auf. So nutzt sie ihre Freiheit um unter dem Namen Dr. Ragostin als erste wissenschaftliche Perditorin zu arbeiten. Doch muss sie sich noch weiterer Rollen bedienen, um verschwundene Menschen aufzuspüren, sodass sie ständig ihre Kostümierung wechselt. Hieran gewöhnt sie sich immer mehr – und dem ist gut so, da sie auf einen neuen Fall stößt. Oder eher gestoßen wird. Und das von keinem weniger als Dr. Watson. Sofort ist Enola nicht nur Feuer und Flamme für den Fall einer verschwundenen Lady in ihrem Alter, sondern auch voller Angst davor, in eine Falle ihres Bruders zu tappen. Denn sowohl Sherlock als auch Mycroft sind noch immer auf der Suche nach ihr und wollen sie auf den rechten Pfad zurück führen. Und Enola weiß genau wie dieser aussieht: Enge Mieder tragen, sich damenhaft benehmen und dann die vozeigbare Frau irgendeines Schnösels werden. Aber nicht mit ihr. Und so macht sie sich auf, den Fall zu lösen, ihre Mutter zu finden und das Katz und Maus-Spiel gegen ihren Bruder ja nicht zu verlieren. Dabei hält der Fall um die verschwundene Lady Cecily so einige Rätsel bereit. Wurde sie entführt oder ist sie mit ihrem Liebsten geflohen? Lebt sie noch? Führte sie ein Doppelleben? Enola Holmes ermittelt.

Auch dieser Fall zieht den Leser sehr schnell in seinen Bann und katapultiert ihn ins London des Jahres 1889. Dabei wird die Geschichte temporeich erzählt und man fiebert mit Enola mit. Sehr schön sind auch die kleinen Rätsel, die in die Geschichte eingestreut wurden, mit denen die Detektivin mit ihrer Mutter in Kontakt zu treten versucht. Was mir zudem sehr gefallen hat, ist, dass Sherlock Holmes jetzt im Geschehen präsenter ist und man ihn vermehrt von seiner emotionalen Seite sieht. Allerdings, und hier liegt mein riesiger Kritikpunkt, ist die Lösung des Falles an den Haaren herbei gezogen. So wirkte es, als hätte die Autorin sich im Verlauf zu viele Fallen beim Schreiben gestellt und dann kurz bevor sie ihre Seitenvorgabe erreicht hatte festgestellt, dass es keine gute Erklärung für das Verschwinden gab. Und dann musste eben eine abstruse Lösung herhalten. Eine, mit der ich gerade bei einem Krimi, der sich an Figuren orientiert, denen auf die Fahne geschrieben wird, höchst rational zu denken, äußerst unzufrieden bin. Da sich allerdings die Aufklärung des Falles auf wenige Seiten beschränkt, hinterlässt dies nur einen enttäuschten Nachgeschmack – die Lektüre an sich hat Spaß gemacht; war spannend und unterhaltsam.

Von mir gibt es daher – vielleicht etwas zähneknirschend und sehr zuversichtlich dass der nächste Fall wieder mehr zu beiten hat – 4 von 5 möglichen Sternen!

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „500 Hidden Secrets Tokio – Die besten Tipps und Adressen der Locals“ von Yukiko Tajima

Cover-Bild 500 Hidden Secrets Tokio

Perfekt für die eigene Planung!

Wer Tokio abseits der üblichen Touristenpfade erkunden und dabei viel entdecken wie auch erleben möchte, ist mit diesem Werk bestens beraten. Egal ob die fünf besten Toiletten, die einen Besuch lohnen, die fünf besten Geschäfte für japanische Süßigkeiten, die fünf besten kostenlosen Aussichtspunkte oder vieles, vieles mehr; Dank der vielen Geheimtipps für Tokio und Umgebung (denn auch kleine Tages- oder Wochenedausflugsziele finden sich in dem Büchlein) lassen sich spielend leicht Routen zusammenstellen. Die Karten zu Beginn des Werkes helfen bei der Orientierung und Planung. Des Weiteren sind die unterschiedlichen Kategorien derart vielfältig, dass jeder reichlich für seine to-do-Liste finden dürfte. Auch für jene, die mit Kindern reisen, hält das kleine Buch wertvolle Tipps parat. Aufrund des handlichen Formats passt das Buch auch prima in eine Tasche und kann so auf den Entdeckungstouren mitgenommen werden. Aufgelockert wird das Werk durch Doppelseiten zu Benimmregeln oder Verhaltenstipps. So erfährt man beispielsweise wie man sich in einem richtigen Sushi-Restaurant verhalten sollte, oder was angesichts der Benimmregeln in Japan absolut inakzeptable Verhaltensweisen sind. Wer sich bereits ein bisschen mit Japan auseinandergesetzt hat wird diese zwar schon kennen, ich finde es jedoch sehr wichtig, dass auch sie einen Platz in dem Buch haben. Auch gibt es Seiten wie fünf japanische Snacks zum Probieren, sodass man auch hier fleißig Listen schreiben und sich schon mal auf die Reise freuen kann.

Ich habe während ich immer wieder in dem Büchlein gestöbert habe, viele tolle Anregungen und Tipps erhalten und bin schon jetzt ganz euphorisch sie bald testen zu können. Es handelt sich um ein sehr ansprechendes und hilfreiches Buch, das bestens beim Planen und Steigern der Vorfreude hilft.

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „So kocht Afrika“ von Dorah Sitole

Cover-Bild So kocht Afrika

Sehr ansprechend!

In diesem wunderschönen Kochbuch werden nicht nur 160 Rezepte vorgestellt, sondern auch die Länder aus denen die jeweiligen Rezepte stammen. Die Gerichte sind abwechslungsreich, werden gut erklärt und ansprechend präsentiert. Insgesamt ist die Gestaltung des Werkes sehr hochwertig und besonders die Farbfotografien von Land und Leuten verleihen dem Kochbuch einen ganz besonderen Charme. Durch die einführenden Texte zu Beginn eines jeden Kapitels erhält man spannende Einblicke in die Welt Afrikas. Besonders ansprechend finde ich zudem die Anekdoten und Erlebnisse an denen die Autorin den Leser teilhaben lässt. So fühlt es sich beinahe so an, als wäre man mit ihr und ihrem Team durch Afrika gereist; auf der Suche nach besonderen Gerichten. Zudem findet man die meisten Zutaten ganz entspannt im Supermarkt, was für mich ein Pluspunkt ist. Manche Zutaten wie Kutteln können mich zwar nicht überzeugen, jedoch ist dies nun einmal Geschmackssache.

Besonders hat mir das Rezept für Bobotie – einen Hackfleischauflauf mit Rosinen (S.16) – gefallen.

Insgesamt handelt es sich um ein sehr ansprechendes Kochbuch, das wunderbar gestaltet wurde und einem Afrika nicht nur über die Gerichte und Fotografien näher bringt, sondern auch durch Erzählungen zu Erfahrungen sowie Land und Leuten. Die Rezepte sind gut erklärt und abwechslungsreich, weswegen ich gerne fünf von fünf Sternen vergebe.

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Oberteil-Grundschnittvariationen“ von Harumi Maruyama

Oberteil-Grundschnittvariationen

Ein wahrer Schatz!

Wie oft hatte ich bereits einen wunderschönen Stoff und ein tolles Schnittmuster gefunden, bei dem jedoch ein kleines Detail nicht passte, weil mich beispielsweise der Kragen nicht überzeugte. Mit diesem Werk kann dies nicht mehr geschehen, da Maruyama 50 Variationen vorstellt, mit denen man den vorgestellten Grundschnitt individuell anpassen, verfeinern und haargenau auf die eigenen Vorstellungen abstimmen kann. Da die einzelnen Kapitel wie aufeinander aufbauende Lektionen gestaltet sind, erarbeitet man sich Schritt für Schritt das eigene Oberteil und kreiert ein eigenes Schnittmuster. Äußerst hilfreich ist hierbei der beiliegende Schnittmusterbogen.
Das Werk gliedert sich in die Oberbereiche „Grundlektionen“ – mit Grundlagenwissen zu Oberteilen, Kragen sowie Ärmeln – sowie „Speziallektionen“, „Durchführung“ und „Intensivkurse“.
Ob taillierte Form oder A-Linie, Dolman-Ärmel oder Raglanärmel, Stehkragen, Matrosenkragen oder Schluppenkragen – die Auswahl ist wirklich beeindruckend und lässt keine Wünsche offen.
Dank vieler Farbfotografien kann man sich ein gutes Bild von den einzelnen Elementen machen und sie vor seinem inneren Auge zu mal mehr und mal weniger stimmigen Bildern zusammenfügen, um die bestmögliche Kombination kreieren zu können. Die genauen Schritt-für-Schritt-Anleitungen lassen keine Fragen offen, sodass man sich sehr gut angeleitet fühlt.

Insgesamt ist dieses Werk äußerst übersichtlich aufgebaut, weswegen man schnell findet wonach man sucht und strukturiert vorgehen kann. Dass kein fertiges Schnittmuster abgedruckt wurde, sondern kleinschrittig gezeigt wird, was alles möglich wäre, finde ich äußerst ansprechend. Denn so setzt man sich unfassbar intensiv mit seinem Nähprojekt auseinander und versteht die einzelnen Zusammenhänge, anstatt stumpf eine Anleitung nachzunähen. Außerdem regt es wunderbar die Phantasie an, zu sehen, welche Variationen es gibt und wie viele unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten sich daraus ergeben. Da großer Wert auf das Verständnis für die Technik gelegt wird, lernt man viel darüber, welchen Effekte bereits ein kleiner Eingriff haben kann und wie bedeutsam Präzision ist. Am Ende des Nähprojektes steht ein hochwertiges, individuelles, maßgeschneidertes Oberteil, das einem bereits im Rahmen der Vorbereitungen ans Herz gewachsen ist. Sicherlich bedeutet dieses Nähbuch mehr Arbeit beim Ausprobieren als andere Nähprojekte aufzeigende Bücher; jedoch hatte ich bei noch keinem Nähbuch bisher so sehr das Gefühl, ein wirklich professionelles Buch in den Händen zu halten. Auf diese Weise hat man Ewigkeiten etwas von dem Buch, da die Variationsmöglichkeiten ausgesprochen vielfältig sind.

Ich bin voll und ganz begeistert von diesem Werk, das mich noch sehr lange begleiten wird, und vergebe daher volle 5 Sterne und meine ganz klare Empfehlung an Nähbegeisterte!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Die neue Zeichenschule“ von Barrington Barber

Die neue Zeichenschule

Hilfreich!

In 12 Lektionen soll man mit diesem Werk sowohl als Anfänger als auch als erfahrener Hobbyzeichner seine Techniken wunderbar entwickeln und verfeinern. Dabei werden die einzelnen Schritte immer feiner und präziser, sodass detailreichere Werke entstehen können. Sehr wird zudem der Trainingseffekt betont, denn so gut die Erklärungen auch sind: Übung ist unabdingbar. Insgesamt hält „Die neue Zeichenschule“ viele gute Tipps und Aufgaben bereit, an denen man sich im eigenen Tempo bestens entlanghangeln kann. Ich habe mich gut angeleitet gefühlt und war besonders über die Erklärungen erfreut.
Deswegen gibt es von mir eine klare Empfehlung und 5 von 5 Sternen!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Stranger Things: Finsternis“ von Adam Christopher

Spannender Thriller

Es ist Weihnachten in Hawkins und da sie ihre Freunde nicht treffen kann, wird Elfie von Langeweile geplagt. Kein Wunder also, dass sie unglaublich gerne Geschichten aus der Vergangenheit ihres Adoptivvaters Detective Hopper erfahren möchte. Auch wenn dieser sich anfangs noch so sehr sträubt kann er nicht lange standhalten. Und so begibt man sich mit den beiden auf eine Reise ins New York im Jahre 1977 als ein Serienmörder sein Unwesen treibt und das kriminalistische Gespür von Jim Hopper testet. Dass es sich um keinen normalen Fall handelt wird schnell noch besser spürbar als ihm der Fall plötzlich entzogen wird – ein Grund mehr, weiter zu ermitteln!

Die Erzählung wird immer wieder dadurch unterbrochen, dass Elfi eine Frage stellt und die Handlung zurück ins Jahr 1984 springt. Man erfährt allerdings nicht sonderlich viel über das Zusammenleben der neuen Familie, sondern liest einen spannenden Thriller im dezenten Stranger Things-Setting. Der Fall ist nicht der außergewöhnlichste oder packendste den die Welt je gesehen hat, vermag aber dennoch zu fesseln und zu unterhalten. Da „Finsternis“ sich thematisch nicht weiter auf die Serie bezieht als dass in der sehr im Hintergrund gehaltenen Rahmenhandlung ein paar Charaktere erwähnt werden, ist dieses Buch auch für Leser außerhalb der eingeschworenen Fangemeinde schöner Lesestoff.

Von mir gibt es vier von fünf Sternen!

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Erziehung prägt Gesinnung“ von Herbert Renz-Polster

Nicht überzeugend

In diesem Werk versucht Renz-Polster die Bedeutung der Erziehung für die politische Gesinnung aufzuzeigen. Hierbei hat der Kinderarzt einen sehr verständlichen und eingängigen Erklärungsansatz, der ständig wiederholt wird. Autoritäre Erziehung führe zu Rechtspopulismus, daher solle ein Umdenken erfolgen und eine Erziehung auf Augenhöhe vermittelt werden. Regelmäßig wird diese Erkenntnis mit dem Leser geteilt, sodass es mich nach einer Weile ziemlich nervte. Besonders da ich diese Darstellung für stark vereinfacht halte, konnten mich die Ausführungen nicht gänzlich überzeugen. Zwar ist es einleuchtend und sicherlich richtig, dass Erziehung ganz stark die Weltsicht beeinflusst, dennoch lässt sich letztere nicht auf den Erziehungsstil der Eltern reduzieren. Viel mehr Faktoren sind hierfür verantwortlich, allerdings spielen sie in diesem Buch keine Rolle. Die Botschaft des Werkes, dass mehr über Erziehung nachgedacht werden sollte, die Beweggründe für rechte Gesinnung ihren Ursprung bereits in der Kindheit haben können und wir durch die Art und Weise wie wir mit unseren Kindern umgehen deren Schicksal stärker beeinflussen als es häufig bewusst ist, finde ich nichtsdestotrotz sehr wichtig. Die Umsetzung ist leider in meinen Augen nicht ganz gelungen.

Insgesamt ein zum Nachdenken anregendes Buch, das jedoch nicht mit überzeugenden Erklärungs- oder Löungsansätzen punkten kann.

Ich vergebe daher 2 von 5 Sternen

2-Sterne

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📖 Rezension zu: „Die Macht der Schrift“ von Martin Puchner

Interessantes Thema

Über Verschriftlichungen von Gründungsmythen oder Vorstellungen über Recht und Unrecht lassen sich viele Erkenntnisse über die Entwicklung unserer Zivilisation in den zurückliegenden vier Jahrtausenden gewinnen. Dabei hat die Schrift stets einen signifikanten Einfluss gehabt, dessen man sich häufig kaum bewusst ist. Schon für Alexander den Großen war die Ilias ein sehr prägendes und unabdingbares Werk. So führt Puchner den Leser durch verschiedene Zeitalter und behandelt dadurch Buddha, Konfuzius, Esra, Goethe, Marx und Mao, Walcott oder auch J.K. Rowling.

Bei der Lektüre lernt man einiges dazu und gewinnt neue Blickwinkel auf Sprache und Schrift. Zudem wird ein breites Spektrum an Themen, Epochen und Gegenden abgedeckt. Einziger Kritikpunkt ist für mein Empfinden, dass das Werk überwiegend sehr trocken geschrieben ist und sich stellenweise sehr zieht.
Insgesamt handelt es sich jedoch um ein empfehlenswertes Buch.
Daher vergebe ich 4 von 5 möglichen Sternen!

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Bin im Garten“ von Meike Winnemuth

Erlebnisse aus einem Gartenjahr

Nachdem Meike Winnemuth um die Welt gereist ist, beginnt sie das nächste Abenteuer: Ein Jahr lang möchte sie endlich Wurzeln schlagen und einen eigenen Garten anlegen und bewirtschaften. Dabei versucht sie alles so perfekt wie möglich zu planen sowie umzusetzen und hat dabei das große Ziel, sich im ein oder anderen Monat selbstversorgen zu können. Besonderen Wert legt sie auf besonderes und biologisches Saatgut – und verwandelt sich Stück für Stück in einen riesigen Gartenliebhaber, der gerne mal mit Pflanzennamen um sich wirft und es kaum abwarten kann bis die so fürsorglich gepflegten Pflänzchen erste Blüten oder Früchte tragen.
Dieses Werk hat die Form eines Tagebuchs, weswegen man viele Anekdoten lesen kann. Ich selbst bin auch im Gartenfieber und konnte mich in ein paar Erzählungen schmunzelnd entdecken. Nichtsdestotrotz hat das Werk durchaus auch seine Längen und behält für diejenigen, welche selbst schon Kataloge gewälzt haben um die perfekten Pflanzen auszuwählen, leider nicht ganz so viele Tipps bereit wie ich erhofft hatte. Als sehr gelungen empfand ich hingegen die humorvollen Übersichten zum Ende eines jeden Monats und die Fotorafien.
Insgesamt handelt es sich um ein gutes Werk, dass mich immer wieder zum Schmunzeln bringen konnte.
Ich vergebe daher 4 von 5 möglichen Sternen

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „GQ Gentleman’s Guide“ von Charlie Burton

GQ Gentleman's Guide

Diesem Buch sollte Mann mehr Beachtung schenken

In diesem Handbuch finden Gentlemen Antworten auf zahlreiche Fragen verschiedener Lebensbereiche. Gegliedert in die Kapitel „Essen & Trinken“, „Gesellschaft & Liebe“, „Stilberatung“, „Sport & Wohlbefinden“, „Unterwegs“, „Für Angeber“, „Arbeit & Karriere“ und „Das Unerwartete“ werden nicht nur die Basics verständlich erklärt, sondern auf Kniffe vorgestellt, mit denen Mann sich auch von anderen Gentlemen abheben kann.
Wie man – nicht wie der eigene Vater – tanzt, Hemden im Militärstil einsteckt, die perfekte und leicht verwegene Fliege bindet, wie ein Spitzenathlet läuft, einen Strike beim Bowlen nach dem anderen wirft, seine Anzüge auf Reisen knitterfrei verstaut, gekonnt flirtet, mit Blumen spricht oder Verfolger abschüttelt lernt man genauso wie das stilvolle Ausrichten eines förmlichen Essens, das gekonnte Zubereiten eines Martinis, die richtige Rasur, das beste Vorgehen beim Diamantenkauf und vieles, vieles mehr. Bei der Auswahl der einzelnen Ratschläge bemerkt man immer wieder die wohldosierte Prise Humor. Zudem ist die Gestaltung äußerst gelungen: Die einzelnen Anleitungen wurden wunderbar ansprechend illustriert und sind durch die übersichtlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen gut verständlich. Jeder Tipp wird durch eine mal mehr, mal weniger lange Einführung begonnen, in der sich beispielsweise der Profischwimmer vorstellt, der im folgenden seine Technik offenlegt. Die Kapitel wiederum werden ebenfalls durch Zitate eingeleitet, die die Neugierde wecken und bereits gut einstimmen.
Mir hat dieses Werk sehr gut gefallen und den ein oder anderen – ja eigentlich für Gentlemen gedachten – Tipp habe ich bereits ausprobiert; weitere werden folgen. Ich kann den Ratgeber definitiv weiterempfehlen!

5-Sterne

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