📖 Rezension zu: „Die Macht der Schrift“ von Martin Puchner

Interessantes Thema

Über Verschriftlichungen von Gründungsmythen oder Vorstellungen über Recht und Unrecht lassen sich viele Erkenntnisse über die Entwicklung unserer Zivilisation in den zurückliegenden vier Jahrtausenden gewinnen. Dabei hat die Schrift stets einen signifikanten Einfluss gehabt, dessen man sich häufig kaum bewusst ist. Schon für Alexander den Großen war die Ilias ein sehr prägendes und unabdingbares Werk. So führt Puchner den Leser durch verschiedene Zeitalter und behandelt dadurch Buddha, Konfuzius, Esra, Goethe, Marx und Mao, Walcott oder auch J.K. Rowling.

Bei der Lektüre lernt man einiges dazu und gewinnt neue Blickwinkel auf Sprache und Schrift. Zudem wird ein breites Spektrum an Themen, Epochen und Gegenden abgedeckt. Einziger Kritikpunkt ist für mein Empfinden, dass das Werk überwiegend sehr trocken geschrieben ist und sich stellenweise sehr zieht.
Insgesamt handelt es sich jedoch um ein empfehlenswertes Buch.
Daher vergebe ich 4 von 5 möglichen Sternen!

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Bin im Garten“ von Meike Winnemuth

Erlebnisse aus einem Gartenjahr

Nachdem Meike Winnemuth um die Welt gereist ist, beginnt sie das nächste Abenteuer: Ein Jahr lang möchte sie endlich Wurzeln schlagen und einen eigenen Garten anlegen und bewirtschaften. Dabei versucht sie alles so perfekt wie möglich zu planen sowie umzusetzen und hat dabei das große Ziel, sich im ein oder anderen Monat selbstversorgen zu können. Besonderen Wert legt sie auf besonderes und biologisches Saatgut – und verwandelt sich Stück für Stück in einen riesigen Gartenliebhaber, der gerne mal mit Pflanzennamen um sich wirft und es kaum abwarten kann bis die so fürsorglich gepflegten Pflänzchen erste Blüten oder Früchte tragen.
Dieses Werk hat die Form eines Tagebuchs, weswegen man viele Anekdoten lesen kann. Ich selbst bin auch im Gartenfieber und konnte mich in ein paar Erzählungen schmunzelnd entdecken. Nichtsdestotrotz hat das Werk durchaus auch seine Längen und behält für diejenigen, welche selbst schon Kataloge gewälzt haben um die perfekten Pflanzen auszuwählen, leider nicht ganz so viele Tipps bereit wie ich erhofft hatte. Als sehr gelungen empfand ich hingegen die humorvollen Übersichten zum Ende eines jeden Monats und die Fotorafien.
Insgesamt handelt es sich um ein gutes Werk, dass mich immer wieder zum Schmunzeln bringen konnte.
Ich vergebe daher 4 von 5 möglichen Sternen

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „GQ Gentleman’s Guide“ von Charlie Burton

GQ Gentleman's Guide

Diesem Buch sollte Mann mehr Beachtung schenken

In diesem Handbuch finden Gentlemen Antworten auf zahlreiche Fragen verschiedener Lebensbereiche. Gegliedert in die Kapitel „Essen & Trinken“, „Gesellschaft & Liebe“, „Stilberatung“, „Sport & Wohlbefinden“, „Unterwegs“, „Für Angeber“, „Arbeit & Karriere“ und „Das Unerwartete“ werden nicht nur die Basics verständlich erklärt, sondern auf Kniffe vorgestellt, mit denen Mann sich auch von anderen Gentlemen abheben kann.
Wie man – nicht wie der eigene Vater – tanzt, Hemden im Militärstil einsteckt, die perfekte und leicht verwegene Fliege bindet, wie ein Spitzenathlet läuft, einen Strike beim Bowlen nach dem anderen wirft, seine Anzüge auf Reisen knitterfrei verstaut, gekonnt flirtet, mit Blumen spricht oder Verfolger abschüttelt lernt man genauso wie das stilvolle Ausrichten eines förmlichen Essens, das gekonnte Zubereiten eines Martinis, die richtige Rasur, das beste Vorgehen beim Diamantenkauf und vieles, vieles mehr. Bei der Auswahl der einzelnen Ratschläge bemerkt man immer wieder die wohldosierte Prise Humor. Zudem ist die Gestaltung äußerst gelungen: Die einzelnen Anleitungen wurden wunderbar ansprechend illustriert und sind durch die übersichtlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen gut verständlich. Jeder Tipp wird durch eine mal mehr, mal weniger lange Einführung begonnen, in der sich beispielsweise der Profischwimmer vorstellt, der im folgenden seine Technik offenlegt. Die Kapitel wiederum werden ebenfalls durch Zitate eingeleitet, die die Neugierde wecken und bereits gut einstimmen.
Mir hat dieses Werk sehr gut gefallen und den ein oder anderen – ja eigentlich für Gentlemen gedachten – Tipp habe ich bereits ausprobiert; weitere werden folgen. Ich kann den Ratgeber definitiv weiterempfehlen!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Vom magischen Leuchten des Glühwürmchens bei Mitternacht“ von Sy Montgomery

Vom magischen Leuchten des Glühwürmchens bei Mitternacht

So bezaubernd wie der Titel

Als ich das wunderschöne Cover und den ansprechenden Titel dieses Werkes entdeckte, war meine Neugierde geweckt. Und tatsächlich bin ich nicht enttäuscht worden.
„Vom magischen Leuchten des Glühwürmchens bei Mitternacht“ ist in die vier Jahreszeiten gegliedert, was ich als sehr gelungen empfunden habe. Da ich immer wieder auf Faszinierendes stieß, das ich selber auch unbedingt erleben, erforschen oder ausprobieren möchte, konnte ich mir eine Liste für das kommende Jahr erstellen. Beispielsweise das Anlocken von Glühwürmchen werde ich auf jeden Fall ausprobieren und freue mich jetzt schon darauf. Aber auch jedes andere Kapitel hat viel zu bieten. Insgesamt war ich überrascht, was alles verborgen in der Natur vorgeht. Sy Montgomery macht aufmerksam, weckt das Interesse und zeigt auch die Schönheit unterschätzer Tiere und Pflanzen wie Mücken oder Flechten. Sehr ansprechend war für mich zudem das Kapitel zur Wald- und Wiesenküche.
Bei diesem Werk handelt es sich um ein Füllhorn an Ideen, das Seite für Seite ins Staunen versetzt. Darüber hinaus ist der Schreibstil wunderbar gelungen: Mit reichlich Humor und spürbarer Begeisterung für das Thema, liest sich das Buch sehr angenehm. Was mich außerdem begeistern konnte ist, wie viel ich bei der Lektüre habe dazulernen können. Des Weiteren merkt man beim Lesen, wie viel Mühe in dieses Werk geflossen ist: Zahlreiche Forscher werden zitiert, vieles wird verständlich erklärt und die Illustrationen von Tine Pagenberg sind ebenfalls sehr schön.

„Der geneigte Leser möge beurteilen, ob sich darin eher Reste patriarchalischen Verhaltens finden lassen oder erste Anzeichen eines neuen sensiblen Männerbildes“ (S. 78). Wer ganz neue Blickwinkel auf die Natur kennenlernen, ins Staunen und zum Schmunzeln gebracht werden; wer mit kleinen Projekten Kindern und Jugendlichen wie auch sich selbst die Natur näher bringen und sie hautnah erlebbar machen möchte, wird an diesem Werk große Freude haben. Die 45 kleinen Geschichten eignen sich bestens dazu, sie immer wieder zu lesen. Mir hat das wunderschöne Buch ausgesprochen gut gefallen und mich den vielen Wundern der Natur näher gebracht.
Gerne würde ich diesem besonderen Werk mehr als 5 Sterne vergeben – sicherlich wird dies nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein.

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Kaffee und Zigaretten“ von Ferdinand von Schirach

Potpourri

Dieses Werk unterscheidet sich gravierend von allen anderen Werken, die ich bisher von Ferdinand von Schirach kannte. Dies fällt schon sehr kurz nach Beginn der Lektüre auf, da – anders als sonst – keine Geschichte erzählt wird; auch handelt es sich nicht um eine Sammlung von Kurzgeschichten zu einem bestimmten Oberthema.
Stattdessen erhält der Leser ein Potpourri aus Notizen zu politischem Geschehen, gesellschaftlichen Entwicklungen, besonderen Begegnungen oder Fällen des Autors und vielem mehr. So besteht das Werk aus zahlreichen Fragmenten, die viel über en Autor selbst preisgeben. Man erfährt von seiner Kindheit, von seinem Umgang mit den Spuren, die seine Familie in der deutschen Geschichte hinterlassen hat, von seinen ersten Berührungspunkten mit Jura und so weiter.
Dementsprechend ist dieses Werk weniger für Schirach-Neueinsteiger als für Freunde seiner bereits zuvor veröffentlichten Werke zu empfehlen. Mir haben die vielfältigen Betrachtungen sehr zugesagt, auch wenn ich anfangs meine Schwierigkeiten hatte, in das Buch einzusteigen. Zu Beginn fehlte mir der rote Faden, etwas an dem ich mich hätte entlanghangeln oder orientieren können.
Doch womöglich war das Ziel des Autors ein Stück weit zu verunsichern; den Leser aus der Reserve zu locken und ihn zum Nachdenken anzuregen. Mehrmals betont er, dass er genau diesen Effekt bei jedem Haneke-Film an sich gespürt hat und ihn das unglaublich beeidruckt hat.
„Kaffe und Zigaretten“ stimmt einen sicherlich nachdenklich. Der melancholische Ton in Verbindung mit Nachrichten aus der letzten Zeit sowie Erfahrungen aus von Schirachs Kindheit und Rechtsfällen erzeugen eine ganz besondere Stimmung, die sich schwierig in Worte fassen lässt.
Mir hat das Buch sehr gefallen, auch wenn ich anfangs nicht besonders angetan war. Von mir gibt es daher 4,5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für diejenigen, die gerne auch mal ein persönliches Buch von von Schirach lesen möchten.

4_5_sterne

 

 

 

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📖 Rezension zu: „Der Fall des verschwundenen Lords – Ein Enola-Holmes-Krimi“ von Nancy Springer

Der Fall des verschwundenen Lords

Ein guter erster Band.

Die junge Enola Holmes macht sich an ihrem Geburtstag große Sorgen, als ihre Mutter unauffindbar bleibt. Schnell macht sich Enola – die, so ihre Mutter, bestens alleine zurecht kommt – auf die Suche; doch leider vergebens.
Als sie nicht mehr weiter weiß, kontaktiert sie ihre großen Brüder, zu denen sie schon jahrelang keinen Kontakt mehr hat. Sie vermutet, dass dies darin begründet liegt, dass sie als viel zu spät geborenes Mädchen eine Schande für die ganze Familie ist. Es dauert nicht lange, da tauchen Sherlock und Mycroft Holmes auf. Enolas Freude hält jedoch nur kurz, denn die beiden feinen Herren sprechen furchtbar über ihre Mutter und bemängeln Enolas wenig damenhafte Erziehung (für die sie doch eigentlich jahrelang ordentlich gezahlt haben).
Für die beiden ist jedenfalls eindeutig, dass die Vermisste freiwillig gegangen ist, ja, sich sogar mit dem von ihnen erbeuteten Geld für Angestellte und eine gute Bildung abgesetzt hat. Außerdem wollen sie sich jetzt endlich um Elona kümmern… Indem sie sie in ein Internat für junge Damen stecken… So aber nicht mit ihrer Schwester!
Enola flieht vor dem ihr blühenden Schicksal, versucht ihre Mutter zu finden und stößt dabei zufällig auf den Fall des verschwundenen Lords Tewksbury. Sie stellt erste Ermittlungen an – ohne zu wissen, in welche Gefahr sie sich begibt…

„Der Fall des verschwundenen Lords“ ist der erste Band der Krimireihe um Enola Holmes. Der Schreibstil ist meistens sehr simpel gehalten und wird gelegentlich durch ein paar schwierigere Ausdrücke, die in das Jahr 1888 passen, gespickt. Die Autorin hat versucht, der jungen Leserschaft ein Gefühl für das Leben von Frauen zu dieser Zeit zu vermitteln. So zieht sich beispielsweise das Thema Kleidung wie ein roter Faden durch das gesamte Buch nd wird in jeder nur erdenklichen Situation angeführt, sodass es schon etwas zu präsent war. Aber auch das vorherrschende Frauenbild wird durch die abschätzigen Bemerkungen von Sherlock über den mangelnden Verstand von Frauen vermittelt. Glücklicherweise ist Enola ganz im Gegensatz zur Behauptung des berühmten Detektivs nicht auf den Kopf gefallen und kann – nach anfänglichen Schwierigkeiten, denn der erste Hinweis, den sie lange übersehen hat, war extrem offensichtlich – erfolgreich Ermittlungen anstellen.
Enola ist mit ihrer manchmal etwas wilderen Art ein toller Charakter, der sich so leicht nichts gefallen lässt. Das Buch ist schön geschrieben, lässt sich gut lesen und weckt die Neugierde auf die nächsten Fälle – auch wenn dann hoffentlich die Fälle etwas mehr im Vordergrund stehen und sie zeigt, dass sie bereits was das Ermitteln angeht, Fortschritte gemacht hat.

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Immer links der Atlantik“ von Marcus Haid

Immer links der Atlantik

Besonders für Einsteiger!

In diesem Buch berichtet der Fotograf Marcus Haid davon, wie er mit seiner Familie mit dem Bulli von Gibraltar bis ans Nordkap gereist ist. Ziel war es, entschleunigt zu reisen und dabei das Familienleben nicht zu vernachlässigen. All das, so scheint es, ist der Familie gelungen – mit 50 PS und 80 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Sehr anschaulich und persönlich berichten sie in „Immer links der Atlantik“ von ihrer Reise über Spanien, Portugal, Frankreich, England, Irland, Schottland, Wales, den Niederlanden, Dänemark bis nach Norwegen.

Die Gestaltung ist sehr abwechslungsreich, da man sowohl Reiseberichte und Tagebucheinträge als auch einige Tipps für eigene Reisen findet. Die Praxistipps zur Fotoausrüstung, der richtigen Reiseplanung und zur besten Reisezeit, wie man sich nach einer Reise wieder gut Zuhause einlebt, kindgerecht reist und möglichen Aktivitäten bei schlechtem Wetter sind dabei manchmal hilfreich, wirken oft jedoch an eine ziemlich reiseunerfahrene Leserschaft gerichtet.
Am reizvollsten waren für mich die Praxistipps zu Beginn des Buches mit wichtigen Versicherungen und Ersatzteilen. Diese geben einen guten Anstoß um sich selbständig noch einmal genauer einzulesen.
Die Idee, Tagebuchauszüge von Haids Frau Katrin einzubinden, erweitert die Erzählungen um die Perspektive einer Mutter, die beispielsweise sehr viel Wert auf die Sicherheit der Kinder und gute Bekanntschaften legt.
Auffällig ist die hochwertige Gestaltung mit zahlreichen Farbfotografien, die einen guten Eindruck von den jeweils beschriebenen Gebieten vermitteln.

Insgesamt handelt es sich hierbei um ein ansprechendes Buch, das sicherlich den ein oder anderen Ratschalg und die ein oder andere Anregung bereit hält und sehr ansprechend gestaltet ist. Allerdings richtet es sich eher an Leser und Reiseverrückte, die selbst in dem Bereich noch nicht allzu viele Erfahrungen gesammelt haben und gibt deshalb eher einfache Tipps an die Hand, weswegen ich einen Stern abziehe.

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Tödliches Spiel in Hongkong“ von Robin Stevens

Tödliches Spiel in Hongkong

精彩 – wunderbar!

In Deepdean erhält Hazel einen Anruf von ihrem Vater aus Hongkong: Ihr geliebter Großvater ist verstorben und sie soll dringend nach Hause kommen, um einen Teil der Trauerzeit im Kreise der Familie verbringen zu können. Nach einer Weile folgt ihr Vater Hazels Bitte, dass sie Daisy mitnehmen darf, weswegen die beiden Detektivinnen sich kurz darauf auf einer einmonatigen Schiffsreise nach Hongkong befinden.
Als sie schließlich am Hafen von Hazels Chauffeur abgeholt werden, ahnt Daisy allmählich, dass ihre Freundin keineswegs Teil einer bloß mittelreichen Familie ist – auch wenn ihre Vermutung, Hazel sei eine Prinzessin, nun auch wieder nicht zutrifft.
Sobald sie das Anwesen erreicht haben, ist es Zeit für eine weitere Überraschung, die vor allem Hazel bestürzt: Die zweite Frau ihres Vaters – Jie Jie – hat einen Sohn zur Welt gebracht. Nun dreht sich alles um das Baby Teddy: Ihr Vater hat nur Augen für den Neugeborenen, im Testament ihres Großvaters ist er bedacht und Hazels Magd soll sich nun nicht mehr um Hazel sondern den Jungen kümmern.
Als dann Teddy entführt und seine Magd ermordet werden, ist die Aufregung dementsprechend groß. Nicht genug, dass sich Hazel furchtbar schuldig fühlt und von ihrem Vater zu hören bekommt, sie hätte als große Schwester versagt, da sie nicht auf ihren kleinen Bruder aufgepasst hätte, sondern Hazel selbst wird verdächtigt, etwas mit den Taten zu tun zu haben. Immerhin wurde ihre Haarnaddel am Tatort gefunden, sie war in der Nähe und sie konnte Teddy nicht leiden.
Es bleibt der Detektei Wells & Wong also keine Zeit zum Trödeln: Sie müssen schnellstmöglich den wahren Täter finden. Bald schon zeigen ihre Ermittlungen, dass mehr als Täter in Frage kämen, als vorerst angenommen. Da stets jemand vom Personal oder der Familie ein wachsames Auge auf die beiden hat, gestalten sich die Untersuchungen als schwieriges Unterfangen.

Robin Stevens ist mit diesem Werk ein wundervoller sechster Band der Reihe um Hazel und Daisy gelungen. Mich konnten die schönen Beschreibungen vom faszinierenden Hongkong der 1930er Jahre sehr schnell in ihren Bann ziehen und es war mir beim Lesen eine große Freude, Hazels Zuhause kennen lernen zu können. Selbstverstädlich erklärt sie Daisy ganz verständlich, was sich hinter verschiedenen Gerichten verbirgt, zeigt Bräuche und Traditionen auf, führt ihre Freundin durch die Stadt und lässt dadurch beim Leser das Bild von einer ebenso exotischen wie geheimnisvollen Stadt erscheinen. Am Ende des Buches findet sich wie gewohnt ein Glossar mit Erklärungen zu schwierigen Wörtern, welches ausnahmsweise jedoch nicht von Daisy sondern von Hazel verfasst worden ist.
Allgemein steht Hazel in diesem Fall sehr stark im Mittelpunkt, da Daisy ihr – ausnahmsweise – gestattet, die Ermittlungen zu leiten. Immerhin kennt sich Hazel in der großen Stadt bestens aus und kann sich gut verständigen. Daisy hingegen hat immer wieder damit zu kämpfen, dass es hier komplett anders ist als in England. Nichtsdestotrotz findet sie Hongkong herrlich aufregend, was Hazel sehr freut und auch etwas stolz macht.
Wie auch schon in „Feuerwerk mit Todesfolge“ ist mir bei diesem Band sehr stark aufgefallen, wie sich Hazel weiter entwickelt. Da sie ihre Heimat im Gegensatz zu Daisy gut kennt, gewinnt sie wieder ein ordentliches Stück an Selbstvertrauen, was ganz wunderbar zu sehen ist.
Zudem lernt man viele neue Charaktere, die allesamt sehr gelungen dargestellt werden, kennen und erfährt nun endlich genau, wie Hazels Familie aussieht. In den vorigen Bänden hat sich Hazel schließlich nur spärlich dazu geäußert, dass ihr Vater zwei Frauen hat – hier wird es dem Leser sehr gut erklärt. Besonders habe ich mich über Hazels kleine Schwester May gefreut, die sehr findig ist. Die selbsternannte zukünftige Piratenkönigin habe ich sehr schnell ins Herz schließen können.
Und auch der Fall ist sehr spannend und fesselnd – das Buch konnte ich nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch verschlungen. Bei der meisterlichen Auflösung fügen sich die Puzzleteile zu einem gelungenen Gesamtbild, das mich definitiv überzeugen konnte.

Von mir gibt es auch für diesen charmanten Band volle 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung! Bitte mehr davon!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Asia Noodles“ von Chihiro Masui, Minh-Tâm Trân, Margot Zhang und Taisuke Yoshida

Asia Noodles

Dieses umfassende Werk beinhaltet 150 Rezepte aus Japan, China und Vietnam, die zeigen, wie abwechslungsreich und köstlich Nudeln sind. Dabei überzeugt das Werk sowohl mit traditionellen Zubereitungsarten als auch mit neuen Kreationen. Viele der verwendeten Nudelarten lassen sich – wie die verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen zeigen – problemlos selber herstellen. Aber auch zur Verwendung von Tempura (hier musste ich peinlich berührt feststellen, dass ich bisher nicht die optimale Herangehensweise hatte), Brühen und weiteres gibt es detaillierte und verständliche Anleitungen.

Zu Beginn des Buches erhält man eine sehr informative Einführung in chinesische, vietnamesische und japanische Nudeln, lernt sie zu unterscheiden und erfährt vorab, wie man sie zubereitet. Danach gliedert sich das Buch in folgende Kapitel: „Kleine Schalen“, „Große Schalen“, „Nudeln mit Sauce“, „Gebratene Nudeln“ und einen abschließenden Part mit Brühen, Grundrezepten und mehrere Rezeptverzeichnisse (z.B. nach Getreidearten oder vegetarische und glutenfreie Rezepte). In den Rezepten wird generell auf die zusätzliche Verwendung von Glutamat verzichtet, jedoch erklären die Autorinnen, dass es einem selbst überlassen ist, ob man es doch verwendet und einen intensiveren Geschmack erhält.

Bereits beim ersten Durchblättern war ich von der Vielzahl an Rezepten und den rund 200 Fotos, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen, beeindruckt. Die Erklärungen und Anleitungen sind gut verständlich und man wird schnell zum Nachkochen angeregt. Schnell wird klar, dass Nudeln eine Welt für sich sind und man sie definitiv nicht unterschätzen sollte. Das ein oder andere Nudelgericht habe ich schon auf Asienreisen probieren können und war dementsprechend froh, mich nun selbst an die authentischen Rezepte des Buches wagen zu können.

Insgesamt handelt es sich um ein sehr abwechslungsreiches, inspirierendes und ansprechendes Buch mit vielen tollen Rezepten, die es sich auszuprobieren lohnt!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Die Weimarer Republik“ von Uwe Klußmann (Hrsg.) und Joachim Mohr (Hrsg.)

Weist ein paar Schwächen auf

In diesem Werk widmen sich SPIEGEL-Autoren und Historiker verschiedenen Facetten der Weimarer Republik, die einen möglichst umfassenden Eindruck der Weimarer Republik vermitteln sollen. So werden viele kleinere Themengebiete den Kapiteln zugeordnet. Aufgrund einer kurzen Kapitel- und Unterkapitelbeschreibung zu Beginn des Werkes, erhält man bereits vorm Lesen eine erstaunlich genaue Vorstellung von dem, was einen bei der Lektüre erwartet. Auf mich wirkte es zudem so, als solle die Möglichkeit geboten werden, das Buch nicht von vorne bis hinten durchzulesen, sondern die für einen persönlich interessantern Texte auszuwählen.
Die einzelnen Artikel sind sehr kurz und verständlich verfasst, sodass das Lesen keine Mühe bereitet.
Mir persönlich fehlte jedoch die wissenschaftliche Unterfütterung, sodass bei mir der Eindruck entstand, die Zielgruppe sei eine andere. Und tatsächlich verstärkte sich dieser Eindruck im Verlauf der Lektüre: Es scheint, als sei das Buch für Schülerinnen und Schüler konzipiert, die sich etwas mehr leicht zugängliche Informationen über die Weimarer Republik wünschen als im Unterricht geboten oder ein Referat planen und nach thematischer Inspiration suchen.
Ein Manko ist jedoch unabstreitbar das Fehlen von Quellen und der damit einhergehende Mangel an Belegen, was auch aufgrund der Tatsache, das derartige Angaben wesentlich mehr weiterführende Literatur aufzeigen würden als es so zum Schluss des Buches geschieht, schade ist.

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📖 Rezension zu: „Reiss aus: 46.000 Kilometer Roadtrip durch Afrika“ von Lena Wendt

Reiss aus

Eine unglaubliche Reise!

Der Plan von Ulli und Lena: Mit dem Land Rover ein halbes Jahr lang von Hamburg aus bis nach Südafrika zu fahren, dabei endlich mal zur Ruhe zu kommen und vom stressigen (Arbeits-) Alltag Abstand zu gewinnen. Tatsächlich erreicht das Paar Südafrika nicht – obwohl es zwei Jahre lang unterwegs ist. Auf der Reise machen die beiden beeindruckende Bekanntschaften, geraten in gefährliche Situationen, wachsen über sich hinaus und finden zu sich selbst. Dabei verläuft bei weitem nicht alles harmonisch, da sich Lena mit ihrer „es wird schon alles gut gehen“-Einstellung die Auszeit ganz anders vorgestellt hat als Ulli, der gerne alles planen und sicher wissen möchte.
Aus der Reise ist ein Kinofilm entstanden, der mir vor der Lektüre dieses Buches jedoch offen gestanden kein Begriff war. Aufgrund von Lenas lebhaften Beschreibungen und Erzählungen konnte ich mir nichtsdestotrotz zahlreiche Abschnitte sehr gut vorstellen. In der Mitte des Buches finden sich zudem einige Seiten mit ansprechenden Farbfotografien, die im Buch Geschriebenes gekonnt veranschaulichen und die hochwertige Gestaltung des Buches schön ergänzen.

Beim Lesen war ich regelmäßig überrascht darüber, welche Risiken Lena unbedingt eingehen möchte und wie Ulli so häufig einfach mitzieht… Wenn es beispielsweise die Möglichkeit gibt, entweder ohne Karte durch die Wüste zu fahren oder eine geteerte Straße zu nutzen und Lena darauf beharrt, wenigsten das Abenteuer durch die Wüste zu wagen, wäre ich an Ullis Stelle sicherlich nicht ihrem Wunsch so leicht nachgekommen…
Generell würde ich die Erzählweise als sehr offen, ehrlich und unbesorgt beschreiben. Auch von Parasiten, die sich die beiden einfangen, von Tiefen in ihrer Beziehung und von den Ängsten oder Risiken zu Ebola-Zeiten wird berichtet. Gerade durch die vielen Gespräche mit Einheimischen erhält man viele neue Einblicke – zum Beispiel hätte ich nicht gedacht, dass nachts wegen der von Ebola ausgehenden Gefahr eine Ausgangssperre verhängt wurde, Schulen zwei Jahre lang geschlossen hatten, Fußballspielen und ähnliche schweißtreibenden Aktivitäten untersagt waren und so weiter. Auch mit dem Thema der islamistischen Terroranschläge werden Ulli und Lena auf ihrer Reise konfrontiert. Sehr beeindruckend war für mich des Weiteren, dass die beiden immer wieder wenn ihnen eine Gegend besonders gefällt einen Halt einlegen, dort arbeiten und ein Stück weit den Alltag dort kennenlernen dürfen. Von der Lebenseinstellung, den Ratschlägen und dem Alltag der ihnen Begegnenden war ich sehr beeindruckt. Diese Beschreibungen machten für mich den größten Reiz des Werkes aus, da ich ganz neue Perspektiven auf Afrika gewinnen konnte.

Das Buch habe ich ohne eine Pause einzulegen verschlungen, so packend waren die Erzählungen über diese unglaubliche Reise. Es hat dabei so derart viele Facetten, die ich unmöglich alle hätte nennen können, dass es einen nachdenklich und schwer beeindruckt zurück lässt. Manchmal war mir Lena mit ihrer positiven Einstellung, ihrem Enthusiasmus, ihrem Unverständnis gegenüber Ullis Bedenken, ihrer Abenteuerlust und ihrer Arglosigkeit etwas zu risikofreudig, doch lernt sie nach und nach die Perspektive zu wechseln und nachzugeben. Ohne diese Unbeschwertheit wäre sicherlich auch kein so beeindruckendes Werk entstanden, denn so reizvoll das Gelesene ist: Zum Nachmachen ist es wohl nur bedingt geeignet.

Von mir gibt es für dieses Werk volle 5 Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Deine kalten Hände“ von Han Kang

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Sehr speziell

Als die Schriftstellerin H von der Schwester des vor zwei Jahren spurlos verschwundenen Künstlers Jang Unhyong ein Tagebuch zugeschickt bekommt, taucht sie in die Welt des hinter die Fassade der Menschen schauenden Bildhauers ein. Dieser erkennt schon als Kind, dass in seinem Umfeld fast jeder Masken trägt. Nur in kurzen Augenblicken bröckelt ihre Fassade und Jang erkennt die finsteren Abgründe oder die Leere, die in ihnen schlummern. Generell fehlen ihm menschliche Nähe und Aufrichtigkeit – denn beispielsweise die falschen Tränen seines Vaters bei der Beerdigung von Jangs Mutter verfolgen ihn noch jahrzehntelang.
Schließlich findet er seine Berufung: Als Bildhauer nimmt er Gipsabdrücke von Körperteilen oder auch ganzen Körpern. Dabei reizen ihn jedoch keineswegs durchschnittliche oder schöne Frauen, sondern jene mit Ecken und Kanten. Solche, die etwas zu verbergen haben; in denen etwas dunkles hinter der Fassade schlummert. Als er L trifft, weiß er sofort, dass er von ihr Abdrücke nehmen muss. L – stark übergewichtig und von den Menschen aufgrund ihres wohl wenig ansprechenden Erscheinungsbildes abgelehnt – spricht den Künstler an. Ihre perfekten Hände passen absolut nicht zu ihrem restlichen Körper. Der Künstler findet sie wunderschön und nimmt anfangs Abdrücke von ihren Händen, später vom gesamten Körper. Nach und nach kommen sich die beiden näher, denn L schmeichelt es, dass sie endlich gesehen und so angenommen wird wie sie ist. So erzählt sie ihm auch von ihrem Geheimnis und ihrer bewegenden Vergangenheit. Kurz darauf trennen sich ihre Wege, bis Jang später auf eine vollkommen veränderte L mit neuen Geheimnissen, Abgründen und Masken stößt.
Ein weiterer Abschnitt in seinem Leben beginnt, als er mit der Innenarchitektin E bekannt gemacht wird, die für einen Kunden Abdrücke von dem Bildhauer erwerben möchte. Die unfassbar reinliche, ordentliche und schöne Frau fasziniert Jang – besonders da sie immer wieder Aussetzer zu haben scheint, die nur er bemerkt. Welches Geheimnis schlummert hinter ihren dunklen Augen? Er muss es herausfinden – und von ihr Abdrücke nehmen. Als die beiden spurlos verschwinden schließt sich der Kreis und die Rahmenhandlung um H setzt wieder ein.

Die ersten Seiten des Buches enttäuschten mich sehr, da mich Hs Erzählweise mich absolut nicht für sich zu gewinnen vermochte. Glücklicherweise setzt schon kurz darauf die eigentliche Handlung ein; die Rahmenhandlung macht wirklich nur einen Bruchteil des Werkes aus.
Das Buch hat einen ganz speziellen Charakter – sowohl was die Figuren und die Handlung als auch die Erzählweise betrifft. Alle Namen bis auf die des Künstlers werden nur durch einzelne Buchstaben abgekürzt, was in die gesamte Hüllen- und Maskenthematik passt. Der sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehenden Frage nach den Hüllen, Masken oder Schalen des Menschen, wird mit meist sehr nüchterner und distanzierter, mal poetischer, Sprache auf den Grund gegangen. Insgesamt setzt die Autorin viel auf Symbole. L beschreibt dies sehr gut als Jang einen Abdruck von ihrem gesamten Körper nimmt und sie das Gefühl, als er den Gips ablöst, so beschreibt, dass er ihre Hülle abgezogen und ihren wahren Kern freigelegt hätte. Und auch E philosophiert darüber, ob die Abdrücke eher Schalen oder Hüllen seien.
Die Charaktere sind ebenfalls ungewohnt – besonders L und E stehen an Jangs Seite im Vordergrund. Für mich war die Anziehungskraft, die sie auf den Künstler ausübten, nicht immer nachvollziehbar und ihre Handlungen manchmal überzogen. L beispielsweise, die im Verlaufe des Buches eine psychische Erkrankung entwickelt, hat einen Wutausbruch, dessen Anlass für mich in keinem Verhältnis zu den Auswirkungen stand. Auch E hat solche „Ausbrüche“, die sich mir leider nicht gänzlich erschlossen.
Definitiv werden hier menschliche Abgründe porträtiert, weswegen man bei der Lektüre für mein Empfinden auch regelmäßig Pausen einlegen sollte. Die Figuren versprühen eine nicht greifbare Bedrohung, was dem Werk kafkaesk anmutende Züge verleiht – im Vergleich in meinen Augen jedoch nicht ganz so stimmig ist.
Mich lässt „Deine kalten Hände“ zwiegespalten zurück, da ich die Idee, dass der Künstler durch das Abnehmen seiner Gipsabdrücke hinter die Fassade seiner Mitmenschen blicken kann, sehr reizvoll finde. Zudem hat er mich immer wieder an Geniefiguren aus anderen (klassischen) Werken erinnert, was besonders, da man die Geschichte aus seiner Perspektive erlebt, spannend ist.
Die restlichen Charaktere habe ich einerseits als interessant empfunden, andererseits blieben sie mir – auch aufgrund des nüchternen Schreibstils – fremd und häufig unverständlich.

Wer gerne symbolträchtige Werke mit Charakteren, an denen man sich aufreibt, und einem nüchternen Schreibstil, der gelegentlich ins Poetische driftet, ebenso wie subtile Spannung zu schätzen weiß und sich gerne über das Gelesene Gedanken macht – ohne von dem Verfasser auf mögliche Lösungen oder Konsequenzen gestoßen zu werden – ist mit diesem Werk sicherlich bestens beraten. Es zeigt eindringlich, wie wir Masken aufsetzen um vor der Gesellschaft unsere Makel zu verstecken und dabei abstumpfen; ist dabei jedoch nicht besonders eingängig.

Ich vergebe 3,5 Sterne

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📖 Rezension zu: „Raus auf den Balkon!“ von Thierry Heuninck und Aurore Petit

Raus auf den Balkon!

Spielerische Einführung ins Gärtnern

Dieses Buch soll Kindern eine spielerische Einführung ins Gärtnern geben und ihr Interesse für das Anbauen eigenen Gemüses und eigener Pflanzen wecken. Dabei wird bei allen vorgestellten Ideen darauf geachtet, dass man zur Umsetzung keinen großen Garten benötigt – schließlich lassen sich viele Pflanzen auch ganz wunderbar auf kleinen Flächen wie einem Balkon ziehen.

Auf den ersten Seiten erhält man eine sehr schöne Einführung in das Thema: Was benötigen Pflanzen um gut zu wachsen? Wie sind sie aufgebaut? – und viele Fragen mehr werden beantwortet. Zudem hilft ein Saisonkalender beim Planen des Gartenjahres. Ebenso erfahren die Kinder, welches Werkzeug kein Gärtner missen mag und wie man sich gute Nachbarschaften bei Pflanzen zu Nutze machen kann. Im Anschluss daran werden die einzelnen abwechslungsreichen Projekte vorgestellt.

Zu Beginn findet sich stets eine kleine Beschreibung mit Informationen zu Herkunft, Verwendung und Ähnlichem der Pflanze. Die Anleitungen zeigen Schritt-für-Schritt, was zu erledigen ist, und sind ganz liebevoll und ansprechend illustriert. Auf den Seiten gibt es viel zu entdecken, da botanische Fachbegriffe, wissenswerte Informationen, Tipps und Tricks, Anekdoten oder auch Rezepte das Gesamtbild abrunden.

Begeisternd ist auch, wie abwechslungsreich die vorgestellten Pflanzen sind: Von Tomaten und Zitronen über Radieschen und Lavendel bis hin zu Exoten wie Avocados. Bei den zehn Projekten kommt sicherlich keine Langeweile bei kleinen grünen Daumen auf – der Umfang ist für mein Empfinden perfekt gewählt. Da erklärt wird, wie man generell aus Samen oder Kernen Pflanzen zieht, können sich die Gärtner später auch prima an anderen Pflanzen versuchen. Ganz hinten sind in einem Glossar schwierigere Begriffe gelistet, die sehr verständlich erklärt werden.

Insgesamt handelt es sich um ein wunderschön gestaltetes Buch, mit vielen Erklärungen, Tipps und Ideen, das kleinen Gärtnern spielerisch zeigt, wie man ganz leicht Pflanzen zieht. Die Gestaltung regt sofort zum Loslegen an und schnell haben die Kinder erste Erfolgserlebnisse. Auch, dass erklärt wird, weswegen Regionalität und Saisonalität so wichtig sind, finde ich äußerst ansprechend. Da dieses wirklich tolle Werk keinerlei Wünsche offen lässt, vergebe ich 5 Sterne und empfehle es absolut weiter!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Der kleine Gartenversager“ von Stefan Schwarz

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Gut Grün!

Seit bereits 20 Jahren bewirtschaften Stefan Schwarz und seine Frau ihren Garten in einem KGV. Oder zumindest versuchen sie es, denn immer wieder stellt sich heraus, dass das Projekt Selbstversorgung so leicht dann doch nicht umzusetzen ist. Dennoch bereiten den beiden ihre zum Scheitern verurteilte Versuche, ihren grünen Daumen unter Beweis zu stellen, mächtig Freude. Denn auch wenn die Radieschen so schießen, dass zwar keine Knollen geerntet werden können, so sollte man das Radieschengrün im Salat doch zu schätzen wissen. Außerdem wird es einem nie langweilig – alleine schon der anderen gartenverrückten GF (Gartenfreunde und -freundinnen), dem VauVau (Vereinsvorsitzenden) und der die Kreativität ach so sehr einschränkenden Vereinsvorschriften wegen.

Mit reichlich Humor erzählt Stefan Schwarz von Erfolgs- und Misserfolgserlebnissen, die man so oder so ähnlich vielleicht von sich selber kennt und einem zum Lachen und Nicken bringen. Immer wieder konnte ich mich in den Beschreibungen seiner Frau entdecken, denn auch ich bin wohl eine „Verlusthysterikerin“ (S.125) die sich von keiner (schönen) Pflanze trennen kann, bevor sie nicht groß ist und sich ganz eindeutig als Unkraut zu erkennen gibt; oder nur weil sie sich einen Platz ausgesucht hat, an dem Pflanzen eigentlich gar nicht angedacht waren. Und auch die gelegentlich – vorsichtig formuliert – anstrengungsvermeidende Haltung des Autors kam mir doch aus meinem nächsten Umfeld bekannt vor, wenn beispielsweise statt einen neuen Zaun an die Stelle des alten morschen zu setzen, einfach ein kleines selbstgebasteltes Warnschild aufgehängt wird.

Ebenso verhält es sich mit einigen Ernteerlebnissen: Die riesigen Zucchini, die, kaum dass man mal eine Sekunde nicht hinschaut, abermals eine oberschenkelgroße Frucht unter einem Blatt hervorluken lassen, kenne auch ich. Sehr glücklich bin ich daher, dass ich durch das Buch schon vorgewarnt Projekte starten (oder verwerfen) kann, die bereits länger bei mir auf der „zu erledigen“-Liste stehen und bei dem Autor bereits mächtig schief gegangen sind.

Schön war auch das Register mit wichtigen – für einen echten GF unabdigbaren – Begriffen und Abkürzungen, das beim Lesen des Buches keine Frage offen lassen dürfte. Die Illustrationen von Katharina Greve lockern das Buch angenehm auf. Generell ist das Werk sehr kurzweilig und lässt sich prima in einem durchlesen.

Wer eine lockere Lektüre – die einem womöglich zeigt, dass man nicht der einzige nicht gänzlich erfolgreiche Kleingärtner ist – sucht, ist mit diesem 174 Seiten umfassenden Buch sehr gut beraten. Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

Daher vergebe ich 4 von 5 Sternen

4-Sterne

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📖 Rezension zu: „Mörder“ von Veikko Bartel

Mörder

Beeindruckend.

In diesem Werk stellt der Strafverteidiger Veikko Bartel sechs Fälle vor, in denen er Täter in Tötungsfällen verteidigt. Dabei zentral sind die Beweggründe für die Taten: Was haben die Männer erlebt und wie gerieten sie in ihre Situation? Doch auch die Frage nach Gerechtigkeit bleibt nicht außer Acht gelassen. Als sehr interessant empfand ich zudem Bartels Ausführungen zu der häufig an Strafverteidiger gerichtete Frage „Wie können Sie nur XY verteidigen?“. Denn auch solche Täter hat er vertreten. Männer, von denen zu erwarten war, dass sie wieder ähnliche Verbrechen begehen. Hat Bartel Schuld an dem Mord an einer Frau, nachdem er den Täter erfolgreich verteidigt hat?

Darüber hinaus lernt man beim Lesen etwas über die Strukturen des Justizapparates – nicht nur in Deutschland – sondern auch in Thailand und Indien, denn auch dahin begleitet man den Strafverteidiger.

Das Buch ist spannend und abwechslungsreich geschrieben, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Was mir neben der detaillierten Beschreibung der Fälle und ihrer Hintergründe sehr gefallen hat, ist, dass verschiedene Prinzipien, Richtlinien, Ausdrücke und Ähnliches sowohl im Text als auch in Fußnoten anschaulich erklärt werden, weswegen man bei der Lektüre sicherlich das ein oder andere lernen kann. Auch ist es interessant, zu erfahren, was die Männer zu ihren Taten bewegt hat und dass man erkennt, wie viele Details erkannt und zusammengefügt werden müssen, um ein ausreichendes Gesamtbild erhalten und die Tat verstehen zu können. Ich bin von diesem Werk sehr angetan und werde bald seinen Vorgänger „Mörderinnen“ lesen, welcher sich ausschließlich mit von Frauen verübten Taten befasst.

Ich vergebe 5 Sterne

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Stranger Things: Suspicious Minds“ von Gwenda Bond

Stranger Things: Suspicious Minds - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE – ein NETFLIX-Original

Lesenswert.

In diesem Werk wird die Vorgeschichte zu der Serie Stranger Things erzählt.  So begibt man sich mit dem Buch auf eine Reise in die Kleinstadt Hawkins im Sommer 1969. Hier bekommt die Studentin Terry Ives von einem Experiment zu hören, das unwillkürlich ihre Neugierde weckt: Etwas wichtiges scheint vorzugehen und sie möchte Teil davon sein. Also meldet sie sich als Testperson und fühlt sich in ihrer Annahme, etwas Bedeutungsvolles stehe bevor, bereits bestätigt, als sie die Papiere im Warteraum ausfüllt: Die Regierung scheint involviert zu sein und Terry darf mit niemandem über das Projekt sprechen.
Mit jeder weiteren Sitzung zu der sie erscheint, mit jeder weiteren Verabreichung von bewusstseinserweiternden Mitteln, nimmt das Experiment einen größeren Stellenwert in ihrem Leben ein. Terry’s Freund, dem sie immer wieder etwas von der Studie erzählt, ist zwar nicht sonderlich begeistert von dem mysteriösen Experiment, doch ist Terry bereits viel zu eingebunden um einfach aufzuhören – immerhin scheinen wichtige Personen ihre Finger im Spiel zu haben, die nicht nur ihren Erfolg am College in den Händen zu beeinflussen vermögen und vor nichts zurückschrecken…
Zum Glück hat Terry in den anderen Probanden Freunde gefunden, sodass an ihrer Seite Alice, Gloria und Ken stehen. Diese Unterstützung wird sie bald brauchen, denn sie stößt auf ein Kind, das im Labor lebt und offenbar auch an Experimenten teilnehmen muss. Statt mit seinem Namen Kali wird das Mädchen mit der Zahl Acht angesprochen und ist, wie sich bald herausstellt, ein außergeöhnliches Kind. Bald schon beschließen die Freunde, sie zu retten und endlich das Labor und Dr. Brenner, der die Experimente leitet, hinter sich zu lassen. Dies ist leichter gesagt als getan, denn Brenner hat ein wachsendes Interesse an den Probanden und lässt sich von niemandem so leicht aufhalten.
Der Schreibstil ist recht simpel gehalten, sodass man sehr schnell in einen guten Lesefluss gerät. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen, was auch mit der spannenden Erzählweise der Autorin zusammenhängt. Obwohl man, wenn man die Serie gesehen hat, bereits grob weiß, wie die Geschichte enden wird, ist der Weg dorthin sehr ereignisreich und emotional. Sowohl mit als auch ohne das Vorwissen durch die Serie ist das Werk lesenswert. Man lernt liebevoll gezeichnete und sehr lebendig wirkende Charaktere wie Alice, die mich mit ihrer toughen und zugleich charmanten Art sofort zu begeistern vermochte, kennen. Vorwissen benötigt man hier zwar nicht, kann aber immer wieder etwas wiederentdecken, Zusammenhänge erkennen und so weiter. Kennt man die Serie nicht, so beinhaltet das Werk einen guten Thriller. Andernfalls ist eher die Handlung als das Ende an sich spannend.
Die Geschichte ist meines Erachtens sehr ausgewogen gestaltet, sodass es einem nie langweilig wird – und zwar ohne dass unrealistische Wendungen aus dem Hut gezaubert werden. Bezüge zu Ereignissen wie den Morden durch die Manson Family, dem Vietnamkrieg mit seiner Einzugslotterie, Woodstock oder der Mondlandung werden gekonnt eingestreut.
Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen – trotz des offensichtlichen Endes. Als Prequel ist es erstaunlich eigenständig, weswegen man kein Hintergrundwissen aus der Serie benötigt.
Von mir gibt es 5 Sterne!

5-Sterne

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📖 Rezension zu: „Hochsensibel – Was tun?“ von Sylvia Harke

Cover-Bild Hochsensibel - Was tun?

Ein Unwohlfühlbuch

Beworben wird dieses Buch als „das Standartwerk zur Hochsensibilität“ – dementsprechend gespannt war ich. Zu Beginn beschreibt die Autorin, sie habe alle möglichen Informationen zusammengetragen und zu diesem Buch gebündelt, weswegen aus verschiedensten Bereichen und nicht immer wissenschaftlich fundiert, Informationen gegeben werden. Da Sylvia Harke selbst hochsensibel ist und sich laut Hinweis und Einleitung intensiv mit dieser Veranlagung auseinander gesetzt hat, soll der Leser dennoch nichts missen. Im Zentrum sollen zudem praktische Ratschläge stehen, die zu einem entspannteren Alltag und besserem Wohlbefinden verhelfen sollen.

Was mir zunächst sehr negativ auffiel, war der esoterische Bezug. Zwar haben sicherlich viele Hochsensible einen Draht zu solchen Bereichen, mir war dieses Thema aber viel (!!!) zu präsent. Immer wieder musste ich mich – was nicht allzu oft geschieht – überwinden um weiter zu lesen. Auch die (Kurz)-Geschichten/Traumreisen (z.B. S. 68, f. und 222-227), welche die, wie sie betont, ach so kreative Autorin selbst verfasst hat, löste bei mir eher peinliche Berührtheit als irgenswelche Erkenntnisse aus… Auch über kuriose Erlebnisse („Dies ist eine wahre Geschichte. Meine Geschichte.“ (S. 227)) wie der Begegnung mit einem alten, alkoholabhängigen Mann im Zug, nachdem sie eine Zeitreise gemacht hat (?), der sie bittet, ihn zu segnen, weil sie eine heilige Frau sei, woraufhin sie mit ihm betet und er in Tränen ausbricht und so weiter, wird berichtet. Ebenfalls beim Thema Partnerschaft wird primär auf Seelenpartner und die Verbindung mit dem Kosmos eingegangen, was für mein Empfinden überzogen ist und nicht authentisch wirkte. Einzig das Thema der Telepathie hatte für mich einen gewissen Reiz, aber eher aus dem Blickwinkel der Vorahnungen, wie sie ja auch in anderen Werken gerne angeführt und erklärt werden. Skurril bleibt es, wenn die Autorin schreibt: „Überlegen Sie mal! Welches Tier auf diesem Planeten strahlt die größte Lebensfreude aus? Welches Tier spielt völlig frei und unbeschwert? Bei den meisten Lesern stellen sich wahrscheinlich sogleich Bilder von springenden Delfinen ein. Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, warum Delfine und Wale solch große und differnzierte Gehirne haben? Sie ernähren sich ausschließlich von Fisch, Algen oder anderen Meerestieren und sind immer reichlich versorgt mit essenziellen Fettsäuren.“ (S. 146) Deswegen leitet Sylvia Harke hier die Empfehlung ab, vermehrt Algen zu essen, um Depressionen, Angst und Stress vorzubeugen. Insgesamt hatte ich den Eindruck, für die Autorin sei das Werk eher ein Mittel zur Selbstdarstellung als eine Hilfestellung für den Leser. Die wenigen „Ratschläge“, die erteilt werden sind eher allseitsbekannte Plattitüden zum Führen eines glücklichen Lebens: Nicht zu viel Stress und die innere Mitte bitte nicht vergessen. Nun war dies zugegebenermaßen nicht mein erstes Buch zu dem Thema – dieses würde ich weder „Neueinsteigern“ noch mit der Thematik bereits vertrauteren Lesern empfehlen. Als Standartwerke würde ich vielmehr die Bücher von Elaine Aron empfehlen oder auch Eliane Reichardts „Hochsensibel – Wie Sie Ihre Stärken erkennen und Ihr wirkliches Potenzial entfalten“.

Insgesamt ein anstrengendes Buch, das so wirkt, als würde es primär der Selbstdarstellung der Autorin dienen. Für mich ein Unwohlfühlbuch…

Ich vergebe 1 Stern

📖 Rezension zu: „Von Zeit und Macht“ von Christopher Clark

Von Narrativen und… Narrativen.

Dieses Werk lässt mich zugegebenermaßen zwiegespalten zurück. Zum einen wird das Versprechen, Zusammenhänge zwischen Macht und Zeit aufzuzeigen, durchaus auch eingelöst. So erfährt man, wie sich Machtstrukturen wandeln, wie Macht zu verschiedenen Zeiten legitimiert wird und so weiter. Doch andererseits hatte ich häufig den Eindruck, plakative, an Inhalt jedoch ärmere Phrasen zu lesen. Da in diesem Buch viele geschichtliche Figuren wie Friedrichs II. von Preußen, Bismarck und Weitere thematisiert werden, erhält man auf den 320 Seiten zwar einen guten Überblick; ich befürchte jedoch, dass man mehr Verständnis für „Zeit und Macht“ entwickeln würde, nähme man ein paar wenige gute Lektüren zu einzelnen der hier beschriebenen Epochen zur Hand, erführe man über die beiden Schlagworte wesentlich mehr. Besonders die „Narrative“, auf die sich ständig bezogen wird, bereicherten für mich nicht gerade die Lektüre.
Der Schreibstil war abwechselnd sehr bildhaft-eingänglich und umständlich-demotivierend. „Kein einziges der auf diesen Seiten analysierten Regime änderte formal den Kalender. Kein einziges führte eine neue Zeitordnung ein. Aber jedes einzelne besaß eine markante zeitliche Signatur. Jedes ‚tanzte‘ zu einer anderen zeitlichen Musik.“ (S.231)
Was mir wiederum von der Idee her sehr zusagte, war, dass im Epilog Bezug auf die aktuelle Situation Europas genommen wird. Hier stellt der Autor ein paar Bezüge zu den zuvor herausgestellten Situationen in der Geschichte her.
Ab Seite 249 folgen sein Dank, die Anmerkungen und das Register (bis S. 313), was mich persönlich vom Umfang her überraschte.

Insgesamt handelt es sich meines Erachtens um ein Buch, das viele Epochen anführt und auf die Stichwörter „Macht“ und „Zeit“ hin untersucht. Dabei überraschen der doch recht geringe Umfang des Werkes, die häufig einfließenden Modewörter, die leider nicht wirklich mit Inhalt gefüllt werden und der zwischen bildhaft und trocken wechselnde Schreibstil. Obwohl ich ein paar neue Denkanstöße habe erlangen können, vermochte mich das Buch leider nicht zu überzeugen.

Ich vergebe 2 von 5 Sternen

2-Sterne

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📖 Rezension zu: „99x Südschweden wie Sie es noch nicht kennen“ von Axel Pinck und Udo Haafke

Sport, Natur, Kunst, Kulinarisches oder Skurriles? All das, so zeigt dieses Werk, hat Südschweden zu bieten. So beinhaltet das handliche Buch viele Tipps um eigene Ausflüge zu planen und hilft, verschiedene Unternehmungen gekonnt zu verbinden. Egal welche Ansprüche man an seinen Urlaub stellt – hier dürfte man fündig werden. Viele Fotos helfen bei der Auswahl und eine Landkarte im Cover erleichtert Orientierung und Planung. Die einzelnen Seiten sind zudem sehr übersichtlich. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Inselhüpfen, Jazzmusik und Schlossromantik bei einem Trip gekonnt kombinieren.

So steht dem Erkunden Südschwedens nichts mehr im Wege.

4_5_sterne

 

 

 

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📖 Rezension zu: „Ich denke zu viel“ von Christel Petitcollin

Nicht stimmig

In diesem Buch stellt die Autorin einen Zusammenhang zwischen Hochsensibilität und Hochbegabung her, wobei sie in ihren Beschreibungen den Begriff der „mental hocheffizienten“ Menschen vorzieht. Ihre Grundannahme ist, dass bei Hochsensiblen die rechte Gehirnhälfte gegenüber der linken dominant ist und sich daraus im Vergleich zu dem Großteil unserer Gesellschaft Unterschiede im Denken und Empfinden ergeben. Spannend an dieser Sichtweise fand ich beispielsweise, dass festgestellt wurde, dass in asiatischen Ländern die rechte Gehirnhälfte generell aktiver ist, als in westlichen Ländern und dass sich dies auch in der Kultur widerspiegelt.

Die Autorin beginnt damit, ein Bild ihrer Zielgruppe zu zeichnen: Sehr einfühlsame Menschen, die gerne über grundlegende Themen philosphieren, schnell Lösungen zu Problemen finden, sehr idealisierte Wertvorstellungen haben, von denen sie keineswegs abrücken können, häufig unter depressiven Verstimmungen oder gar Depressionen leiden, aufgrund ihrer unaufhörlich ratternden Gedanken oftmals Schlafstörungen entwickeln und so weiter. Viele dieser Aspekte sind nichts neues mehr und leiten ganz selbstverständlich Bücher zu Hochsensibilität ein. Häufig muss ich jedoch gestehen, dass die Attribute, welche die Autorin nach ihrer – wie sie schreibt – intensiven Arbeit mit hocheffizienten Klienten gewonnen hat, zum Teil widersprüchlich und nicht ganz schlüssig sind. Die Autorin wirft hierbei gerne mit Super- oder Hyperlativen um sich, wo andere sich womöglich vorsichtig und einfühlsamer geäußert hätten. Hierbei hat man mal den Eindruck, es handle sich um eine lebensbedrohliche Krankheit und mal, Hochsensible seien geradzu Übermenschen. Beides trifft meines Erachtens nicht zu; schließlich handelt es sich einfach um eine andere Art der Reizverarbeitung. Einer solchen Ungleichheit sollte doch bitte keine Ungleichwertigkeit folgen. Außerdem missfällt mir der Ausdruck „unter Hochsensibilität leiden“ sehr… Zudem fiel mir negativ auf, dass die Autorin ausdrücklich den Ruf, Hochbegabte oder Hochsensible seien uneinsichtig, abgehoben, arrogant, sozial zurückgeblieben und könnten sich nicht auf andere einstellen, zurück weist, dennoch aber genau solche Thesen über sie formuliert. Und ist es stimmig, dass ein Individuum, welches besonders einfühlsam, hilfsbereit und so weiter, sozial unterentwickelt ist?
Der Vergleich von HSM und Autisten war für mich auch nicht unbedingt neu, einige Aspekte gaben dennoch neue Denkanstöße, da sich die Autorin diesem Thema immer wieder widmet. Ebenso verhält es sich mit der Verknüpfung von HS und HB, wobei sich diese Bereiche meines Erachtens sowieso nur recht schwierig voneinander vollständig isoliert betrachten lassen. Allerdings denke ich, dass der Titel mehr in Richtung Hochbegabung deutet und daher womöglich irreführt – denn die Hochsensibilität ist in diesem Werk das eigentliche Thema.
Was dieses von anderen Büchern unterscheiden soll, ist der Praxisteil. Er soll Informationen dazu beinhalten, wie Hocheffiziente bestmöglich mit sich und der Gesellschaft im Einklang leben können. Ehrlich gestanden haben mich diese Hilfestellungen etwas enttäuscht, denn dass man sich beispielsweise so wie man ist annehmen sollte, um glücklicher zu sein und eine positivere Ausstrahlung zu haben, ist wohl kein sonderlich revolutionärer Gedankengang. Die Gedanken wie auf einem Dachboden zu sortieren, um kein Chaos mehr im Kopf zu haben, halte ich mehr für eine nette Idee als einen guten Vorschlag. Als durchaus hilfreich habe ich das Unterkapitel zum Neinsagen empfunden. Sicherlich findet man hier aber, besonders wenn man sonst noch keine Werke zu diesem oder einem verwandten Thema gelesen hat, Anregungen um das Verhalten und die Haltung von anderen und sich selbst besser reflektieren zu können. Mich konnte das Werk jedoch nicht überzeugen.

Von mir gibt es zwei Sterne

2-Sterne

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