đź“– Rezension zu: „Das verschwundene Buch“ von Edward Berry

Das verschwundene Buch

Hatte ich besser erwartet…

Die Geschwister Alba und Diego laufen nach Schulschluss voller Eile durch die StraĂźen Barcelonas. Nur schwerlich finden sie auf ihrem Weg noch die Zeit, einer ihrer Lieblingsbeschäftgung nachzugehen: Dem Suchen, Finden und Katalogisieren von Drachen. Immerhin befinden sie sich auf dem Weg zu der Buchhandlung Abrakadabra, welche von ihrer mysteriösen Tante Beatriz gefĂĽhrt wird. Diese hat nämlich fĂĽr die beiden ein Exemplar der selbst von dem gnadenlosen und fĂĽr seine kritische Haltung berĂĽhmt-berĂĽchtigten Literaturkritiker Leo Gutenberg fĂĽr die schönste Geschichte aller Zeiten ausgelobten Neuerscheinung zurĂĽckgelegt. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass die Kinder in heller Aufregung sind. Ăśberall ist die Nachfrage viel höher als das Angebot, was das Buch betrifft. MerkwĂĽrdigerweise können sich Alba und Diego jedoch nicht an seinen Titel erinnern. Seltsam. Normalerweise haben sie ein ausgezeichnetes Gedächtnis – besonders wenn es um BĂĽcher geht.
Kaum dass die Geschwister die Buchhandlung erreichen, wird ihnen das nächste Rätsel aufgegeben. Die Buchhandlung hat geschlossen, vor ihr tummeln sich die Menschenmassen und in ihr packt Tante Bea alle ausgestellten Werke des neuen Buches in Kartons.
Als sie endlich eingelassen werden, erfahren sie noch nicht wirklich, worin das Problem liegt. Doch bald schon in der Schule – und von da an ĂĽberall – bemerkt die gesamte Bevölkerung, dass die BĂĽcher durcheinander gebracht worden sind. So beispielsweise bei Peter Pan, der am Ende des gleichnamigen Werkes von Käpt’n Hook mit einer Laserpistole erschossen wird.
Zum GlĂĽck besteht eine letzte Chance, um die Welt der BĂĽcher zu retten – doch dafĂĽr mĂĽssen sich Alba und Diego auf eine gefährliche und abenteuerliche Reise begeben. Selbst wenn sie den Mut dazu aufbringen, bleibt es jedoch fraglich, ob sie die Situation zum Guten wenden können.
Während Albas und Diegos langweiligen Eltern also vor ihren Z-Phones und Z-Tablets hocken, mĂĽssen die Kinder einige schwerwiegende Entscheidungen treffen…

Mir fällt es äuĂźerst schwer, dieses Buch einzuordnen und zu bewerten. Das Cover hat mich sofort angesprochen und sowohl Titel als auch Klappentext konnten meine Neugierde wecken. Ebenso konnten mich die ersten Seiten dieses – wie ich mittlerweile erfahren habe – Serienauftaktes ĂĽberzeugen, denn dort wird der Weg zur Buchhandlung und das Geschäft an sich beschrieben. Die Idee, dass der Bösewicht in diesem Werk, Mr. Zargo, der GrĂĽnder eines groĂźen Technikkonzerns ist, der Produkte aller Art, vor allem aber elektronische Zeitdiebe, vertreibt, ist, wirkte auf mich vielversprechend. Dem Autor ist es gelungen, mir diesen muskelbepackten und dafĂĽr nicht gerade hellen Charakter im Handumdrehen unsympathisch zu machen. Ebenso die Eltern der Protagonisten, die sich keine Spur fĂĽr ihre Kinder interessieren und stattdessen nur mit ihren Zargoprodukten Zeit verbringen.
Hier hätte ich mir gerne mehr Ausführungen gewünscht, da man über diese Thematik beim gemeinsamen Lesen mit Kindern wunderbar sprechen kann. Allerdings rückt dieser Handlungsstrang nach und nach so weit in den Hintergrund, dass man ihn beinahe aus den Augen verliert.
Als es darum geht, die Geschichte von Peter Pan zu retten und sich das Geschwisterpaar nach Nimmerland begibt, beginnt für mich der enttäuschende Part des Buches, da Unwichtiges ausgeschmückt und Interessantes so kurz gefasst wird, dass noch zu viele Fragen offen bleiben und Kopfkino nur schwerlich entstehen kann. Ich konnte mich des Eindrucks nicht verwehren, dass der Autor bestrebt war, noch auf die letzten Seiten die zweite Hälfte seines Buches zu pressen und dabei nicht bedacht hat, dass 160 Seiten manchmal nicht reichen oder sich nicht im Klaren darüber war, was man besser hätte weiter ausführen und was lediglich anreißen sollen.
Zudem wirkten einige der Lösungsvorschläge auf auftauchende Probleme für mich sehr gewollt und schnell erdacht, was ich sehr schade finde. Meiner Meinung nach bleiben auch zu viele Fragen offen. Es ist selbstverständlich, dass es für die folgenden Bände ebenfalls Rätsel geben muss, aber dennoch hätte ich mir einfach noch ein paar Seiten mehr gewünscht, um noch wichtige Erklärungen erhalten zu können.
Häufig werden die Illustrationen dieses Werkes gelobt, allerdings muss ich gestehen, dass der GroĂźteil der Zeichnungen meiner Meinung nach nicht annähernd mit dem Cover mithalten kann. Sicherlich ist dies bloĂź ein subjektiver Eindruck, doch ich empfand es nun einmal als schade…

Es bleibt abzuwarten, ob in den folgenden Bänden auf die ungeklärten Fragen eingegangen wird. Vielleicht hatte ich an dieses Buch zu hohe Erwartungen, denn ich hatte mir „Das verschwundene Buch“ anders vorgestellt. Leiser vielleicht, mit mehr spĂĽrbarer Liebe zu BĂĽchern, einer Reihe von Drachen und aufregenden Abenteuern in einem ĂĽberzeugenden Nimmerland. Dennoch ist es kein schlechtes Buch.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen

3-Sterne

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