📖 Rezension zu: „La dolce vita – Alte und neue Klassiker der römischen KĂŒche“ von Eleonora Galasso

La dolce vita

BodenstÀndige und sehr leckere Rezepte!

FĂŒr Eleonora ist Essen eine Sprache, die es zu entschlĂŒsseln gilt, und mit ihrem Kochbuch versucht sie zu dolmetschen. Die von ihr vorgestellten Rezepte, so erklĂ€rt sie zu Beginn des Buches, ĂŒberzeugen durch wunderbare Aromen und sind authentisch – teils in ihrer Familie von Generation zu Generation weitergegeben und teils von anderen Italienern gezeigt worden. Bemerkenswert ist meines Erachtens, dass man fĂŒr die Gerichte keine ausgefallenen Zutaten oder spezielle GerĂ€tschaften benötigt, da die Autorin die „KĂŒchengeheimnisse und -techniken der unterschiedlichsten Menschen, fĂŒr die „italienisch essen“ keine Lifestyle-Erscheinung ist, sondern unabdingbar“ kenengelernt und einfließen lassen hat.
Nach einer kurzen EinfĂŒhrung folgt das kurze Unterkapitel „In der Vorratskammer“ in dem erklĂ€rt wird, welche Zutaten man fĂŒr die römische KĂŒche stets parat halten sollte und welche (QualitĂ€ts-)Anforderungen an diese Lebensmittel gestellt werden (sollten). Hier finden sich sowohl selbstverstĂ€ndliche, beziehungsweise AusfĂŒhrungen, die man auch so erwartet hat, und solche, die einen ein StĂŒck weit ĂŒberraschen. Meines Erachtens zum Grundlagenwissen, welches jeder beherrschen sollte, gehört zum Beispiel, dass verwendete Eier möglichst frisch und am besten aus Freilandhaltung stammen sowie bei der Verarbeitung zimmerwarm sein sollten. Sehr hilfreich ist hingegen die Anleitung zum richtigen Artischocken schneiden.
Im Anschluss daran beginnen bereits die Rezepte, angefangen beim FrĂŒhstĂŒck. Hier gibt es zunĂ€chst wieder eine einfĂŒhrende Seite, welche sich vornehmlich damit befasst, wie man in einem CafĂ© in Italien frĂŒhstĂŒckt: Verschiedene Kaffeevarianten, die sich auszuprobieren lohnen, oder verschiedene Teigteilchen, die dazu passen, mit ihrer italienischen Bezeichnung und einer kurzen ErlĂ€uterung. So eingestimmt beginnt die FrĂŒhstĂŒcksrezeptreihe. Von „Maritozzi – Rosinenbrötchen“ (S.18) ĂŒber „Bomboloni – Gebackene Donouts“ (S.31) und „Biscottoni da inzuppo – FrĂŒhstĂŒckskekse zum Eintunken“ (S.32) bis hin zu „Budini di riso – Reistörtchen“ (S.36) findet man abwechslungsreiche Rezepte, die selbst dem Morgenmuffel die FrĂŒhstĂŒckszeit versĂŒĂŸen können.
Im nĂ€chsten Kapitel gibt es Leckeres „FĂŒr Zwischendurch“. In der EinfĂŒhrung erzĂ€hlt Eleonora Galasso davon, wie sie mit anderen Kindern auf ihrer katholischen Grundschule gelegentlich kleine Leckereien stibitzten, deren Rezepte man im folgenden finden kann. FĂŒr mich besonders ansprechend sind hier die „Girelle di pan carrĂš con mousse di prosciutto cotto agrumata – Sandwichschnecken mit Prosciuttomousse“ (S.56) oder aber der „Ciambellone di polenta alla zucca e mele – Polentakuchen mit KĂŒrbis & Apfel“ (S.59).
Danach geht es mit „Mittagessen fĂŒr unterwegs“ weiter. Hier beschreibt die Autorin zunĂ€chst humorvoll wie es zur Mittagszeit in LebensmittelgeschĂ€ften zu langen Schlangen kommt, in denen die Ungeduld der ausgehungerten Italiener stetig wĂ€chst. Sowohl verschiedene Nudelgerichte als auch Salate und Brotvariationen finden sich hier. Ein kleines Highlight in diesem Kapitel ist sicherlich „Soppressata di polpo con insalata di patate e sedano – Tintenfisch-„Wurst“ mit Kartoffeln & Sellerie“ (S. 80) oder der „Ceci e baccaliĂ  – Freitagsfisch mit Kichererbsen“ (S.89)
In „Mittagessen mit der Familie“ erhĂ€lt man anfangs einen kleinen Einblick in das pranzo della domenica, dem Sonntagsessen, zu dem sich meist die gesamte Familie versammelt. Besonders ansprechend sind hier „Pesce spada al cartoccio con polpo e scarola in padella – In Papier gegarter Schwertfisch mit Babykalmaren & geschmorten Endivien“ (S.112).
Der „Aperitivo“ ist „ein relaitiv neues soziales PhĂ€nomen und besteht aus alkoholischen GetrĂ€nken, kleinen HĂ€ppchen und vielen guten GesprĂ€chen. Er beginnt normalerweise nach der Arbeit und kann bis neun Uhr abends dauern oder auch die ganze Nacht.“ (S.127). Ihm ist das fĂŒnfte Kapitel gewidmet. Von „Mozzarella in carrozza – Mozzarella im Brotteig“ ĂŒber „Fiori di zucca ripieni – GefĂŒllte ZucchiniblĂŒten“ bis hin zu „Limoni ripieni alla crema di tonno – Zitronen gefĂŒllt mit Thunfischcreme“ (S.149) findet man eine Vielzahl leckerer Gerichte.
Danach folgen in Kapitel 6 „Romantische Abendessen“ wie „Orata in crosta di patate – Dorade im Kartoffelmantel“ (S.161).
Als nĂ€chstes folgt das Kapitel „Abendessen: #Foodhappiness“, in dem die Kunst, aus wenigen Zutaten oder Resten ein köstliches Essen zu zaubern gezeigt werden soll. TatsĂ€chlich sind die Zutatenlisten – nicht nur der vielen GewĂŒrze wegen – doch recht lang. So zĂ€hlt das Rezept „Tesoro di riso e sogliole con salsa al prosecco – Reis-Rotzunge-Timbale mit Proseccosauce“ (S.184) zum Beispiel 23 Zutaten.
Im Anschluss daran wird sich der „Zeit zum Feiern“ gewidmet. Ob nun die „Palline ricotta e cocco – Ricotta-Kokos-Kugeln“ (S.202) oder die „Mimosa al profumo di ananas con fiorellini zuccherati – Mimosentorte mit Ananas & kandierten BlĂŒten“ (S.204) – hier dĂŒrfte jeder fĂŒndig werden.
Danach gibt es „Kuchen & Co.“, ein Kapitel, bei dem ich gefĂŒhlt jedes Rezept ein Lesezeichen markieren musste – die „Fruttini gelato – EiscremefrĂŒchte“ (S.229), Meringen, Kuchen, Eistorten, Cremetorten, Biskuitrollen konnten mein Interesse wecken.
„FĂŒr die Vorratskammer“ gibt es dann ebenfalls VorschlĂ€ge wie Grissini oder Semmelbrösel, KonfitĂŒre oder EiswĂŒrfel.
Als letztes folgen die „Mitternachtsschlemmereien“, die auch wieder durch sehr viel Abwechslung zu ĂŒberzeugen vermögen.

Sehr ansprechend ist außerdem die Gestaltung des Buches: Ein jedes Rezept wird durch einen kleinen Text eingeleitet, in dem die Autorin unterhaltsame kleine Anekdoten oder ErklĂ€rungen anbringt. Außerdem sind die meisten Rezepte mit Ă€ußerst schönen Fotografien versehen, sodass einem bereits beim ersten DurchblĂ€ttern das Wasser im Munde zusammenlĂ€uft. Auch zwischen den Rezepten lockern Farbfotos das Buch auf und entfĂŒhren nach Italien.

(S.5 & 148)

Die Rezepte sind sehr verstĂ€ndlich geschrieben, sodass einem das Nachkochen und -backen leicht von der Hand geht. Dank der großen Vielfalt an Geschmacksrichtungen dĂŒrfte jeder einige passende Speisen der römischen KĂŒche fĂŒr sich entdecken können. Sowohl aufwendigere als auch simplere Rezepte finden sich in „La dolce vita“, weswegen man bei jeder Gelegenheit fĂŒndig wird, wenn es um ein geeignetes Gericht geht.

Alles in allem kann ich dieses Buch sehr weiterempfehlen, da es bodenstÀndige und sehr leckere Rezepte beinhaltet, welche durch sehr ansprechende Abbildungen und kleine Texte aufgelockert werden.

Ich vergebe 5 Sterne!

5-Sterne

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