📖 Rezension zu: „Meine Mini-Farm – Die neue Lust auf Land“ von Francine Raymond und Bill Mason

Meine Mini-Farm

HĂ€lt fĂŒr absolute Einsteiger sicherlich wertvolle Tipps bereit.

Den Traum, Selbstversorger zu werden, können nur die wenigsten realisieren. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, auch in der Stadt seinen eigenen Kleinstbauernhof zu gestalten. Ob stĂ€dtischer Gemeinschaftsgarten, Vorgarten, Balkone, Hinterhöfe oder FlachdĂ€cher eignen sich beispielsweise erstaunlich gut zm Bepflanzen. Und gut geplant, lassen sich selbst in einem mittelgroßen Garten glĂŒckliche Nutztiere halten – so beispielsweise kleine GeflĂŒgelrassen wie das Bantamhuhn oder die Zwergente. In diesem Buch sollen 25 wertvolle Tipps geliefert werden, wie man jeden Quadratzentimeter FlĂ€che bestmöglich nutzt und so zum Mini-Farmer wird.
Zu Beginn befasst sich eine kurze EinfĂŒhrung damit, was man beim Erwerben von einem StĂŒck Land beachten sollte, welche groben Ideen es zur Bewirtschaftung kleiner FlĂ€chen gibt oder wie sich GĂ€rtner und Garten verĂ€ndert haben.
Im Anschluss daran folgen verschiedene Praxistipps und Berichte mehrerer Mini-Farmer, wie sie sich ein StĂŒckchen weit selbst versorgen. Ob vom Weg vom Banker zum Kleinbauern, davon, eine Pflanzentreppe zu bauen, seinen eigenen Obstgarten anzulegen, oder eine Brennesseljauche anzusetzen – in den Kapiteln „Weltweites Wachstum“, „Nicht alltĂ€glich“, „Reiche Ernte“, „Landwirtschaft im Kleinformat“ sowie „Magische Verwandlung“ finden sich interessante DenkanstĂ¶ĂŸe. Manches, wie die „Kartoffeln im KĂŒbel“, wenn auch als Kartoffelkiste, oder eine „Pflanzentreppe“ aus dem Bereich des vertikalen GĂ€rtnerns oder das Herstellen von Fruchtleder, sollten einem jeden, der sich bloß kurz mit dem Selbermachen, Urban Gardening oder NutzgĂ€rten auseinandergesetzt hat, bereits ein Begriff sein. Sieht man dieses Buch allerdings als Werk fĂŒr absolute Einsteiger, so finden sich sicherlich viele hilfreiche Anregungen, um die einem zur VerfĂŒgung stehende FlĂ€che besser nutzen und bewirtschaften zu können.
Wenn man sich einen ersten Eindruck darĂŒber verschaffen möchte, was so alles möglich ist, dĂŒrften die Ideen wie ein Vorgarten mit essbaren BlĂŒten oder die HĂŒhnerhaltung inspirierend sein und die Neugierde auf das LosgĂ€rtnern wecken.
Durch die Beispiele von Mini-Farmern wird dem Buch eine persönliche Note gegeben und man hat nicht das GefĂŒhl, eine Sammlung von RatschlĂ€gen durchzublĂ€ttern. Zudem wird das Buch durch diese Passagen aufgelockert und zeigt dem Leser sehr viel anschaulicher als ausschließlich durch die Tipps möglich gewesen wĂ€re, wie man seinen eigenen Weg gehen und seinen Traum von der (teilweisen) Selbstversorgung leben kann. DarĂŒber hinaus wird das Vorgestellte fĂŒr denjenigen, der zum ersten Mal nach Inspirationen sucht, so denke ich, greifbarer.
Ansprechend ist die Gestaltung des 160 Seiten umfassenden Buches, nicht zuletzt durch die 200 farbigen Abbildungen, die es einem ermöglichen, den Anleitungen besser zu folgen oder sich ein Bild von den GĂ€rten, DĂ€chern oder Containern, welche bewirtschaftet werden, zu machen. Außerdem hat man auf diese Weise stets etwas zu schauen und selbst beim DurchblĂ€ttern bereits einen guten Überblick.

Alles in allem waren fĂŒr mich leider nicht mehr sonderlich viele Ideen in diesem Buch neu, doch bin ich der Auffassung, dass man, sofern man sich der Thematik zum ersten Mal nĂ€hert, in diesem Buch kurz und bĂŒndig einige DenkanstĂ¶ĂŸe erhĂ€lt und zum Aktivwerden und GĂ€rtnern ermutigt wird. Durch das Einbeziehen verschiedener Angehensweisen in Form von vorgestellten Mini-Farmern, erhĂ€lt man ein GespĂŒr dafĂŒr, dass man letztendlich genau seinen eigenen Weg finden und gehen kann, was einen motiviert, so viel wie nur eben möglich auszuprobieren und zu ĂŒbernehmen zu versuchen. Das Buch ist angenehm zu lesen, da es immer wieder durch kleine Berichte zu den besuchten Kleinstbauernhöfen aufgelockert wird. Schön ist die Gestaltung mit zahlreichen Farbfotografien.

Somit kann ich „Meine Mini-Farm“ als ganz leichten Einstieg in die Thematik weiterempfehlen, fĂŒr jeden, der sich mit dieser jedoch bereits etwas beschĂ€ftigt hat, dĂŒrfte nicht viel Neues vorgestellt werden. Allenfalls das Beschreiben der Kleinstbauernhöfen wĂŒrde dann noch reizen.

3/5 Sternen

3-Sterne

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