📖 Rezension zu: „Die geheimen Zeichen der Natur lesen“ von Tristan Gooley

Beeindruckend und sehr empfehlenswert!

Wer sich in der Natur zurecht finden möchte, greift nur allzu häufig zu Apps, GPS-Geräte oder Ähnlichem. Dabei hält die Natur für den aufmerksamen Wanderer ein Füllhorn an Navigationsmöglichkeiten und Orientierungshilfen bereit, welches es sich auszuschöpfen lohnt. Allerdings ist dies, wie der Autor eingesteht, nicht für jeden der passende Weg. „Denn manche Leute schalten beim Gehen lieber das Denken ab, und wenn denen das so gefällt, ist das auch völlig in Ordnung. Viele andere aber wollen gleichzeitig mit den Beinen auch den Verstand trainieren, und genau für diese Spaziergänger ist dieses Buch gedacht.“ (S.15)
Wer das sehr umfangreiche Inhaltsverzeichnis betrachtet, wird sicherlich bezweifeln, dass sich diese ganzen Themen in das eigene Leben integrieren lassen, beziehungsweise dass man sich auch nur einen Bruchteil der vorgestellten Methoden merken kann. Aber mit ein bisschen Übung, so wird versichert, Aufmerksamkeit, Neugierde und logichem Denken steht dem Lesen der geheimen Zeichen der Natur nichts mehr im Wege.
„Auch unserem logischen Denken sind Grenzen gesetzt, doch sind diese Grenzen wesentlich großzügiger angesetzt als die meisten von uns denken. Tatsächlich wendet der moderne Mensch seine Fähigkeit, Schlüsse zu ziehen, nur allzu selten auf die ihn umgebende Natur aus [sic!]. Doch das wird sich für Sie nun bald genug ändern.“ (S.10)
Beherzige man das Vorgestellte, stoße man auf so viel Faszinierendes, das einem sonst noch nie aufgefallen ist – auch in der eigenen unmittelbaren Umgebeung.
„All jenen unter uns, die der Ansicht sind, dass das Gehirn im Schlaf und nach dem Tod genügend Zeit zum Ausruhen hat, schenkt Wandern neue Einsichten.“ (S.15)

Nach einer sehr ansprechenden Einführung werden die zahlreichen Themengebiete in den Kapiteln „Boden“ (S.17), „Bäume“ (S.51), „weitere Pflanzen“ (83), „Moose, Algen, Pilze, Flechten“ (S.109), „Auf Streifzug zwischen Felsen und Wildblumen“ (S.119), „Himmel und Wetter“ (S.125), „Sterne“ (S. 157), „Sonne“ (S. 185), „Mond“ (S.197), „Eine Nachtwanderun“ (S.209), „Tiere“ (S. 217), „Unterwegs mit den Dayak, Teil 1“ (S. 245), „Stadt und Dorf“ (S.261), „Stadtbummel mit unsichtbaren Schlangen“ (S.281), „Küsten, Flüsse und Seen“ (S.289), „Schnee und Sand“ (S.305), „Unterwegs mit den Dayak, Teil 2“ (S.313), „Selten und außergewöhnlich“ (S.335), „Der Durchbruch“ (S.349), „Ihre unsichtbare Werkzeugtasche“ (S.353), „Anhang I: Entfernungen, Höhen und Winkel“ (S.361), „Anhang II: Sonnen- und schattentolerante Pflanzen“ (S.373), „Anhang III: Alljährliche Meteorströme (Sternschnuppen)“ (S.375) sowie „Anhang IV: Für Fortgeschrittene: Das Auffinden des Südens mithilfe der Sterne und des Mondes“ (S.377) behandelt.
Da dieses Werk derart umfassend ist, werde ich auf die einzelnen Kaptel nicht speziell eingehen.
Der Aufbau ist sehr gelungen, weil auf den leichteren Feststellungen vom Beginn an aufgebaut wird, sodass der vermittelte Inhalt stetig anspruchsvoller und komplexer wird. Auch die Unterteilung in verschiedene Gebiete oder Bereiche, welche es zu betrachten gilt, wenn man der Natur ihre Geheimnisse entlocken möchte, ist äußerst sinnvoll. Dank sehr verständlicher Erklärungen werden auch schwierigere Regeln, Anleitungen oder Ähnliches einleuchtend und anwendbar.
Das allerallermeiste war mir vollkommen neu, sodass ich das Gefühl nicht los wurde, in eine vollkommen neue Welt einzutauchen. Wenn man sich mit Gooleys Buch auseinander gesetzt hat wird man nur schwerlich an einer Pfütze, einer Wiese oder einem algenbewachsenen Straßenschild vorbei gehen können ohne über die Himmelsrichtungen und vieles mehr ins Grübeln zu geraten.
Von dem Umfang der Themen bin ich schlicht und ergreifend überwältigt, da so ziemlich alles behandelt wird. Gerade deswegen werde ich das Buch auch noch das ein oder andere Mal lesen. Es ist unheimlich faszinierend, wie man von normalerweise unbeachteten Efeublättern, anderen Gewächsen, Pflanzen, Wolken, der Sonne, dem Mond, den Sternen, dem Regen, der Wuchsrichtung der Grashalme und und und vielfältige Informationen über Nährstoffe im Boden, durch Menschen verursachte Veränderungen, das Alter eines Waldes, die Entfernung zur nächsten Ortschaft und deren Größe und Einwohnerzahl,…
Bei Manchem dachte ich, dass es so gar nicht funktionieren kann, aufgrund der Begründungen des Autors ließ es sich dann aber stets nachvollziehen und durch eigenes Ausprobieren, Herumfragen oder eine kleine Recherche bewahrheitete es sich.
Mit den vorgestellten Hilfestellungen, Anleitungen, Ideen, Regeln und so weiter wird jeder Spaziergang zu einem kleinen Abenteuer und einer Herausforderung, bei der die grauen Zellen nicht lange auf ihren Einsatz warten müssen. Sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene ist dieses Buch sicherlich eine Überraschung und empfehlenswerte Lektüre.
Der Schreibstil ist so gehalten, dass die Spannung über die 416 Seiten aufrecht erhalten bleibt und man den Ausführungen gut folgen kann. Auch Dank der vielen Illustrationen sind die teilweise komplizierteren Zusammenhänge einleuchtend und können gut selber angewendet werden.

Von mir gibt es daher für alle Naturbegeisterte, die ihre Umwelt mit neuen Augen betrachten und dabei ganz viel Neues entdecken möchten, eine ganz klare Leseempfehlung!

5-Sterne

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