📖 Rezension zu: „Superfood: NatĂŒrlich. Heimisch. Saisonal“ von Barbara A. Schmid und Aaron Waltl

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Kommt ohne mit Soja-Omega-3-FettsÀuren angereicherter Steviacreme aus!

Es wird gehypt und befindet sich daher in aller Munde: Superfood. Bei diesem Begriff fallen einem direkt Goji-Beeren, Chiasamen oder AçaĂ­ ein; jedoch sind diese Nahrungsmittel mit glamourösem Image alles andere alltĂ€glich. Dies mag auch daran liegen, dass sie weit entfernt gedeihen und hier nur zu hohen Preisen als Importware zu erwerben sind, wobei hier der ökologische Fußabruck nach langer Reise am besten gar nicht erst betrachtet wird.
Dass es aber hierzulande ebenfalls „Super-Lebensmittel“ gibt, die nicht nur gesundheitsfördernd und geschmackvoll, sondern auch leicht zuzubereiten sein sollen, wird in diesem Buch gezeigt. Allerdings wird sich schon direkt zu Beginn kritisch mit den allgemein bekannten Glamour-Produkten der Superlative auseinandergestezt. Wann wird Food zu Superfood? Kann ein Lebensmittel uns zu besseren und gesĂŒnderen Menschen machen? Auch werden die Assoziationen bei Superfood („gesund, fettarm, pflanzlich, exotisch, vegan, Tier- und Umweltschutz, teuer“) und denen bei Junkfood („ungesund, fett- und zuckerreich, Massentierhaltung, Fastfood, billig“) gegenĂŒbergestellt (S.7). Auf die Modeprodukte wird in diesem Buch allerdings konsequent verzichtet; stattdessen werden ausschließlich heimische, regionale, saisonale und unverarbeitete Lebensmittel aller Nahrungsmittelgruppen – Getreide, HĂŒlsenfrĂŒchte, GemĂŒse und Obst, Samen und Öle, Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Ei – verwendet, die aufgrund ihrer NĂ€hrstoffwerte in ihrer gesamten Zusammensetzung gesundheitsfördernd sein sollen. Da die Rezepte in verschiedene Untergruppen gegliedert sind, können alle, die sich vegan, vegetarisch oder kohlenhydratreduziert problemlos passende Rezepte raussuchen.
Bei den Rezepten wird außerdem darauf geachtet, nicht aus „einer Mousse au Chocolat eine mit Soja-Omega-3-FettsĂ€uren angereicherte Steviacreme zu machen“ (S.10), weswegen SĂŒĂŸspeisen nicht Thema dieses Buches sind; stattdessen wird der Fokus auf die pikante und natĂŒrliche KĂŒche gelegt.
Nach der EinfĂŒhrung werden in den Rezept verwendete Lebensmittel, in die Kategorien „Pflanzliche Lebensmittel“, „Tierische Lebensmittel“ und „Heimische Alternativen zu exotischer Importware“ unterteilt, vorgestellt. Gerade die heimischen Superfoods haben mich neugierig gemacht und konnten mich ĂŒberzeugen.
Es folgen verschiedene spannende Informationen zu NĂ€hrstoffkriterien, Vitaminen und sekundĂ€ren Pflanzenstoffen, der Wirkung von Ballaststoffen des Vollkorngetreides auf den Blutzucker- sowie Insolinspiegel und vielem mehr. Sehr hat mir zudem gefallen, dass die Kriterien nach dem die Zutaten ausgewĂ€hlt und kombiniert wurden, offengelegt und erklĂ€rt werden, sodass man die ZusammenhĂ€nge verstehen und auch selber experimentieren kann. Ebenso konnte mich das Unterkapitel „“Superfood“ im Wandel der Zeit“ packen, da hier eine verstĂ€ndliche Übersicht gegeben wird.
Aber auch die VorzĂŒge regionaler Produkte und mögliche LösungsansĂ€tze um RegionalitĂ€t zu fördern, werden erklĂ€rt.
Danach beginnt der Rezeptteil des Buches mit dem Kapitel „Smoothies, FrĂŒhstĂŒck & Zwischendurch“ (S.34). Des Weiteren werden „Suppen“ (S.50), „Salate“ (S.60), „Vegane Gerichte“ (S.100), „Vegetarische Gerichte“ (S.114), „Hauptspeisen mit Fleisch oder Fisch“ (S.126), „Hauptspeisen mit Fleisch oder Fisch, LOWcarb“ (S.146) sowie „Super-Plus-Wirkungsweise fĂŒr besondere ErnĂ€hrungsanforderungen“ (S.168) behandelt.
Bereits beim ersten DurchblĂ€ttern bin ich auf einige sehr ansprechende Rezepte wie die „Hirse-Karotten-Laibchen“ (S.110) gestoßen. Wirklich gelungen ist, dass die Rezepte fĂŒr verschiedene ErnĂ€hrungsformen geeignet sind, weswegen sich sicherlich fĂŒr jeden das richtige Gericht finden lĂ€sst.
Äußerst ansprechend ist zudem die Gestaltung des Werkes: Zum Einen sind die Unterteilungen, wie zu Beginn bereits angesprochen, sehr hilfreich, zum Anderen schaffen auch die Rezepte an sich durch eine gute Strukturierung Übersicht. Auf einen Blick erfasst man nicht nur den Namen des Rezeptes, sondern auch, was das Gericht so besonders macht, welche Inhaltsstoffe welche Wirkung erzielen und wie es um die NĂ€hrstoffe bestellt ist. DarĂŒber hinaus sind die Arbneitsschritte sehr gut verstĂ€ndlich und nachvollziehbar beschrieben, sodass man problemlos mit dem Nachkochen beginnen kann. Die Farbfotografien der Gerichte sind ebenfalls sehr ansprechend.

In meinen Augen ist dieses Buch eine Bereicherung fĂŒr alle, die es natĂŒrlich, heimisch und saisonal mögen; jedoch auf nĂ€hstoffreiche Nahrung nicht verzichten möchten. Die mit den vorgestellten „Super-Lebensmitteln“ zubereiteten Gerichte machen Lust auf mehr und die Gestaltung des Buches ist sehr ansprechend. Zudem gefĂ€llt es mir ausgesprochen, dass die Autoren sich kritisch mit Superfoods auseinandersetzten und Überlegungen anstellen, wie man RegionalitĂ€t fördern kann. Allerdings sind viele der Rezepte auch nichts ĂŒberragend aufregendes. In meinen Augen ein rundes Buch, das 4 „Super-Sterne“ verdient.

4-Sterne

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