đź“– Rezension zu: „Harry Potter und der Orden des Phönix“ von J.K. Rowling

Viele Handlungsstränge werden gekonnt zusammengefĂĽhrt…

Nachdem das letzte Schuljahr mit der Rückkehr Voldemords geendet hat, scheinen die Ferien wohl verdient. Allerdings kann Harry Potter diese wieder einmal nicht genießen, denn er sitzt hoffnungslos bei den Dursleys fest. Daher hofft er auch auf Lichtblicke in Form von Briefen, doch was ihm seine Freunde Hermine und Ron oder auch sein Patenonkel Sirius schreiben, wirkt höchst rätselhalft auf ihn.
Als sein Cousin Dudley und er eines Tages von Dementoren, den Wächtern des berüchtigten Zauberergefängnis Askaban, angegriffen werden und sein Eingreifen mit einem Patronus-Zauber als erneuten Regelverstoß, der zum Schulverweis führen kann, gezählt wird, taucht Harry beim Orden des Phönix unter. Dieser ihm bisher unbekannte Orden wurde zu dem Zweck gegründet, gegen die Schreckensherrschaft Lord Voldemorts anzukämpfen und nun von Professor Dumbledore wieder ins Leben gerufen. So treffen sich im Grimmauldplatz Nummer 13, dem Geburtsthaus von Harrys Paten, unter anderem Ordensmitglieder wie Sirius Black, Alastor „Mad-Eye“ Moody, Tonks, Remus Lupin und die Weasleys, um die Lage zu besprechen und sich auf einen erbitterten düsteren Kampf gegen die Dunklen Mächte vorzubereiten.
Obwohl Harry gerne in den Orden mit eintreten würde, bleibt ihm dies aufgrund seines Alters verwehrt. Darüber hinaus hat er noch mit genug Problemen zu kämpfen, denn wegen seines unbefugten Zauberns außerhalb Hogwarts wurde gegen ihn Anklage erhoben, sodass er sich im Zaubereiministerium zu Verhandlungen einfinden muss. Nur nach und nach bemerkt Harry, dass das Ministerium, unter Zaubereiminister Cornelius Fudge, reichlich Propaganda betrieben hat, um Dumbledore und Harry unglaubwürdig erscheinen zu lassen. So wird die Wiederkehr Voldemorts als Lüge dargestellt, auf derer Basis Dumbledore die Macht und das Ministeramt selbst ergreifen wollen soll. Der Tagesprophet trägt zu der Diskreditierung des Professors und Harrys mit bei.
Allgemein lässt sich der Einfluss des Zaubereiministeriums immer stärker wahrnehmen, da Dumbledore aus zahlreichen Ă„mtern enthoben und die erste Untersekretärin des Ministeriums von Fudge als Lehrerin fĂĽr Verteidigung gegen die Dunklen KĂĽnste eingesetzt wird. In Hogwarts ĂĽbernimmt sie eine immer wichtigere Rolle und wird schlieĂźlich zur GroĂźinquisitorin von Hogwarts – eine Stellung, welche ihr alle nur erdenklichen Freiheiten eingesteht, sodass sie die SchĂĽler tyrannisieren und die Lehrpläne auf eine rein theoretische Basis umschreiben kann. Auch das Personal wird von ihr auf Angemessenheit geprĂĽft. Kritisches Denken und alles, was sich um den, der nicht genannt werden darf, dreht, aus den Köpfen der SchĂĽler und des Lehrpersonals gestrichen werden.
Da sich Harry Potter und seine Freunde auf einen möglichen Kampf mit Voldemort oder den Todessern nicht vorbereitet sehen, grĂĽnden sie eigenständig Dumbledores Armee. Dieser Klub hat sich das Vermitteln wirklicher Verteidigung gegen die Dunklen KĂĽnste zur Aufgabe gemacht. Allerdings sind solche Vereinigungen von der GroĂźinquisitorin verboten worden…
Zahlreiche weitere Handlungsstränge werden in die Geschichte eingewoben – auf diese werde ich aber nicht weiter eingehen.

Mit 1022 Seiten ist „Der Orden des Phönix“ der umfangsreichste Band der Harry Potter-Reihe. Dementsprechen viel geschieht im Verlaufe des Buches auch, sodass eine bĂĽndige Zusammenfassung kaum möglich erscheint. Obwohl es so viele „Baustellen“ im Leben von Ron, Harry und Hermine gibt, werden alle Bereiche gekonnt verknĂĽpft. AuĂźerdem erfährt der Leser in diesem Band einiges zur Vorgeschichte und auch unzählige Verbindungen oder Hintergrundinformationen werden gegeben.
Die Atmosphäre wird von Seite zu Seite düsterer, sodass man spürt, dass die Dunklen Mächte und seine Widersacher bald aufeinander zu stoßen drohen. Harry wird immer häufiger von Visionen geplagt und muss lernen, sich dem Einfluss Voldemorts zu widersetzen. Auch in diesem Band merkt man, dass die Figuren allmählich erwachsen werden und die Lage immer ernster wird.
Obwohl mich Harrys Zorn und Missmut zwischenzeitig genervt haben, lieĂźen sie sich doch nachvollziehen und lassen ihn noch etwas realer wirken. Sowohl Hermine als auch Ron durchlaufen ebenfalls eine Entwicklung – wie auch schon in den vorangegangenen Bänden.
Außerdem gewinnen einige Nebenfiguren immer mehr an Bedeutung und neue Charaktere werden eingeführt, während man von anderen Abschied nehmen muss, sodass die Geschichte nicht ins Stocken gerät. Die Idee der Großinquisitorin beispielsweise ist in meinen Augen sehr gelungen.
J.K. Rowling versteht es einmalig, den Leser über viele Seiten hinweg zu fesseln und mit ihrem Einfallsreichtum immer wieder zu überraschen. Wie jedesmal wieder einzelne Handlungsstränge zusammengeführt werden, sodass sich nach und nach ein logisches Gesamtbild ergibt, ist wirklich beeindruckend. Bemerkenswert finde ich auch, dass der Schreibstil von Buch zu Buch stetig erwachsener und ausgeschmückter wird, was mir in diesem Buch sehr gefallen hat.
Sehr spricht mich zudem an, dass die Weasley-Zwillinge endlich erfolgreich ihren Traum vom eigenen Scherzartikelgeschäft verwirklichen können und sich immer mehr Rebellen herauskristallisieren, die sich der Obrigkeit widersetzen und bereit sind, gegen den Dunklen Lord und seine Gefolgsleute zu kämpfen.

Auf die letzten beiden Bände bin ich nun sehr gespannt, denn „Der Orden des Phoenix“ hat noch einmal viele neue Fragen aufgeworfen, die es nun zu beantworten gilt. Ich bin begeistert davon, wie einzelne Elemente ineinandergreifen und man sich daher auch ein StĂĽck weit auf Spurensuche begeben kann. Alles in allem, auch wenn man die Filme bereits geschaut hat, sehr zu empfehlen, da die BĂĽcher die Filme deutlich ĂĽberragen.

Daher vergebe ich 5 am dĂĽsteren Himmel glimmende Sterne

5-Sterne

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