đź“– Rezension zu: „Heinemann® Schokoladenträume“ von Heinz-Richard Heinemann

Heinemann® Schokoladenträume

Schokoladig schön!

Die Konditorei Heinemann hat sich, nach eigenen Angaben, seit Ihrer GrĂĽndung im Jahre 1932 den Idealen höchster GĂĽte und Frische verschrieben – der Verzicht auf Konservierungsstoffe beispielsweise ist selbstverständlich. Hermann Heinemann, der die Konditorei damals im niederrheinischen Mönchengladbach auf der BismarckstraĂźe 91 eröffnete, gab sein Wissen um das verfĂĽhrerische Naschwerk an seine Söhne weiter. So werden auch heute in sorgfältiger Handarbeit Unikate geschaffen und täglich neue Kreationen ausprobiert.
Heinz-Richard Heinemann führt den schokoladenbegeisterten Leser in die aromatische Welt der Kakaoprodukte ein, damit ein jeder seine Schokoladenträume wahr werden lassen kann.
Zu Beginn des Buches erklärt der „eidgenössisch diplomierte Konditor- und Confiseur-Meister“, was Schokolade so besonders macht. Dabei ist Heinemanns Begeisterung stets zu spĂĽren: „Erst dann wandert ein StĂĽck Schokolade in den Mund. Und während dieses samtig schmilzt, verursachen die ĂĽber 600 Aromastoffe der Schokolade ein Geschmacksfeuerwerk, das neben dem eigentlichen Kakaogeschmack auch fruchtige, wĂĽrzige, nussige und blumige Nuancen aufweist.“ (S.6) Schon beim Lesen dieser Passage hatte ich bereits einen wunderbaren Schokoladenduft in der Nase, wie mir schien, und konnte die Rezepte kaum noch abwarten.
Aber natĂĽrlich wird man zuvor noch mit weiteren interessanten und fĂĽr das Nachmachen wichtigen Informationen versorgt. So werden verschiedene Kakaosorten, die Herstellung von Schokolade und Schokolade als Konditor-Grundzutat beleuchtet sowie ein paar praktische Hinweise gegeben.
Es folgt eine Einführung in den Umgang mit Schokolade; beispielsweise wird das Temperieren erklärt.
Im Anschluss daran finden sich die Rezepte, gegliedert in die Kapitel „Schokoladen-Träume: Tafelschokolade selbst gieĂźen, FrĂĽchte und NĂĽsse mit SchokoĂĽberzug, heiĂźe Schokolade in Variationen, Schoko-KonfitĂĽre.“, „Schokoladen-Kuchen: Aus Schoko- und Kakaoteigen, mit Schokoglasuren, mit luftigen Schokoladenmousse – und SchokobuttercremefĂĽllungen.“, „Schokoladen-Gebäck: Allerlei Schokokekse, Cookies, Brownies und Muffins, Brandteiggebäck mit SchokofĂĽllung, feines Gebäck mit SchokoĂĽberzug.“, „Schokoladen-Pralinen: Auf Basis von Canache-Creme, mit Marzipan, Nougat und aromatischen Alkoholika sowie viele TrĂĽffelvariationen.“, „Schokoladen-Desserts: Charlotte, Pudding und Mousse, Kalter Hund, Schokoladenfondue, SchokosoufflĂ© und -zabaione, Eis-Kreationen.“.
Offen gestanden war ich von ein paar Rezepten etwas enttäuscht, da ich mir Aufregenderes erhofft hatte. So findet sich bei den Tafelschokoladenvariationen unter anderem „mit HaselnĂĽssen“ – als Zutaten werden dunkle KuvertĂĽre und HaselnĂĽsse benötigt… Von der Machart her ähneln sich meines Erachtens diese Abwandlungen alle, nur dass Zutaten ausgetauscht wurden. NatĂĽrlich sind die Rezepte auch sonst nicht komplett gleich, ich hatte aber einfach mehr erwartet, denn das Prinzip, wie man eigene Tafelschokolade herstellt kenne ich bereits von Schokoladenversuchen mit meiner Mutter als ich kleiner war…
Bei den nächsten Themen konnten mich hingegen wieder mehr Ideen begeistern. Generell sind die Rezepte so gehalten, dass nicht viele ablenkende Zutaten gibt, sondern schlichte aber hochwertige Zubereitungen bevorzugt werden. Sicherlich findet jeder Schokoladenfreund ansprechende Rezepte, die es sich nachzumachen lohnt. Auch Klassiker werden vorgestellt, sodass von verschiedenen Kalter-Hund-Varianten (S.124) über Mousse-au-Chocolat (S.121), Mohrenköpfe (S.44) bis hin zu Pfauenaugen (S.68) zahlreiche Kreationen locken.
So finden über 70 Rezepte auf 144 Seiten Platz, wobei in meinen Augen zu wenig Fotografien die Seiten zieren. Ich finde es immer sehr schade, wenn die Rezepte unbebildert sind, da mir dann oft ein Anreiz fehlt, dieses nachzumachen. Die Kreationen, welche mit einem Farbfoto gekrönt werden, haben mir auf Anhieb besser gefallen und mir das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Häufig finden sich jedoch lediglich Fotos von Schokoladenstücken, die mit dem Rezept an sich wenig zu tun haben.
Dennoch ist das Buch schön gestaltet, die Rezepte sind übersichtlich und verständlich. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen lassen sich sehr leicht umsetzen und eine Vielfalt an Rezepten wartet aufs Ausprobiert werden.

Ich vergebe 4/5 Sternen

4-Sterne

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