📖 Rezension zu: „Life changing food“ von Eva Fischer

Cover fĂŒr Life changing food

Mein Leben hat es nicht verĂ€ndert…

Dem Klappentext zufolge setzt die in diesem Buch vorgestellte ErnĂ€hrungsweise das Hauptaugenmerk auf den achtsamen Umgang mit dem Körper, weswegen Nahrungsmittel, welche Energie spenden und somit leistungsfĂ€higer machen oder einen „erstrahlen lassen“, verwendet werden. Dieses Prinzip nennt die 30jĂ€hrige „Gesundheitsmanagerin, Food-Fotografin, -Stylistin, -Bloggerin sowie Rezeptentwicklerin“ (S.191) Eva Fischer Life-Changing-Food-Prinzip, kurz LCF. Der versprochene „life changing moment“ soll sich bereits nach 21 Tagen erleben lassen.
Bis einschließlich Seite 29 erklĂ€rt die Autorin ihren Ansatz, sodass man auch viel ĂŒber die Bloggerin erfĂ€hrt. So liest man beispielsweise, dass sich ihr life changing moment in einem CafĂ© bei einer „Matcha-Milch aus hausgemachter Mandelmilch mit Goji-Beeren“ (S.8) offenbarte. Da bei ihr im Alter von 21 Jahren Zöliakie, also GlutenunvertrĂ€glichkeit, diagnostiziert wurde, musste sie ihre komplette ErnĂ€hrung umstellen. Dies war auch ein wichtiger Schritt in Richtung LCF, da ihr die Bedeutung gesunder ErnnĂ€hrung schlagartig klar und ErnĂ€hrung, wie sie erklĂ€rt, zu ihrem neuen Lebensinhalt wurde. Des Weiteren beschreibt sie, wie gut sich mit LCF auch das WohlfĂŒhlgewicht erreichen und halten lĂ€sst, gespickt mit Feststellungen wie: „Food is essential to life. Therefore make it good.“. Auch zeigt eine aus zwei Kreisen bestehende Zeichnung, dass die „comfort zone“ eines jeden nicht dort liegt, „where the magic happens“ (S.16)
 Es folgen Tipps zum Einkaufen, ein paar „Guidelines“ – Richtlinien klingen tatsĂ€chlich viel zu unmodern – und auch NĂ€hrstoffe, ORAQ-Werte oder der Energiebedarf des Menschen finden im Folgendem ErwĂ€hnung.
Um die Rezepte zu katalogisieren – ein Aspekt, den ich nun doch ansprechend finde – zeigen blaue, orangene, hell- und dunkelgrĂŒne KĂ€stchen gluten- oder laktosefreie sowie vegetarische und vegane Rezepte an. Nach ein paar weiteren Informationen beginnt der Rezeptteil des Buches.
In „Morgens“ finden sich Rezepte wie „Mandel-Vanille-Reisflocken-Porridge mit Bananen und Rhabarberkompott“ (S.35), „Acai-Smoothie-Bowl“ (S.42), „Hirse-Kokos-Porridge mit Aprikosen, Cranberrys und Pistazien“ (S.48) oder „Bunt belegte Brote“ (S.61).
Es folgt das Kapitel „Heimische Superfoods“, welches vier Seiten umfasst und Leinsamen, Sprossen und Co. erklĂ€rt.
In „Mittags“ werden vor allem verschiedene Salatideen vorgestellt. Danach geht es um „Exotische Superfoods“ wie Maca oder Reishi, es folgen Rezepte fĂŒr „Abends“. „Chili sin Carne mit Kakao und Pistazien“ (S.126) oder „Zander aus dem Ofen mit Zucchini-Nudeln, Heidelbeeren und Spargel“ (S.135) sind beispielsweise fĂŒr diese Mahlzeit angedacht.
„Zwischendurch“ beinhaltet Rezepte wie „Dattelbrot“ (S.159) oder „FrĂŒchte-Nussbrot“ (S.161), verschiedene Shakes und Riegel.

Von der Aufmachung her ist das Buch wirklich nett gemacht: Ein paar Worte sind, dem Kapitel angepasst, farblich unterlegt, einige der Gerichte sind ansprechend fotografiert (bei den meisten sucht man Bilder jedoch vergeblich) und man findet dank der Übersichten zu Beginn eines jeden Kapitels schnell ein gesuchtes Rezept. Auch das LesebĂ€ndchen gefĂ€llt mir sehr. Genervt haben mich hingegen die Zitate von Followern ihres Blogs (?), die der LCF-ErnĂ€hrung voll des Lobes sind. Um ein solches mal herauszugreifen möchte ich Sarah, 31, zitieren: „Mit LCF habe ich einen neuen Weg eingeschlagen: Ich liebe diese kreativen Möglichkeiten, aus GemĂŒse, nĂ€hrenden HĂŒlsenfrĂŒchten und Getreide bunte Geschmackserlebnisse zu zaubern. LCF ist fĂŒr mich eine einfach umzusetzende Anleitung zur ErnĂ€hrungsumstellung fĂŒr ein besseres Leben.“ (S.97)
DarĂŒber hinaus halte ich die Verwendung zahlreicher Superfoods fĂŒr sehr kostspielig – als ich beispielsweise nach den Preisen fĂŒr Reishi gesucht habe, war ich baff

Sicherlich finden die Rezepte bei vielen Menschen Anklang, die auch ein „Matcha-Milch-Aha-Erlebnis“ hatten
 Ich halte die meisten Rezepte fĂŒr sehr umstĂ€ndlich und bin von den vielen exotischen Zutaten (selbst fĂŒr kleine Gerichte) sehr ĂŒberrascht. Jeden Tag aus diesem Buch zu kochen wĂ€re mir zu aufwendig – ohne ein Koch-Muffel zu sein
 Die meisten Rezepte sprachen mich einfach nicht an


Zwar ist der Ansatz, sich gesund zu ernĂ€hren, möglichst viel GemĂŒse zu essen und frisch zu kochen, sehr löblich, jedoch denke ich, dass mit diesem Buch Gluten- oder LaktoseunvertrĂ€gliche mehr anfangen können als der Durchschnitts-Esser. Und so richtig neu ist der Gedanke, möglichst wenig Weizen zu sich zu nehmen ja auch nicht gerade
 DarĂŒber hinaus hatte ich auch eher regionale Produkte erwartet, stattdessen braucht man eigentlich fĂŒr jedes Gericht zahlreiche exotische Zutaten – regional-saisonales sucht man umsonst


Alles in allem vergebe ich 2/2 Sternen

2-Sterne

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