📖 Rezension zu: „Das Seelenleben der Tiere“ von Peter Wohlleben

Interessante Betrachtung

Nach Büchern wie „Bäume verstehen“, „Die Gefühle der Tiere“, „Das geheime Leben der Bäume“ oder“Menschenspuren im Wald“, stellt der Förster und Autor Peter Wohlleben in seinem neuen Werk „Das Seelenleben der Tiere“ die Frage, ob Tiere eine Seele haben.

Um dieser Frage einigermaßen gerecht zu werden, muss man sich erst mit dem Gefühlsleben der Tiere befassen. „Gefühlsleben?“, könnte man sich fragen, denn immerhin gilt schon lange, dass nur wir Menschen zu diesem in der Lage sind, ganz im Gegensatz zu Tieren, welche doch lediglich, Biorobotern gleichend, durch Instinkte begründete Regungen zu zeigen in der Lage sind. Doch muss man sich, betrachtet man neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, fragen, ob man es sich derart leicht machen kann. Abgesehen davon, dass Menschen ebenfalls Tiere sind, lassen sich schon allein durch die Beobachtung dieser in der Regel so unterschätzten Wesen, Rückschlüsse auf ein emotionales, ja sogar bewusstes, Leben schließen.
Deswegen erläutert Peter Wohlleben, welche Versuche, Beobachtungen oder Erfahrungen Aufschluss darüber geben können, was in Tieren auf emotionaler Ebene vor sich gehen könnte oder vor sich geht.
Dabei benutzt er viele anschauliche Beispiele, sodass der Leser beispielsweise erfährt, wie die treuen Kolkraben die Namensgebung handhaben oder wodurch sich die Empathie bei Waldmäusen zeigt. Dadurch wird ein breites Spektrum an Emotionen und Verhaltensmustern dargelegt, womit der Autor auch zu verdeutlichen versucht, dass der Unterschied zu uns Menschen bei Weitem nicht so groß ist, wie wir es gerne behaupten.

Es ist sehr spannend, von Beobachtungen oder Forschungsergebnissen zu lesen, zumal diese in einer sehr gut zugänglichen Art und Weise übermittelt werden. Denn , wie schon im Vorwort erklärt, möchte Peter Wohlleben trockene Informationen für den Leser verständlich machen, sie auflockern und mit eigenen Erfahrungen bestücken, sodass ein möglichst abwechslungsreicher und umfassender Einblick in die Gefühlswelt der Tiere gegeben werden kann.
Durch die lockere Schreibweise lässt sich das Buch wirklich sehr entspannt lesen und ist auch schnell beendet. Auch die Mischung verschiedener Betrachtungsweisen hat mir sehr gefallen und die Abwechslung bezüglich der in Augenschein genommenen (wilden sowie gezähmt- und gezüchteten) Tiere war sehr ansprechend.
Dank der vielen im Buch angesprochenen Aspekte, gelingt es dem Autor, den Leser zum Nachdenken anzuregen und zu einem etwas anderen Blickwinkel auf Tiere zu geben.
Allerdings findet sich in einigen Kapiteln nichts Neues, da man, selbst wenn man sich nicht intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hat, von einigen Experimenten bereits gehört oder gelesen hat. Darüber hinaus wirkte das Fazit am Ende des Buches auf mich etwas übereilt und holprig, sodass es meines Erachtens dem Vorangegangenen nicht gerecht wurde.

Somit kann ich dieses Buch, obwohl es auch die ein oder andere leichte Schwäche aufweist, empfehlen, da viel Faszinierendes und Erstaunliches in ihm steckt, sodass es Tiere doch in ein etwas anderes Licht zu rücken vermag.

Ich vergebe daher 4/5 Sterne

4-Sterne

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