đź“– Rezension zu: „Darkmere Summer“ von Helen Maslin

Ich hatte mehr erwartet…

Kate ist sich sicher, dass ihr die besten Ferien überhaupt bevorstehen: Leo hat sie eingeladen, den Sommer zusammen mit ein paar Freunden auf dem Schloss in Darkmere, welches er vor kurzem geerbt hat, zu verbringen. Doch als sie das idyllische Darkmere erreichen, beginnt die auf der Fahrt eigentlich ganz heiter gewesene Stimmung allmählich zu kippen… Und je mehr Zeit sie in dem alten Schloss verbringen, desto vergifteter wird die Atmosphäre. Obwohl ein Urlaub mit Sommer, Sonne und Strand geplant war, nehmen zunehmend Drogen und Alkohol überhand, mehrere rätselhafte Unfälle geschehen, die Jugendlichen werden immer gehässiger und hin- und wieder meinen einige Geister zu sehen. Auch wenn das mit der exessiven Feierlaune zusammenhängen könnte, beginnt Kate Nachforschungen zu der Geschichte Darkmere’s anzustellen und stößt dabei auf die düstere und bewegte und bewegende Vergangenheit dieses Ortes…
Könnte das Darkmere Castle wirklich verflucht sein? Und wären sie dann nicht alle in Gefahr?

Elinor erreichte das Schloss als junges Mädchen im Jahre 1825. Da das Gesicht ihrer wunderschönen großen Schwester durch einen Unfall entstellt wurde, musste sie die Rolle der heiratsfähigen jungen Dame einnehmen und wurde so recht plötzlich und unerwartet die Ehefrau von St Cloud.
Doch alles, was sie sich an Hoffnungen ausgemalt hatte, zerbröckelt nach und nach. Das Schloss ist für eine andere – ihre Schwester – hergerichtet worden, wie ihr bereits klar wird, als sie die eingemeißelten Initialen von ihr über dem Eingang entdeckt. Auch die Angestellten nehmen sie nicht als die Gemahlin von St Cloud wahr. Darüber hinaus bereitet ihr Gatte Elinor die Hölle auf Erden. Nach und nach merkt sie auch, dass etwas Verbotenes auf Darkmere Castle vor sich geht…

Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen der Gegenwart, welche von Kate beschrieben, und der Vergangenheit, die aus Elinors Sicht erzählt wird.
Mir gefällt der Teil um die Jugendlichen ehrlich gesagt nicht ganz so gut, denn auch wenn es immer wieder mal spannend wird, fehlte mir persönlich der versprochene Grusel. Immer wieder ist nicht klar, ob wirklich etwas passiert ist, oder etwas nur im Rausch geschehen ist. Oder es wird aus einem furchtbaren Unfall doch ein nicht ganz so tragischer Vorfall, bei dem sich Betroffene nicht einmal verletzt haben… Auch war ich von vielen Charakteren immer stärker genervt: Leo hält sich für unwiderstehlich und unsterblich, meint den Obercoolen mimen zu müssen, wird dafür aber von allen bewundert. Allgemein schaukelt sich die Lage innerhalb der Clique immer weiter hoch, jedoch erscheint es mir zu häufig wie unspektakuläres Teeny-Gehabe, was mich generell annervt. Und Kate ist sich häufig nicht sicher, was sie von Darkmere Castle oder der Clique halten soll. Mal erscheint sie durchaus reif und erwachsen, doch im nächsten Moment möchte man am liebsten die Hände vorm Kopf zusammenschlagen. Die Charaktere sind weniger fein ausgearbeitet, was es auch erschwert, mit ihnen zu fühlen. Von manchen war ich nach einer Weile so angenervt, dass ich mich fragte, wann ihnen denn endlich auch so ein Unglück geschehen könnte… Da die Jugendlichen so farb- und leblos beschrieben werden, viel es mir auch oft schwer, sie auseinander zu halten. So erschienen mir einige der Jungen als eine Masse, die eh nur dem nacheifert, was Leo verlangt. Auch die vielen Drogen und der viele Alkohol tragen nicht dazu bei, sie sympathisch zu finden. Was mir auch nicht gefällt ist, dass Straftaten unter dem Deckmantel der guten Laune und des unbeschwerten Sommers getarnt und toleriert werden…
Die Kapitel, die sich mit der Vergangenheit beschäftigen, haben mir jedoch besser gefallen. Zwar sind auch hier viele Handlungen und Entwicklungen mehr als vorhersehbar und die Charaktere auch nur etwas besser beschrieben, jedoch ist das Erzählte hier atmosphärischer. Darüber hinaus gefällt mir der Schreibstil in diesem Teil mehr: Während in der Gegenwart eine lässige Jugendsprache verwendet wird, bedient sich die Autorin in der Geschichte um Elinor einer klingenden und feineren Sprache. Spannender waren diese Kapitel für mich zudem auch.

Alles in allem handelt es sich bei „Darkmere Summer“ um einen leicht zu lesenden Jugendroman, der trotz einiger Längen nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Meines Erachtens hätte man die Drogen-Exess-Szenen aus der Gegenwart etwas kürzen und dafür die Geschichte um Elinor noch etwas mehr ausarbeiten sollen. Insgesamt kommt die Ausarbeitung der Charaktere zu kurz, weswegen sie größtenteils eine unsympathische Masse bilden. Ich habe lange darauf gewartet, dass endlich etwas Spannendes geschieht und wurde letztendlich nicht so wirklich überzeugt. Vom Schreibstil her unterscheiden sich die beiden Erzählstränge sehr, ich ziehe dem stumpfen Schreibstil bei den jugendlichen Feierszenen die etwas erwachsenere Ausdrucksweise im Teil um Elinor vor. Dennoch bleibt auch sie locker, sodass sich das Buch recht schnell lesen lässt.
Aber auch das Ende lässt mich zwiegespalten zurück: Zum Teil ist es verwirrend, stellt aber in Bezug auf die Spannung gewissermaßen einen Höhepunkt dar.

Ich vergebe daher 2,5/5 dĂĽstere Sterne

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