📖 Rezension zu: „Rohköstliche Patisserie“ von OphĂ©lie VĂ©ron

Rohköstliche Patisserie

VerfĂŒhrerische Kreationen – leicht nachzumachen!

FĂŒr OphĂ©lie VĂ©ron bedeutet rohköstliche ErnĂ€hrung keineswegs, dass man sich nur von rohem Obst und GemĂŒse ernĂ€hrt. Deswegen möchte sie, dass man mit ihrem Buch „Rohköstliche Patisserie“ durch Spaß am Experimentieren und mit den Möglichkeiten der Rohkost eine neue erfrischende KĂŒche kennenlernt. Überraschend seien die „raffinierten und verfĂŒhrerischen Kreationen“ – ganz ohne weißen Zucker, Eier, Butter, Margarine, Hefe oder Mehl. Dabei sind mache Kreationen auf den ersten Blick wirklich abenteuerlich. „HĂ€tten Sie gedacht, dass ein KĂ€sekuchen mit Zucchini besonders leicht und locker wird und dass Avocado einer Schokoladencreme eine besonders cremige Konsistenz verleiht?“

Bereits zu Beginn wird, was mir sehr gefĂ€llt, gezeigt, dass man sich nicht dogmatisch an Rezepte machen, sondern aus Neugierde die Rezepte ausprobieren soll. Die Autorin erklĂ€rt außerdem, dass Rohkost durchaus leicht verdaulich, aber trotzdem kalorienreich sei und zeigt, dass man nicht verkrampft an die Sache gehen soll, da beispielsweise nicht alle Produkte vollkommen roh sein (z.B. pasteurisierte NĂŒsse und TrockenfrĂŒchte). DarĂŒber hinaus soll man „exotischen PĂŒlverchen“ oder dem neusten Superfood besser mit Skepsis begegnen.
Im ersten Kapitel „Rohköstliche Patisserie – raffiniert und verfĂŒhrerisch“ werden wichtige Zutaten, KĂŒchengerĂ€te und -utensilien vorgestellt, was bereits eine gute Vorstellung zu den Rezepten ermöglicht, da beispielsweise die Zutaten sehr gut mit ihrer Verwendung beschrieben werden. So wird man auch zum Experimentieren aufgerufen.
In „Grundrezepte“ finden sich sehr leicht zuzubereitende Rezepte, die fĂŒr die Rezepte der nĂ€chsten Kapitel teilweise auch benötigt werden. Von Tarteteig ĂŒber Kokosbutter und Fruchtaufstriche bis hin zur pflanzliche Milch ist hier alles vertreten.
Danach folgen in „Die Klassiker – rohköstlich zubereitet“ viele tolle rohköstliche Varianten der ĂŒblichen Lieblingskuchen, was ich sehr ansprechend finde. Absolute Highlights sind hier die „Dattel-Buchweizen-Brownies“ (S. 50) und der „Amerikanischer KĂ€sekuchen“ (S. 63).
Besonders raffinierte Leckereien finden sich dann in „Rohe Köstlichkeiten fĂŒr Naschkatzen“. Schon die Fotos der „Schoko-Minz-Torte“ (S. 80), der „Macarons“ (S. 91) oder der „Schoko-Muffins mit flĂŒssigem Kern“ (S. 100) lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Insgesamt ist die Gestaltung des Buches auch wunderschön und man merkt, wie viel MĂŒhe in das Buch geflossen ist. So ist zum Beispiel wenn ein neues Kapitel beginnt, die Seite der KapitelĂŒberschrift mit einem sĂŒĂŸen Muster gestaltet. Durch die schöne Gestaltung wird dieses Werk zu einem WohlfĂŒhlbuch – schon beim DurchblĂ€ttern.
Aber auch die Rezepte an sich sind allesamt ganz besonders schön gestaltet: Eingeleitet von kurzen Texten zu der jeweiligen Leckerei, wird die die Freude aufs Ausprobieren verstĂ€rkt. Aber auch die tollen Farbfotos, die einfach unglaublich lecker aussehen, sind wunderbar, da sie große Lust aufs Nachmachen und Losnaschen bereiten; man schmeckt die Köstlickeiten schon förmlich beim Betrachten der Fotografien. DarĂŒber hinaus sind die Zutaten und Schritte sehr ordentlich gegliedert, sodass ein guter Überblick, leichtes VerstĂ€ndnis und problemloses Nachmachen möglich werden. In diesem Buch sind wirklich alle Rezepte so verstĂ€ndlich erklĂ€rt, dass gar nichts schief gehen kann – zum Beispiel dank der bebilderten Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung bei der „Schoko-Minz-Torte“ (S.80-83), damit einem das wunderbare Marmormuster auf jeden Fall gelingt.
Allgemein lÀsst sich dieses Nichtaufsichalleinegestelltsein auch an den vielen Tipp(s)-Feldern zu Haltbarkeit,  Variationen oder Zeitspartipps erkennen, die mir auch ausgesprochen gut gefallen haben.
Das alles macht es so schwierig, ein erstes Rezept auszuwĂ€hlen. Versucht man sich dann aber endlich an einem, ist man tatsĂ€chlich ĂŒberrascht, da man – auch wenn einige Naschereien eine Weile lang kaltgestellt werden mĂŒssen – mehrere Rezepte sofort genießen kann. So ist fĂŒr jede Gelegenheit etwas dabei und auch viele verschiedene GeschmĂ€cker werden bedient.
Außerdem wirkt die Autorin durch ihren nicht bekehrenden, im ersten Kapitel vorgestellten Ansatz, StĂŒck fĂŒr StĂŒck bereits verarbeitete Produkte aus der ErnĂ€hrung zu streichen, sehr sympathisch. Mich hat ĂŒberrascht, dass die Rezepte derart gut machbar sind – ich hatte mit komplizierten Zubereitungen gerechnet – und ĂŒberhaupt nicht so viele (exotische) Zutaten nötig sind, wie ich gedacht hatte. Sehr hilfreich sind auch die Bezugsquellen am Ende des Buches, Tipps zum Weiterlesen oder mehr Erfahren.

Ich bin von diesem Buch begeistert: Es fehlt nichts, jedes Rezept, das ich nachgemacht habe, war sehr lecker. Da noch so viele andere Rezepte in dem Buch verfĂŒhrerisch sind, freue ich mich schon darauf, weiter auszuprobieren und kann das Buch sehr empfehlen.

5/5 Sterne

5-Sterne

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