📖 Rezension zu: „Wie das Wetter Geschichte macht“ von Ronald D. Gerste

Buchdeckel „978-3-608-94922-3

Interessante Thematik, unterhaltsam geschrieben

Dr. phil., Dr. med. Ronald D. Gerste wurde 1957 in Magdeburg geboren und ist Arzt und Historiker. Heute lebt er als Buchautor und Wissenschafts­korrespondent in Washington D. C.
In seinem Buch “Wie das Wetter Geschichte macht – Katastrophen und Klimawandel von der Antike bis heute” zeigt er den Zusammenhang zwischen dem Wetter und Gesellschaften und Kulturen auf. Somit habe das Wetter auch Einfluss auf die Geschichte, zwar sei dies, so der Autor, nicht der einzige Faktor, der den Verlauf der Geschichte prägt, jedoch sollte man diesen Aspekt stets auch betrachten.
Um zu zeigen, dass unsere Geschichte und die Entwicklung unserer Kultur stärker von Wetter und Klima beeinflusst wurde, als uns bewusst ist, führt er den Leser durch verschiedene Epochen. Von der Antike bis zur heutigen Zeit werden Ereignisse auf ihren Zusammenhang mit dem bereits genannten historischen Entscheidungsfaktor untersucht.
So werden das abrupte Ende der Maya-Hochkultur, die gescheiterte Invasion der spanischen Armada, die Schlacht bei Waterloo oder die Französische Revolution besprochen, aber auch der Hurrikan Katrina oder das Austrocknen Kaliforniens sowie die Erderwärmung werden thematisiert.
Dadurch wird gezeigt, wie sehr unsere Kultur und Gesellschaft von dem Klima, von unserer Umwelt, abhängt.

Das Buch ist unterhaltsam geschrieben, sodass es sich angenehm leicht lesen lässt. Darüber hinaus wird der Text immer wieder durch Schwarz-Weiß-Fotografien aufgelockert. Den Ansatz des Buches, das Wetter in Zusammenhang mit der Geschichte zu bringen, finde ich sehr interessant, auch wenn Ronald D. Gerste nicht der erste ist, der ein Buch zu diesem Thema geschrieben hat. Allerdings erscheinen mir manche Zusammenhänge doch sehr konstruiert. Zum Beispiel die Hexenverfolgung besonders zwischen 1560 und 1660 auf die Wetterbedingungen zurückzuführen, halte ich für etwas weit hergeholt. Somit sei das schlechte Wetter damals unter anderem mit Missernten verbunden gewesen, weshalb man einen Schuldigen finden musste. Auch wenn zu Beginn des Buches mehrfach betont wird, dass das Wetter nur als ein Faktor unter mehreren zu betrachten sei, ist bei einigen der genannten Beispielen dieser in meinen Augen geschwindend gering. Andere Zusammenhänge erscheinen hingegen plausibel und leuchten ein.

Alles in allem ist “Wie das Wetter Geschichte macht” ein spannendes Buch, welches man beim Lesen nicht aus der Hand legen kann. Allerdings halte ich ein paar der vom Autor aufgestellten Thesen für nicht sehr wahrscheinlich. Dennoch ist das Buch sicherlich lesenswert.

4/5 Sterne

4-Sterne

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