📖 Rezension zu „Halbe Miete“ von Nadja Quint

Wenn Lilo einen Fall ĂŒbernimmt…

Die Ex-Polizistin Lieselotte Paula Wilhelmine Gondorf, genannt Lilo, vermietet in Groß Zicker auf RĂŒgen Ferienbungalows. Das Möwennest und das BoddenhĂŒsken sind gut besucht, da die Natur und Ruhe von den GĂ€sten sehr geschĂ€tzt wird. Um von der Kurverwaltung ihre alljĂ€hrlichen fĂŒnf Seesterne zu erhalten, muss Lilo tĂ€glich ihre Garten- und Hausarbeit verrichten. Dies tut sie zwar ungern aber dafĂŒr stundenlang.
Als jedoch ein Gast auf einem Spaziergang mit seiner blinden Frau entfĂŒhrt wird, bleibt ihr dafĂŒr nicht mehr ganz so viel Zeit wie zuvor, denn Lilo wĂ€re nicht Lilo, wĂŒrde sie sich dieses Falls nicht annehmen.
Da ihre Tochter Verena, welche bei der Strahlsunder Polizei arbeitet, mit dem Fall beauftragt wird, erhĂ€lt Lilo immer wieder Informationen, die ihr bei den Ermittlungen weiterhelfen. Doch Lilo hat noch mehr UnterstĂŒtzung: Ihr Nachbar und guter Freund Oskar unterstĂŒtzt sie wo er nur kann und bringt die Ermittlungen, wie ich finde, noch weiter voran als Lilo selbst.
ZunÀchst lÀsst sich kein Motiv entdecken, doch auf den zweiten Blick erscheint es eine Ungereihmtheit in der Karriere des pensionierten Notars zu geben, das ihm zum VerhÀngnis geworden sein könnte.

Das Buch ist wirklich schön gestaltet; beim Cover bekommt man direkt Lust auf Urlaub am Meer, auch ein Steckbrief Lilos im Coverdeckel und eine Karte von RĂŒgen, sowie ein Interview mit Lilo am Ende des Buchs, finde ich gute Ideen.
Mit Lilo wurde ich beim Lesen nicht richtig warm. Am Anfang schien sie noch sehr nett zu sein, selbst der Vergleich mit Miss Marple kam mir beim Lesen in den Sinn, jedoch wurde sie- wie die allermeisten Charaktere in diesem Buch- immer unglaubwĂŒrdiger.. Ihre GedankengĂ€nge waren fĂŒr mich immer wieder nicht nachvollziehbar und haben mich verwirrt. Auch nach mehrmaligem Lesen solcher Abschnitte habe ich oftmals nicht den Auslöser fĂŒr ihre Vermutungen, BefĂŒrchtungen, usw. entdecken können.
Die mir am sympathischsten beschriebene Person ist Lilos Nachbar Oskar, der sich stets um Lilos Wohlergehen sorgt, ihr unterstĂŒtzend zur Seite steht und auch gute KombinationsfĂ€higkeiten zu besitzen scheint.
Beim Lesen dieses Buchs fehlte mir leider die Spannung, was ich wirklich schade fand.
Auf den ungefĂ€hr letzten 50 Seiten kommt das Ermittler-Duo dann auf die richtige FĂ€hrte, jedoch wirkt mir das Ende sehr konstruiert und unrealistisch. Auch gab es auf diese Lösung keinerlei Hinweise und wirkt auf mich daher eher wie eine „Notlösung“.
Dennoch lĂ€sst es sich recht zĂŒgig lesen und ist daher vielleicht als UrlaubslektĂŒre geeignet.

Ich bin mir sicher, dass sich aus dem Ermittlerteam noch einiges rausholen lĂ€sst und bin gespannt, ob der nĂ€chste Teil dieser neuen Reihe durch weiterentwickelte Charaktere und eine spannendere Handlung ĂŒberzeugen kann.
Ich habe eine ganze Weile mit mir gekĂ€mpft, ob ich nun zwei oder drei Sterne vergeben sollte.. Drei Sterne fĂ€nde ich anderen BĂŒchern gegenĂŒber allerdings nicht gerecht..

2/5 Sterne

2-Sterne

 

 

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