📖 Rezension zu: „Matilda“ von Roald Dahl

Matilda by Roald Dahl

Ein wunderbares Buch, das mich so schnell nicht mehr los lässt!

Matilda Wormwood wächst in einer Familie auf, die kein Verständnis für sie hat. Ihr Vater, Harry Wormwood, ist Autohändler, wobei er bei der „Aufbereitung“ seiner günstig gekauften Gebrauchtwagen eher unmoralische Wege einschlägt. Er versteht nicht, warum seine Tochter seine Geschäftsmethoden nicht gutheißt. Außerdem wäre da Matildas Mutter, Mrs. Wormwood, die sich mehr für das Bleichen ihrer Haare, amerikanische Seifen-Opern und das Bingospielen interessiert, als für den Wissensdurst und die Begabungen ihrer Tochter. Micheal Wormwood, Matildas älterer Bruder, kann seine Schwester auch nicht verstehen, so sieht er zum Beispiel lieber Fernsehen, was auch von ihren Eltern mehr angesehen wird.

Doch auch wenn ihre familiären Vorraussetzungen nicht die besten sind, hat Matilda etwas ganz Besonderes an sich. Schon mit viereinhalb Jahren beginnt sie zu lesen, liest sich durch die gesamte Kinderbuchabteilung der städtischen Bibliothek und als sie dort jedes Buch durchegelesen hat, wird sie von der Bibliothekarin Mrs. Phelps unterstützt, sodass sie auch bald mit ihrem neu erworbenen Büchereiausweiß alle möglichen Bücher der Erwachsenenliteratur lesen kann. Besonders gerne liest das kleine Mädchen Bücher von Charles Dickens. „She went to Africa with Ernest Hemingway and to India with Rudyard Kipling. She travelled all over the world while sitting in her little room in an English village.“

Aber zunehmend regen sich ihre Eltern über Matildas Verhalten auf. Schließlich scheint das Mädchen überhaupt nicht in die Familie der Wormwoods zu passen- sie sieht ja nichteinmal gerne fern. Ständig wird Matilda von ihrem Vater als ignorant und Lügnerin bezeichnet, aber eines Tages reicht ihr das. Und somit beschließt dieses clevere Mädchen, sich an ihrem Vater zu rächen, dafür, dass sie immer nur behandelt wird, als wäre sie nichts wert. Die ungewönhlichen Streiche, die sie sich einfallen lässt, fassen ihre etwas begriffsstuzigen Eltern gar nicht als solche auf, verstehen gar nicht, wer für diese gewissen merkwürdigen Ereignisse verantwortlich ist.

Mit fünfeinhalb Jahren darf Matilda dann endlich zur Grundschule gehen, worauf sie sich schon sehr freut. Während ihre Klassenlehrerin Miss Honey die freundlichste Lehrerin ist, die sich Matilda nur vorstellen kann, ist die Schulrektorin, Miss Trunchbull, ein wahrhaftiges Monster. In ihren Augen wäre die bestmöglichste Schule eine, die ganz ohne Kinder auskäme. Alleine schon von ihrem äußeren Erscheinungsbild ist sie sehr respekt- und furchteinflößend: Als ehemalige Hammerwerferin bei den Olympischen Spielen besitzt sie einen stark trainierten und breiten Körper. Außerdem hat sie große Freude daran, die Schüler, die in ihren Augen nichts weiter als kleine armselige Würmer sind, zu bestrafen. Ob sie dabei die Kinder an den Ohren in die Luft zieht, Kinder an den Zöpfen hält und dann wie beim Hammerwurf um sich schleudert, um sie dann in einem hohen Bogen vom Schulgelände zu werfen, oder ob sie sie in den sogenannten Chocky, einer Art Schrank in dem die Kinder stundenlang eingesperrt werden und ohne sich bewegen zu dürfen stehen müssen, da sie sonst an die Glasscherben und Nägel an den Wänden kommen und sich verletzen würden, steckt, Miss Trunchbull hat große Freude am quälen anderer. Aber niemand wehrt sich gegen sie, denn welche Eltern würden ihrem Kind schon glauben, dass die Schulleitung sie so misshandelt? Und auch die Erwachsenen haben großen Respekt- und große Furcht- vor ihr.

Auch Miss Honey scheint sich vor Miss Trunchbull zu fürchten. Und als Matilda ihre telekinetische Begabung entdeckt und daraufhin ihrer verständnisvollen Klassenlehrerin davon berichtet, sieht diese das große Genie, das in Matilda steckt. Sie ist sehr reif für ihr Alter, kann Zahlen mühelos im Kopf multiplizieren und  liest Bücher, die andere erst im Erwachsenenalter lesen, und, was noch faszinierender ist, sie kann Dinge mit ihren Augen bewegen. Dabei hat Matilda kein großes Selbstwertgefühl und gibt nie mit ihren Fähigkeiten an. Nachdem Miss Honey Matildas uninteressierte Eltern kennenlernen durfte, beschließt sie, Matilda besonders zu fördern.

Doch Matilda wäre nicht Matilda, wenn sie nichts gegen die böse Schulleitung unternehmen würde, oder sich nicht Miss Honeys in der Vergangenheit liegenden Geheimnis annehmen würde…

 

Dieses Buch ist einfach wunderbar! Es ist humorvboll geschrieben, leicht verständlich und man fühlt sehr mit Matilda mit! Die Idee dieses Buches ist grandios und die Umsetzung ist ebenso fabelhaft! Jeder der es liest wird merken, dass dieses Buch nicht nur für Kinder geeignet ist! Außerdem sind die Charaktere sehr lebendig gezeichnet und die einzelnen Charaktere lösen so unterschiedliche Emotionen bei einem aus (vor allem Matildas Eltern hätte ich am liebsten einmal gründlich durchgeschüttelt..)!

Außerdem beinhaltet das Buch einige Aussagen, die man sich am liebsten aufschreiben und ganz lange behalten möchte! Aber auch Bemerkungen Matildas sind wunderschön. Da wäre zum Beispiel diese, die das Mädchen gut beschreibt: „I’ve always said to myself that if a little pocket calculator can do it why shouldn’t I?“

Ein ganz, ganz tolles Buch!!

5/5 Sterne

5-Sterne

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2 Gedanken zu “📖 Rezension zu: „Matilda“ von Roald Dahl

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