đź“– Rezension zu: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green

Das Schicksal ist ein mieser Verräter von Green, John

Die siebzehnjährige Hazel Grace hat Krebs. Sie verlässt kaum das Haus, isst wenig, grĂĽbelt ĂĽber den Tod, liegt die meiste Zeit im Bett und liest abermals ihr Lieblingsbuch „Ein herrschaftliches Leiden“. Weil ihre Mutter eine mit dem Krebs zusammenhängende Depression vermutet, schickt sie Hazel zu einer Selbsthilfegruppe.

 Diese, von Patrick geleitete Veranstaltung, ist für den Teenager aber eher deprimierend: Immer wieder neue Gesichter, und eine immer länger werdende Liste mit toten, ehemaligen Mitgliedern der Gruppe, die ins Gebet eingeschlossen werden. Die meisten Gruppenmitglieder dort sind Hazel nicht sonderlich sympathisch, und sie möchte, ganz gegen die Vorstellungen ihrer Mutter, auch keinen Kontakt mit Gleichaltrigen aufbauen.
Der einzige Junge mit dem sie dort gut klar kommt, weil er das ganze Gerede von wegen „wir befinden uns in Gottes buchstäblichem Herz“ (eine Anspielung auf das Gebäude in Kreuzform) auch nervig findet, ist der halbblinde Isaac. Doch an einem Tag bringt er einen Freund mit, und schon wird die Gruppe fĂĽr Hazel etwas attraktiver..
Denn Augustus Waters, von Freunden Gus genannt, ist in ihren Augen etwas ganz besonderes: Er sieht gut aus, hat dieses schiefe Gus-Lächeln, er ist charmant und offen, sagt genau was er denkt, weswegen er auch nicht an Komplimenten für Hazel spart, und er sieht in allem eine Metapher. Kurz und gut: Er flirtet bei seinem ersten Besuch in der Selbsthilfegruppe mit Hazel und lädt sie zu sich nach Hause ein, um einen Film mit ihr zu sehen, und Hazels Mutter ist froh darüber, dass Hazel endlich wieder öfter raus geht, Spaß am leben hat und drauf und dran ist die große Liebe zu finden..
Doch ist Hazel zwiegespalten: Zum einen liebt sie Gus und zum anderen möchte sie niemanden verletzen, wenn sie stirbt.. Doch ihre Versuche, Gus von sich fern zu halten, scheitern und bald „opfert“ Gus seinen noch freien Herzenswunsch (den alle Krebskinder haben), damit er mit Hazel deren Lieblingsautor Peter van Houten treffen kann, um Fragen zu dem Ende des einzigen von ihm geschriebenen Buches „Ein herrschaftliches Leiden“ stellen zu können.
Doch steht es um Gus‘ Gesundheit wirklich so gut wie er sagt, und wird Hazel bald sterben, und wie eine Bombe ihre Liebsten mit ins UnglĂĽck stĂĽrzen?Am Anfang geht die Geschichte nur langsam voran und ist auch nicht so spannend, doch nimmt sie zunehmend an Fahrt auf, sodass man, in der Mitte bis zum Ende des Buches, kaum eine Lesepause einlegen kann.

Und so hat man die 333 Seiten ziemlich schnell durch.
Der Schreibstil ist am Anfang nett, dann in der Mitte genial und gegen Ende durchschnittlich gut. Vor allem wenn Gus etwas sagt, und Hazel mit ihrer etwas pessimistischen Art kontert, muss man ĂĽber das gelesene Nachdenken. Aber auch nie so lange, dass man sagen könnte: „Ein philosophisches Buch mit viel Tiefgang, das zum Nachdenken anregt!“..
..Nein, das nicht.. Auch wurden die Emotionen nicht so vermittelt, wie ich es erhofft und auch erwartet hatte, bei einer Geschichte, die, allein von der Ankündigung her, trauriger kaum sein könnte.
Schade fand ich auch, dass zum Beispiel Medikamente erfunden wurden, die es nicht gibt, damit die Geschichte möglichst fiktiv bleibt.
Mit dem Buch erlebt man Höhen und Tiefen und ich kann es weiter empfehlen, wenn man nicht enttäuscht ist, dass man nicht weinen muss, man sich aber trotzdem für die (paradoxen) Gefühle von krebskranken Jugendlichen interessiert, aber auch nicht erwartet, etwas über Krebs zu lernen.
Hier wird einem eher verinnerlicht, dass Depressionen, Ängste, etc. keine Nebenwirkungen von Krebs sind, sondern die des Sterbens. Das wird einem beim Lesen nämlich oft auffallen. Meiner Meinung nach gibt es wirklich bessere Krebsbücher..
Als Abschluss möchte ich noch ein Zitat aus dem (im Buch ausgesprochen oft erwähnten fiktiven (!)) Lieblingsbuch von Hazel Grace anbringen, dass „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ einleitet:
„Ich bedinge die Zeit, die verhĂĽllt und entschleiert,
die Zeit, die uns mit den Toten vereint, die Zeit,
die wie Wasser zerstört, was sie nährt.“

3/5 Sterne

3-Sterne
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