📖 Rezension zu:“ Colours of Africa“ von Ellen Alpsten

Colours of Africa

Ich hatte viel mehr erwartet..

Ava hat vor einer Weile die Schule beendet, doch mit ihrem nicht so guten Abi stehen ihr auch nicht gerade alle Türen offen. Weil ihre Freundinnen und Freunde offensichtlich alle bessere Chancen haben und sie keine Lust auf Irgendetwas mehr hat, bleibt sie einfach tagelang in ihrem Zimmer.. Nichteinmal ihre französische Freundin Camille ist in der Lage, ihre Laune zu bessern, denn selbst sie wurde an einer Universität angenommen und wird Medizin studieren.
Doch ist Avas Mutter aufgrund des Besuches einer ihrer langjährigen Freundinnen Eva endlich in der Lage, Ava aus ihrem Bett zu lotzen.
Diese Begegnung mit der Schauspielerin Eva wird Avas Leben drastisch verändern..
Eva ist nämlich sehr engagiert: Sie ist die Leiterin einer Hilfsorganisation in Kenia: „Mut zur Farbe“ heißt das Projekt. Und kurzerhand beschließt die kunstinteressierte Ava, ein zweimonatiges Praktikum bei dieser Organisation zu machen. Allein- in Kenia.
Zwar möchte ihr Freund Mogens sie nicht nach Nairobi fliegen lassen, aber wie so oft hört Ava nicht auf ihn und begibt sich auf die Reise.
In Kenia angekommen stellt sie fest, dass es dort viele verschiedene Welten gibt: Kenia ist aufregend, farbenfroh, lebenslustig, gefühlvoll, aber auch arm und tödlich..
Wie gut, dass Ava auf der Arbeit von ihrer neuen Freundin Tanu und dem gut aussehenden Mats unterstützt wird, sodass sie das wahre Kenia kennenlernt. Schnell stellt sie sich die Frage, ob sie wirklich so unprofessionell war und sich direkt am ersten Tag in Mats verliebt hat. Schließlich ist sie mit Mogens zusammen, was man aber eher nicht als Beziehung bezeichnen kann, da Ava seine Anrufe nie entgegen nimmt und sehr trotzig auf ihn reagiert.
Als wären ihre Gefühle nicht schon überwältigend und verwirrend genug, lernt sie eines Nachts in einem Club den charmanten James Cecil kennen, ein reicher Mann, der ihr eine vollkommen andere Welt offenbart.
Doch ist Mats nicht gut auf James zu sprechen und für Ava ist es bereits zu spät: Sie empfindet auch etwas für ihn.
Und so lässt sie sich auf ein Treffen mit ihm ein- ob das eine gute Idee war?
Und welches Geheimnis birgt der kleine Junge John, der an allen Workshops der Organisation teilnehmen darf, unglaublich kreativ aber auch düster und geheimnisvoll ist?
Wird Ava Licht ins Dunkel bringen können??

Ich hatte mir erhofft, viel über die einzigartige Landschaft, aber auch über Kontakte mit der kenianischen Kultur lesen zu können. Manchmal wird in dem Buch wirklich die Landschaft beschrieben, oder wie es in den Slums zu sich geht, diese seltenen Passagen haben mir sehr gut gefallen.
Aber inhaltlich konnte mich das Buch wirklich nicht überzeugen, denn es ist ein ständiges hin und her: Wen liebt Ava und liebt er sie? Wird sie ihr Praktikum verlängern oder lieber doch nicht? Traut sie sich Kenia zu oder doch nicht? Hierbei hält sich die Spannung jedoch in Grenzen.. Und für mich waren ihre Entscheidungen auch vorhersehbar.. Mich hätte es auch sehr gefreut, wenn John etwas mehr thematisiert worden wäre, denn er hatte wirklich potential, Spannung zu erzeugen. Denn nachdem man eine von ihm geschriebene Kurzgeschichte gelesen hatte, hat man gehofft, dass bitte noch etwas von ihm Geschriebenes vorkommt, denn seine kindliche aber trotzdem irgendwie erwachsene Erzählung hat mir gefallen.. Leider blieb es die einzige..
Mit Ava konnte ich mich absolut nicht anfreunden: Sie hat mich irgendwann einfach nur noch genervt. Schon ganz zu Beginn, als sie unmotiviert in ihrem Bett liegt und auf alles und jeden neidisch ist, war ich nicht gerade begeistert. Aber dann hat sie sich ja aufgerappelt und ich hatte schon Hoffnungen, dass sie richtig nett wird, Kenia ihr Herz öffnet und sie aufblühen lässt..
Zu ihrem Freund ist Ava wirklich unglaublich unfair, sie behandelt ihn, als wäre er ein Spießer, der sie nur unterdrücken wollte, obwohl er sich nur Sorgen um sie macht, weil er sie liebt. In Kenia angekommen, unterdrückt sie seine Anrufe, was wirklich nicht nett ist.. Man könnte sagen, dass sie ihn einfach nicht richtig liebt, gut, aber damit wäre das Thema Liebe ja noch lange nicht beendet: Mats oder James? Projektleiter oder Sohn eines reichen Grundbesitzers?
Wenn es um James Cecil geht, kann ich Ava absolut nicht verstehen.. Und auch in anderen Szenen konnte ich wirklich keine Sympathire für sie empfinden, obwohl es, wie ich denke, aber so gewollt gewesen wäre..
Zum Schreibstil bleibt mir zu sagen, dass ich immer wieder über Ausdrücke gestolpert bin und verwundert war, mich gefragt habe, ob man das wirklich so sagen kann… Es war ein wirklich holperiges Lesen, kein flüssiges oder tragendes…
Manchmal habe ich mich gefragt, ob da etwas falsch übersetzt worden ist, ich bin mir aber nicht sicher, ob das Buch überhaupt übersetzt wurde. Die Autorin, Ellen Alpsten, wurde in Kenia gebohren, zog nach Deutschland, studierte hier und lebt jetzt in London. Daher weiß ich nicht, ob „Colours of Africa“ übersetzt worden ist oder nicht..

Ich bin von dem Buch wirklich enttäuscht, vor allem, weil ich den Coppenrath-Verlag sehr schätze und ich auch schon sehr viele sehr schöne Bücher von ihm gelesen habe. Deswegen war die Überraschung sehr groß.. Der Coppenrath-Verlag steht sonst für mich für anspruchsvolle Kinder- und Jugendbücher, die einen zum Beispiel auch an fremde Orte entführen- aber dieser Effekt blieb hier leider aus..

Das Buch soll für 12-15 Jährige sein, was meiner Meinung nach nicht passt, aber vielleicht gefällt es 10 Jährigen Mädchen- ich weiß es nicht..

So würde ich es jedoch nicht weiterempfehlen- sehr, sehr schade…

3/5 Sterne

3-Sterne

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