📖 Rezension zu: „Untreue“ von Paulo Coelho

Untreue

Die Geschichte einer depressiven Frau, die eine krankhafte Eifersucht entwickelt..

Paulo Coelhos Bücher sind Weltbestseller, wurden in viele verschiedene Sprachen übersetzt und erreichten eine bisherige Weltauflage von über 165 Millionen Exemplaren. Er hat viele Anhänger, die die weisen Gedanken, die er geschickt in seine Bücher einbringt, zum Nachdenken bringen und Fans, die sich freuen, mehr von ihm lesen zu können. Viele sagen, seine Bücher würden meisterhaft von dem Umgang mit schwierigen Situationen, Einsamkeit und Liebe, aber auch von Risiken des eigenen Lebens und dem Leben des Lebens berichten.
Selbstverständlich wollte ich sehr gerne herausfinden, ob auch ich so angetan sein würde, wenn ich eines seiner Werke lese.
„Untreue“ sprach mich vom Thema her an:
Eine junge Frau, die 31jährige Linda, fragt sich, ob ihr Leben nicht noch mehr beinhalten könnte, ob sie wirklich schon alles erreicht hat, oder ob sie nicht noch neue Abenteuer in ihr Leben bringen könnte. Linda hat eigentlich alles: Geld, einen liebevollen Mann, zwei Kinder, einen tollen Job- und trotzdem gibt es da diese Lücke in ihrem Leben: Sie sehnt sich nach Leidenschaft. Zunehmend leidet sie darunter, eine depressive Periode durchzumachen und muss den Mut aufbringen, nach Leidenschaft zu fragen.
So weit der ungefähre Inhalt des Klappentextes und der Buchbeschreibungen.
Ich finde die Frage nach (neuen) Zielen in einem Leben, dass vor lauter Gewohnheiten schon eintönig geworden ist, sehr interessant und auch bei einer 31jährigen Frau durchaus berechtigt.
Leider hatte ich Untreue auf Lindas Einstellung sich selbst gegenüber bezogen, was wohl ziemlich dumm von mir war… Denn ziemlich schnell werden dem Leser die ersten tiefen Einblicke in Lindas Sexualleben gewährt, auf die ich sehr gerne verzichtet hätte. Denn diese ganzen Sexszenen waren für mich mehr als abstoßend.
Linda ist depressiv und erwartet mehr vom Leben, das stimmt, doch, womit ich nicht gerechnet hatte, beginnt sie, um aus ihrer schlechten Laune zu entfliehen, eine Affäre mit ihrer Jugendliebe. Darunter
leidet bald nicht nur ihr Job als Journalistin, sondern auch ihr eigenes
Gewissen. Allerdings beendet Linda ihre Affäre nichteinmal,
als sie auf die Ehefrau ihres Geliebten trifft. Stattdessen fühlt sich
Linda von dieser „eifersüchtigen“ Frau abgestoßen und entwickelt schnell
einen extremen Hass auf sie. Bald schon tritt Lindas nächste psychische Störung auf, denn sie hat nur noch ein Ziel:
Sie will diese Frau um jeden Preis vernichten!

Die Leseprobe hatte mir, vor allem dem Schreibstil wegen, gefallen, doch verändert sich dieser nach einer Weile (wenige Seiten nach Ende der Leseprobe)..
Sehr gerne würde ich den ersten Satz aus dem Buch zitieren, damit man sich eine Vorstellung von dem (anfänglichen) Schreibstil machen kann:
„Jeden Morgen, wenn ich die Augen zu einem „neuen Tag“ öffne, wie man so schön sagt, möchte ich sie am liebsten gleich wieder schließen und noch etwas weiterschlafen.“
Zu Beginn ließ sich das Buch sehr flüssig, leicht und angenehm lesen.
Doch kippt diese Stimmung und Leichtigkeit schnell, denn es ist zunehmend anstrengend, zu lesen, wie krank Linda doch ist, und dass sie es wohl auch schon früher war. Und so wird das zu Beginn so flüssige Lesen immer stockender, weil Lindas kranke Gedankengänge immer schwieriger nachvollziehbar sind und ich mich beim Lesen gefragt habe, wie sie denn nun auf diese Idee gekommen ist.
Die ganze Handlung wirkt sehr stark konstruiert und die Entscheidungen und Handlungen der Charaktere sind wirklich übertrieben und absolut nicht nachvollziehbar. Darüber hinaus sind die Personen sehr klischeehaft beschrieben.
Auch die vielen Bibelzitate konnten mich nicht bereichern. Sie waren einfach nervig, langweilig und unpassend, denn die Geschichte wechselte nur noch zwischen wirklich abstoßenden Sexszenen, auf die ich lieber verzichtet hätte, Bibelzitaten und kranken Eifersuchts- und Rachegedanken.

Irgendwann dachte ich dann, dass ein paar bald auftauchende Weisheiten aus dem Buch noch einiges rausreißen könnten, denn einige Coelho-Fans die ich kenne, behaupten eben viele Weisheiten aus seinen Büchern ziehen zu können..
„Aber vielleicht kommen diese ja erst gegen Ende des Buches..??“, dachte ich.. Ich habe sie bis zum Schluss nicht entdecken können. Besten Falls nur: „Betrüge deinen Partner und sehe, wie viel Lust dir das beschert“. Zwar hatte ich gehofft irgendwelche Tipps für ein glückliches Leben erhalten zu können, aber dem war definitiv nicht so.

Abschließend kann ich zum gesamten Buch sagen, dass ich es wenig spannend, dafür aber eintönig fand. Ich verstehe die Begeisterung über Paulo Coelhos Bücher nicht wirklich.
Dies war mein erstes Buch von ihm und bin froh, auch mal eines von ihm gelesen haben zu dürfen.

2/5 Sterne

2-Sterne

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